James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (No time to die)

 Regie: Cary Fukunaga, GB/USA 163 Min, mit Daniel Craig als James Bond, Scope, wahlweise in 3D, teilweise in Imax-65mm gedreht.

Schon beim letzten Film Spectre meinte Daniel Craig, dies sei seine letzte Rolle als James Bond; für viel Geld ließ er sich doch überreden, nochmals den Agenten mit der Lizenz zu töten zu spielen.
Jedenfalls lässt die Handlung es kaum zu, dass er einen weiteren Bond-Film dreht. Es soll aber wieder ein Mann den nächsten Bond spielen, wenn auch in diesem Film kurz eine Frau die Agentennummer 007 trägt.

Der Filmtermin wurde coronabedingt mehrfach verschoben, offenbar nutzte man die Zeit, nachträglich eine 3D-Version zu erstellen, die freilich recht dunkel geraten ist und in manchen Szene viele Gesichter so dunkel macht, dass kaum noch eine Mimik zu erkennen ist, aber auch in der 2D- Version sind etliche Szenen nicht viel heller. Kinos mit Laserprojektion haben da wohl einen Vorteil. Die plastischen Effekte sind erstaunlich gut und geraten nie zum Selbstzweck.

Inhaltlich knüpft der Film an Spectre (und dessen drei Vorgänger) an, die Bösen sind nicht mehr die Russen, sondern eine weltumspannende kriminelle Organisation.
Diesmal entwickelt sie – ähnlich den mRNA – Impfstoffen – ein Gift, dass nur bei gewissen Genen andocken kann, so kann man das Gift versprühen und es tötet nur eine bestimmte Person, oder eine Familie oder gar alle einer bestimmten Rasse, anderen passiert nichts.

Eigentlich ist James Bond schon in Pension und vergnügt sich standesgemäß auf Jamaika.
Dort wird er von seinem alten Freund Felix Leiter vom CIA kontaktiert. Dieser bittet ihn darum, einen entführten Wissenschaftler zu retten, wobei Bond auf die Spur des mit jener Technologie ausgestatteten Bösewichts Safin kommt. In London ist die Nummer des Agenten 007 inzwischen an eine Frau vergeben (kein Bond-Girl, sondern eine Bond-Woman!) doch wird sie ihm, als er in altbekannter Manier agiert, ihm die Nummer zurückgeben, aber sehr wohl mitarbeiten.
Der Film hat manche längere Passagen, die dem Zuschauer ein Mädchen an die Herzen wachsen lassen soll. Es gelingt Safin, dieses Mädchen und seine Mutter, eine Jugendfreundin Bonds, zu entführen.
Spektakulär sind vor allem die in Italien (Gravina in Puglia, Matera und Sapri) gedrehten Verfolgungsjagden mit dem Aston Martin DB6 oder einem Motorrad und die Schlussszenen (auf den Faröer-Inseln aufgenommen), die im Film die Kurilen im japanisch-russischen Meer sein sollen, wo die böse Organisation in industriellem Ausmaß diese tödliche Waffen erzeugt. Sie zu zerstören heißt die Welt zu retten.

Einzig in Sachen Erotik wurde dem Zeitgeist entsprechend reduziert, keine Bond-Girls die darauf warten von James flach gelegt zu werden! James-Bond-Fans werden aber sonst nicht enttäuscht und die Waffen der Bösen sind hochaktuell (obwohl der Film vor Corona geschrieben und gedreht wurde).  ***1/2

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