Hinterland

Hinterland

Stefan Ruzowitzky, A/L/B/D 2021, 98 Min, Scope; Mit Murathan Muslu und Liv Lisa Fries.

Der ehemalige Kriminalkommissar Perg kehrt nach russischer Kriegsgefangenschaft verdreckt aus dem Ersten Weltkrieg nach Wien zurück. Er lässt sich Zeit, seine Frau und Tochter wieder zu sehen. Die einstige Großmacht Österreich ist nur noch winzig, den Kaiser gibt’s nicht mehr, sondern eine junge, fragile Republik, viele hungern und laufen in Lumpen herum. Der Kampf für Gott, Kaiser und Vaterland war nicht nur umsonst, es hat den Menschen auch verändert. Er sieht die Welt offenbar besonders schräg.
Mehrere extrem grausame Morde geschehen. Perg wird erst als Verdächtiger geführt, da er alle Opfer kannte, dann zu Hilfe gerufen, als die Kommissare sich diese Serie nicht erklären können. Ein Ereignis aus der Kriegsgefangenschaft und ein uraltes Dilemma liefert die Lösung. Darf man 19 Menschen opfern, um 5000 zu retten? Erst als Perg diese Fälle löst, kann für ihn ein normales Leben nach den Schrecken des Krieges beginnen, eine Affäre mit der Gerichtsmedizinerin hilft ihm zwischenzeitlich emotionell.

Der Film ist gänzlich (außer der Schlussszene) in Blue-Screen-Technik gedreht, alle Hintergründe sind am Computer entstanden und zeigen ein verzerrtes, schiefes Bild von Wien, Häuser und rechte Winkel sind geneigt und geben eine an expressionistische Stummfilmklassiker erinnernde düstere Ästhetik. Großartig ist auch das Sounddesign.
Nur die Sprache ist alles anderes als Wienerisch, das Bühnendeutsch passt nicht so ganz zu diesen Menschen. ****

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