Kategorie-Archiv: Festivalblogs

28. Int. Filmfestival Innsbruck (IFFI 2019)

Das IFFI 2019 ist soeben zu Ende gegangen und mit ihm auch die Ära Helmut Groschup, der mit heutigem Tag in Pension gegangen ist. Wir verdanken ihm wundervolle und politisch engagierte Filme aus aller Welt, vor allem Lateinamerika, Asien und ehemaligen Sowjetrepubliken. Die letzte Ausgaben war deshalb reich an Erinnerungen und den besten Filmen der letzten Jahrzehnte.  Hier der ausführliche Bericht.

Crossing Europe Filmfestival Linz

Die 16. Ausgabe des Crossing Europe Filmfestivals präsentierte vom 25.-30.4.2019 in Linz 149 Filme in bis zu 6 parallelen Veranstaltungen. Es gibt viele Sektionen: den Spielfilmwettbewerb, den Dokumentarfilmwettbewerb, die neue YAAAS! Jugendschiene, das Europäische Panorama mit Highlights von anderen Festivals in Spiel- und Dokumentarfilm, die Nachtsicht mit kunstvollen Genrefilmen, die Arbeitswelten von Frauen, Architektur und Gesellschaft,ein Tribut an den Katalanen Jaime Rosales, ein Spotlight für die umtriebige albanische Regisseurin Iris Elezi, die lokalen Künstler und das Cinema Next Europe für junge FilmemacherInnen. Es ist praktisch unmöglich, auch nur aus jeder Sektion einen Film auszusuchen. Ich habe mich aber bemüht, nicht nur den begehrten Spielfilmwettbewerb zu sichten, sondern meine Auswahl möglichst breit zu streuen. Natürlich geht auch um die Probleme in Europa wie Rechtsradikale, den drohenden Verlust des Zusammenhalts, aber vielfach ist es eine weibliche Sicht.
Selbst Aussenseiterfilme waren bestens besucht, was am Samstag und Sonntag zu einem kleinen Teil auch dem kühlen Wetter zugeschrieben werden kann.

Hier der ausführliche Bericht mit vielen detaillierten Filmbeschreibungen

Uns so urteilten die diversen Juries: Die Gewinner

 

Int. Filmfestival Fribourg

Internationale Filmfestival Fribourg 2019

Abermals haben wir vom FKC das internationale Filmfestival in Fribourg besucht. Vom 15. Bis 23. März wurden wieder Filme aus allen Enden und Ecken der Welt in Fribourgs Kinosälen gezeigt. Dass das Interesse gross an dieser Multikulti-Veranstaltung ist, zeigen die verkauften 40‘000 Eintritte; das sind durchschnittlich mehr als 1000 Kinokarten pro Tag! Es ist wie das IFFI auf Filme aus Ländern des Südens und Ostens spezialisiert.
Hier der Bericht von Urs

Diagonale Graz 2019

Vollständiger Bericht von der Diagonale Graz 2019
Die diesjährige Diagonale bestach vor allem mit präzisen Dokumentarfilmen, auch der Publikumspreis ging an den Doc über „den besten Kultursender der Welt“, Radio Ö1.. weiter

Hier alle Preise im Überblick.

Solothurner Filmtage 2019

Unser Schriftführer, Dr. Urs Vokinger, besuchte auch dieses Jahr wieder Solothurn. Er besprach 10 Spiel- und Dokumentar Filme.

40.Max-Ophüls-Preis Saarbrücken

Preisregen für Österreich beim MOP 2019:

Publikumspreis bester Spielfilm:
KAVIAR von Elena Tikhonova

Preis der Jugendjury:  Nevrland

Als beste Nachwuchsdarstellerinnen wurden Joy Alphonsus für ihre Rolle in „Joy“ und Simon Frühwirth für die Figur in „Nevrland“ ausgezeichnet.

Preis für den gesellschaftlich relevanten Film: Joy

Publikumspreis für den besten mittellangen Film: Die Schwingen des Geistes„, Regie: Albert Meisl, Österreich, 2019

Preis für den besten Kurzfilm: Boomerang„,
Regie: Kurdwin Ayub, Österreich, 2018

Details:
Mein ausführlicher Bericht
Alle Preise im Überblick
Kurzfilmprogramm 1 (Albrecht) neu
Zusammenfassung Preise Kultur-Online neu

 

Die Gewinner von Huelva 2018

44.Iberoamerikanisches Filmfestival von Huelva

Erwartungsgemäß war Àlvaro Brechner Folter-Drama La noche de 12 años / Die zwölfjährige Nacht der große Gewinner des Festival. Er errang zwar „nur“  den Silbernen Columbus für die beste Regie, den besten technisch-künstlerischen Beitrag, den  besten Schauspieler, Alfonso Tort, und den Publikumspreis für den besten Spielfilm. (siehe unsere Kritik)

Der Film „Miriam Miente / Miriam lügt“  gewinnt den Goldenen Columbus beim 44. Iberoamerikanischen Filmfestival von Huelva.

Laut der Jury ist der Film „Miriam Mente“ von Cabral y Estrada „eine faszinierende Chronik der Dominikanischen Jugend, in der es den Regisseuren gelingt, die sozialen Widersprüche und rassischen Vorurteile, die Eltern an Kinder vermitteln, mit exquisiter Zartheit und Frische darzustellen. Die komplexen Charaktere, die strenge Inszenierung, der scharfe Einsatz des Vordergrunds, die Detailfülle und die schönen Interpretationen bestätigen, dass es sich um einen intelligenten, sensiblen und bewegenden Film handelt und die Regisseure über ein außergewöhnliches Talent verfügen um alles zu zeigen, wagen seine Figuren nicht zu sagen „.
Siehe unsere Kritik

Pilar Gamboa (in „Recreo“)  erhält den  Silbernen Columbus als beste Schauspielerin
Siehe unsere Kritik
und „Las Herederas“ erhält den Sonderpreis der Jury

Der Film „Las herderas/Die Erbinnen“ (Paraguay, Deutschland, Uruguay, Brasilien, Norwegen und Frankreich) von Marcelo Martinessi wurde ebenfalls von der Jury gelobt, die beschlossen hat, ihm den Sonderpreis zu verleihen, weil er das Publikum mit einem verborgenen Thema konfrontiert, die verbotene weibliche Homosexualität in der paraguayischen Gesellschaft und dies auf eine Weise tut, die es unmöglich macht, wegzusehen. Für die fließende, elegante, ehrliche und schöne Fotografie eine universelle Geschichte über Zuneigung, Freiheit, Angst und Verlangen. Für die Verwendung einer subjektiven Kamera, die hilft, in das dunkle Universum der beiden Hauptfiguren einzudringen. Eine sehr kluge Idee, die er in einem Debütfilm verwendet hat. “

Alle Preise im Detail (in Spanisch und dt. Übersetzung)

Huelva gilt als bedeutendes Schaufenster für das lateinamerikanische Kino.
Leider kommen nur sehr wenige Filme in deutschsprachige Verleihe.

 

 

El piedra

Iberoamerikanisches Festival Huelva:
EL PIEDRA (Der Stein)
Kolumbien 2018, 89 Min., Regie: Rafael Martínez Moreno

Ein sehr bewegender Film, sehr realistisch, führt uns auf den Grund des echten Boxens, Boxen, wo die große Mehrheit Verlierer sind, die nie die Spitze erreichen und nur schlecht leben, sie müssen ihre Leidenschaft mit anderen Jobs finanzieren.
Manchmal sieht es so aus, als würden wir einen Dokumentarfilm und keinen Film sehen, weil viele Szenen in der Stadt Cartagena spielen, gerade weil viele reale Szenen des Lebens gedreht wurden, und zwar nicht mit hohen Persönlichkeiten sondern mit echten Menschen der Stadt, mit ihren authentischen menschlichen Bedingungen.
Ein großer Treffer ist  dass die Boxer durch Profis dargestellt wurden, was die Boxkämpfe realistischer macht.
Gutes Kamera, guter Sound und eine schöne Geschichte. Ein weiterer guter Film, aber eher durchschnittlich **
Im Detail

Ultimos

Iberoamerikanisches Filmfestival Huelva:
Ultimos (Die Letzten)
Kolumbien 2018, 91 Min, Regie: Rafael Martinez Moreno,

Ökologischer Science-Fiction-Film, sehr realistisch, futuristisch, der Regisseur bringt Aspekte von großer Relevanz zusammen, wie „Krieg“, „Imperialismus“, „humanitäre Krisen von Einwanderern“ und „Zerstörung der natürlichen Ressourcen von die Erde.“

Die lange Flucht durch die bolivianische Wüste erinnert uns auch an Mad Max ‚Wüstenlandschaften, heruntergekommene Häuser, Nachkriegsszenen, eine lange endlose Straße und ständig lauernde Drohnen.

Sehr guter Film, sehr gute Spezialeffekte, sehr realistisch, sehr gutes Drehbuch und sehr gute Leistungen der drei Protagonisten.

Erwähnenswert ist, dass dies der erste Film ist, der die weibliche Protagonistin als bedeutende Schauspielerin hervorhebt, die fast ohne zu sprechen mit ihrem Gesichtsausdruck und ihren Gesten die herzzerreißende Geschichte kommuniziert.****
Im Detail

La Noche de 12 Años

Die zwölfjährige Nacht, Regie: Alvaro Brechner, Spanien, Uruguay, Frankreich, Argentinien 2018, 123 Minuten.
Vom 44. Iberoamerikanischen Filmfestival in Huelva berichtet Ray:

Ein ausgezeichneter Film, ein sehr gutes Drehbuch, in dem es um psychische Folter geht, welche den Tupamaros-Häftlingen vom uruguayischen Militär zugefügt wurde,  es gibt dabei gewisse Ähnlichkeiten mit dem Film „Midnight Express“ (Alan Parker).

Der größte Teil des Films spielt in militärischen Arrestzellen, traurig, schmutzig, fast ohne Licht. Der Zuschauer fühlt sich in der Zelle und man spürt das  psychologische Martyrium der drei Tupamaros.

Gute Kameraführung, sehr glaubwürdige Szenarien, die Musik wird ein wenig von den Geigen dominiert, die drei Schauspieler spielen fabelhaft.

Als negative Kritik, möchte ich sagen, dass der Film, wie viele andere Filme, die von den südamerikanischen Militärdiktaturen des letzten Jahrhunderts handeln (Argentinien, Chile, Paraguay, Nicaragua usw.), immer der Guerillakämpfer gut, intelligent, ehrlich und menschlich ist. Hingegen ist der Militär immer ein bisschen dumm, böse, ignorant, fast Analphabet und gefühllos. Die Tupamaros-Guerillas sind nicht immer die Guten und die Militärs sind nicht immer die Bösen.

Es ist ein sehr guter Film, der die Geschichte freilich nur von einer Seite, der Geschichte der Guerilla, erzählen will. ***

Als private Meinung glaube ich, dass es vielleicht ein Favorit ist, den Colon de Oro zu gewinnen, aber nicht für den Film selbst, sondern in Anerkennung an „El Pepe“ José Mújica, der später Präsident Urugays wurde.

(Anm. unser Korrespondent Ray ist Berufssoldat in Spanien)
Der FKC zeigte von Alvaro Brechner bereits „Se
ñor Kaplan“ (2014). Dieser Film wurde bereits in Venedig und San Sebastian gezeigt, allerdings nicht im Wettbewerb. Übersetzung: Norbert
Originaltext (spanisch)  und weitere Infos

Ray hatte Recht: dieser Film sahnte die meisten Preise ab!
siehe Preise