Kategorie-Archiv: Filmkritik

Nebenan

NEBENAN

D 2021, Cinemascope, 92 Min, dt. OF
Regie: Daniel Brühl, Buch: Daniel Kehlmann

Darsteller: Daniel Brühl: Daniel; Peter Kurth: Bruno; Rike Eckermann: Wirtin; Aenne Schwarz: Clara

Berlin-Prenzlauer Berg. Am Ende dieses Sommertags wird nichts mehr so sein wie zuvor. Nur weiß Daniel davon noch nichts. Er ist der Protagonist eines tragikomischen Szenarios und als solcher ebenso ahnungslos wie erfolgsverwöhnt. Die Loft-Wohnung ist schick, seine Ehefrau auch, die Kinder hat die Nanny im Griff. Alles flott, alles bilingual, alles bereit für den Jet-Trip zum Casting, wo für den deutschspanischen Schauspielstar eine Rolle in einem Superheldenfilm in Aussicht steht. Als er schnell noch in der Eckkneipe einkehrt, sitzt dort Bruno. Und der hat, wie von nun an im Minutentakt durchsickert, lange auf diesen Moment gewartet. Ein Verlierer der Wiedervereinigung, Gentrifizierungsopfer in Berlin-Ex-Ost, ein Ewigübersehener nimmt Rache. Daniel ist seine Zielscheibe.

Brühls Regiedebüt sitzt. Nach einer Idee des Regisseurs von Daniel Kehlmann geschrieben, kombiniert das Drehbuch messerscharfe Dialoge mit kauzigem Thekenraunen und feiert das Eckkneipen-Kammerspiel als Genre: lokal vs. global, Rollkoffer-Take-Off vs. Lauschangriff übers Fenster zum Hof. Die Figurenpsychologie ist perfekt, die Verbalspiralen nicht enden wollend, besonders fies Peter Kurth (Bruno) und köstlich selbstironisch: Daniel Brühl.

  • Quelle: 71. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog), wo der Film im Wettbewerb lief.

Der bekannte Schauspieler Daniel steht am Morgen auf, seine Tochter ist schon wach, seine Frau, eine Ärztin, schläft noch. In Spanisch weist er die Haushaltshilfe an. Er bereitet sich ein gesundes Frühstück zu und lässt in seiner teuren Berliner Loftwohnung aus der Designer-Espressomaschine einen Kaffee strömen. Er übt einen eigenartigen Text und soll diesen in London bei einem Casting vortragen, er verspricht sich einen großen Erfolg im Genre der Superheldenfilms. Mit seinen Rollkoffer verlässt er die Wohnung und eine Limousine, die ihn zum Flughafen bringen soll wartet auf ihn, doch er schickt sie weg und geht in eine Kneipe an der Ecke. Dort drinnen befindet sich Bruno, der sich offenbar genauestens auf ein Treffen mit Daniel vorbereitet hat. Er wohnt im alten Haus dahinter und er sieht in dessen Wohnung. Er bittet ihn um ein Autogramm beginnt eine Diskussion um seinen ersten großen Filmerfolg „Good Bye, Lenin“. Bruno kritisiert dessen romantisierende Wesssi-Sicht und die negative Zeichnung der DDR-Beamten, besonders der Stasi. Die seien ganz normale Menschen gewesen. Er lässt es offen, ob er in einem Gefängnis der DDR Wärter oder Häftling gewesen ist oder selbst bei der Stasi war. Jedenfalls arbeitet er, wie wir später erfahren, jetzt bei der Nachthotline eines Kreditkartenunternehmens. Wenn man seine Kreditkarte verliert oder sie gestohlen wird, wird sie hier sofort gesperrt und die Abbuchung verifiziert. So hat Bruno praktisch Zugriff auf alle Kreditkartentransaktionen und kann so vieles interpretieren, etwa ob jemand in einem Hotel in einem Einzel- oder Doppelzimmer, ob in einem Restaurant alleine oder in Gesellschaft gegessen wurde.

Schluck um Schluck, Bier und Schnaps, konfrontiert er Daniel mit schockierenden Details aus seinem und seiner Frau Privatleben, so sehr dass das wichtige Casting in den Hintergrund gerät.

In breitem Cinemascope macht Brühl aus einer engen Kneipe ein Ort mit Kontakten in die weite Welt, lässt den arroganten Schauspieler mit einem von Umschulungen und Gentrifizierung betroffen ehemaligen DDR-Bürger zusammenkrachen, der ihn schon lange beobachtete und ausspionierte. Sein Wissen soll fatale Folgen haben.

***1/2 es gelingt, dieses Kammerspiel immer spannender werden zu lassen, witzige  Einlagen gibt es auch. Hervorragend die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Peter Kurth.

Der Rausch

Der Rausch (Druk)

Thomas Vinterberg, DK, SE, NL 2020, 116 Min

Martin unterrichtet nur noch fad seinen Geschichtsunterricht am Gymnasium und wird dafür von den Schülern und ihren Eltern kritisiert, auch seine persönliche Beziehung zu seiner Frau ist zur Routine verkommen, oder schlimmer, sie treffen sich kaum noch.
Nun plant er mit drei Kollegen ein Experiment: ein permanenter 0,5 Promille-Pegel soll sie dynamischer, selbstsicherer und unterhaltsamer machen. Tatsächlich gelingt das anfangs prächtig und der Unterricht der vier Professoren wird so lebendig wie nie zuvor. Sie lehren wieviel Churchill und Hemingway tranken und wie wenig Hitler. Doch dann meint einer, der optimale Alkoholpegel könne wohl individuell unterschiedlich, höher, sein und sie steigern schrittweise die Dosis bis zum Vollrausch, einmal wird es natürlich zuviel … der Sportlehrer unter ihnen scheint rasch süchtig zu werden und überlebt einen alkoholbedingten Unfall nicht. Zeit, wieder zur Normalität zurück zu kehren, doch was inzwischen auf Beziehungsebene kaputt ging, lässt sich nicht so leicht wieder kitten.

**** Das gefährliche Trink-Experiment der vier Gymnasial-Professoren wirkt wie ein Vergrößerungsglas auf die gesellschaftlichen Normen und lässt auch den Zuseher den persönlichen Umgang mit der gesellschaftlich akzeptierten Droge Alkohol hinterfragen.

Der Film errang viele Preise, darunter gleich drei beim Europäischen Filmpreis (bester Film, beste Regie – Vinterberg, bester Hauptdarsteller – Mads Mikkelsen), drei Preise in San Sebastian, und den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Erfreulicherweise spült er auch wieder etwas Geld in die leeren Kinokassen, er ist gut besucht.

Ex Machina

Nachdem derzeit das Thema Künstliche Intelligenz, bzw. Humanoide Roboter Hochkonjunktur feiert (z.B. „The Trouble of Being Born“, Österr. Filmpreis 2021; Schraders „Ich bin dein Mensch“, u.a.) habe ich mir die Universal-Produktion
EX MACHINA auf Netflix angesehen. Der Film war 2015 in den deutschen Kinos und ist nun auf Netflix. GB 2015, Regie: Alex Garland. Cinemascope, 108 Min.
Der begabte Programmierer Caleb bei der führenden Internet-Suchmaschine wird auf das Anwesen des exzentrischen Firmengründers Nathan eingeladen, das nur per Hubsschrauber erreichbar ist, da es inmitten eines Naturgebietes liegt.
Dort entwickelt Nathan KI bzw. humanoide Roboterinnen. Caleb soll prüfen, ob diese so echt wirken, dass sie ein eigenes Bewusstsein zu haben scheinen und mehr noch, dass man sich in sie verlieben kann und vice versa. Ava, die schöne Roboterfrau soll auch dahin getestet werden, ob sie ihrem Schöpfer Schaden könnte. Caleb verliebt sich tatsächlich in Ava und will ihr helfen, die wahre Welt kennen zu lernen, da sie noch nie das Haus von Nathan verlassen durfte. Als dieser wieder einmal betrunken ist, klaut ihm Caleb die Keycard mit allen Berechtigungen und programmiert an ihr herum.
**** Die durchgehend spannende und optisch hoch anspruchsvolle Geschichte endet fatal… 

Bei der Oscar-Verleihung 2016 für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet.

Nomadland

Nomadland

USA 2020, 108 Min, Cinemascope; Regie: Chloé Zhao.

Es ist ein kleines Wunder, wie ein Film, der ganz ohne Sex und Gewalt auskommt und von einer 60 jg. trauernden Frau, die in einem Kleinbus durch die Wüsten der USA reist, um so allein zu leben, mit drei Oscars und vielen Festivalpreisen von Toronto bis Venedig ausgezeichnet wurde. Er hat eigentlich nichts, was das breite Publikum anziehen könnte. Dennoch, nach etwas Befremden über absolute Banalitäten folgt man irgendwie Fern, der Protagonistin, durch die Natur und auf Campingplätze. Sie nimmt jede Arbeit an – u.a. bei Amazon oder bei Restaurants entlang der Fernverkehrsrouten. Sie ist nicht gerade gesellig, hat aber dennoch einige menschliche Kontakte. Sie legt Wert darauf, nicht obdachlos zu sein, denn ihr Van hat ja ein Dach. Das einzige gröbere Problem ist, dass dieses betagte Fahrzeug einmal eine größere Reparatur braucht oder ausgetauscht werden sollte; ein Faktum, wie dass alle Menschen sterblich sind. Wir sehen die USA mit einem komplett anderen Auge, fernab von Trump oder Biden, aus dem Blickwinkel marginalisierter Menschen, die ihren Job oder gar die Heimat verloren haben, weil vielleicht eine ganze Region bedeutungslos geworden ist. Manche Bilder der einsamen Natur sind durchaus reizvoll. Einige scheinen im Nomadentum mit durchaus teuren und gut ausgestatteten Campingbussen auch eine Art Aussteigertum vom Turbokapitalismus zu zelebrieren. So trifft Fern trifft den Organisator Bob Wells, der mitten in der Wüste Gleichgesinnte versammelt.

*** In seiner glaubhaften Echtheit ein einzigartiger Film, der ohne Action auskommt.

Der unsichtbare Gast

Spannendes auf Netflix:

Der unsichtbare Gast (spanischer Originaltitel „Contratiempo“)

Spanien 2016, 110 Min, Cinemascope, Regie: Oriol Paulo

Auch die Spanier machen gute Krimis und Thriller. Doch sind sie etwas anders als das deutsche „Tatort“-Schema, wo meist am Anfang eine Leiche herumliegt, die beiden Komissar*innen kommen, dann ein Falscher verdächtigt wird und am Schluss doch alles aufgeklärt wird.

Bei diesem Film steht der Fokus auf dem sehr erfolgreichen Geschäftsmann Adrian, der, wie es für Machos artgerecht zu sein scheint, ab und zu fremd geht. Er täuscht seiner Frau vor geschäftlich nach Paris zu müssen, trifft sich aber in ruhiger Umgebung mit einer Geliebten. Bei der Heimfahrt gibt es einen Wildwechsel und ein voranfahrender Autofahrer scheint getötet worden zu sein. Doch leider kommen noch andere dazu,… jedenfalls versenkt er dessen Auto, meldet das eigene als gestohlen und lässt es verschrotten – damit die Frau nichts ahnt. Seine Geliebte nimmt unterdessen das Angebot eines in der Nähe lebenden Mechanikers an, den nur leicht beschädigten BMW zu reparieren, dabei stellt sie fest, dass der Getötete dessen Sohn ist. Von jetzt an wird es turbulent, die beiden in eine Falle gelockt und letztlich wird Adrian beschuldigt, seine Geliebte in einem abgelegenen Berghotel getötet zu haben. Alle Indizien sprechen dafür, eine Staranwältin soll ihm aus der misslichen Lage helfen…

In vielen Rückblenden werden nun verschiedene Sichtweisen eingenommen, wie man es dem Richter sagen könnte, dass es glaubhaft ist, er sei unschuldig. Doch das überraschende Ende lässt alles offen…

**** gute Kamera und Außenaufnahmen und extrem spannend!

Und morgen die ganze Welt

Und morgen die ganze Welt

Regie: Julia von Heinz; D, F, 2020, 111 Min.

Luisa ist eine 20 jg. Mannheimer Jurastudentin aus einer wohlhabenden Familie. In Deutschland kommt es zu einem Rechtsruck, es finden Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und gewaltsame Übergriffe statt. Rechte Parteien, finden zunehmend Akzeptanz in der Bevölkerung. Luisa will dabei nicht tatenlos zusehen, sondern etwas dagegen unternehmen.

Daher schließt sie sich einer Antifa-Gruppe an, in der sich ihre Freundin Batte engagiert. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören auch Alfa und Lenor. Sie möchten militant gegen Rechtsextreme vorgehen und deren Aufmärsche verhindern. Auch für Luisa wird Gewalt zunehmend ein akzeptables Mittel. (Wikipedia)

Die bewegte Handkamera ist immer nahe an Luisa, die von Mala Emde gespielt wird. Sie bewirbt sich in einem besetzten Haus um die Aufnahme in eine Antifa-Aktionsgruppe. Immer waghalsiger werden ihre Aktionen, rechtsextreme Gruppen auszuspionieren und an ihre Pläne und Waffenlager zu kommen. Während diese Demos in Innenstädten veranstalten, zerstören sie deren geparkte Autos und es ist nicht weit, auch Gewalt anzuwenden und den Faschos die Fressen zu polieren. Dabei kriegt Luisa auch einen „Kratzer“ ab und wird von einem ehem. Terroristen, der die Strafe abgesessen hat, medizinisch versorgt. Er will jedoch mit den Aktionen nichts mehr zu tun haben.

Erschreckend, wie wenig ideologischer Hintergrund und theoretische Schulung dahinter steckt, man handelt einfach aus dem Bauch heraus, und gerät deshalb bald auch ins Visier der Polizei, die mit dem Terrorparagraphen gegen die naiven Jugendlichen vorgeht, und sie somit auf die gleiche Ebene wie die andere Seite stellt.
Der Titel des Films ist der Zeile „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt“ aus dem nationalsozialistischen Propagandalied „Es zittern die morschen Knochen“ entnommen. (Im Kino und auf Netflix)

*** spannend, aber eigentlich wenig ideologisch dargestellt ist der Kampf der gegensätzlichen Gruppen am rechten und linken Rand, beide haben einiges gemeinsam (Kampftraining und ihre typische Musik, u.a.) insgesamt hinterlässt der Film beim politisch mittdenkenden Betrachter einen zwiespältigen Eindruck.

Glory to the Queen

GLORY TO THE QUEEN

Tatia Skhirtladze | AT/GE/RS 2020 | 82 min | OmU
Nach dem Netflix-Renner „The Gambit Queen“ zeigt dieser Doc die Geschichte von vier Frauen aus der ehemaligen Georgischen Sowjetepublik, die es geschafft haben sich über Jahrzehnte an der Schachweltspitze zu halten: Nona Gaprindaschwili, Nana Alexandria, Maia Tschiburdanidze und Nana Iosseliani.
Viele junge Paare wurden damals dazu motiviert, ihre weiblichen Neugeborenen nach ihnen zu benennen. Und so interviewt der Film auch jene Frauen von heute, die noch stolz den Namen jener Schachweltmeisterinnen tragen. Der Film zeigt viele kleine Details aus Georgien, die vielleicht manchmal vom Thema ablenken – etwa der neue Luxuszug zwischen Batumi und Tiflis. Immerhin hat der Kommunismus damals den Frauen doch eine gewisse Chance gegeben, zu solchem Ruhm zu Ehren der UdSSR zu gelangen – nur eine von ihnen war ein überzeugtes Parteimitglied. Im Kino.

***1/2 – informativ

THE SOUL

Interessant auf Netflix! 125 Min, CS, Regie und Buch: Wie-Hao Cheng.

Unter dem doch eher mainstreamigen Angebot von Netflix finden sich durchaus einige Perlen (ab heute 6.5.21 übrigens auch „und morgen die ganze Welt“). Ein solcher ist der chinesische Zweistünder „The Soul“, der nur im chinesischen Original mit diversen Ut. zur Verfügung steht. In schmutzigen Farben, aber in Cinemascope, kommt der Thriller einher, der im Jahre 2031, also einer nicht so weit entfernten Zukunft, spielt. Abgesehen vom grausligen Mord an einem Vorstandsvorsitzendes eines milliardenschweren Konzerns verzichtet der Film auf wilde Actionszenen und ausufernde Gewalt. Der Oberstaatsanwalt ist selbst schwer krebskrank und wird nicht mehr lange leben, seine Frau ist ebenfalls ermittelnd bei der Polizei. Wird es mit der modernen RNA-Technik bald gelingen, auch die Seele des Menschen, d.h. seine Psyche mitsamt den sie prägenden Erinnerungen zu transferieren? Und wenn dies schief läuft, wie reinkarniert nach buddhistischem Glauben diese Seele? So scheint eine Person Anfälle von Besessenheit zu haben. Auf den Überwachungsvideos fällt auf, dass sie dabei vom Links- zum Rechtshänder wird. Doch es wird kein Ausflug in das Mystery-Genre, es ist zum Greifen nahe Science Fiction. Und diese gentechnischen Fortschritte sind die einzige Chance, das Leben des Oberstaatsanwaltes ein wenig zu verlängern, ein Deal bietet sich an .
**** recht kurzweilig!

Netflix Beobachtungen

„I care a lot“. Maria Grayson, eine geldgierige Betreuerin hat sich auf die Pflege besonders wohlhabender, alleinstehender Menschen spezialisiert. Mit einer bestochenen Gutachterin wird dem Richter höchster Handlungsbedarf vorgespielt und die Menschen entmündigt und in Luxuspflegeheimen eingesperrt.  Doch mit Jennifer hat sie die falsche erwischt. Sie wird zwar auch eingesperrt, medikamentös ruhig gestellt und ihr das Handy genommen, ihr teures Haus verkauft und die Konten leer geräumt, doch Diamanten im Banksafe könnte sie für jemanden anderen aufbewahrt haben. Als eben dieser sie zuhause besuchen will und das Haus gerade zum Verkauf restauriert wird, schlägt die Mafia zurück.
Sehr spannend und actionreich, nicht gut gegen böse, sondern das Böse schlechthin gegeneinander!

Kritik von Matthias Greuling:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2093234-I-Care-A-Lot-Ein-moralischer-Totalschaden.html

Nach „The Vikings“ und „The Last Kingdom“ hat auch „Die Barbaren“ einen historischen Hintergrund: es geht um die „Varusschlacht“ im Teutoburger Wald, wo Germanische Stämme im Herbst des Jahres 9 die damalige Weltmacht Rom in einen Hinterhalt lockten und 20.000 römische Soldaten töteten. Die Österreichische Regisseurin Barbara Eder führt Regie.
Es fließt viel Blut, Verrat und eine Prise Sex sind weitere Zutaten. Kreuzigungen und Enthauptungen sind an der Tagesordnung.

Bajocero (Unter Null)

BAJOCERO

Spanien 2021, ca. 107 Min, Regie: Lluís Quílez
Drehbuch: Lluís Quílez, Fernando Navarro, mit Javier Gutiérrez in der Hauptrolle.

Seit 29.1.21 ist der spanische Thriller auf Netflix zu sehen und wer Hochspannung liegt richtig.
Martin ist Polizist und fährt auch Gefangenentransporter mit einem Spezialfahrzeug, das für jeden Gefangenen eine kleine Einzelzelle hat. Diesmal sind nicht nur die zu verlegenden Personen äußerst aggressiv, auch das Wetter ist entsprechend eiskalt und neblig und die Nachtfahrt somit kein Vergnügen.
Das voranfahrende Begleitfahrzeug verschwindet plötzlich und der Gefangenentransporter wird überfallen.
Martin ist kein brutaler Polizist und versucht die Lage zu deeskalieren.
Langsam erfährt man auch das Motiv des Mannes, der den Transport überfällt: er will aus einem der Gefangenen herauspressen, wo die Leiche seiner Tochter liegt, die er vergewaltigt und ermordet hat; dazu ist ihm jedes Mittel recht.
Es gelingt ihm Martin  im Transporter einzusperren und er lenkt das Fahrzeug auf einen zugefrorenen See, wo er ihn samt den eingeschlossenen Menschen versenkt, doch dank Martins Fachwissen gelingt einigen die Flucht aus dem eiskalten Wasser….
*** Wie bei all solchen Action -Filmen ist das Überleben in dieser Situation nicht sehr realistisch und natürlich gibt es einige Tote, aber für kurzweilige und eher typisch europäische Unterhaltung ist gesorgt.