Nobady

Nobadi

Österreich 2019, 90 Min, Cinemascope.
Regie: Karl Markovics

mit Heinz Trixner und Borhan Hassan Zadeh;  Premiere: Toronto International Film Festivals 2019 in der Sektion Contemporary World Cinema.

In der Schrebergartensiedlung “Zukunft” in Wien stirbt der Hund des 90 jährigen armen und alten Mannes Heinrich Senft. Er will ihn auf seinem kleinen Anwesen beerdigen, nachdem die fachgerechte Entsorgung durch die Tierkadaververwertung viel zu teuer gekommen wäre. Der einzige Platz ist bei der Hintertüre, doch ein alter Baumstrunk mit vielen Wurzeln muss zuerst beseitigt werden. Senft holt eine Hacke und macht sich an die Arbeit, doch gleich mal bricht der Stiel der Hacke ab, er besorgt sich beim Baumarkt einen neuen Stiel.

Auf dem Heimweg trifft er auf den jungen Afghanen Adib Ghubar, der auf dem Arbeitsstrich keine Chance hatte, da er humpelt. Adib spricht ihn an, doch Senft lehnt erst mal ab, als er aber auch mit der reparierten Hacke nicht wirklich weiterkommt, sucht er ihn doch und bietet ihm demütigende drei Euro pro Stunde an. Senft geht anfangs ausgesprochen autoritär und unfreundlich mit ihm um. Er bietet dem Muslim ein Tiefkühlgericht aus Schweinefleisch an, zur Alternative könne er Hundefutter aus Rindfleisch haben.

Adib hat eine Tätowierung „Nobady“, das sei sein Spitzname in einem afghanischen NATO-Lager gewesen, wo er zuletzt als Dolmetscher gearbeitet habe und weswegen er gut deutsch könne.

Senft hat auch Lagererfahrung, wie er betont, er war Sanitäter in einem KZ, was wir zwischen den Zeilen erfahren und wohl bei der SS.

Eigentlich will er Adib verabschieden, als die Grube ausgehoben ist, doch nachts sucht er ihn nochmal und findet ihn auf der Straße, wo er zusammengebrochen ist. Sein Bein ist schwarz geworden, Senft weiß, dass er Hilfe braucht und beginnt sich plötzlich fürsorglich um ihn zu kümmern, bringt ihn aber zu seiner Tierärztin (!) , wo es zu einem dramatischen Streit kommt, weil sie an Menschen nichts machen dürfe.

Nun beginnt der Film, der bisher eine Sozialstudie unterschiedlichster Männer war, immer spannender und makabrer zu werden.

**** Ein alter Nazi und ein verletzter Asylant gehen eine Schwarzarbeits-beziehung ein, die äußerst makaber endet, „schwarzer Humor“ ist dabei eine Untertreibung. Fast ein Horrorfilm, mit einfachen Mitteln an wenigen Drehorten aufgenommen. Das dritte Werk Markovics´ als Regisseur.

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