Nomadland

Nomadland

USA 2020, 108 Min, Cinemascope; Regie: Chloé Zhao.

Es ist ein kleines Wunder, wie ein Film, der ganz ohne Sex und Gewalt auskommt und von einer 60 jg. trauernden Frau, die in einem Kleinbus durch die Wüsten der USA reist, um so allein zu leben, mit drei Oscars und vielen Festivalpreisen von Toronto bis Venedig ausgezeichnet wurde. Er hat eigentlich nichts, was das breite Publikum anziehen könnte. Dennoch, nach etwas Befremden über absolute Banalitäten folgt man irgendwie Fern, der Protagonistin, durch die Natur und auf Campingplätze. Sie nimmt jede Arbeit an – u.a. bei Amazon oder bei Restaurants entlang der Fernverkehrsrouten. Sie ist nicht gerade gesellig, hat aber dennoch einige menschliche Kontakte. Sie legt Wert darauf, nicht obdachlos zu sein, denn ihr Van hat ja ein Dach. Das einzige gröbere Problem ist, dass dieses betagte Fahrzeug einmal eine größere Reparatur braucht oder ausgetauscht werden sollte; ein Faktum, wie dass alle Menschen sterblich sind. Wir sehen die USA mit einem komplett anderen Auge, fernab von Trump oder Biden, aus dem Blickwinkel marginalisierter Menschen, die ihren Job oder gar die Heimat verloren haben, weil vielleicht eine ganze Region bedeutungslos geworden ist. Manche Bilder der einsamen Natur sind durchaus reizvoll. Einige scheinen im Nomadentum mit durchaus teuren und gut ausgestatteten Campingbussen auch eine Art Aussteigertum vom Turbokapitalismus zu zelebrieren. So trifft Fern trifft den Organisator Bob Wells, der mitten in der Wüste Gleichgesinnte versammelt.

*** In seiner glaubhaften Echtheit ein einzigartiger Film, der ohne Action auskommt.

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