Das Geheimnis eines Lebens

Das Geheimnis eines Lebens (Red Joan)

Regie: Trevor Nunn, GB 2018, 102 Min, Cinemascope

Die grundsätzliche Idee des Films ist sehr gut und leider wahr: nur wenn beide Seiten die Atombombe haben, wird sie nie eingesetzt werden und es herrscht Frieden oder zumindest ein Gleichgewicht des Schreckens.

Joan, eine erfolgreiche Physik-Absolventin der Uni Cambridge erhält zu Beginn des Zweiten Weltkrieges einen streng geheimen Job in der britischen Forschungszentrale zur Entwicklung der Atombombe. Die ursprüngliche Idee, alle Alliierten, also auch die Sowjetunion, sollten gemeinsam daran forschen um ja schneller als die Deutschen zu sein, wird durch das „Manhattan“-Projekt der Amerikaner torpediert und so arbeiten die Briten gerade mal mit den Kanadiern zusammen. Sie verliebt sich in Leo, der für die republikanische Spanien-Brigade agiert, zu ihm ist sie über die ebenfalls links eingestellte Kommilitonin Sonja, Leos Schwester gekommen. Er arbeitet als Spion für die Sowjetunion und kann sie dazu bringen, den neuesten Forschungsstand an die Sowjets weiterzuleiten. Dabei war Geld nie ein Motiv, sondern nach dem Atombombeneinsatz der USA in Hiroshima und Nagasaki wuchs in ihr die feste Überzeugung, dass alle Großmächte diese fürchterliche Waffe haben sollen, damit sie nie eingesetzt werden kann.

Leider hätte man aus diesem tollen Stoff, der zudem noch auf wahren Begebenheiten (Fall Melita Norwood) beruht wesentlich mehr machen können. Er pendelt zwischen dem Verhör der inzwischen über 80jährigen Dame (Judi Dench) und ihrer Erinnerung an die Jugendzeit hin und her. Hätte das Genre des Agentenfilms schon an sich das Potential zu Hochspannung (wird sie erwischt?) so schafft dieser Film das Kunststück, nie wirklich die Nerven des Zusehers zu kitzeln. Auch die Liebesszenen zwischen Joan und Leo sind brav und bieder und manche biografischen Sprünge bleiben unklar. **

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