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Das letzte Geschenk / El último traje

26 Mai 18:00 - 20:00

€11
Das letzte Geschenk

Das letzte Geschenk / El último traje

Spanien / Argentinien 2017, 91 min, spanische O.m.U.
Regie: Pablo Solarz; mit Angela Molina und Miguel Ángel Solá

Das letzte Geschenk

Ein eigensinniger Holocaust-Überlebender begibt sich auf eine beschwerliche Europa-Reise, um eine alte Verabredung einzuhalten. – “ Dem Drama gelingt souverän die Balance zwischen Tragik und Heiterkeit.“ (programmkino.de)

Abraham, der 88-jährige, kauzige, gewiefte Schneider soll ins Altersheim gesteckt werden. Da steigt er kurzerhand ins Flugzeug und macht sich auf die abenteuerliche Reise von Buenos Aires nach Polen, um nach 70 Jahren ein Versprechen einzulösen. Er sucht den Jugendfreund, der ihm während des Holocaust das Leben rettete, um ihm ein besonderes Geschenk zu bringen: den letzten von ihm handgefertigten Anzug. Der eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa sein Visum, sein Geld, und fast auch sein Bein, trifft auf schräge Gestalten und lernt besondere Menschen kennen, wie die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren ohne einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen.

Als seine Töchter ihn ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham ( Miguel Ángel Solá) kurzerhand ins Flugzeug und verschwindet. Er macht sich auf eine abenteuerliche Reise von Buenos Aires nach Polen. Dort will er den Jugendfreund suchen, der ihm während des Holocaust das Leben rettete, und ihm ein besonderes Geschenk bringen.

Der eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa seine Fahrkarten, sein Geld, und fast auch sein Bein, trifft aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Da ist der abgebrannte Musiker Leo, die ruppige Hotelbesitzerin Maria mit einem Herzen aus Gold, die Anthropologin Ingrid, die ihm hilft, Deutschland zu durchqueren ohne wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu müssen, und schließlich die polnische Krankenschwester Gosia, die ihn von Warschau nach Lodz begleitet.

Der Film schafft eine anrührende Balance zwischen Melancholie und Heiterkeit und gewann auf den Festivals in Miami und Philadelphia jeweils den Publikumspreis.

Trailer: https://static5.evangelisch.de/get/?daid=mn3y_DzRJiA40_ysVwC2h5a700254681&dfid=v-h264_mp4

Langbeschreibung: (EPD Film)

Abraham Bursztein (Miguel Ángel Solá), ein aus Polen stammender Jude, der seit vielen Jahrzehnten in der argentinischen Diaspora lebt, ist ein Sturkopf wie er im Buche steht. Eine betrübliche Tatsache jedoch muss auch der beinahe 90-Jährige akzeptieren. Mit mühsam verborgener Ungeduld warten seine erwachsenen Kinder und Enkelkinder darauf, dass der alte Sonderling endlich sein Haus räumt und ein Zimmer im Pflegeheim bezieht. Beim Zusammensuchen jener Sachen, die er in sein letztes Zuhause mitnehmen wird, stößt Abraham auf einen selbst geschneiderten Anzug, der ihn daran erinnert, dass noch etwas Wichtiges zu erledigen ist. Ohne jemandem Bescheid zu geben, steigt der ältere Herr in ein Taxi. Kurz darauf sitzt er im Flieger nach Europa.

Sein Film macht spürbar, warum man über manche Dinge nicht so leicht reden kann. Deutlich wird dies in einem punktgenauen Dialog mit dem Beamten der spanischen Einwanderungsbehörde. Warum nur hat der kauzige Senior Bursztein kein Rückflugticket? Eine »seltsame Geschichte« sei das. Geschichte im Sinn des filmischen Plots koinzidiert dabei allmählich mit Geschichte im Sinne von Historie. Der beschwerliche Weg durch Europa, den der hinkende Mann zurücklegen muss, erweist sich selbst als das Ziel: die Erinnerung an den Holocaust.

Auf dem Weg nach Lodz, wo er einem Freund, dem er sein Leben verdankt, einen versprochenen Anzug überreichen will, muss Abraham sich mit sehr unterschiedlichen Frauen auseinandersetzen. So wird er in Madrid erst einmal zusammengefaltet von einer ruppigen Hotelbesitzerin. Maria, von Ángela Molina gespielt wie eine Figur aus einem Almodóvar-Film, kann es nicht ab, dass dieser betagte Womanizer sie übers Ohr hauen will: Die Themen Geld und Geschäft grundieren diesen Film wie unterschwellige Moll-Akkorde. Nein, ein Holocaustüberlebender muss nicht nur sympathisch sein.

In Paris stellt sich schließlich ein schier unüberwindliches Problem: Wie kommt Abraham, dem das Geld fürs Flugticket geklaut wurde, mit dem Zug nach Polen – ohne einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen? Eine hilfsbereite, junge deutsche Anthropologin baut ihm beim Umsteigen in Berlin eine Brücke aus Kleidern. Abraham muss den Bahnsteig tatsächlich nicht mit den Schuhen berühren: Das auf den ersten Blick rührende filmisches Bild ist jedoch eine allzu wörtlich genommene Metapher, die bei genauerem Hinsehen eher verstört. Mit ihrem infantilen Dresscode verkörpert Ingrid, gespielt von LINDENSTRASS-Darstellerin Julia Beerhold, die übergriffige Empathie einer zweischneidigen Erinnerungskultur. Solarz gelingt hier ein ebenso beiläufiger wie aufschlussreicher Blick in die deutsche Seele.

Das vermeintliche Happyend erscheint zunächst arg gefühlsbetont. Erst später begreift man, dass der überbrachte Anzug ein McGuffin ist. Eigentlich geht es um Abrahams Bein, das die Nazis ihm seinerzeit kaputt geschlagen haben. Ärzte wollten es immer wieder abnehmen – als ob man dadurch Historie amputiert. Abraham musste auf diesem lebenslang schmerzenden Bein, dem er sogar einen eigenen Namen gab, zurück in die Vergangenheit hinken: Ein kraftvolles Bild, um das herum Solarz eine vielschichtigen Rückbesinnung inszenierte. Die vielen verschiedenen Stimmungen auf dieser Reise quer durch Europa werden dabei als Formen der Geschichtsverarbeitung lesbar. Der vorwiegend in Argentinien bekannte Miguel Ángel Solá setzt in der Hauptrolle immer wieder Glanzlichter. (epd film)

Details

Datum:
26 Mai
Zeit:
18:00 - 20:00
Eintritt:
€11
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,
Website:
http://www.cinema-dornbirn.at

Veranstalter

FKC Dornbirn
E-Mail:
info@fkc.at
Website:
https://www.fkc.at

Veranstaltungsort

Cinema Dornbirn
Sankt-Martin-Straße 3
Dornbirn, Vorarlberg 6850 Österreich
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Telefon:
05572/21973
Website:
http://www.cinema-dornbirn.at/