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Last Film Show

LAST FILM SHOW – DAS LICHT, AUS DEM DIE TRÄUME SIND

Regie: Pan Nalin, Indien, Frankreich 2021, Scope, 112 Min, Guyarat. OmU

Bislang galt „Cinema Paradiso“ als der Film, der wohl als letzter Film eines sterbenden Kinos passend erschien. Die „Last Film Show“ hat das Zeug, ihm den Rang abzulaufen.
Anfangs meint man in einem Kinderfilm zu sein. Doch der Film ist vielmehr eine Würdigung des analogen Zeitalters des chemischen Celluloid-Films, das überall recht abrupt zu Ende ging.
Samay ist ein aufgeweckter Junge, der in Indien in der Nähe einer Meterspur-Bahnlinie wohnt und dort den Reisenden Tee verkauft, er ist vor allem der Held des Films.
Sein strenger Vater, an sich der obersten Kaste der Brahmanen zugehörig, aber nicht englisch sprechend, ist nur Teekocher. Als er ihn in ein Kino mitnimmt, ist Samay vom Kino fasziniert und er will einmal Filmemacher werden.
Als er sich kurz danach ins Kino schmuggelt, wird er unsanft hinausgeschmissen, doch der Filmvorführer Fazal hat ein Herz für ihn und zeigt ihm die analogen 35mm-Filmprojektoren.
Da Samays Mutter eine hervorragende Köchin ist, versorgt er ihn mit einer guten Lunchbox und darf dafür vom Vorführraum aus Filme anschauen, auch bekommt die Kinotechnik und Grundlagen des Films erklärt.

Samay und seine Freunde klauen nun am Bahnhof ganze Filmrollen und wollen selber einen Projektor basteln. Was ihnen im Film im Prinzip mit Abdeckflügeln zu gelingen scheint, dürfte aber in der Realität mangels eines Malterserkreuzes wohl nicht klappen. Samay wird erwischt und kommt in eine Jugendstrafanstalt…
Doch die Zeiten wandeln sich. Die Eisenbahngesellschaft plant schon schnellere elektrische Breitspurzüge, was bedeuten würde, dass in dem Dorf dann kein Zug mehr hält und der Vater arbeitslos wird. Und im Kino kommt es noch dicker: die Digitalprojektoren kommen, die kann nur ein Computerfreak bedienen und dazu muss man gut Englisch können. Die schweren 35mm-Projektoren werden eingeschmolzen und Besteck daraus gemacht. Tonnen von Filmrollen werden ebenfalls recycelt und zu bunten Armreifen verwandelt. Samays einzige Chance für ein besseres Leben ist in eine Stadt zu ziehen, wo es eine gute Schule für ihn gibt.
Sowohl im Vorspann als auch in den Credits ist der Film vielen bekannten Regisseuren, von Lina Wertmüller, Tarkowski, Fellini, Antonioni, Godard, Kubrick usw. gewidmet.
*** nettes Feelgood-Kino, das als letzte Aufführung des TASKino Filmclubs im Rio-Kino Feldkirch der absolut richtige Film war.

RioKino Feldkirch

Doch auch dort gibt es Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit wieder weitergeht!

Rio Kino und Pizzeria Feldkirch – geschlossen seit 31.8.22