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The Power of the Dog (Netflix)

The Power of the Dog

NZ, AUS 2021, 128 Min, Scope. Regie: Jane Campion


Das Jahr 1925 im ländlichen Montana: Die unverheirateten, wohlhabenden Brüder Phil und George Burbank, die schon lange zusammen leben, kehren während ihres Viehtriebs bei der verwitweten Gasthausbesitzerin Rose ein. Der ruhige und einfache George sucht zusehends nach weiblicher Wärme und ist schnell von Rose angetan; sein hochintelligenter, aber rau und menschenfeindlich auftretender Bruder Phil macht sich hingegen über Roses feminin wirkenden Sohn Peter lustig. George und Rose heiraten kurz darauf. Phil denkt, dass Rose George nur des Geldes wegen geheiratet hat. Ihr Verhältnis zu Rose wird immer gespannter, sie beginnt zu trinken.  Als Peter, der Medizin studiert,  in den Sommerferien auf die Ranch kommt, wird er erst angefeindet. Als er jedoch Phil´s homoerotische Neigungen entdeckt, wird Phil plötzlich freundlich zu ihm…
Gedreht wurde der Film in Neuseeland.
Goldener Löwe, Venedig 2021
Die Filmmusik von Jonny Greenwood ist für die Oscarverleihung 2022 nominiert.

Herausragender Neo-Western ****

vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/The_Power_of_the_Dog_(Film)
Achtung Spoiler!

 

Neues aus der Welt (Netflix)

Neu auf Netflix:
Neues aus der Welt (News of the world)

USA 2020, 119 Min, Cinemascope.

Wikipedia

Der Film mit Tom Hanks und Helena Zengel in den Hauptrollen basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paulette Jiles.

Helena Zengel ist uns aus dem Film „Systemsprenger“ bekannt, welcher der erfolgreichste FKC-Film des Jahres 2019 war. Sie spielte dort eine kaum zu bändigende, schwer erziehbare Jugendliche.
Auch im neuen Film, der ihr vielleicht mit 13 Jahren sogar einen Golden Globe für die besten Nebenrolle einbringen wird, ist sie wieder so ein nicht zu „vernünftiger Arbeit“ einsetzbares junges Mädchen.

Texas 1870. Captain Kidd, ehemaliger Südstaaten-Militär, zieht mit einer Handvoll Zeitungen durch die Ortschaften und liest den Menschen für etwas Kleingeld Neues aus der Welt vor. Seine Frau starb an Cholera, als er im Krieg war. Auf dem Weg zu einer Lesung wird ihm von einer Armeepatrouille die vorläufige Verantwortung für ein indianisch gekleidetes, aber strohblondes und wohl europäisches Mädchen namens Johanna Leonberger übertragen. Sie soll von den Kiowa-Indianern verschleppt worden sein, nachdem ihre Eltern ermordet wurden. Nun wurden aber auch ihre indianischen Zieheltern getötet. Nun soll er sie zu den einzigen Verwandten in einer 400 Meilen entfernten Stadt Castroville bringen. Doch bis dahin ist es weit und im Wilden Westen lauern viele Gefahren. Einmal möchten Bösewichte ihm Johanna abkaufen und als er das verweigert, mit Gewalt rauben. Doch zusammen erwehren sie die Gefahr. Sie spricht nur etwas Kiowa-Dialekt und ein paar Wörter Deutsch, und so kommen sie sich nur langsam näher.
(Achtung Spoiler!)
Leider erweisen sich die Verwandten Johannas als sehr konservativ, die den Nutzen eines Menschen nur an seiner Arbeitsleistung messen. Als er sie wieder einmal besucht, ist das traumatisierte und unglückliche Mädchen an ein Seil gebunden, weil sie nicht auf dem Feld arbeiten wollte und weglief. Kidd fragt Johanna, ob sie mit ihm gehen wolle, und das Kind fällt weinend in seine Arme. In der Schlussszene inszeniert sie die Geräusche zu den Geschichten, die er vorliest und scheint sehr glücklich dabei.

Ein selten humanitärer, sehr berührender Neo-Western, für das Genre recht langsam und bildgewaltig inszeniert ****

P.S. Leider ging der Film bei den Golden Globes leer aus….