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Und morgen die ganze Welt

Und morgen die ganze Welt

Regie: Julia von Heinz; D, F, 2020, 111 Min.

Luisa ist eine 20 jg. Mannheimer Jurastudentin aus einer wohlhabenden Familie. In Deutschland kommt es zu einem Rechtsruck, es finden Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und gewaltsame Übergriffe statt. Rechte Parteien, finden zunehmend Akzeptanz in der Bevölkerung. Luisa will dabei nicht tatenlos zusehen, sondern etwas dagegen unternehmen.

Daher schließt sie sich einer Antifa-Gruppe an, in der sich ihre Freundin Batte engagiert. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören auch Alfa und Lenor. Sie möchten militant gegen Rechtsextreme vorgehen und deren Aufmärsche verhindern. Auch für Luisa wird Gewalt zunehmend ein akzeptables Mittel. (Wikipedia)

Die bewegte Handkamera ist immer nahe an Luisa, die von Mala Emde gespielt wird. Sie bewirbt sich in einem besetzten Haus um die Aufnahme in eine Antifa-Aktionsgruppe. Immer waghalsiger werden ihre Aktionen, rechtsextreme Gruppen auszuspionieren und an ihre Pläne und Waffenlager zu kommen. Während diese Demos in Innenstädten veranstalten, zerstören sie deren geparkte Autos und es ist nicht weit, auch Gewalt anzuwenden und den Faschos die Fressen zu polieren. Dabei kriegt Luisa auch einen „Kratzer“ ab und wird von einem ehem. Terroristen, der die Strafe abgesessen hat, medizinisch versorgt. Er will jedoch mit den Aktionen nichts mehr zu tun haben.

Erschreckend, wie wenig ideologischer Hintergrund und theoretische Schulung dahinter steckt, man handelt einfach aus dem Bauch heraus, und gerät deshalb bald auch ins Visier der Polizei, die mit dem Terrorparagraphen gegen die naiven Jugendlichen vorgeht, und sie somit auf die gleiche Ebene wie die andere Seite stellt.
Der Titel des Films ist der Zeile „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt“ aus dem nationalsozialistischen Propagandalied „Es zittern die morschen Knochen“ entnommen. (Im Kino und auf Netflix)

*** spannend, aber eigentlich wenig ideologisch dargestellt ist der Kampf der gegensätzlichen Gruppen am rechten und linken Rand, beide haben einiges gemeinsam (Kampftraining und ihre typische Musik, u.a.) insgesamt hinterlässt der Film beim politisch mittdenkenden Betrachter einen zwiespältigen Eindruck.