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Cancion Sin Nombre

La cancion sin nombre
(Lied ohne Namen)

Peru, CH, USA  2019, 97 Min, schwarzweiß, 3:4, Regie:  Melina León; Buch: Melina León, Michael J. White; Darsteller: Pamela Mendoza, Tommy Párraga, Lucio Rojas, u.a.

Der Film wurde vom Kinderhandel mit armen Frauen in Peru in den 80er Jahren inspiriert und basiert auf wahren Gegebenheiten. Georgina Condori, ist eine Peruanische Frau in einer mehrfach prekären Situation (Frau, Indigene, Arme und Migrantin). Als sie hochschwanger ist und auf dem Markt Kartoffeln verkauft, hört sie aus einem Lautsprecher, dass eine Institution ihr helfe, eine sichere Geburt in einer Klinik durchzuführen.
Doch dort wird ihr das neugeborene Mädchen gestohlen und ins Ausland verkauft.

In Peru herrscht Krieg zwischen dem Leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso) und dem Heer, Pedro Campos, ein junger Journalist aus Lima, hört sich die Geschichte von Georgina an und beginnt zusammen mit der verzweifelten Mutter die Suche nach den Entführern. Der Justizapparat reagiert kaum und es fallen Kommentare, dass es dem Mädchen wohl bei wohlhabenden Eltern besser gehe.

Ein Film, der die politische Situation im Peru der 80er Jahre widerzuspiegelt, ein Film bei dem man Szene für Szene Wut empfindet. Musik spielt dabei eine wichtige Rolle, sie entführt uns in eine Welt der Klassengegensätze und voller Dunkelheit.

Stilistisch schaut der Film wie ein alter schwarzweißer 16mm-Film aus, mit ausgefranstem 3:4-Bildfenster.

Er war der große Gewinner des 45. Internationalen Iberoamerikanischen Filmfestivals von Huelva 2019 und wurde u.a. mit dem Goldenen Columbus für den Besten Spielfilm und dem Silbernen Columbus für die Beste Regie ausgezeichnet. Viele andere Preise!

**** herausragend, berührend und von dokumentarischer Genauigkeit!

(Gesehen an Bord von Thai Airways in spanischer OmeU)