Le jeune Ahmed

ABGESAGT

Le jeune Ahmed

(Young Ahmed / Der junge Ahmed)

Belgien / Frankreich 2019, 84 min, franz. O.m.U.
Regie und Buch: Jean-Pierre & Luc Dardenne.

Le jeune Ahmed

DarstellerInnen: Idir Ben Addi (Ahmed), Olivier Bonnaud (Lehrer), Myriem Akheddiou (Inès), Victoria Bluck (Louise), Claire Bodson (Mutter), Othmane Moumen (Imam Youssouf) u.a

Der 13-jährige Ahmed ist ein guter und sehr ernsthafter Schüler. Gerade deshalb verwandelt er sich unter dem Einfluss eines Mentors in wenigen Monaten zum religiösen Fundamentalisten: Plötzlich beginnt er, die eigene Schwester für die Art, wie sie sich kleidet, und die eigene Mutter dafür, dass sie Alkohol trinkt, zu beschimpfen. Der Lehrerin, die ihn unterrichtet, seit er klein ist, will er nicht mehr die Hand geben, weil ihr neuer Freund ein Jude ist. Bald hegt er noch bösere Pläne gegen sie. Mit dem emphatischen, wertungsfreien Interesse, das zum Markenzeichen ihrer Filme geworden ist, verfolgen die Gebrüder Dardenne die fatalen Wege des kleinen Fanatikers – und wir müssen mit. (Barbara Schweizerhof, viennale.at)
Jean-Pierre und Luc Dardenne schreiben, produzieren und inszenieren ihre Filme gemeinsam und haben eine ganz eigene realistische Ästhetik ins europäische Erzählkino eingeführt, die präzise Gesellschaftsbilder zeichnet, ohne in simpler Sozialkritik aufzugehen. (leokino.at)

Packendes Porträt des 13-jährigen Ahmeds, eines guten und gewissenhaften Schülers, der sich unter dem Einfluss eines Mentors innert kurzer Zeit zum religiösen Fundamentalisten wandelt.

Filmkritik in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2075352-Jeune-Ahmed-Im-Namen-des-Koran.html

„Zu Töten im Namen des Koran? Das ist eindeutig darin festgeschrieben, findet Ahmed. Davon lässt er sich zunächst auch nicht abbringen. Nicht einmal von einem Kuss der gleichaltrigen, pubertierenden Louise, die er auf dem Bauernhof kennenlernt. Hernach empfindet er sich, der gerade erstmals in seinem Leben die Liebe gespürt hat, als unreinen Moslem. „(M. Greuling, Wiener Zeitung)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/le-jeune-ahmed

Trailer: https://youtu.be/Y-5sUs5mLf0

Il traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

IL TRADITORE –
Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Regie: Marco Bellocchio, Italien/F/D/Brasilien 2019; 153 min; italienisch-sizillianisch-portugiesisch-englische OmU;

Mit: Pierfrancesco Favino, Luigi Lo Cascio, Fausto Russo Alesi  u.a.;

Ein angesehenes Mitglied der Cosa Nostra wechselt nach seiner Verhaftung die Seiten und bricht sein Schweigegelübde. – „Ein kraftvoller, virtuos inszenierter und packender Film ganz in der Tradition großer Kino-Epen wie ‚Der Pate‘.“

Tommaso Buscetta ist kein Sympathieträger, eher eine Mischung aus Macho und Gangster. Buscetta gehörte der mittleren Ebene der sizilianischen Mafia an, und war in Brasilien tätig, als in Sizilien der zweite Mafiakrieg zwischen den rivalisierenden Clans Hunderte Opfer kostete – darunter auch die Söhne Buscettas. Nach seiner Verhaftung und Auslieferung an Italien entschließt sich der Gangster angesichts seiner aussichtslosen Lage mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Auf seine Aussage geht die Verhaftung von 366 Mafiosi in den 80ern zurück. (nach: viennale.at)

Regie-Altmeister Marco Bellocchio erzählt in IL TRADITORE von jenem Mafioso, der die halbe Cosa Nostra hinter Gitter brachte. – Anfang der 1980er-Jahre tobt auf Sizilien ein Krieg zwischen verfeindeten Mafia-Clans, mittendrin: Tommaso Buscetta, seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Cosa Nostra. Als es ihm in Sizilien zu gefährlich wird, setzt er sich nach Brasilien ab, doch die brasilianische Polizei spürt ihn auf und liefert ihn in die Heimat aus. Dort entscheidet er sich für einen radikalen Schritt: Als erstes hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra bricht er mit der Omertà, dem großen Schweigen, und sagt als Kronzeuge aus. Buscettas Zusammenarbeit mit der Justiz, insbesondere dem legendären Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone, ermöglicht die Verurteilung hunderter Mafiosi. (nach: cineman.ch)

„Bellocchios Film steht in der Tradition großer Mafia-Epen und könnte bei oberflächlicher Betrachtung als Variation und Nachfolger von DER PATE durchgehen, wäre da nicht eben doch der andere Geist des Filmes zu spüren, der die kriminelle Vereinigung nicht glorifiziert, sondern auf vielerlei Weise die Grausamkeit und Bestialität der Cosa Nostra verdeutlicht.”
(Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/il-traditore-als-kronzeuge-gegen-die-cosa-nostra

IL TRADITORE – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

IL TRADITORE –
Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Regie: Marco Bellocchio, Italien/F/D/Brasilien 2019; 153 min; italienisch-sizillianisch-portugiesisch-englische OmU;

Mit: Pierfrancesco Favino, Luigi Lo Cascio, Fausto Russo Alesi  u.a.;

Ein angesehenes Mitglied der Cosa Nostra wechselt nach seiner Verhaftung die Seiten und bricht sein Schweigegelübde. – „Ein kraftvoller, virtuos inszenierter und packender Film ganz in der Tradition großer Kino-Epen wie ‚Der Pate‘.“


Tommaso Buscetta ist kein Sympathieträger, eher eine Mischung aus Macho und Gangster. Buscetta gehörte der mittleren Ebene der sizilianischen Mafia an, und war in Brasilien tätig, als in Sizilien der zweite Mafiakrieg zwischen den rivalisierenden Clans Hunderte Opfer kostete – darunter auch die Söhne Buscettas. Nach seiner Verhaftung und Auslieferung an Italien entschließt sich der Gangster angesichts seiner aussichtslosen Lage mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Auf seine Aussage geht die Verhaftung von 366 Mafiosi in den 80ern zurück. (nach: viennale.at)

Regie-Altmeister Marco Bellocchio erzählt in IL TRADITORE von jenem Mafioso, der die halbe Cosa Nostra hinter Gitter brachte. – Anfang der 1980er-Jahre tobt auf Sizilien ein Krieg zwischen verfeindeten Mafia-Clans, mittendrin: Tommaso Buscetta, seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Cosa Nostra. Als es ihm in Sizilien zu gefährlich wird, setzt er sich nach Brasilien ab, doch die brasilianische Polizei spürt ihn auf und liefert ihn in die Heimat aus. Dort entscheidet er sich für einen radikalen Schritt: Als erstes hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra bricht er mit der Omertà, dem großen Schweigen, und sagt als Kronzeuge aus. Buscettas Zusammenarbeit mit der Justiz, insbesondere dem legendären Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone, ermöglicht die Verurteilung hunderter Mafiosi. (nach: cineman.ch)

„Bellocchios Film steht in der Tradition großer Mafia-Epen und könnte bei oberflächlicher Betrachtung als Variation und Nachfolger von DER PATE durchgehen, wäre da nicht eben doch der andere Geist des Filmes zu spüren, der die kriminelle Vereinigung nicht glorifiziert, sondern auf vielerlei Weise die Grausamkeit und Bestialität der Cosa Nostra verdeutlicht.”
(Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Il traditore

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/il-traditore-als-kronzeuge-gegen-die-cosa-nostra

Trailer: https://youtu.be/18X4e5P7wRw

Smuggling Hendrix

Smuggling Hendrix

Deutschland / Zypern / Griechenland 2018, 92 min, griech.-engl.-türk. O.m.U., Cinemascope;  Regie: Marios Piperides

Musik: Kostantis Papakonstantinou; DarstellerInnen: Adam Bousdoukos (Yiannis); Fatih Al (Hasan); Vicky Papadopoulou (Kika); Özgür Karadeniz (Tuberk); Giannis Kokkinos (griechischer Grenzoffizier) u.a.;

Ein Musiker muss auf Zypern durch seinen davongelaufenen Hund eine absurde Reise in die Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil des Landes antreten. –“ Eine entzückende, lustige und intelligente Komödie.“ (Variety)

Ein Typ, ein klassischer Loser (will die Insel verlassen, hat Schulden bei der Vermieterin und bei zwielichtigen Typen, seine Ex-Freundin hat einen Neuen und so weiter), geht mit dem Hund in Nicosia spazieren, da kommt ihm von einer Seite die Ex-Freundin und deren neuer Typ und auf der anderen Seite die zwielichtigen Typen entgegen, denen er allen sehr offensichtlich nicht begegnen will. Er versteckt sich, der Hund rennt ihm weg – über die Grenze, auf die türkische Seite. Ein Soldat hilft ihm, ihn zu lokalisieren, er geht über die Grenze, holt den Hund, will zurück, wird nicht mehr reingelassen, wegen der EU-Regulierung der Einfuhr von Tieren und tierischen Produkten. Und die Uhr tickt. Es passiert ihm ein Scheiß nach dem anderen. Aber er schließt eine unwahrscheinliche Freundschaft und verbringt Zeit mit seiner Ex-Freundin und dem Hund.
Eine gelungene Komödie über eine der schrägsten Sachen dieser Welt: Grenzen und was sie mit den Menschen hier und dort machen.

Filmplakat Smuggling Hendrix

Marios Piperides: „So entstand SMUGGLING HENDRIX, eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass ein Mann so treu an seinem Hund hängt, ist ein unbeschwerter Einstieg, der die Diskrepanz zu den ernsteren Themen ausgleichen kann. Im Kleinen spiegelt die Handlung die komplexe soziale Dynamik der heutigen Zeit wider: die geteilte Insel Zypern, die rechtlichen Probleme mit verlorenem Besitztum und das heikle Thema der türkischen Siedler, die all die Jahre nie ein Gesicht erhalten haben und von Politikern beider Seiten als Verhandlungsmasse benutzt wurden.”
(nach Leokino.at)

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/smuggling-hendrix


Trailer: https://youtu.be/KtlWbX1_0yk

Smuggling Hendrix

Smuggling Hendrix

Deutschland / Zypern / Griechenland 2018, 92 min, griech.-engl.-türk. O.m.U., Cinemascope;  Regie: Marios Piperides

Musik: Kostantis Papakonstantinou; DarstellerInnen: Adam Bousdoukos (Yiannis); Fatih Al (Hasan); Vicky Papadopoulou (Kika); Özgür Karadeniz (Tuberk); Giannis Kokkinos (griechischer Grenzoffizier) u.a.;

Ein Musiker muss auf Zypern durch seinen davongelaufenen Hund eine absurde Reise in die Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil des Landes antreten. –“ Eine entzückende, lustige und intelligente Komödie.“ (Variety)

Ein Typ, ein klassischer Loser (will die Insel verlassen, hat Schulden bei der Vermieterin und bei zwielichtigen Typen, seine Ex-Freundin hat einen Neuen und so weiter), geht mit dem Hund in Nicosia spazieren, da kommt ihm von einer Seite die Ex-Freundin und deren neuer Typ und auf der anderen Seite die zwielichtigen Typen entgegen, denen er allen sehr offensichtlich nicht begegnen will. Er versteckt sich, der Hund rennt ihm weg – über die Grenze, auf die türkische Seite. Ein Soldat hilft ihm, ihn zu lokalisieren, er geht über die Grenze, holt den Hund, will zurück, wird nicht mehr reingelassen, wegen der EU-Regulierung der Einfuhr von Tieren und tierischen Produkten. Und die Uhr tickt. Es passiert ihm ein Scheiß nach dem anderen. Aber er schließt eine unwahrscheinliche Freundschaft und verbringt Zeit mit seiner Ex-Freundin und dem Hund.
Eine gelungene Komödie über eine der schrägsten Sachen dieser Welt: Grenzen und was sie mit den Menschen hier und dort machen.

Smuggling Hendrix

Marios Piperides: „So entstand SMUGGLING HENDRIX, eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass ein Mann so treu an seinem Hund hängt, ist ein unbeschwerter Einstieg, der die Diskrepanz zu den ernsteren Themen ausgleichen kann. Im Kleinen spiegelt die Handlung die komplexe soziale Dynamik der heutigen Zeit wider: die geteilte Insel Zypern, die rechtlichen Probleme mit verlorenem Besitztum und das heikle Thema der türkischen Siedler, die all die Jahre nie ein Gesicht erhalten haben und von Politikern beider Seiten als Verhandlungsmasse benutzt wurden.”
(nach Leokino.at)

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/smuggling-hendrix


Trailer: https://youtu.be/KtlWbX1_0yk

Master Cheg in Pohjanjoki

MASTER CHENG IN POHJANJOKI
(Mestari Cheng)

Regie: Mika Kaurismäki; Buch: Hannu Oravisto.
Finnland/China 2019; 114 Min., englisch-mandarin-finnische OmU

Zeit für einen Lichtblick am Horizont: Der neue Film von Mika Kaurismäki ist ein zu Herzen gehendes Feelgoodmovie um einen chinesischen Koch, der mit seinem Sohn in einem nordfinnischen Dorf strandet und sich in eine junge Restaurantbesitzerin verliebt. Genau das richtige Rezept für den Kinosommer nach der Krise.

Master heng

Chefkoch Cheng reist nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn Nunjo nach Finnland. In dem kleinen Dorf Pohjanjoki will er einen finnischen Freund aufsuchen, den er einst in Schanghai getroffen hat, doch in der Ortschaft scheint diesen niemand zu kennen. Café-Besitzerin Sirkka bietet Cheng stattdessen eine Unterkunft an und der Koch revanchiert sich, indem er in ihrer Küche chinesische Spezialitäten zaubert. Nach und nach helfen seine Gerichte bei den Stammgästen und im Dorf die kulturellen Unterschiede zu überbrücken, und der Fremde wird zu einem gern gesehenen Mitglied der kleinen Gemeinschaft. Doch dann läuft sein Touristen-Visum ab.

Mika Kaurismäki, älterer Bruder von Aki Kaurismäki und nicht ganz so lakonisch wie dieser, überrascht „mit einer leicht lakonisch-romantischen Komödie, bei deren Zubereitung er sehr viel Wert auf gute Zutaten gelegt hat. So ist die Grundlage ein leichter Humor, der sich durch den gesamten Film zieht und ihm die richtige Würze gibt. Dazu eine große Portion Warmherzigkeit, eine Prise Schwermut und natürlich eine Messerspitze romantische Sehnsucht mit heiterem Sommerflair.” (nach: moviepilot.de; filme.de)
„Vor der idyllischen Postkarten-Kulisse finnischer Wälder und Seen präsentiert sich die Begegnung der unterschiedlichen Kulturen als hübsches Beispiel, wie aus Fremden bald Freunde werden. Zum Salz in der Suppe dieser warmherzigen Komödie geraten jene fernöstlichen Köstlichkeiten, die der Titelheld mit leichter Hand samt philosophischer Weisheit zubereitet und sein Regisseur genussvoll zelebriert. Kino und Kochen hat eben fast immer Gelinggarantie.”
(Dieter Oßwald, programmkino.de, leokino.at)

Ausführliche Kritik von Walter Gasperi und Trailer 

Master Cheng in Pohjanjoki

MASTER CHENG IN POHJANJOKI
(Mestari Cheng)

Regie: Mika Kaurismäki; Buch: Hannu Oravisto.
Finnland/China 2019; 114 Min., englisch-mandarin-finnische OmU

Zeit für einen Lichtblick am Horizont: Der neue Film von Mika Kaurismäki ist ein zu Herzen gehendes Feelgoodmovie um einen chinesischen Koch, der mit seinem Sohn in einem nordfinnischen Dorf strandet und sich in eine junge Restaurantbesitzerin verliebt. Genau das richtige Rezept für den Kinosommer nach der Krise.

Master Cheng

Chefkoch Cheng reist nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn Nunjo nach Finnland. In dem kleinen Dorf Pohjanjoki will er einen finnischen Freund aufsuchen, den er einst in Schanghai getroffen hat, doch in der Ortschaft scheint diesen niemand zu kennen. Café-Besitzerin Sirkka bietet Cheng stattdessen eine Unterkunft an und der Koch revanchiert sich, indem er in ihrer Küche chinesische Spezialitäten zaubert. Nach und nach helfen seine Gerichte bei den Stammgästen und im Dorf die kulturellen Unterschiede zu überbrücken, und der Fremde wird zu einem gern gesehenen Mitglied der kleinen Gemeinschaft. Doch dann läuft sein Touristen-Visum ab.

Mika Kaurismäki, älterer Bruder von Aki Kaurismäki und nicht ganz so lakonisch wie dieser, überrascht „mit einer leicht lakonisch-romantischen Komödie, bei deren Zubereitung er sehr viel Wert auf gute Zutaten gelegt hat. So ist die Grundlage ein leichter Humor, der sich durch den gesamten Film zieht und ihm die richtige Würze gibt. Dazu eine große Portion Warmherzigkeit, eine Prise Schwermut und natürlich eine Messerspitze romantische Sehnsucht mit heiterem Sommerflair.” (nach: moviepilot.de; filme.de)
„Vor der idyllischen Postkarten-Kulisse finnischer Wälder und Seen präsentiert sich die Begegnung der unterschiedlichen Kulturen als hübsches Beispiel, wie aus Fremden bald Freunde werden. Zum Salz in der Suppe dieser warmherzigen Komödie geraten jene fernöstlichen Köstlichkeiten, die der Titelheld mit leichter Hand samt philosophischer Weisheit zubereitet und sein Regisseur genussvoll zelebriert. Kino und Kochen hat eben fast immer Gelinggarantie.”
(Dieter Oßwald, programmkino.de, leokino.at)

Ausführliche Kritik von Walter Gasperi und Trailer 

Die Dohnal

Die Dohnal
FRAUENMINISTERIN | FEMINISTIN | VISIONÄRIN

Regie: Sabine Derflinger, Österreich 2019, Dokumentarfilm, 104 Min. Protagonist_innen: Annemarie Aufreiter, Ingrid Dohnal, Johanna-Helen Dohnal, Ferdinand Lacina, Alice Schwarzer, Bruno Kreisky, Franz Vranitzky, Elisabeth Rosenmayr, Christine Stromberger, Trautl Brandstaller, Julia Pühringer u.a.

Johanna Dohnal (14.2.1939 – 20.2.2010) war nicht nur eine Politikerin, die für Frauen und Mädchen in Österreichs konservativer Gesellschaft die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen grundlegend verbessert hat, sie war eine Feministin und Visionärin, die leider viel zu früh an der Umsetzung ihrer Visionen gehindert wurde. Anders auf den Punkt gebracht: „Johanna Dohnal war eine lesbisch-feministische Superheldin.“ (Katja Wiederspahn in: viennale.at).

Die Dohnal

Trotzdem weiß die jüngere Generation erstaunlich wenig über das politische Wirken der ehemaligen Staatssekretärin für Frauenfragen und Bundesministerin für Frauenangelegenheiten, auf die wichtige Gesetze zur Gleichstellung von Frauen, zum Gewaltschutz und zur Frauenförderung zurückgehen. „Sabine Derflinger hat in DIE DOHNAL der unermüdlichen Kämpferin und Wegbereiterin der Frauensache ein vielstimmiges Portrait gewidmet.“ (Karin Schiefer, AFC)
Interviews mit Johanna Dohnals Tochter, mit der Enkelin, der Lebenspartnerin sowie mit ehemaligen beruflichen und politischen Weggefährt_innen werden mit TV-Beiträgen des ORF geschickt verknüpft. „Das Archivmaterial, in dem Johanna Dohnal zu Wort kommt, bildet das Herz des Filmes“ meint Sabine Derflinger. Ausschnitte aus legendären Sendungen wie Club 2 oder Prisma vermitteln nicht nur das gesellschaftliche Klima der 1970er und 80er Jahre sondern nebenbei auch ein Stück Mediengeschichte. Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.
Derflinger erinnert mit historischer Präzision an Dohnals politisches Vermächtnis und schlägt eine Brücke zu Gegenwart und Zukunft, indem sie auch den Überlegungen junger Journalist_innen und Aktivist_innen Raum gibt. „Der Film ist genau das geworden, was ich mir gewünscht hatte: es sollte ein Film werden, in dem sich die Generationen begegnen, einer, der Johanna Dohnal lebendig werden lässt und ein Film, der Feminismus begreifbar macht, nämlich nicht als etwas, das man als Hobby betreibt, sondern [etwas,] das ein grundlegendes Menschenrecht darstellt, das sich absurderweise noch immer nicht durchgesetzt hat.“ (Sabine Derflinger)

Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.

Ausführliche Filmkritik von Walter Gasperi und Trailer

Die Dohnal

Die Dohnal
FRAUENMINISTERIN | FEMINISTIN | VISIONÄRIN

Regie: Sabine Derflinger, Österreich 2019, Dokumentarfilm, 104 Min. Protagonist_innen: Annemarie Aufreiter, Ingrid Dohnal, Johanna-Helen Dohnal, Ferdinand Lacina, Alice Schwarzer, Bruno Kreisky, Franz Vranitzky, Elisabeth Rosenmayr, Christine Stromberger, Trautl Brandstaller, Julia Pühringer u.a.

Die Dohnal

Johanna Dohnal (14.2.1939 – 20.2.2010) war nicht nur eine Politikerin, die für Frauen und Mädchen in Österreichs konservativer Gesellschaft die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen grundlegend verbessert hat, sie war eine Feministin und Visionärin, die leider viel zu früh an der Umsetzung ihrer Visionen gehindert wurde. Anders auf den Punkt gebracht: „Johanna Dohnal war eine lesbisch-feministische Superheldin.“ (Katja Wiederspahn in: viennale.at).
Trotzdem weiß die jüngere Generation erstaunlich wenig über das politische Wirken der ehemaligen Staatssekretärin für Frauenfragen und Bundesministerin für Frauenangelegenheiten, auf die wichtige Gesetze zur Gleichstellung von Frauen, zum Gewaltschutz und zur Frauenförderung zurückgehen. „Sabine Derflinger hat in DIE DOHNAL der unermüdlichen Kämpferin und Wegbereiterin der Frauensache ein vielstimmiges Portrait gewidmet.“ (Karin Schiefer, AFC)
Interviews mit Johanna Dohnals Tochter, mit der Enkelin, der Lebenspartnerin sowie mit ehemaligen beruflichen und politischen Weggefährt_innen werden mit TV-Beiträgen des ORF geschickt verknüpft. „Das Archivmaterial, in dem Johanna Dohnal zu Wort kommt, bildet das Herz des Filmes“ meint Sabine Derflinger. Ausschnitte aus legendären Sendungen wie Club 2 oder Prisma vermitteln nicht nur das gesellschaftliche Klima der 1970er und 80er Jahre sondern nebenbei auch ein Stück Mediengeschichte. Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.
Derflinger erinnert mit historischer Präzision an Dohnals politisches Vermächtnis und schlägt eine Brücke zu Gegenwart und Zukunft, indem sie auch den Überlegungen junger Journalist_innen und Aktivist_innen Raum gibt. „Der Film ist genau das geworden, was ich mir gewünscht hatte: es sollte ein Film werden, in dem sich die Generationen begegnen, einer, der Johanna Dohnal lebendig werden lässt und ein Film, der Feminismus begreifbar macht, nämlich nicht als etwas, das man als Hobby betreibt, sondern [etwas,] das ein grundlegendes Menschenrecht darstellt, das sich absurderweise noch immer nicht durchgesetzt hat.“ (Sabine Derflinger)

Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.

Ausführliche Filmkritik von Walter Gasperi und Trailer

Über die Unendlichkeit

Über die Unendlichkeit
(OM DET OÄNDLIGA)

Regie und Buch: Roy Andersson, Schweden/Deutschland/Norwegen/Frankreich 2019,
78 Min, schwedische OmU.

Über die Unendlichkeit

In Roy Anderssons neuem Film nimmt uns eine unverzagte Erzählerin an der Hand und lässt uns in anekdotenhaften kurzen Episoden traumgleich umherschweifen: vom Alltäglichsten zur absoluten Ausnahmesituation. Mit jedem Schnitt eröffnet ÜBER DIE UNENDLICHKEIT ein Fenster in eine elegische Welt, eine hyperreale Version der unseren. Ihre Bewohner sehen aus, als hätten sie nie die Sonne gesehen. Sie wirken abgekämpft, schäbig und traurig, die wenigen Ausnahmen bestätigen spöttisch die Regel.
Die meisten Miniaturen stehen für sich und werden nicht wieder aufgegriffen: Ein Paar beobachtet vorbeiziehende Vögel. Ein Kellner überfüllt ein Weinglas. Ein Ehestreit eskaliert auf offener Straße. Ein Mann wird im Bus von einer Existenzkrise überwältigt, ein anderer hingerichtet. Ein Liebespaar schwebt über einer ausgebrannten Stadt. Hitler erlebt seine letzten Stunden im Bunker. Ein Mädchen gießt eine Topfpflanze.
Der schwedische Regisseur bleibt seinen Markenzeichen treu: geisterhaft weißgeschminkte Männer, historische Referenzen, präzise gestaltete Tableaus, größtmögliche Reduktion. Manchmal werfen die einzelnen Situationen philosophische Fragen auf. Manchmal sind die Dinge, von denen berichtet wird, grotesk lustig, so wie der Zahnarzt, der frustriert von seinem Patienten mitten in der Behandlung aufsteht und lieber zum Trinken in die Kneipe geht. Die farbreduzierten lebenden Tableaus legen es jedoch nicht auf Pointen an, ihr Humor speist sich aus der tieferen Einsicht in die existenzielle Absurdität menschlichen Strebens. (nach: viennale.at; filmstarts.de; movies.ch, leokino.at)

Der Film erhielt den Europäischen Filmpreis 2019 für die Besten visuellen Effekte und den Silbernen Löwen für die beste Regie, Venedig 2019.
Nicht versäumen! Nur noch heute!

Ausführliche Kritik von Walter Gasperi und Trailer  hier.