Tausend Zeilen

Tausend Zeilen

D 2022, 93 Min, Scope; Regie: Michael „Bully“ Herbig.

Grundsätzlich ist die Idee gut zu zeigen, wie auch als seriös geltende Nachrichtenmagazine die Sensationsgier ihr Leser befriedigen und Texte schlichtweg erfinden – Fake News also.
Es geht hier um den Fall Claas Relotius (im Film: Lars Bogenius), der viele (auch österreichische) Medienpreise gewann und für viele Magazine, darunter den „Spiegel“ (im Film „die Chronik“), reißerisch formulierte Reportagen aus Krisengebieten lieferte. Es ist sein eigener Kollege Juan Romero (= Moreno), dem Unstimmigkeiten in dessen Texten auffallen. Als Romero mit seinem Fotografen vor Ort an der US-Mexikanischen Grenze die Angaben überprüfen, decken sie den Fake auf, ihr Kollege war nie da. Sie riskieren dabei ihren Job und stoßen auch auf der obersten Ebene nur auf Unverständnis, auch seine eigene Frau und vor allem die Kinder sind verstört.

Was passiert allerdings, wenn ein Juxregisseur wie Herbig sich des Stoffes annimmt? Ein extrem rasanter, ja stakato-artiger Schnitt zwischen Wahrheit und Lüge, Einbeziehung der eigenen Familie und ein westernartiger Stil. Wie es wirklich endete („der Spiegel“ gab den Fehler zu) wird nur angedeutet.

Ich fand den Film relativ spannend, allerdings nicht genau genug. Die Kritikermeinungen sind höchst uneinheitlich. ***

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