Schlagwort-Archiv: Nigeria

Bewegungen eines nahen Bergs (ohne Diskussion)

Bewegungen eines nahen Bergs

Österreich/Frankreich 2019, 85 min, mehrsprachige O.m.U.
Regie: Sebastian Brameshuber

Auf einem aufgelassenen Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. – „Ein Film der Eindruck hinterlässt.“ (Kleine Zeitung)

Cliff demontiert Autos

Einer Sage nach ist das Auffinden des Eisenvorkommens im Erzberg in der Obersteiermark einem Wassermann zu verdanken. Gefangen genommen von den Bewohnern des Umlandes, zeigte das Wesen den Männern im Tausch gegen die Freiheit den Erzberg – mit „Eisen für die Ewigkeit“, das der Region für mehrere Jahrhunderte Arbeit und Wohlstand brachte, bis der Eisenhandel mit dem Voranschreiten der Industrialisierung seinen Niedergang erlebte und zahlreiche leer stehende Werke hinterließ.

Unweit des Bergs, in einem abgelegenen Gebäude auf einem ehemaligen Industriegelände, türmen sich Stoßstangen, Auspuffanlagen und Autoreifen. In dieser Halle betreibt Cliff ein Exportgeschäft mit Gebrauchtwägen und Autoteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. In ruhigen, langen Einstellungen beobachtet die Kamera kräfteraubende Arbeitsroutinen auf dem Werkstattgelände (Katalog Diagonale 2019).

Ich schrieb nach der Sichtung des Films in Graz:

In Sichtweite des steirischen Erzberges betreibt der Nigerianer Cliff sein Geschäft mit alten Autos, die er dann meist nur in Teilen nach Nigeria exportiert. Er fährt Parkplätze ab, steckt Ankaufsgebote in die Türen älterer Wagen und fährt manchmal auch weite Strecken, um einen Gebrauchtwagen zu besichtigen; manchmal umsonst, denn im Gegensatz zu Nigeria gälte das gesprochene Wort in Österreich nicht viel. Er zerlegt dann die Autos, und meist ist es der Motor, der sauber verpackt, verschifft wird. Aber auch einfache Sicherungen sind dort hochbegehrt, im Gegensatz zu den Türen. In einer Episode sehen wir dann den Markt in Abidjan, wo um die Teile aus Österreich gefeilt wird.  Cliff lebt offenbar in der alten Werkshalle, kocht auf einem Grill, im Winter leidet er an der Kälte.

*** Unaufgeregter, detailfreudiger Doc über einen Nigerianischen Gebrauchtwagenhändler. Er gewann den Preis für Beste Bildgestaltung Spielfilm.

Diagonale-Preis für Beste Bildgestaltung in einem Spielfilm für Kameramann Klemens Hufnagl.
Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals „Cinema du reel“ (15.-24. 3.19) in Paris.

Local Artists Award, Crossing Europe Filmfestival Linz, 2019

Trailer: https://vimeo.com/321038254

Bewegungen eines nahen Bergs

Bewegungen eines nahen Bergs

Nur am Mittwoch, 18 Uhr,  in Anwesenheit des Regisseurs Sebastian Brameshuber und mit Diskussion!

Österreich/Frankreich 2019, 85 min, mehrsprachige O.m.U.
Regie: Sebastian Brameshuber

Regisseur Sebastian Brameshuber

Cliff arbeitet

Auf einem aufgelassenen Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. – „Ein Film der Eindruck hinterlässt.“ (Kleine Zeitung),

Einer Sage nach ist das Auffinden des Eisenvorkommens im Erzberg in der Obersteiermark einem Wassermann zu verdanken. Gefangen genommen von den Bewohnern des Umlandes, zeigte das Wesen den Männern im Tausch gegen die Freiheit den Erzberg – mit „Eisen für die Ewigkeit“, das der Region für mehrere Jahrhunderte Arbeit und Wohlstand brachte, bis der Eisenhandel mit dem Voranschreiten der Industrialisierung seinen Niedergang erlebte und zahlreiche leer stehende Werke hinterließ.

Unweit des Bergs, in einem abgelegenen Gebäude auf einem ehemaligen Industriegelände, türmen sich Stoßstangen, Auspuffanlagen und Autoreifen. In dieser Halle betreibt Cliff ein Exportgeschäft mit Gebrauchtwägen und Autoteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. In ruhigen, langen Einstellungen beobachtet die Kamera kräfteraubende Arbeitsroutinen auf dem Werkstattgelände (Katalog Diagonale 2019).

Ich schrieb nach der Sichtung des Films in Graz:

In Sichtweite des steirischen Erzberges betreibt der Nigerianer Cliff sein Geschäft mit alten Autos, die er dann meist nur in Teilen nach Nigeria exportiert. Er fährt Parkplätze ab, steckt Ankaufsgebote in die Türen älterer Wagen und fährt manchmal auch weite Strecken, um einen Gebrauchtwagen zu besichtigen; manchmal umsonst, denn im Gegensatz zu Nigeria gälte das gesprochene Wort in Österreich nicht viel. Er zerlegt dann die Autos, und meist ist es der Motor, der sauber verpackt, verschifft wird. Aber auch einfache Sicherungen sind dort hochbegehrt, im Gegensatz zu den Türen. In einer Episode sehen wir dann den Markt in Abidjan, wo um die Teile aus Österreich gefeilt wird.  Cliff lebt offenbar in der alten Werkshalle, kocht auf einem Grill, im Winter leidet er an der Kälte.

*** Unaufgeregter, detailfreudiger Doc über einen Nigerianischen Gebrauchtwagenhändler. Er gewann den Preis für Beste Bildgestaltung Spielfilm.

Diagonale-Preis für Beste Bildgestaltung in einem Spielfilm für Kameramann Klemens Hufnagl.
Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals „Cinema du reel“ (15.-24. 3.19) in Paris.

Local Artists Award, Crossing Europe Filmfestival Linz, 2019

Trailer: https://vimeo.com/321038254