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Licorice Pizza

Licorice Pizza

USA 2021, 133 Min, Scope
Regie: Paul Thomas Anderson

Gesehen in 2K und DF.

Wörtlich übersetzt heißt das „Lakritzenpizza“ und damit ist die gute alte Vinylplatte gemeint. Eine solche bekommen wir aber im ganzen Film nicht zu sehen, höchstens indirekt Musik aus den 70er Jahren zu hören, etwa von den The Doors.
Der 15jg Gary Valentine verliebt sich in die um 10 Jahre ältere Alana Kane, die sich langsam mit ihm anfreundet, es wird jedoch vorerst keine richtige Beziehung mit Sex und so. Gary ist recht rührig und will sein sprachliches Talent beruflich verwerten. So meldet er sich bei verschiedenen Castings für Filmrollen an, versucht es als Werbetexter, Wasserbettverkäufer, eröffnet eine Flipper-Automaten-Halle und unterstützt einen lokalen demokratischen schwulen Politiker, der Bürgermeister werden will. Obwohl Alana angeblich nichts von ihm will, reagiert sie in mehreren Situationen eifersüchtig.
Wir sind in der Zeit der ersten schweren Erdölkrise, Benzin ist teuer geworden, vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen und da muss man sich einiges einfallen lassen. Nett fand ich Erinnerungen an das Fliegen von damals: Stethoskop- Kopfhörer und komplettes Essen und Trinken waren sogar in der Economy Class üblich. Und geraucht wurde auch immer. Die sich ständig ändernde Handlung ist freilich reiner Klamauk.
Der Film rühmt sich auf analogem 35mm aufgenommen worden zu sein, und es wurden sogar 70mm-blow-Ups gezogen. Dies verleitete mich zu der Annahme, der Filme hätte große optische Reize, die einen solchen Aufwand rechtfertigen. Doch außer einem leichtem Gelbstich und wirklich schwarzen Nachtszenen war nicht viel zu erkennen
Wozu auf 35mm aufnehmen und sogar auf 70mm aufblasen, wenn der Film optisch nicht viel bietet, kaum Totale?
Die an sich schon etwas unkonventionelle Liebesgeschichte hat mich enttäuscht! **