Tenet

TENET

USA 2020, Christopher Nolan, 150 Min.
Gesehen in  DF und 2K

Es gibt nur noch ganz wenige Filme, die im Königsformat 70mm – wie einst Ben Hur, Cleopatra und zuletzt von Nolan Interstellar und Dunkirk etc. – gedreht werden und so wird auf solch sehr teure Filme alle Hoffnung auf ein Publikumserfolg gesetzt.
Wie der Held des Films die Welt vor dem Dritten Weltkrieg retten soll,
erwarten die Kinos von ihm, der auch Batman geschaffen hat, das Ende der Corona-bedingten roten Zahlen. Dazu ist aber Tenet zu kompliziert und um mit den besten James-Bond-Filmen mithalten zu können, zu humorlos.  An Action wird freilich nicht gespart. Hat schon die Netflix-Serie DARK mit mehreren Zeitebenen (jeweils 17 Jahre zurück oder vor und zuletzt noch eine parallele Moebius-Ebene) gespielt, ist es hier durch ein Inversionsgerät möglich, Agenten gleichzeitig in die Vergangenheit und Zukunft zu senden, um so den Gegner (natürlich die bösen Russen) in die Zeit-Zange zu nehmen. Dazu werden teils uralte Kino-Tricks, wie Rückwärtsprojektion verwendet, die aber parallel auch vorwärts laufen. Dies ergibt noch nie gesehene Action: die einen laufen rückwärts und die Bomben implodieren in sich, das andere läuft normal.

Die Handlung: Es beginnt mit einem Giftgasanschlag auf die Oper in Kiev.
Ein unbenannter CIA-Agent kämpft gegen den krebskranken Oligarchen Andrei Sator, ein Waffenhändler, der die Welt zerstören will, bevor die Welt auf Grund von Umwelteinflüssen selbst kaputt geht, soll sie wieder in die Vergangenheit zurück gedreht werden. Das könnte schlimmer enden als ein nuklearer Weltkrieg. Der Held steht ihm entgegen, dazwischen steht die Geliebte des Oligarchen, die ihn hasst, doch er hat den gemeinsamen Sohn als Pfand.

Sieht man von den seit Einstein´s Relativitätstheorie denkmöglichen Zeitreisen und somit der hier inszenierten Zeitumkehr ab, so ist auch das gleichzeitige Agieren auf gegensätzlichen Zeitvektoren schon eine intellektuelle Herausforderung, vielmehr widerspricht dies allen Sehgewohnheiten und überfordert wohl das typische Blockbuster-Publikum.

Die 70mm – Kopien haben Österreich noch nicht erreicht (die beiden einzigen Kinos sind das Gartenbau Wien und das Leo in Innsbruck) sind für eine 70mm-Projektion vorgemerkt. In der Schauburg Karlsruhe gibt’s derzeit eine 70mm OmU und OV.  Die Gelegenheit den Film nochmals so zu sehen, wie er gedreht wurde, sollte unbedingt genutzt werden.

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