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Neues aus der Welt (Netflix)

Neu auf Netflix:
Neues aus der Welt (News of the world)

USA 2020, 119 Min, Cinemascope.

Wikipedia

Der Film mit Tom Hanks und Helena Zengel in den Hauptrollen basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paulette Jiles.

Helena Zengel ist uns aus dem Film „Systemsprenger“ bekannt, welcher der erfolgreichste FKC-Film des Jahres 2019 war. Sie spielte dort eine kaum zu bändigende, schwer erziehbare Jugendliche.
Auch im neuen Film, der ihr vielleicht mit 13 Jahren sogar einen Golden Globe für die besten Nebenrolle einbringen wird, ist sie wieder so ein nicht zu „vernünftiger Arbeit“ einsetzbares junges Mädchen.

Texas 1870. Captain Kidd, ehemaliger Südstaaten-Militär, zieht mit einer Handvoll Zeitungen durch die Ortschaften und liest den Menschen für etwas Kleingeld Neues aus der Welt vor. Seine Frau starb an Cholera, als er im Krieg war. Auf dem Weg zu einer Lesung wird ihm von einer Armeepatrouille die vorläufige Verantwortung für ein indianisch gekleidetes, aber strohblondes und wohl europäisches Mädchen namens Johanna Leonberger übertragen. Sie soll von den Kiowa-Indianern verschleppt worden sein, nachdem ihre Eltern ermordet wurden. Nun wurden aber auch ihre indianischen Zieheltern getötet. Nun soll er sie zu den einzigen Verwandten in einer 400 Meilen entfernten Stadt Castroville bringen. Doch bis dahin ist es weit und im Wilden Westen lauern viele Gefahren. Einmal möchten Bösewichte ihm Johanna abkaufen und als er das verweigert, mit Gewalt rauben. Doch zusammen erwehren sie die Gefahr. Sie spricht nur etwas Kiowa-Dialekt und ein paar Wörter Deutsch, und so kommen sie sich nur langsam näher.
(Achtung Spoiler!)
Leider erweisen sich die Verwandten Johannas als sehr konservativ, die den Nutzen eines Menschen nur an seiner Arbeitsleistung messen. Als er sie wieder einmal besucht, ist das traumatisierte und unglückliche Mädchen an ein Seil gebunden, weil sie nicht auf dem Feld arbeiten wollte und weglief. Kidd fragt Johanna, ob sie mit ihm gehen wolle, und das Kind fällt weinend in seine Arme. In der Schlussszene inszeniert sie die Geräusche zu den Geschichten, die er vorliest und scheint sehr glücklich dabei.

Ein selten humanitärer, sehr berührender Neo-Western, für das Genre recht langsam und bildgewaltig inszeniert ****

 

Lupin

Sehenswert bei Netflix: Lupin

Eine besonders gut gemachte Serie – es gibt bislang nur den ersten Teil mit 5 Folgen  – ist Lupin. Die Serie ist an die Abenteuer des Meisterdiebs Arsène Lupin, einer fiktiven literarischen Figur des französischen Schriftstellers Maurice Leblanc aus dem Jahre 1905, angelehnt. Omar Sy spielt die Rolle des Assane Diop, der als 16-Jähriger ein Exemplar der Kriminalromane von seinem Vater erhält und, durch ihn inspiriert, selbst zum Meisterdieb wird. Doch brach für den junge Assane eine Welt zusammen: Sein Vater starb, nachdem er für ein Verbrechen angeklagt wurde, das er offensichtlich nicht begangen hatte. Wie das literarische Vorbild Lupin raubt Assane aus dem Louvre wertvollen Schmuck, ersteigert ihn für Unsummen (obwohl er mittellos ist), und tauscht das Original mit einer Kopie. Hinter ihm her ist natürlich die Pariser Polizei und ihr korrupterer Chef Pelligrini, der schon Assane´s Vater unschuldig ins Gefängnis steckte und in den Selbstmord trieb. Eine inzwischen mundtot gemachte Journalistin war ebenfalls diesem Pelligrini auf der Spur. Das köstliche Katz-und-Maus Spiel zwischen dem Meisterdieb ist extrem gut gemacht und spannend.
Es endet mit der Entführung des Sohnes von Assanes Freundin. Das ist natürlich ein guter Auftakt für den zweiten Teil, über dessen Starttermin aber noch nichts bekannt ist.
Vgl. Matthias Greuling in der Wiener Zeitung:

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/medien/2088569-Ein-sympathischer-Meisterdieb-und-die-Leiden-der-unteren-Decks.html