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Les Misérables – Die Wütenden

Achtung! Wegen der Corona-Krise entfällt diese Vorstellung, wir werden sie, wenn die Kinos wieder öffnen können, nachholen.

Les Misérables – Die Wütenden

Frankreich 2019, 102 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie und Buch: Ladj Ly
Darsteller*innen: Damien Bonnard (Stéphane), Alexis Manenti (Chris), Djibril Zonga (Gwada), Issa Perica (Issa), Al-Hassan Ly (Buzz) u.a.;

In einem Pariser Vorort werden Polizisten, die sich fragwürdiger Methoden zur Verbrechensbekämpfung bedienen, plötzlich selbst zu Gejagten. – „Eine wuchtige, wütende Parabel über das Verhältnis der Klassen im Paris der Gegenwart.“ (programmkino.de)

Die Wütenden

Polizist Stéphane hat sich der Einheit für Verbrechensbekämpfung im Pariser Vorort Monfermeil angeschlossen. Das ist jener Ort, an dem Victor Hugo 1862 seinen Roman „Les Misérables” spielen ließ. Stéphanes Kollegen Chris und Gwada, beide erfahrene Mitglieder der Einheit, haben jedoch ihre eigene Methode gefunden, mit den rivalisierenden Clans in dem Problemviertel umzugehen. Weil auf den Straßen andere Gesetze gelten, überschreiten sie regelmäßig selbst die Grenzen des Legalen und sehen sich dennoch im Recht. DIE WÜTENDEN spielt im Jahr 2018, ist aber inspiriert von den Unruhen in den Banlieus von 2005, als wochenlang bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Regisseur Ladj Ly hat sich schon 2007 in einem Dokumentarfilm mit den Problemen des Viertels beschäftigt, aus dem er selbst stammt. (nach: filmstarts.de)
„Ein Brennpunktgebiet in den Blick zu nehmen, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen, in dem sämtliche soziale Konflikte vorhanden sind, kann schnell ins Klischee abrutschen oder zum Betroffenheitskitsch werden. Ly weicht beiden Fallen elegant aus, indem er seine Figuren und ihre Konflikte ernst nimmt. (…) Ly spielt die Situation bis zum bitteren Ende durch und stellt die Frage, was passiert, wenn sich die Wütenden und Vernachlässigten nicht mehr bekriegen, sondern verbünden.” (Maria Wiesner, kino-zeit.de)
„Die Qualität von DIE WÜTENDEN liegt gerade im Umstand, dass seine Protagonisten nicht polarisieren, sondern allesamt Teil der Gewaltspirale sind. Das gibt dem Film zweifellos eine nihilistische Grundtendenz, die jedoch zugleich eine tiefe Bemühung um sozialen Realismus erkennen lässt. Der Film gesteht seinen Protagonisten mehrere Seiten zu, aus denen sich ein komplexes Bild der französischen Gegenwart formiert.”
(Deutsche Film- und Medienbewertung)
„Ein gnadenlos energetischer Film über die komplizierte Beziehung zwischen Staat und abgehängter Gesellschaft in den Pariser Vororten.” (filmstarts.de, leokino.at)

Preise: Mehrere Césars 2020: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller
(Alexis Manenti), Bester Schnitt, Publikumspreis

Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/les-mis%C3%A9rables-die-w%C3%BCtenden