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Netflix Beobachtungen

„I care a lot“. Maria Grayson, eine geldgierige Betreuerin hat sich auf die Pflege besonders wohlhabender, alleinstehender Menschen spezialisiert. Mit einer bestochenen Gutachterin wird dem Richter höchster Handlungsbedarf vorgespielt und die Menschen entmündigt und in Luxuspflegeheimen eingesperrt.  Doch mit Jennifer hat sie die falsche erwischt. Sie wird zwar auch eingesperrt, medikamentös ruhig gestellt und ihr das Handy genommen, ihr teures Haus verkauft und die Konten leer geräumt, doch Diamanten im Banksafe könnte sie für jemanden anderen aufbewahrt haben. Als eben dieser sie zuhause besuchen will und das Haus gerade zum Verkauf restauriert wird, schlägt die Mafia zurück.
Sehr spannend und actionreich, nicht gut gegen böse, sondern das Böse schlechthin gegeneinander!

Kritik von Matthias Greuling:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2093234-I-Care-A-Lot-Ein-moralischer-Totalschaden.html

Nach „The Vikings“ und „The Last Kingdom“ hat auch „Die Barbaren“ einen historischen Hintergrund: es geht um die „Varusschlacht“ im Teutoburger Wald, wo Germanische Stämme im Herbst des Jahres 9 die damalige Weltmacht Rom in einen Hinterhalt lockten und 20.000 römische Soldaten töteten. Die Österreichische Regisseurin Barbara Eder führt Regie.
Es fließt viel Blut, Verrat und eine Prise Sex sind weitere Zutaten. Kreuzigungen und Enthauptungen sind an der Tagesordnung.

Neues aus der Welt (Netflix)

Neu auf Netflix:
Neues aus der Welt (News of the world)

USA 2020, 119 Min, Cinemascope.

Wikipedia

Der Film mit Tom Hanks und Helena Zengel in den Hauptrollen basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paulette Jiles.

Helena Zengel ist uns aus dem Film „Systemsprenger“ bekannt, welcher der erfolgreichste FKC-Film des Jahres 2019 war. Sie spielte dort eine kaum zu bändigende, schwer erziehbare Jugendliche.
Auch im neuen Film, der ihr vielleicht mit 13 Jahren sogar einen Golden Globe für die besten Nebenrolle einbringen wird, ist sie wieder so ein nicht zu „vernünftiger Arbeit“ einsetzbares junges Mädchen.

Texas 1870. Captain Kidd, ehemaliger Südstaaten-Militär, zieht mit einer Handvoll Zeitungen durch die Ortschaften und liest den Menschen für etwas Kleingeld Neues aus der Welt vor. Seine Frau starb an Cholera, als er im Krieg war. Auf dem Weg zu einer Lesung wird ihm von einer Armeepatrouille die vorläufige Verantwortung für ein indianisch gekleidetes, aber strohblondes und wohl europäisches Mädchen namens Johanna Leonberger übertragen. Sie soll von den Kiowa-Indianern verschleppt worden sein, nachdem ihre Eltern ermordet wurden. Nun wurden aber auch ihre indianischen Zieheltern getötet. Nun soll er sie zu den einzigen Verwandten in einer 400 Meilen entfernten Stadt Castroville bringen. Doch bis dahin ist es weit und im Wilden Westen lauern viele Gefahren. Einmal möchten Bösewichte ihm Johanna abkaufen und als er das verweigert, mit Gewalt rauben. Doch zusammen erwehren sie die Gefahr. Sie spricht nur etwas Kiowa-Dialekt und ein paar Wörter Deutsch, und so kommen sie sich nur langsam näher.
(Achtung Spoiler!)
Leider erweisen sich die Verwandten Johannas als sehr konservativ, die den Nutzen eines Menschen nur an seiner Arbeitsleistung messen. Als er sie wieder einmal besucht, ist das traumatisierte und unglückliche Mädchen an ein Seil gebunden, weil sie nicht auf dem Feld arbeiten wollte und weglief. Kidd fragt Johanna, ob sie mit ihm gehen wolle, und das Kind fällt weinend in seine Arme. In der Schlussszene inszeniert sie die Geräusche zu den Geschichten, die er vorliest und scheint sehr glücklich dabei.

Ein selten humanitärer, sehr berührender Neo-Western, für das Genre recht langsam und bildgewaltig inszeniert ****

P.S. Leider ging der Film bei den Golden Globes leer aus….

Lupin

Sehenswert bei Netflix: Lupin

Eine besonders gut gemachte Serie – es gab bis Juni 21 nur den ersten Teil mit 5 Folgen  – ist Lupin. Die Serie ist an die Abenteuer des Meisterdiebs Arsène Lupin, einer fiktiven literarischen Figur des französischen Schriftstellers Maurice Leblanc aus dem Jahre 1905, angelehnt. Omar Sy spielt die Rolle des Assane Diop, der als 16-Jähriger ein Exemplar der Kriminalromane von seinem Vater erhält und, durch ihn inspiriert, selbst zum Meisterdieb wird. Doch brach für den junge Assane eine Welt zusammen: Sein Vater starb, nachdem er für ein Verbrechen angeklagt wurde, das er offensichtlich nicht begangen hatte. Wie das literarische Vorbild Lupin raubt Assane aus dem Louvre wertvollen Schmuck, ersteigert ihn für Unsummen (obwohl er mittellos ist), und tauscht das Original mit einer Kopie. Hinter ihm her ist natürlich die Pariser Polizei und ihr korrupterer Chef Pelligrini, der schon Assane´s Vater unschuldig ins Gefängnis steckte und in den Selbstmord trieb. Eine inzwischen mundtot gemachte Journalistin war ebenfalls diesem Pelligrini auf der Spur. Das köstliche Katz-und-Maus Spiel zwischen dem Meisterdieb ist extrem gut gemacht und spannend.
Es endet mit der Entführung des Sohnes von Assanes Freundin. Das ist natürlich ein guter Auftakt für den zweiten Teil, der nun, Mitte 2021, wieder mit 5 Folgen zu etwa 45 Min. auf Netflix zu sehen ist.
Nun deckt Lupin auf, dass der scheinbare Wohltäter Pelligrini ein übler Betrüger ist, der vom Polizeipräsidenten gedeckt wird und schlägt bei einer seiner Wohltätigkeitsveranstaltungen in gewohnt raffinierter Weise zu. Ein ehrlicher Kommissar verhaftet die beiden, doch deswegen ist Lupin noch nicht von der Fahndungsliste verschwunden.
Eine dritte Staffel kommt sicher, wahrscheinlich schon im November 21.
Tolle, unterhaltsame Spannung!

Vgl. Matthias Greuling in der Wiener Zeitung:

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/medien/2088569-Ein-sympathischer-Meisterdieb-und-die-Leiden-der-unteren-Decks.html