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Die Dohnal

Die Dohnal
FRAUENMINISTERIN | FEMINISTIN | VISIONÄRIN

Regie: Sabine Derflinger, Österreich 2019, Dokumentarfilm, 104 Min. Protagonist_innen: Annemarie Aufreiter, Ingrid Dohnal, Johanna-Helen Dohnal, Ferdinand Lacina, Alice Schwarzer, Bruno Kreisky, Franz Vranitzky, Elisabeth Rosenmayr, Christine Stromberger, Trautl Brandstaller, Julia Pühringer u.a.

Johanna Dohnal (14.2.1939 – 20.2.2010) war nicht nur eine Politikerin, die für Frauen und Mädchen in Österreichs konservativer Gesellschaft die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen grundlegend verbessert hat, sie war eine Feministin und Visionärin, die leider viel zu früh an der Umsetzung ihrer Visionen gehindert wurde. Anders auf den Punkt gebracht: „Johanna Dohnal war eine lesbisch-feministische Superheldin.“ (Katja Wiederspahn in: viennale.at).

Die Dohnal

Trotzdem weiß die jüngere Generation erstaunlich wenig über das politische Wirken der ehemaligen Staatssekretärin für Frauenfragen und Bundesministerin für Frauenangelegenheiten, auf die wichtige Gesetze zur Gleichstellung von Frauen, zum Gewaltschutz und zur Frauenförderung zurückgehen. „Sabine Derflinger hat in DIE DOHNAL der unermüdlichen Kämpferin und Wegbereiterin der Frauensache ein vielstimmiges Portrait gewidmet.“ (Karin Schiefer, AFC)
Interviews mit Johanna Dohnals Tochter, mit der Enkelin, der Lebenspartnerin sowie mit ehemaligen beruflichen und politischen Weggefährt_innen werden mit TV-Beiträgen des ORF geschickt verknüpft. „Das Archivmaterial, in dem Johanna Dohnal zu Wort kommt, bildet das Herz des Filmes“ meint Sabine Derflinger. Ausschnitte aus legendären Sendungen wie Club 2 oder Prisma vermitteln nicht nur das gesellschaftliche Klima der 1970er und 80er Jahre sondern nebenbei auch ein Stück Mediengeschichte. Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.
Derflinger erinnert mit historischer Präzision an Dohnals politisches Vermächtnis und schlägt eine Brücke zu Gegenwart und Zukunft, indem sie auch den Überlegungen junger Journalist_innen und Aktivist_innen Raum gibt. „Der Film ist genau das geworden, was ich mir gewünscht hatte: es sollte ein Film werden, in dem sich die Generationen begegnen, einer, der Johanna Dohnal lebendig werden lässt und ein Film, der Feminismus begreifbar macht, nämlich nicht als etwas, das man als Hobby betreibt, sondern [etwas,] das ein grundlegendes Menschenrecht darstellt, das sich absurderweise noch immer nicht durchgesetzt hat.“ (Sabine Derflinger)

Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.

Ausführliche Filmkritik von Walter Gasperi und Trailer