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Erde

27 Juni 19:30 - 21:30

€11

Erde

Österreich 2019, 115 min, Englisch, Deutsch, Ungarisch, Italienisch, Spanisch mit dt. Untertiteln , Dokumentarfilm
Regie und Kamera: Nikolaus Geyrhalter

Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt – mit Schaufeln, Baggern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in Minen, Steinbrüchen, Großbaustellen Menschen bei ihrem ständigen Kampf, sich den Planeten anzueignen. – „Einer der wichtigsten und ergreifendsten umweltpolitischen Dokumentarfilme der vergangenen Jahre“ (Cineuropa)

Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt – mit Baggern, Bohrern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in Minen und Steinbrüchen, an Großbaustellen und Kohleabbaugebieten die Menschen bei ihrem ständigen Bestreben, sich den Planeten untertan zu machen und sich seine Rohstoffe anzueignen: Eine Bestandsaufnahme der Menschheit als wichtigster Einflussfaktor auf die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen ihres Heimatplaneten.
In sieben Kapiteln führt Nikolaus Geyrhalter an Stätten des Tage- und des Tiefbaus in Europa und Nordamerika, die sonst nur schwer zugänglich sind. Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, um die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt zu ermöglichen. Um die weltweite Nachfrage zu stillen werden in den Marmorsteinbrüchen im italienischen Carrara heute hundert Mal mehr Blöcke abgetragen als noch vor dreißig Jahren. Im ehemaligen Salzbergwerk im deutschen Wolfenbüttel wiederum ist man darum bemüht, größtmögliche Stabilität zu bewahren, damit – bis ein neues Endlager gefunden wird – der dort gelagerte Atommüll keine weiteren Schäden verursachen kann.
Der Film zeigt Baustellen und Tagebaugebiete, die durch unermüdliche Umwälzungen von immensem Ausmaß offene Wunden in der Erdkruste zurücklassen: im Braunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Rio Tinto, wo seit dem Römischen Reich Metall abgebaut wird, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta auf dem Gebiet einer First Nation oder auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht zu bebauende Grundstücke für neue Städte zu schaffen.
Zwischen der abstrakten Choreographie der maschinellen Abläufe und des  akkuraten Ineinandergreifens der einzelnen Arbeitsprozesse kommen die daran beteiligten ArbeiterInnen und TechnikerInnen zu Wort. Sie erzählen vom leidenschaftlichen „Kampf des Menschen gegen die Erde“, der täglichen Faszination, „Berge zu versetzen“ und einem Astronaut gleich Material zu
berühren, „das davor noch niemand berührt hat“.
Sie sprechen aber auch voll Demut und Respekt und im Bewusstsein der unwiederbringlichen Veränderungen, die ihr Tun hinterlässt – und von den Grenzen, die längst überschritten sind. (Presseheft Stadtkino-Verleih)

„Die Ökumenische Jury verleiht ihren Preis an ERDE für die Beschreibung der Verwüstung unseres Planeten durch menschliches Eingreifen – ein drängendes Thema unserer Zeit. Dieser Dokumentarfilm zeigt brennend scharfe Bilder von der Zerstörung der Topographie der Erde und ebenso offenherzige Gespräche mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern. Die Jury hebt besonders das Klagelied einer indigenen Kanadierin für Mutter Erde am Ende des Films hervor, das uns dazu einlädt, unsere Verantwortung zu reflektieren.“
Aus der Begründung der Jury – Preis der Ökumenischen Jury, Berlinale Forum 2019
„Einmal mehr beweist Geyrhalter, dass er im internationalen Kino einzigartig ist … Er untermauert dies mit unheimlichen und überwältigenden Landschaftsaufnahmen, die mittlerweile zu einem unverwechselbaren Merkmal seiner Arbeit zählen: Bilder von Kubrick‘scher Fremdartigkeit, wie
Aufnahmen von einem anderen Planeten: Ein entfernter, düsterer und mineralreicher Mond, den wir rücksichtslos ausbeuten, weil er uns egal ist.“
The Guardian

Mein Kommentar nach Sichtung des Films:
Er zeigt wie grob der Mensch mit der Erde umgeht: Im San Fernando Valley, wo aus einer hügeligen Wüstenlandschaft eine ebene Stadt entstehen soll, der Brenner- Basistunnel zwischen Österreich und Italien erzeugt Unmengen an Aushub, der auch irgendwo die Landschaft verändern wird; die berühmten Marmorsteinbrüche im italienischen Carrara fördern dank riesiger Bagger heute 100 Mal mehr als noch vor 30 Jahren; das vorläufige deutsche Atommüll-Endlager Wolfenbüttel soll herausfinden, wie man für eine Million Jahre Atommüll sicher lagern kann , die Lignit-Tagebaugebiete im ungarischen Gyöngyös, die Kupferminen am spanischen Rio Tinto existieren seit der Römerzeit und die Ölsande im kanadischen Alberta bedrohen das Leben der indigenen Bevölkerung. Geyrhalter zeigt die Arbeiter bei ihrer Arbeit auf ihren riesigen Maschinen und interviewt sie. Dabei entlockt er ihnen durchaus auch kritische Töne.
Übrigens: es ist fein kühl im Kino, wesentlich kühler als im Biergarten!

FESTIVALS:

Berlinale Forum, 2019
Diagonale, Festival des österreichischen Films, Graz, 2019
Lichter Filmfest Frankfurt International, 2019
Buenos Aires International Independent Film Festival (BAFICI), 2019
Copenhagen Architecture Festival, 2019
Festival of Tolerance – JFF Zagreb, 2019
Magnificent 7, Belgrad, 2019
Moskau International Film Festival, 2019
Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, 2019
Docs Against Gravity Film Festival, Warsaw, 2019
Seoul Eco Film Festival, 2019
Docaviv International Film Festival, Tel Aviv, 2019
CinemAmbiente Filmfestival, Turin, 2019
Sheffield International Documentary Festival, 2019

u.a.

Details

Datum:
27 Juni
Zeit:
19:30 - 21:30
Eintritt:
€11
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,
Website:
http://www.cinema-dornbirn.at

Veranstalter

FKC Dornbirn
E-Mail:
info@fkc.at
Website:
http://www.fkc.at

Veranstaltungsort

Cinema Dornbirn
Sankt-Martin-Straße 3
Dornbirn, Vorarlberg 6850 Österreich
+ Google Karte
Telefon:
05572/21973
Website:
http://www.cinema-dornbirn.at/