Nebenan

NEBENAN

D 2021, Cinemascope, 92 Min, dt. OF
Regie: Daniel Brühl, Buch: Daniel Kehlmann

Darsteller: Daniel Brühl: Daniel; Peter Kurth: Bruno; Rike Eckermann: Wirtin; Aenne Schwarz: Clara

Berlin-Prenzlauer Berg. Am Ende dieses Sommertags wird nichts mehr so sein wie zuvor. Nur weiß Daniel davon noch nichts. Er ist der Protagonist eines tragikomischen Szenarios und als solcher ebenso ahnungslos wie erfolgsverwöhnt. Die Loft-Wohnung ist schick, seine Ehefrau auch, die Kinder hat die Nanny im Griff. Alles flott, alles bilingual, alles bereit für den Jet-Trip zum Casting, wo für den deutschspanischen Schauspielstar eine Rolle in einem Superheldenfilm in Aussicht steht. Als er schnell noch in der Eckkneipe einkehrt, sitzt dort Bruno. Und der hat, wie von nun an im Minutentakt durchsickert, lange auf diesen Moment gewartet. Ein Verlierer der Wiedervereinigung, Gentrifizierungsopfer in Berlin-Ex-Ost, ein Ewigübersehener nimmt Rache. Daniel ist seine Zielscheibe.

Brühls Regiedebüt sitzt. Nach einer Idee des Regisseurs von Daniel Kehlmann geschrieben, kombiniert das Drehbuch messerscharfe Dialoge mit kauzigem Thekenraunen und feiert das Eckkneipen-Kammerspiel als Genre: lokal vs. global, Rollkoffer-Take-Off vs. Lauschangriff übers Fenster zum Hof. Die Figurenpsychologie ist perfekt, die Verbalspiralen nicht enden wollend, besonders fies Peter Kurth (Bruno) und köstlich selbstironisch: Daniel Brühl.

  • Quelle: 71. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog), wo der Film im Wettbewerb lief.

Der bekannte Schauspieler Daniel steht am Morgen auf, seine Tochter ist schon wach, seine Frau, eine Ärztin, schläft noch. In Spanisch weist er die Haushaltshilfe an. Er bereitet sich ein gesundes Frühstück zu und lässt in seiner teuren Berliner Loftwohnung aus der Designer-Espressomaschine einen Kaffee strömen. Er übt einen eigenartigen Text und soll diesen in London bei einem Casting vortragen, er verspricht sich einen großen Erfolg im Genre der Superheldenfilms. Mit seinen Rollkoffer verlässt er die Wohnung und eine Limousine, die ihn zum Flughafen bringen soll wartet auf ihn, doch er schickt sie weg und geht in eine Kneipe an der Ecke. Dort drinnen befindet sich Bruno, der sich offenbar genauestens auf ein Treffen mit Daniel vorbereitet hat. Er wohnt im alten Haus dahinter und er sieht in dessen Wohnung. Er bittet ihn um ein Autogramm beginnt eine Diskussion um seinen ersten großen Filmerfolg „Good Bye, Lenin“. Bruno kritisiert dessen romantisierende Wesssi-Sicht und die negative Zeichnung der DDR-Beamten, besonders der Stasi. Die seien ganz normale Menschen gewesen. Er lässt es offen, ob er in einem Gefängnis der DDR Wärter oder Häftling gewesen ist oder selbst bei der Stasi war. Jedenfalls arbeitet er, wie wir später erfahren, jetzt bei der Nachthotline eines Kreditkartenunternehmens. Wenn man seine Kreditkarte verliert oder sie gestohlen wird, wird sie hier sofort gesperrt und die Abbuchung verifiziert. So hat Bruno praktisch Zugriff auf alle Kreditkartentransaktionen und kann so vieles interpretieren, etwa ob jemand in einem Hotel in einem Einzel- oder Doppelzimmer, ob in einem Restaurant alleine oder in Gesellschaft gegessen wurde.

Schluck um Schluck, Bier und Schnaps, konfrontiert er Daniel mit schockierenden Details aus seinem und seiner Frau Privatleben, so sehr dass das wichtige Casting in den Hintergrund gerät.

In breitem Cinemascope macht Brühl aus einer engen Kneipe ein Ort mit Kontakten in die weite Welt, lässt den arroganten Schauspieler mit einem von Umschulungen und Gentrifizierung betroffen ehemaligen DDR-Bürger zusammenkrachen, der ihn schon lange beobachtete und ausspionierte. Sein Wissen soll fatale Folgen haben.

***1/2 es gelingt, dieses Kammerspiel immer spannender werden zu lassen, witzige  Einlagen gibt es auch. Hervorragend die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Peter Kurth.

Epicentro

Epicentro

Dokumentarfilm, AT/FR 2020, 108 min, spanische, englische OmU
Regie, Buch, Kamera: Hubert Sauper

In Havanna, Kuba, steht Veränderung vor der Tür. Fidel Castro ist tot, in den USA ist Trump der neue Präsident. Kann die karibische Republik das Paradies bleiben, für das es einige halten? Was wird aus der politischen Utopie? Hubert Sauper legt in seinem Film viele Fährten aus, es geht um die Macht der Kamera, Hollywood und Imperialismus. Um Tourist/innen und vermeintliche Kubafreund/innen, einen Fotografen aus New York und Kompliz/innenschaft.

Kubanische Frau mit Fidel-Plakat

Hubert Sauper geht in Epicentro auf eine Reise. Das Imaginative spielt eine Rolle, genauso aber auch beinharte Realität. Wir befinden uns auf Kuba. Ist dort das Paradies zu finden? Immer wieder geistert der Begriff durch den Film, ebenso das Wort „Utopie“, das man folgendermaßen übersetzen kann: good place oder no place.

Inspiriert hat Sauper unter anderem ein Buch von Johannes Schmidl namens „Energie und Utopie“. Hier geht es auch darum, wie es sich mit Paradoxien leben lässt. Und warum der Mensch dazu tendiert, am Status quo festzuhalten. Epicentro legt viele Fährten aus. Die Macht des Kinos ist von zentraler Bedeutung („Kino ist Hexerei“) und natürlich die USA, der benachbarte „Imperialist“, von dem sich viele, die Sauper mit seiner Kamera einfängt, bedroht fühlen, der aber gleichzeitig enorm fasziniert. Die USA seien für sie Disney, sagt eine junge Frau in einer Bar. Brad Pitt und Leonardo DiCaprio und dazwischen Mickey Mouse. In einer anderen Szene torkelt in einem Wohnzimmer Captain Jack Sparrow über den Fernsehbildschirm.

Sauper agiert in Epicentro mit freier Kamera, man wird eingewebt in eine Stadt, Havanna, in der ­sich Marodes, Aufpoliertes, verbliebener Kommunismus und in Form von Tourist/innen einströmender Kapitalismus (ein Federhalter für mehr als 2.000 US-Dollar in einer Auslage) vermischen. Ein älterer Deutscher und Anhänger des Tango, der sich im Land gut auszukennen meint, fasst das Leben auf Kuba als wohlhabender weißer Mann so: „Sonne, leben, Spaß haben.“ Ein Fotograf aus New York wiederum verschenkt einen Kugelschreiber an einen kleinen Jungen, weil der eine Gegenleistung vom Fremden erwartet, der unaufgefordert in die Wohnbereiche seiner Familie eingedrungen ist und nun alle und alles ablichtet. Normalerweise würde er so etwas nicht tun, für Fotos in irgendeiner Form bezahlen. Denn: „Getting photographed by me is an honor.“

Der Kontrast, wie sich Sauper seinen Protagonist/innen nähert, tritt dann umso deutlicher hervor. Sauper ist kein Imperialist mit Kamera in der Hand, er wird zum Komplizen, insbesondere der Kinder, die im Film zu sehen sind. Vor allem ein Mädchen sticht hervor, an der Schwelle zur Frau, das von einer Karriere als Schauspielerin träumt und dem man streckenweise auch zutraut, dass es diesen Traum verwirklichen wird. Während der Dreharbeiten stirbt Fidel Castro, und ein paar Kilometer weiter nördlich kommt Donald Trump an die Macht. Epicentro wird möglicherweise zum Epizentrum eines sich ankündigenden Umbruchs. (Katalogtext Diagonale, cw)

Für mich, der schon auf Kuba war und persönliche Beziehungen bis heute pflegt, war dies der beste Film des Festivals. Zu Beginn bekommen wir eine Lektion in Filmgeschichte; ist der Film nicht generell Fake? Ganze Seeschlachten wurden mit Modellen in der Badewanne gefilmt. Kubas Jugend bekommt dies erklärt. Er zeigt Havanna vor der Pandemie aus dem Blickwinkel von Touristen (dem schlimmsten Aggregatzustand des Menschen), die ein Sozialismus-Museum erleben wollen, aber auch von Kindern, die fröhlich und selbstsicher Fragen zur Geschichte beantworten. Natürlich hören wir Guantanamera, die kubanische Nationalhymne und die Internationale. In großartigen Bildern sehen wir, wenn wir vom Malecon in Richtung Miami blicken stürmische Wellen, die meterhoch aufbrausen. Es wird nicht verschwiegen, dass die wunderschöne Altstadt von La Habana in sehr desolatem Zustand ist, Medikamente und Lebensmittel knapp sind und es Prostitution gibt. Aber solange es Salsa-Musik und Rum gibt, sind die Menschen noch fröhlich. Damals durften riesige Kreuzfahrtschiffe noch in Havanna einfahren und auch amerikanische Touristen erstaunt das Revolutionsmuseum besuchen. Zwei fotogene Kinder hat Sauper ins Herz geschlossen und sogar in Hotels und Shopping Malls eingeschleust, die nur für die zahlungskräftigen Ausländer bestimmt sind.

Wer nicht gerade ein Trump-Anhänger ist und den Imperialismus gut findet, wird diesen Film lieben!****

Trailer hier

Epicentro

Epicentro

Dokumentarfilm, AT/FR 2020,  108 min, spanisch, englisch OmU
Regie, Buch, Kamera : Hubert Sauper

In Havanna, Kuba, steht Veränderung vor der Tür. Fidel Castro ist tot, in den USA ist Trump der neue Präsident. Kann die karibische Republik das Paradies bleiben, für das es einige halten? Was wird aus der politischen Utopie? Hubert Sauper legt in seinem Film viele Fährten aus, es geht um die Macht der Kamera, Hollywood und Imperialismus. Um Tourist/innen und vermeintliche Kubafreund/innen, einen Fotografen aus New York und Kompliz/innenschaft.

Hubert Sauper geht in Epicentro auf eine Reise. Das Imaginative spielt eine Rolle, genauso aber auch beinharte Realität. Wir befinden uns auf Kuba. Ist dort das Paradies zu finden? Immer wieder geistert der Begriff durch den Film, ebenso das Wort „Utopie“, das man folgendermaßen übersetzen kann: good place oder no place.

Inspiriert hat Sauper unter anderem ein Buch von Johannes Schmidl namens „Energie und Utopie“. Hier geht es auch darum, wie es sich mit Paradoxien leben lässt. Und warum der Mensch dazu tendiert, am Status quo festzuhalten. Epicentro legt viele Fährten aus. Die Macht des Kinos ist von zentraler Bedeutung („Kino ist Hexerei“) und natürlich die USA, der benachbarte „Imperialist“, von dem sich viele, die Sauper mit seiner Kamera einfängt, bedroht fühlen, der aber gleichzeitig enorm fasziniert. Die USA seien für sie Disney, sagt eine junge Frau in einer Bar. Brad Pitt und Leonardo DiCaprio und dazwischen Mickey Mouse. In einer anderen Szene torkelt in einem Wohnzimmer Captain Jack Sparrow über den Fernsehbildschirm.

Sauper agiert in Epicentro mit freier Kamera, man wird eingewebt in eine Stadt, Havanna, in der ­sich Marodes, Aufpoliertes, verbliebener Kommunismus und in Form von Tourist/innen einströmender Kapitalismus (ein Federhalter für mehr als 2.000 US-Dollar in einer Auslage) vermischen. Ein älterer Deutscher und Anhänger des Tango, der sich im Land gut auszukennen meint, fasst das Leben auf Kuba als wohlhabender weißer Mann so: „Sonne, leben, Spaß haben.“ Ein Fotograf aus New York wiederum verschenkt einen Kugelschreiber an einen kleinen Jungen, weil der eine Gegenleistung vom Fremden erwartet, der unaufgefordert in die Wohnbereiche seiner Familie eingedrungen ist und nun alle und alles ablichtet. Normalerweise würde er so etwas nicht tun, für Fotos in irgendeiner Form bezahlen. Denn: „Getting photographed by me is an honor.“

Der Kontrast, wie sich Sauper seinen Protagonist/innen nähert, tritt dann umso deutlicher hervor. Sauper ist kein Imperialist mit Kamera in der Hand, er wird zum Komplizen, insbesondere der Kinder, die im Film zu sehen sind. Vor allem ein Mädchen sticht hervor, an der Schwelle zur Frau, das von einer Karriere als Schauspielerin träumt und dem man streckenweise auch zutraut, dass es diesen Traum verwirklichen wird. Während der Dreharbeiten stirbt Fidel Castro, und ein paar Kilometer weiter nördlich kommt Donald Trump an die Macht. Epicentro wird möglicherweise zum Epizentrum eines sich ankündigenden Umbruchs. (Katalogtext Diagonale, cw)

Für mich, der schon auf Kuba war und persönliche Beziehungen bis heute pflegt, war dies der beste Film des Festivals. Zu Beginn bekommen wir eine Lektion in Filmgeschichte; ist der Film nicht generell Fake? Ganze Seeschlachten wurden mit Modellen in der Badewanne gefilmt. Kubas Jugend bekommt dies erklärt. Er zeigt Havanna vor der Pandemie aus dem Blickwinkel von Touristen (dem schlimmsten Aggregatzustand des Menschen), die ein Sozialismus-Museum erleben wollen, aber auch von Kindern, die fröhlich und selbstsicher Fragen zur Geschichte beantworten. Natürlich hören wir Guantanamera, die kubanische Nationalhymne und die Internationale. In großartigen Bildern sehen wir, wenn wir vom Malecon in Richtung Miami blicken stürmische Wellen, die meterhoch aufbrausen. Es wird nicht verschwiegen, dass die wunderschöne Altstadt von La Habana in sehr desolatem Zustand ist, Medikamente und Lebensmittel knapp sind und es Prostitution gibt. Aber solange es Salsa-Musik und Rum gibt, sind die Menschen noch fröhlich. Damals durften riesige Kreuzfahrtschiffe noch in Havanna einfahren und auch amerikanische Touristen erstaunt das Revolutionsmuseum besuchen. Zwei fotogene Kinder hat Sauper ins Herz geschlossen und sogar in Hotels und Shopping Malls eingeschleust, die nur für die zahlungskräftigen Ausländer bestimmt sind.

Wer nicht gerade ein Trump-Anhänger ist und den Imperialismus gut findet, wird diesen Film lieben!****

Trailer hier

Der Rausch

Der Rausch (Druk)

Thomas Vinterberg, DK, SE, NL 2020, 116 Min

Martin unterrichtet nur noch fad seinen Geschichtsunterricht am Gymnasium und wird dafür von den Schülern und ihren Eltern kritisiert, auch seine persönliche Beziehung zu seiner Frau ist zur Routine verkommen, oder schlimmer, sie treffen sich kaum noch.
Nun plant er mit drei Kollegen ein Experiment: ein permanenter 0,5 Promille-Pegel soll sie dynamischer, selbstsicherer und unterhaltsamer machen. Tatsächlich gelingt das anfangs prächtig und der Unterricht der vier Professoren wird so lebendig wie nie zuvor. Sie lehren wieviel Churchill und Hemingway tranken und wie wenig Hitler. Doch dann meint einer, der optimale Alkoholpegel könne wohl individuell unterschiedlich, höher, sein und sie steigern schrittweise die Dosis bis zum Vollrausch, einmal wird es natürlich zuviel … der Sportlehrer unter ihnen scheint rasch süchtig zu werden und überlebt einen alkoholbedingten Unfall nicht. Zeit, wieder zur Normalität zurück zu kehren, doch was inzwischen auf Beziehungsebene kaputt ging, lässt sich nicht so leicht wieder kitten.

**** Das gefährliche Trink-Experiment der vier Gymnasial-Professoren wirkt wie ein Vergrößerungsglas auf die gesellschaftlichen Normen und lässt auch den Zuseher den persönlichen Umgang mit der gesellschaftlich akzeptierten Droge Alkohol hinterfragen.

Der Film errang viele Preise, darunter gleich drei beim Europäischen Filmpreis (bester Film, beste Regie – Vinterberg, bester Hauptdarsteller – Mads Mikkelsen), drei Preise in San Sebastian, und den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Erfreulicherweise spült er auch wieder etwas Geld in die leeren Kinokassen, er ist gut besucht.

Ex Machina

Nachdem derzeit das Thema Künstliche Intelligenz, bzw. Humanoide Roboter Hochkonjunktur feiert (z.B. „The Trouble of Being Born“, Österr. Filmpreis 2021; Schraders „Ich bin dein Mensch“, u.a.) habe ich mir die Universal-Produktion
EX MACHINA auf Netflix angesehen. Der Film war 2015 in den deutschen Kinos und ist nun auf Netflix. GB 2015, Regie: Alex Garland. Cinemascope, 108 Min.
Der begabte Programmierer Caleb bei der führenden Internet-Suchmaschine wird auf das Anwesen des exzentrischen Firmengründers Nathan eingeladen, das nur per Hubsschrauber erreichbar ist, da es inmitten eines Naturgebietes liegt.
Dort entwickelt Nathan KI bzw. humanoide Roboterinnen. Caleb soll prüfen, ob diese so echt wirken, dass sie ein eigenes Bewusstsein zu haben scheinen und mehr noch, dass man sich in sie verlieben kann und vice versa. Ava, die schöne Roboterfrau soll auch dahin getestet werden, ob sie ihrem Schöpfer Schaden könnte. Caleb verliebt sich tatsächlich in Ava und will ihr helfen, die wahre Welt kennen zu lernen, da sie noch nie das Haus von Nathan verlassen durfte. Als dieser wieder einmal betrunken ist, klaut ihm Caleb die Keycard mit allen Berechtigungen und programmiert an ihr herum.
**** Die durchgehend spannende und optisch hoch anspruchsvolle Geschichte endet fatal… 

Bei der Oscar-Verleihung 2016 für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet.

Papicha

Papicha

Frankreich / Algerien / Belgien /Katar 2019, 105 min, arab. O.m.U.
Regie: Mounia Meddour; Drehbuch: Fadette Drouard, Mounia Meddur.

Eine junge algerische Studentin will 1997 eine Modenschau veranstalten, obwohl das nicht einfach ist, da in ihrem Land Frauen unterdrückt werden. – „Ein dynamischer, leidenschaftlicher, glühender Film.“ (Watson.ch)

Mounia Meddour

Algier in den 90er Jahren. Die 18-jährige Studentin Nedjma lebt im Studentenwohnheim und träumt davon, Modedesignerin zu werden. Nach Einbruch der Nacht schlüpft sie mit ihren besten Freundinnen durch den Zaun des Wohnheims, und geht in den Nachtclub, wo sie den „Papichas“, hübschen algerischen Mädchen, ihre Kreationen verkauft. Die politische und soziale Lage im Land verschlechtert sich zunehmend. Ungeachtet dieser Ausweglosigkeit beschließt Nedjma, für ihre Freiheit zu kämpfen, und veranstaltet eine Modenschau, mit der sie sich über alle Verbote hinwegsetzt.

Nachdem PAPICHA das Publikum in Cannes bewegte, wurde er nach und nach zum Referenzfilm für die neue algerische Generation, als Symbol für ihren Wunsch nach Meinungsfreiheit. Er wurde für Algerien bei den Oscars für den besten internationalen Film nominiert, auch wenn der algerische Kinostart danach zensiert wurde.

Die Geschichte ist inspiriert von den eigenen Erfahrungen der Regisseurin Mounia Meddour und ihrer vier Freundinnen, die alle von einem neuen Leben träumten.


Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/papicha

Trailer hier

Papicha

Papicha

Frankreich / Algerien / Belgien /Katar 2019, 105 min, arab. O.m.U.
Regie: Mounia Meddour; Drehbuch: Fadette Drouard, Mounia Meddur.

Eine junge algerische Studentin will 1997 eine Modenschau veranstalten, obwohl das nicht einfach ist, da in ihrem Land Frauen unterdrückt werden. – „Ein dynamischer, leidenschaftlicher, glühender Film.“ (Watson.ch)

Algier in den 90er Jahren. Die 18-jährige Studentin Nedjma lebt im Studentenwohnheim und träumt davon, Modedesignerin zu werden. Nach Einbruch der Nacht schlüpft sie mit ihren besten Freundinnen durch den Zaun des Wohnheims, und geht in den Nachtclub, wo sie den „Papichas“, hübschen algerischen Mädchen, ihre Kreationen verkauft. Die politische und soziale Lage im Land verschlechtert sich zunehmend. Ungeachtet dieser Ausweglosigkeit beschließt Nedjma, für ihre Freiheit zu kämpfen, und veranstaltet eine Modenschau, mit der sie sich über alle Verbote hinwegsetzt.

Nachdem PAPICHA das Publikum in Cannes bewegte, wurde er nach und nach zum Referenzfilm für die neue algerische Generation, als Symbol für ihren Wunsch nach Meinungsfreiheit. Er wurde für Algerien bei den Oscars für den besten internationalen Film nominiert, auch wenn der algerische Kinostart danach zensiert wurde.

Die Geschichte ist inspiriert von den eigenen Erfahrungen der Regisseurin Mounia Meddour und ihrer vier Freundinnen, die alle von einem neuen Leben träumten.


Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/papicha

Trailer hier

41. Generalversammlung

Coronabedingt können wir erst jetzt die jährliche Generalversammlung durchführen.

Am Montag, 5.7.2020 findet um 19:00 Uhr in der Pergola (Bei Schlechtwetter im Blauen Salon) des Hauses Edlach 4 – Dornbirn die 41. ordentl. Generalversammlung des FKC statt.
Wir laden dazu alle stimmberechtigten (= im Jahre 2020 oder bis jetzt den Mitgliedsbeitrag bezahlt) Vereinsfrauen und Mitglieder des FKC, sowie alle Interessierten herzlich ein. Wir bitten um Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln.

Tagesordnung:
1) Begrüßung und Feststellung der Beschlußfähigkeit, Protokoll der 40. o.GV vom 22.6.20
wird bereitgestellt

2) Bericht des Obmannes über das vergangene Vereinsjahr – wird bereitgestellt

3) Bericht der Kassierins Veronika Verzetnitsch. – wird bereitgestellt

4) Bericht der Rechnungsprüfer Heinz Schmidt und Anita Bohle, ggf. Entlastung des Vorstandes

5) Neuwahl des gesamten Vorstandes und der Rechnunsgprüfer sind gemäß den Statuten heuer nicht erforderlich. Lt ZVR ist der Vorstand bis 22.6.2022 noch im Amt.
Alle drei Subventionsgeber haben auf Sichtung des Originalordners verzichtet und waren mit Ein – und Ausgabenrechnung in Excel-Form zufrieden.

6) Lage der Kinos während der Corona – Krise im Jahre 2021.
Es gab ein totales Lockdown vom Nov. 20 bis März 21. Der letzte Film im alten Jahr war „Il traditore“ am 29.10.20, der erste Film im neuen Jahr am 24.3.21 „Ein bisschen bleiben wir noch“.
Maskenpflicht, Test / Impf- / Genesungsnachweis wirkten sich ungünstig auf die Besucherzahlen aus. Trotzdem ist es eigentlich besser gelaufen als befürchtet. Immerhin vier Titel lagen über 40 Besuchern.


7) Programmschwerpunkte bis Jahresende, Filmwünsche, Einladung an Filmschaffende.
Wir bitten um Vorschläge aus dem Repertoire österreichischer Verleiher.

8) Besuche von Filmfestivals in aller Welt, Festivalberichte
Heuer konnte nur Saarbrücken und Solothurn nicht besucht werden. Crossing Europe in Linz und die Diagonale Graz fanden unter etwas erschwerten Bedingungen statt, funktionierten aber letztlich.
Walter und Norbert berichteten intensiv.
Die Alpinale Bludenz wird vom 10. – 14. 8. stattfinden, das IFFI vom 5.-10.10.21.
Auch das 70mm Festival Karlsruhe könnte wieder stattfinden (ist aber noch nicht fix, wenn soziale Kontakte unmöglich sind, wird darauf verzichtet).

9) Subventionen 2021 : alle Subventionen sind inzwischen eingelangt.

10) 40 Jahre FKC-Fest nachholen?: Wir sind nun im 42. Jahr, die erste Aufführung jährt sich zum 41x  am 24.9.21. Nun müssen wir uns Gedanken machen, wann und wie das gefeiert werden soll, bzw. darf.
Eine power-point Show ist vorbereitet.

14) Allfälliges.
Bitte um rechtzeitige Bekanntgabe weiterer TOP.

Anträge auf weitere TOP sind bis vor Beginn der GV an den Obmann zu richten, insbesondere solche, die einer Abstimmung bedürfen.

 Um vollständiges Erscheinen des Vorstandes wird gebeten!

Der Obmann:                                                                                      Der Schriftführer:

Dr. Norbert Fink eh.                                                                           Dr. Urs Vokinger

 

Ema

Ema

Chile 2019, 101 Min, spanische OmU
Regie: Pablo Larraín, mit Mariana Di Girolamo, Gael García Bernal u.v.m.

Ema

Ema und Gastón sind künstlerische Freigeister einer Tanzkompanie. Ihr Leben wird von einem Tag auf den anderen aus den Angeln gerissen, als ihr kleiner Adoptivsohn Polo Emas Schwester schwer verletzt. Impulsiv und radikal wie sie ist, entscheidet sich Ema, das Kind wieder fortzugeben, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Plötzlich steht die junge Tänzerin im Kreuzfeuer der Kritik. Ihr Partner, die Kollegen, das Jugendamt alle verurteilen ihre Entscheidung als eigenmächtig und herzlos. Was nun folgt, steh t auf keinem Blatt der Welt geschrieben: Statt zu leiden, stürzt sich die selbstbewusste Ema ins Leben. Zusammen mit ihrer Mädchen Gang legt sie die Welt um sich herum in Flammen. Reggaeton, der Tanz der Straße und der Jugend, ist dabei ihr Ventil. Liebe, Familie, Kunst Ema sprengt alle Koordinaten. Sie experimentiert, überschreitet Grenzen, verführt Männer und Frauen um am Ende alle Fäden des Schicksals selbst in der Hand zu halten.

Pablo Larraín (NO, NERUDA) widmet sich mit EMA der heutigen Jugend, ihrer Absolutheit, ihrer Freiheit, ihrer Kompromisslosigkeit. In seinen flirrenden, aufgeladenen Bildern, die zwischen harter Realität und Metapher oszillieren, fängt Larraín die explosive Kraft einer unvergesslichen Heldin ein. Wer sich auf dieses flammend e Avantgarde Märchen einlässt, wird mitgerissen in ein Delirium,das auf der Leinwand seinesgleichen sucht. Modernes, schillerndes, vielleicht sogar wahnsinniges Kino at its best!

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/streaming-ema-ema-y-gast%C3%B3n

Ema ist Tänzerin und lebt zusammen mit Gastón. Sie hatten ein Waisenkind adoptiert, doch nach kurzer Zeit entschied sich Ema, ihn „zurückzugeben“, da er mit Feuer spielte und jemanden verletzt hat. Ihr Umfeld reagierte entsetzt und auch Ema scheint es sich überlegt zu haben. Doch als das Adoptionsamt ihr sagt, dass er bei einer neuen Familie ist, ist Ema klar: Sie zieht in den Krieg! Ihre Waffen: Sex, Tanz – und ein Flammenwerfer!

„Ein heftiger Film, der unmittelbar an die frühen Melodramen von Pedro Almodóvar erinnert und sich kräftig ins Gedächtnis brennt.“ (cineman)

„Durch seine intensive szenische Erzählweise findet der außergewöhnliche Film markante Bilder für die Ambivalenz von Mutterschaft und verbindet die Kraft des Reggaeton-Tanzes eindrucksvoll mit der Suche nach neuen Lebensweisen.“ (filmdienst.de)
„Der Film ist spielerisch montiert, zärtlich inszeniert und fein intoniert. Ema y Gastón ist ein cineastischer Leckerbissen.“ (SRF 2 Kultur)

„Eine gestalterisch aussergewöhnliche Geschichte voller Liebe, Passion, Tanz und Musik. Ein bildgewaltiges Werk mit Sogwirkung.“ (Kulturtipp)

Trailer: https://youtu.be/-tFtNnZ_zgM

Ema

Ema

Chile 2019, 101 Min, spanische OmU
Regie: Pablo Larraín, mit Mariana Di Girolamo, Gael García Bernal u.v.m.

Ema und Gastón sind künstlerische Freigeister einer Tanzkompanie. Ihr Leben wird von einem Tag auf den anderen aus den Angeln gerissen, als ihr kleiner Adoptivsohn Polo Emas Schwester schwer verletzt. Impulsiv und radikal wie sie ist, entscheidet sich Ema, das Kind wieder fortzugeben, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Plötzlich steht die junge Tänzerin im Kreuzfeuer der Kritik. Ihr Partner, die Kollegen, das Jugendamt alle verurteilen ihre Entscheidung als eigenmächtig und herzlos. Was nun folgt, steh t auf keinem Blatt der Welt geschrieben: Statt zu leiden, stürzt sich die selbstbewusste Ema ins Leben. Zusammen mit ihrer Mädchen Gang legt sie die Welt um sich herum in Flammen. Reggaeton, der Tanz der Straße und der Jugend, ist dabei ihr Ventil. Liebe, Familie, Kunst Ema sprengt alle Koordinaten. Sie experimentiert, überschreitet Grenzen, verführt Männer und Frauen um am Ende alle Fäden des Schicksals selbst in der Hand zu halten.

Pablo Larraín (NO, NERUDA) widmet sich mit EMA der heutigen Jugend, ihrer Absolutheit, ihrer Freiheit, ihrer Kompromisslosigkeit. In seinen flirrenden, aufgeladenen Bildern, die zwischen harter Realität und Metapher oszillieren, fängt Larraín die explosive Kraft einer unvergesslichen Heldin ein. Wer sich auf dieses flammend e Avantgarde Märchen einlässt, wird mitgerissen in ein Delirium,das auf der Leinwand seinesgleichen sucht. Modernes, schillerndes, vielleicht sogar wahnsinniges Kino at its best!

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/streaming-ema-ema-y-gast%C3%B3n

Ema ist Tänzerin und lebt zusammen mit Gastón. Sie hatten ein Waisenkind adoptiert, doch nach kurzer Zeit entschied sich Ema, ihn „zurückzugeben“, da er mit Feuer spielte und jemanden verletzt hat. Ihr Umfeld reagierte entsetzt und auch Ema scheint es sich überlegt zu haben. Doch als das Adoptionsamt ihr sagt, dass er bei einer neuen Familie ist, ist Ema klar: Sie zieht in den Krieg! Ihre Waffen: Sex, Tanz – und ein Flammenwerfer!

„Ein heftiger Film, der unmittelbar an die frühen Melodramen von Pedro Almodóvar erinnert und sich kräftig ins Gedächtnis brennt.“ (cineman)

„Durch seine intensive szenische Erzählweise findet der außergewöhnliche Film markante Bilder für die Ambivalenz von Mutterschaft und verbindet die Kraft des Reggaeton-Tanzes eindrucksvoll mit der Suche nach neuen Lebensweisen.“ (filmdienst.de)
„Der Film ist spielerisch montiert, zärtlich inszeniert und fein intoniert. Ema y Gastón ist ein cineastischer Leckerbissen.“ (SRF 2 Kultur)

„Eine gestalterisch aussergewöhnliche Geschichte voller Liebe, Passion, Tanz und Musik. Ein bildgewaltiges Werk mit Sogwirkung.“ (Kulturtipp)

Trailer: https://youtu.be/-tFtNnZ_zgM

Ema