Schlagwort-Archiv: Culture-Clash

Kaviar

Kaviar

Österreich 2019, 90 min, Deutsche Originalfassung
Regie: Elena Tikhonova, mit: Margarita Breitkreiz, Daria Nosik, Sabrina Reiter, Georg Friedrich und Simon Schwarz

Ein größenwahnsinniger russischer Oligarch will mitten in der Wiener Innenstadt eine Villa bauen – auf der Schwedenbrücke! Seine Dolmetscherin Nadja und ihre Freundinnen haben frei nach der Parole „Ran ans Kapital!“mit dem Schmiergeld ihre eigenen Pläne… Die austro-russische Regisseurin Elena Tikhonova nutzt ihren Insider-Blick auf die russische Schickeria in Wien für eine rasante Culture-Clash-Komödie.

Kaviar

Extrem turbulente Komödie um Igor, der auf der Schwedenbrücke eine Villa im Stile Hundertwassers errichten will (Vorbild: Ponte Vecchio in Florenz). Klaus, der umtriebige Ehemann von Nadjas bester Freundin Vera bekommt gleich mal drei Millionen Euro, um einen Stadtrat zu schmieren, der eigentlich immer schon den Donaukanal sanieren wollte. Als Vera, die Klaus im Internet kennengelernt hat, ihn der Untreue überführt, muss er die Wohnung wechseln und wird von den trinkfesten Freundinnen überwacht, die es vor allem auf sein Liechtensteiner Sparbuch abgesehen haben. Inzwischen verhandelt aber Igor selbst mit dem Stadtrat, der russisch kann, doch der kann seine Versprechen nicht halten und wird bestraft, während die Mädels die Millionen abschöpfen. Der ORF meinte, dass nach dem Ibiza-Video dieser Film recht realistisch wirke!

Nadja kennt den Oligarchen Igor in- und auswendig. Als seine Dolmetscherin weiß sie mehr von seinem Privatleben und seinen illegalen Geschäftsgebarungen, als ihr lieb ist. Sein jüngstes Projekt ist purer Aberwitz: Er will sich eine luxuriöse Villa auf der Schwedenbrücke in Wiens schickem ersten Bezirk bauen lassen. Doch Nadja, ihre beste Freundin Vera und Teresa, die Babysitterin ihrer Kinder, haben mit Igors Geld andere Pläne.

Regisseurin Elena Tikhonova erzählt in ihrer herrlichen Culture-Clash Komödie von taffen, gerissenen Frauen, die vor nichts zurückschrecken, und von unverschämten Männern, die vor lauter Geldgier blind werden. Die Regisseurin, Drehbuchautorin und VJane ist vor 19 Jahren selbst in Wien aufgeschlagen und hat erlebt, wie das Leben in Wien eine schräge Community entstehen lässt. Vor atemberaubender Wiener Kulisse (eh klar, reiche Russen leben und feiern am Roof Top) erzählt sie von Geldkofferübergaben beim Brunch, Wechseln über drei Millionen Euro, die auf einer Serviette unterschrieben werden, von Bestechung, dem flotten Austausch von Staatsbürgerschaften gegen „Wirtschaftsförderung“, von Geldwäsche und Puffbesuchen. Das ist einerseits ungemein komisch und haarsträubend, andererseits aber auch extrem glaubwürdig. So mancher österreichische Korruptions-Fall kommt einem in Erinnerung…

Doch das Wesentliche ist: Tikhonova erzählt uns eine Frauenfreundschaft, die alles aushält. Und – und da spricht ganz offensichtlich eine, die es wissen muss – sie erzählt von der Lebensrealität von Frauen mit Migrationshintergrund und ja, auch von Frauen, die sich in finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse begeben, die sehr schnell sehr unschön werden können. Vom Glücksversprechen von Wodka aus Plastikbechern und traurigen Liedern. KAVIAR ist der Film gewordene Beweis für den gravierenden Unterschied, ob Russen-Klischees über Russen oder VON Russen erzählt werden. Und, wenn man so will, ein Hohelied auf die Umverteilung des Kapitals. Freundschaft! Gerechtigkeit! Und drei Millionen Euro!
Trailer:  https://youtu.be/HgI6L5JCoVc

Publikumspreis Max-Ophüls Preis, Saarbrücken 2019 – Gesehen und empfohlen von Norbert

Kaviar

Kaviar

Österreich 2019, 90 min, Deutsche Originalfassung
Regie: Elena Tikhonova, mit: Margarita Breitkreiz, Daria Nosik, Sabrina Reiter, Georg Friedrich und Simon Schwarz

Ein größenwahnsinniger russischer Oligarch will mitten in der Wiener Innenstadt eine Villa bauen – auf der Schwedenbrücke! Seine Dolmetscherin Nadja und ihre Freundinnen haben frei nach der Parole „Ran ans Kapital!“mit dem Schmiergeld ihre eigenen Pläne… Die austro-russische Regisseurin Elena Tikhonova nutzt ihren Insider-Blick auf die russische Schickeria in Wien für eine rasante Culture-Clash-Komödie.

Kaviar

Extrem turbulente Komödie um Igor, der auf der Schwedenbrücke eine Villa im Stile Hundertwassers errichten will (Vorbild: Ponte Vecchio in Florenz). Klaus, der umtriebige Ehemann von Nadjas bester Freundin Vera bekommt gleich mal drei Millionen Euro, um einen Stadtrat zu schmieren, der eigentlich immer schon den Donaukanal sanieren wollte. Als Vera, die Klaus im Internet kennengelernt hat, ihn der Untreue überführt, muss er die Wohnung wechseln und wird von den trinkfesten Freundinnen überwacht, die es vor allem auf sein Liechtensteiner Sparbuch abgesehen haben. Inzwischen verhandelt aber Igor selbst mit dem Stadtrat, der russisch kann, doch der kann seine Versprechen nicht halten und wird bestraft, während die Mädels die Millionen abschöpfen. Der ORF meinte, dass nach dem Ibiza-Video dieser Film recht realistisch wirke!

Nadja kennt den Oligarchen Igor in- und auswendig. Als seine Dolmetscherin weiß sie mehr von seinem Privatleben und seinen illegalen Geschäftsgebarungen, als ihr lieb ist. Sein jüngstes Projekt ist purer Aberwitz: Er will sich eine luxuriöse Villa auf der Schwedenbrücke in Wiens schickem ersten Bezirk bauen lassen. Doch Nadja, ihre beste Freundin Vera und Teresa, die Babysitterin ihrer Kinder, haben mit Igors Geld andere Pläne.

Regisseurin Elena Tikhonova erzählt in ihrer herrlichen Culture-Clash Komödie von taffen, gerissenen Frauen, die vor nichts zurückschrecken, und von unverschämten Männern, die vor lauter Geldgier blind werden. Die Regisseurin, Drehbuchautorin und VJane ist vor 19 Jahren selbst in Wien aufgeschlagen und hat erlebt, wie das Leben in Wien eine schräge Community entstehen lässt. Vor atemberaubender Wiener Kulisse (eh klar, reiche Russen leben und feiern am Roof Top) erzählt sie von Geldkofferübergaben beim Brunch, Wechseln über drei Millionen Euro, die auf einer Serviette unterschrieben werden, von Bestechung, dem flotten Austausch von Staatsbürgerschaften gegen „Wirtschaftsförderung“, von Geldwäsche und Puffbesuchen. Das ist einerseits ungemein komisch und haarsträubend, andererseits aber auch extrem glaubwürdig. So mancher österreichische Korruptions-Fall kommt einem in Erinnerung…

Doch das Wesentliche ist: Tikhonova erzählt uns eine Frauenfreundschaft, die alles aushält. Und – und da spricht ganz offensichtlich eine, die es wissen muss – sie erzählt von der Lebensrealität von Frauen mit Migrationshintergrund und ja, auch von Frauen, die sich in finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse begeben, die sehr schnell sehr unschön werden können. Vom Glücksversprechen von Wodka aus Plastikbechern und traurigen Liedern. KAVIAR ist der Film gewordene Beweis für den gravierenden Unterschied, ob Russen-Klischees über Russen oder VON Russen erzählt werden. Und, wenn man so will, ein Hohelied auf die Umverteilung des Kapitals. Freundschaft! Gerechtigkeit! Und drei Millionen Euro!
Trailer:  https://youtu.be/HgI6L5JCoVc

Publikumspreis Max-Ophüls Preis, Saarbrücken 2019 – Gesehen und empfohlen von Norbert