Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Frankreich 2018, Cinemascope, 111 Min.
Regie: Julian Schnabel / Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Julian Schnabel, Louise Kugelberg
gesehen in DF.
Regisseur Julian Schnabel ist selber ein Maler. Er engagierte Willem Dafoe (63) den Ausnahmekünstler Vinzent Van Gogh (37 jg. zum Todestag) zu spielen und konzentriert sich auf die Art, wie Vang Gogh gemalt hatte und wie er die Realität, Mensch und Natur, subjektiv gesehen hat.  Van Gogh malte sehr schnell und impulsiv, entsprechend hektisch ist auch die Handkamera, die ihm folgt, und welche die großen Entfernungen und Hindernisse, die er mit seiner Staffelei zurücklegte, nachvollzieht.
Bekanntlich verkauften sich seine Bilder erst zu seinem Begräbnis und ohne die Hilfe seines Bruders Theo hätte er nicht überleben können. Er freundet sich mit Gaugin an, doch sind die beiden zu verschieden, um zusammen leben zu können.
Die Trennung von Gaugin schmerzt ihn sehr.
Er eckt immer wieder an und wird für verrückt erklärt, in Anstalten eingewiesen. In therapeutischen Gesprächen erkennen ein Arzt und ein Priester durchaus seine eigenwillige Sichtweise an und helfen ihm etwas. Letzterer ist auch erstaunt, dass Van Gogh als Sohn eines Pastors durchaus bibelfest ist, etwa wenn Vang Gogh fetststell, dass auch Christus erst posthum Anerkennung fand.

Musik spielt in dem Film kaum eine Rolle, die wenige, die gespielt wird, ist nicht sehr einprägsam, die wackelige Handkamera war gar nicht mein Geschmack und vernunmöglichte einen ruhigen Blick auf die Natur und Van Goghs Bilder, das Cinemascope-Format aber schon. Mutig von Schnabel ist es jedenfalls, auf die bekanntesten und beliebtesten Gemälde Van Goghs zu verzichten, und eher abstrakt wirkende Details z.B. von Baumwurzeln einzugehen. Auch benennt er seine angebliche Krankenheit (Depression aus Einsamkeit ?) nicht, zeigt aber eine mögliche Variante seiner Ermordung. Dennoch bleibt er oft an der Oberfläche, besonders bei seinen Beziehungen zu Frauen, und schweift manchmal ins Spirituelle ab.
*** sehenswert, aber sehr eigenwillig. Beeindruckende Leistung von Willem Dafoe.

Kommentare sind geschlossen.