Schlagwort-Archiv: Science Fiction

Mother/Android

Mother/Android

Mattson Tomlin, Scope,  110 Min, USA 2021 (Netflix)

Extrem dystopische SF-Geschichte um einen Aufstand der Androiden. Sie scheinen in jedem besseren Haushalt unverzichtbar, wo sie Menschen bedienen. Doch plötzlich ermorden sie die Menschen und reißen die Herrschaft an sich. Da hilft kurzfristig nur ein EMP (starker elektromagnetischer Impuls), der alle Elektronik in ihnen zerstört.
Ein junges Paar zu Weihnachten. Georgia und Sam. Georgia entdeckt, dass sie schwanger ist, sich aber der Liebe zu Sam nicht so sicher ist. Als der Aufstand der Androide auch ihre Gegend erfasst, flüchten sie durch Wälder. Die Androide töten nicht alle  Menschen, sondern nehmen sie z.T. als Köder gefangen.
Georgia und Sam erhalten  – nach einem Bluttest, ob sie echte Menschen sind – Einlass in ein Lager, wo sie hofft sicher gebären zu können. Man hört von einer Familienausreise per Schiff nach Korea.
Doch Sam prügelt sich mit einem Soldaten und muss das Lager verlassen, sie finden ein verlassenes Haus und finden dort ein Motocross-Motorrad, mit dem sie die Flucht versuchen, doch Androide sind dabei, sie mit Drohnen zu orten und einzufangen. Arthur, ein dubioser Wissenschaftler, rettet dabei die Schwangere, ihn aber nicht. Er hat einen Tarnanzug, den die Androiden nicht sehen können und sagt, er sei bei der Entwicklung der Androiden dabei gewesen, wisse wie sie ticken. Er gibt ihr so einen Tarnanzug und so kann sie Sam aus der Gefangenschaft befreien, doch seine Füße sind zertrümmert.
Die beiden wachen in einem Krankenhaus auf, ihr wurde per Kaiserschnitt ein Sohn entbunden, ihm die Füße amputiert. Die Geschichte von den Tarnanzügen glaubt man ihnen nicht, vielmehr ist Arthur selbst Androide, den sie letztlich sogar durch die Sicherheitskontrollen schleusen. In Boston sind die Androiden schon in der militärischen Anlage mit dem EMP. Georgia kann es auslösen und gelangt so zu jenem Schiff, das Babys nach Korea rettet…
Das sentimentale Ende ist bis zur Unerträglichkeit in die Länge gezogen…

Eigentlich passiert nicht viel, außer dass überall Gefahr lauert, unglaublich lange geht es bis zur Geburt. Manche Szene die sicher spannend gewesen wäre, erfahren wir nur in Erzählform. Bilder von zerstörten Androiden sind reiner Trash. Irgendwie spannend war er ja schon, aber mit der Logik happert es.
Gut gespielt, aber billig gemacht **

Don´t look up (Netflix)

Don´t Look Up

USA 2021, 138 Min, Regie: Adam McKay, mit Leonardo DiCaprio, Meryll Streep u.a.

Die Idee einen spannenden Film zu machen, dessen Spannung darauf beruht, dass ein Komet auf die Erde stürzen und sie wohl vernichten wird, ist weder neu noch originell. Kate, eine Astronomie – Doktorandin und ihr Professor Dr. Mindy entdecken einen 9 km großen Kometen, der in etwa einem halbem Jahr auf die Erde stoßen wird, nur mit vereinten Kräften aller großen Nationen könnte er ev. zerstört oder aus der Bahn geworfen werden. Sie melden die beunruhigende Entdeckung dem Weissen Haus, und werden dort mit dem NASA-Experten Dr. Oglethorpe auch zur Präsidentin vorgelassen, doch werden sie dort genötigt die Sache  streng geheim zu halten. Zuerst müsse man die Midterm-Wahlen gewinnen! Doch also sie doch zum Fernsehen gehen, wird ihre Nachricht in einer Jux-Sendung verbraten. Ein Mobilfunk-CEO vermutet jedoch, dieser Komet könnte wichtige Erze enthalten, die man dringend für Handys benötigt, und so wird eine erfolgreich gestartete Aktion gegen den Kometen wieder abgeblasen. Kurzum, nichts, was getan werden müsste um die Menschheit zu retten, wird gemacht oder geht schief, sieht man davon ab, dass ein paar Auserwählte vor dem Aufprall in ein Raumschiff gebracht werden, dort eingefroren, bis man einen anderen bewohnbaren Planeten entdeckt. Nach dem Abspann kommt dann die eigentliche Pointe: 22.740 Years later… ein wunderschöner Traumplanet wird gefunden und sie landen dort. Alles scheint paradiesisch, doch die Dinosauerier….

Eine tiefschwarze Komödie ****

The Midnight Sky

Neu auf Netflix
The Midnight Sky
USA 2020, Regie: George Clooney, ca. 120 Min. Cinemascope.

Wir befinden uns im Jahr 2049 und ein „Ereignis“, auf das nicht näher eingegangen wird, löscht die auf der Erde lebende Menschheit aus. Dieser Zeitpunkt ist wohl nicht zufällig gewählt, denn manche Umweltziele, wie endgültige Verabschiedung von fossilen Brennstoffen, sind von manchen Staaten bis in das Jahr 2050 definiert, dem Film nach zu folgen also viel zu spät. Auch die Menschen in der nördlichen Polarregion werden evakuiert, dort kann man immerhin die Luft noch einatmen. Doch Augustine Lofthouse, ein krebskranker Wissenschaften einer Wetterstation in der Arktis will alleine dort bleiben. Ihm gesellt sich Iris, ein verlorenes kleines Mädchen dazu. Gleichzeitig befinden sich im All auf einer Raumstation noch Menschen, die besiedelbare Exoplaneten erkunden sollen und einen solchen auch gefunden haben. Lofthouse will zu denen Kontakt aufnehmen, möglicherweise sehen die vom All aus besser, was wirklich mit der Erde passiert ist.

Da niemand antwortet, nimmt Lofthouse an, seine Antenne sei zu schwach und wagt es mit Iris zu einem großen Teleskop zu gehen. Der Weg durch die eiskalte Gegend ist sehr gefährlich. Sie entdecken ein abgestürztes Flugzeug und als sie sich  in einer norwegischen Schutzhütte sicher fühlen, stürzen sie stattdessen in die eisigen Fluten. Mit letzter Kraft schaffen sie es zum riesigen Teleskop und es gelingt ihm mit dem Raumschiff Kontakt aufzunehmen. Dessen Besatzung hat sich auch schon gewundert, dass sich von der Erde niemand meldet, doch die Plauderei währt nicht lange, ein Meteoritenschwarm zerstört Radar und Antenne, bei der Reparatur kommt beim Unfall eine schwangere Astronautin ums Leben. Sie wollten eigentlich auf die Erde zurück. So wollen zwei Crewmitglieder mit ihrem Shuttle unbedingt auf der Erde ihre Familien suchen, während die anderen zurück zu dem zuvor gefundenen bewohnbaren Planeten reisen werden, ein Mann und eine Frau sind dabei, welche es dort als Menschheit neu versuchen wollen.
Der Film wird nie langweilig und ist optisch eindrucksvoll gestaltet, sei es mit Bildern von der kaputtgemachten Erde als auch dem ästhetisch-futuristisch gestalteten Raumschiff. George Clooney führt nicht nur Regie, sondern spielt als bärtiger alter Mann auch die Hauptrolle. Schade, dass ich den Film nur auf einem Laptop sehen konnte, aber vielleicht kommt er doch noch mal in ein Kino, solche großen Filme gehören auf die große Leinwand! *****

Was wir wollten
Österreich 2020, Regie Ulrike Kofler, Cinemascope, ca.96 Min
Ein Paar hat den vierten Versuch einer künstlichen Befruchtung erfolglos hinter sich, mehr Versuche sind nicht möglich. Die Ärztin rät den beiden sich einen schönen Urlaub zu gönnen und zu entspannen, vielleicht gelingt es dann auf natürliche Weise. Doch Alice geht schon auf die 40 zu, höchste Zeit zum Kinderkriegen nach Business Konzept. Sie fahren in ein schönes Resort nach Sardinien. Nebenan hat sich ein Tiroler Vorzeige-Ehepaar einquartiert, mit denen sie sich bald anfreunden. Doch die wollten ihre Nachkommen eigentlich gar nicht; die liebe kleine Tochter nervt manchmal und macht sie auch eine teure Brille kaputt; der ältere Sohn war eigentlich ein Unfall, mit dem Vater kommt er überhaupt nicht klar.

Die Frau des zweiten Ehepaares läuft zwar gerne oben-ohne herum, ist dennoch sehr katholisch und Astrologie-gläubig. Eines Tages schluckt ihr Sohn alle verfügbaren Tabletten und bricht zusammen, ein Zeichen, wie verzweifelt er sich in der Familie gefühlt haben muss..
Zuhause sind die Bauarbeiter mit dem Hausbau beschäftigt, der natürlich komplizierter und teurer wird als vorgesehen. Geläutert kehren sie nach dem Urlaub wieder heim.
Der Film hätte im Frühjahr in Österreich starten sollen und ist für den Auslands Oscar nominiert. Ulrike Kofler war die Schnittmeisterin der Marie Kreutzer Filme, hier tauschten die Frauen ihre Funktionen. Bestechend geometrisch exakt komponiert sind viele Bilder und handwerklich bestens gestaltet. Durchaus kurzweilig, aber wenig Neues. ***

Weitere Eindrücke aus der Netflix Auswahl:
The Vikings

Wer archaische Kampfszenen mit Schwert und Schild liebt, wen Gewaltszenen nicht stören und wohldosiert eingestreute Sexszenen gefallen, wird sich bei der mehrstaffeligen Netflix Serie The Vikings gut unterhalten. Grob gesehen, stimmen manche historische Eckpunkte der brutalen Raubzüge der Vikinger auf die britische Insel, ob die Frauen wirklich teils mitgekämpft und beim Sex bei den sonst streng patriarchalischen Kriegern so freizügig und aktiv waren, ist wissenschaftlich nicht erforscht. Jedenfalls wird das Ambiente gut eingefangen und auch die nordischen Landschaften schön vermarktet, in manchen Punkten werden Zugeständnisse an das Publikum von heute gemacht, der Regisseur wollte eine Serie für Millionen machen, nicht für wenige Historiker… Bedenklich sind auch manche ideologische Aspekte, wenn Menschenopfer, willkürliche und drakonischen Strafen als naturgegeben und von den Göttern gewollt dargestellt werden. Sind die gerechtesten und tapfersten Männer mal an der Macht, werden sie bald so, wie jene, die sie einst bekämpften…

Revolution
Um die Zustände während der französischen Revolution geht es hier, verdreckte, verarmte Städte und im Luxus schwelgender Hochadel stehen einander gegenüber, irgendwann verlieren die weiteren Folgen an Spannung und Aussagekraft. Ein Arzt, der schon über erstaunliche Fähigkeiten verfügt und eine Adelige, die in nicht standesgemäße Tiefen absteigt… Wiederum ist die Aufwändige Inszenierung der damaligen Zustände der Reiz der Serie.