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Märzengrund

22 September 19:30 - 21:30

€12

Märzengrund

Österreich 2021, 100 min., Deutsche OF,
Regie: Adrian Goiginger, mit Verena Altenberger, Johannes Krisch, Harald Windisch u.a.

Der Sohn eines Großbauern zieht sich in dieser Felix Mitterer-Verfilmung in die Freiheit der Berge zurück. – „“Ganz große Kinobilder…. Ein Meisterstück über Vergänglichkeit und Lebenssinn.“ (Wiener Zeitung).
Der Film spielt in der noch unberührten Bergwelt der 1960er Jahre.

Märzengrund

Von einer Zerstörung eines Lebensraums, wie Robert Schabus es im Dokumentarfilm „Bauer unser“  anprangert, ist in Adrian Goigingers Spielfilm „Märzengrund“ nichts zu spüren und zu sehen. Nach seinem gefeierten autobiographischen „Die beste aller Welten“ hat der Salzburger ein Theaterstück von Felix Mitterer verfilmt. In keiner Szene ist „Märzengrund“ die Herkunft von der Bühne anzumerken, denn in großartigen Landschaftsaufnahmen verankert die Kamera von Klemens Hufnagl und Paul Sprinz die Handlung in der großartigen Zillertaler Bergwelt. (Walter Gasperi)

Von der Einlieferung des alten Elias (Johannes Krisch) ins Krankenhaus springt Goiginger 40 Jahre zurück ins Jahr 1968. Zwar ist hier nichts von Studentenunruhen zu spüren, doch dem Wunsch den elterlichen Hof zu übernehmen will der junge Elias (Jakob Mader) nicht nachkommen. Mehr als die bäuerliche Arbeit interessiert den Feingeist Literatur. Als zudem seine Liebe zur einige Jahre älteren Moid, die als Geschiedene eine Außenseiterin im Dorf ist, von den Eltern unterbunden wird, stürzt Elias in eine Depression und zieht sich von der Welt auf eine Alphütte zurück. So geht er als Einsiedler hinauf auf den titelgebenden Märzengrund. In der zweiten Hälfte brilliert dann Johannes Krisch als alter Mann, während Jakob Mader als junger Elias unter anderem von Verena Altenberger als älterer Moid aus seiner Lebensbahn geworfen wird. Statt in die Psychiatrie verdonnert ihn der Vater (Harald Windisch) zu einer sechsmonatigen Auszeit in den Bergen. Aus diesem Einsiedlerleben soll Elias nicht mehr zurückkehren. Dort, abseits der Nachrichten, der Zivilisation und eines geregelten Lebens, findet er seine persönliche Freiheit.

Märzengrund

Ich schrieb nach der Sichtung des Films bei der Diagonale 2022 in Graz:
Das Buch von Felix Mitterer, der im Zillertal unbeliebt ist, handelt von Elias, dem einzigen Sohn eines Bauern, der nach Willen seines Vaters Erbe des Hofes werden soll. Mehr noch, der Vater kauft ihm den Hof eines verschuldeten Bauern noch dazu, schenkt ihm ein Auto. Elias ist aber ein Schöngeist, der gerne liest und zeichnet und mit der harten Arbeit auf dem Hof nichts am Hut hat. Er verliebt sich in eine ältere, geschiedene Frau, seine Mutter versucht diese Verbindung mit allen Mitteln verhindern. Elias zieht sich hoch auf den Berg zurück, baut dort eine Hütte, die aber von einer Lawine zerstört wird, er überlebt dieses Unglück. Er ist an Depressionen erkrankt und sollte in Psychiatrie, doch sein Vater verbannt wieder für 6 Monate in die Berge, was als Strafe aussieht, ist für Elias eine Befreiung, er fühlt sich erstmals frei. Doch als er alt wird, wird er auch mal krank und muss ins Spital gebracht werden und soll an der Prostata operiert werden. Sein Krankenzimmer füllt er immer mehr mit Pflanzen auf. Seine Mutter erleidet einen Schlaganfall und ist halbseitig gelähmt. Sie bittet ihn eindringlich, erst nach ihm zu sterben. Diesen Wunsch erfüllt er ihr….

Verena Altenberger in „Märzengrund“

Das Buch von Mitterer ist linear erzählt und so sollte nach den ersten Skripts auch der Film werden, doch wurde er letztlich stark verschachtelt, mit Rückblenden und Zeitsprüngen versehen, denen manchmal nur schwer zu folgen ist. Das Buch sollte die Message haben, dass extremer Freiheitswille Egoismus gleich zu setzen ist. Goiginger habe penible Recherchen durchgeführt. Gedreht wurde an 30 Tagen im Sommer und weitere im Winter im Zillertal, Sellrain. Für den Schnitt benötigte man 15 Tage.
Mir hätte der Film in Cinemascope besser gefallen, doch als typische Fernsehproduktion (ORF, SWR, arte) musste er sich mit dem üblichen HD-Format begnügen.

Wunderschöne Landschaftsaufnahmen umrahmen das Leben des Einsiedlers Elias über 40 Jahre, ein durchaus bewegender, schöner Film aus dem Leben in den Bergen und dem Bauern als Patriarchen. ****

Details

Datum:
22 September
Zeit:
19:30 - 21:30
Eintritt:
€12
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,
Webseite:
https://www.cinema-dornbirn.at

Veranstalter

FKC Dornbirn
E-Mail:
info@fkc.at
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Veranstaltungsort

Cinema Dornbirn
Sankt-Martin-Straße 3
Dornbirn, Vorarlberg 6850 Österreich
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Telefon:
05572/21973
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