Was wir wollten

Was wir wollten
Österreich 2020, Regie: Ulrike Kofler, Cinemascope, ca.96 Min
Ein Paar hat den vierten Versuch einer künstlichen Befruchtung erfolglos hinter sich, mehr Versuche sind nicht möglich. Die Ärztin rät den beiden sich einen schönen Urlaub zu gönnen und zu entspannen, vielleicht gelingt es dann auf natürliche Weise. Doch Alice geht schon auf die 40 zu, höchste Zeit zum Kinderkriegen nach Business Konzept. Sie fahren in ein schönes Resort nach Sardinien. Nebenan hat sich ein Tiroler Vorzeige-Ehepaar einquartiert, mit denen sie sich bald anfreunden. Doch die wollten ihre Nachkommen eigentlich gar nicht; die liebe kleine Tochter nervt manchmal und macht auch eine teure Brille kaputt; der ältere Sohn war eigentlich ein Unfall, mit dem Vater kommt er überhaupt nicht klar.

Die Frau des zweiten Ehepaares läuft zwar gerne oben-ohne herum, ist dennoch sehr katholisch und Astrologie-gläubig. Eines Tages schluckt ihr Sohn alle verfügbaren Tabletten und bricht zusammen, ein Zeichen, wie verzweifelt er sich in der Familie gefühlt haben muss..
Zuhause sind die Bauarbeiter mit dem Hausbau beschäftigt, der natürlich komplizierter und teurer wird als vorgesehen. Geläutert kehren sie nach dem Urlaub wieder heim.
Der Film hätte im Frühjahr in Österreich starten sollen und ist für den Auslands Oscar nominiert. Ulrike Kofler war die Schnittmeisterin der Marie Kreutzer Filme, hier tauschten die Frauen ihre Funktionen. Bestechend geometrisch exakt komponiert sind viele Bilder und handwerklich bestens gestaltet.

Durchaus kurzweilig, aber wenig Neues. ***

Die Unglaubliche Geschichte der Roseninsel

Die Unglaubliche Geschichte der Roseninsel
(L’incredibile storia dell’isola delle rose)

Regie: Sydney Sibilia, 117 Min, auf Netflix

Der äußerst unterhaltsame Film passt perfekt in diese Zeit des Eingesperrt-Seins durch die Pandemie. Wer träumt nicht von einer kleinen Insel im Meer, wo man tun und lassen kann was man will?
Der Abgänger eines Ingenieur – Studiums Giorgio Rosa und der Bauunternehmersohn Maurizio Orlandini kommen auf die Idee außerhalb der (damals geltenden) 7-Seemeilen-Zone eine künstliche Insel nach dem Prinzip einer Ölplattform  zu bauen und einen unabhängigen Mikrostaat auszurufen. Das Baumaterial wird von Orlandinis Vaters Baugeschäft abgezweigt und die technische Umsetzung obliegt dem kleinen Genie Rosa, der schon mit seinem selbstgebauten Auto, das er ohne Führerschein und Nummernschild fahren wollte, mit der Polizei in Konflikt kam. Dazu kommt noch Neumann, ein staatenlos gewordener PR-Experte, eine schwangere Frau, u.a.
Im Sommer floriert auf der 400 m2 das Geschäft mit partysüchtigen jungen Leuten, die auf der Insel abtanzen wollen und solange es nur das gewesen wäre, wäre das Interesse daran spätestens im Herbst wieder abgeflaut. Rosa bekräftigt hartknäckig die Selbstständigkeit, druckt eigene Pässe und Briefmarken, erklärt Esperanto als Staatssprache und verlangt vom Europarat gehört zu werden, ja sogar der UNO-Generalsekretär wird auf ihn aufmerksam. Nun wird daraus eine Staatsaffäre. Man versucht die beiden zu kaufen, indem man ihnen zwei höchst begehrte Lizenzen für Strandbars- und Restaurants am aufkommenden Strand von Rimini verspricht, doch sie sind nicht käuflich.
Was dann passiert? Der Staat lässt sein größtes Kriegsschiff auffahren und versenkt die Insel.

Das verrückteste daran ist aber, das fast alles in dem Film wahr ist. Der kriegerische Akt gegen die „Repubblica della Isola dele Rose“ war tatsächlich die bisher einzige Kriegserklärung, die von der Republik Italien ausgesprochen wurde, und somit wurde ja indirekt anerkannt, dass es sich um einen unabhängigen Staat gehandelt hat. Wie wir aus dem Nachspann erfahren, hatte der Vorfall weltweite Konsequenzen, damals wurde die 7-Meilen Zone von der UNO auf 15 weltweit ausgeweitet.
Lässig sind natürlich die miniberockten, Twist tanzenden  Mädchen und die Musik der 68er Jahre, wie Jimmy Hendrix´ Hey Joe und manche italienische Cover-Version der damaligen Welthits, wie California Dreamin. In jener Zeit gab es auf solchen „Inseln“ oder stationären Schiffen ja auch eine Menge Piratensender, was in einer Szene angedeutet wird, als sie nach Trinkwasser bohren und gleich die Polizei kommt, denn einen Piratensender hätte man nicht dulden können.

**** Die Realität schreibt ja noch immer die verrücktesten Geschichten. Und PS: erinnert ihr euch noch an „Kugelmugel“ des Vorarlberger Künstlers Edwin Lipburger? Der rief 1976 ebenfalls die „Republik Kugelmugel“ aus.

The Midnight Sky

Neu auf Netflix
The Midnight Sky
USA 2020, Regie: George Clooney, ca. 120 Min. Cinemascope.

Wir befinden uns im Jahr 2049 und ein „Ereignis“, auf das nicht näher eingegangen wird, löscht die auf der Erde lebende Menschheit aus. Dieser Zeitpunkt ist wohl nicht zufällig gewählt, denn manche Umweltziele, wie endgültige Verabschiedung von fossilen Brennstoffen, sind von manchen Staaten bis in das Jahr 2050 definiert, dem Film nach zu folgen also viel zu spät. Auch die Menschen in der nördlichen Polarregion werden evakuiert, dort kann man immerhin die Luft noch einatmen. Doch Augustine Lofthouse, ein krebskranker Wissenschaften einer Wetterstation in der Arktis will alleine dort bleiben. Ihm gesellt sich Iris, ein verlorenes kleines Mädchen dazu. Gleichzeitig befinden sich im All auf einer Raumstation noch Menschen, die besiedelbare Exoplaneten erkunden sollen und einen solchen auch gefunden haben. Lofthouse will zu denen Kontakt aufnehmen, möglicherweise sehen die vom All aus besser, was wirklich mit der Erde passiert ist.

Da niemand antwortet, nimmt Lofthouse an, seine Antenne sei zu schwach und wagt es mit Iris zu einem großen Teleskop zu gehen. Der Weg durch die eiskalte Gegend ist sehr gefährlich. Sie entdecken ein abgestürztes Flugzeug und als sie sich  in einer norwegischen Schutzhütte sicher fühlen, stürzen sie stattdessen in die eisigen Fluten. Mit letzter Kraft schaffen sie es zum riesigen Teleskop und es gelingt ihm mit dem Raumschiff Kontakt aufzunehmen. Dessen Besatzung hat sich auch schon gewundert, dass sich von der Erde niemand meldet, doch die Plauderei währt nicht lange, ein Meteoritenschwarm zerstört Radar und Antenne, bei der Reparatur kommt beim Unfall eine schwangere Astronautin ums Leben. Sie wollten eigentlich auf die Erde zurück. So wollen zwei Crewmitglieder mit ihrem Shuttle unbedingt auf der Erde ihre Familien suchen, während die anderen zurück zu dem zuvor gefundenen bewohnbaren Planeten reisen werden, ein Mann und eine Frau sind dabei, welche es dort als Menschheit neu versuchen wollen.
Der Film wird nie langweilig und ist optisch eindrucksvoll gestaltet, sei es mit Bildern von der kaputtgemachten Erde als auch dem ästhetisch-futuristisch gestalteten Raumschiff. George Clooney führt nicht nur Regie, sondern spielt als bärtiger alter Mann auch die Hauptrolle. Schade, dass ich den Film nur auf einem Laptop sehen konnte, aber vielleicht kommt er doch noch mal in ein Kino, solche großen Filme gehören auf die große Leinwand! *****

Was wir wollten
Österreich 2020, Regie Ulrike Kofler, Cinemascope, ca.96 Min
Ein Paar hat den vierten Versuch einer künstlichen Befruchtung erfolglos hinter sich, mehr Versuche sind nicht möglich. Die Ärztin rät den beiden sich einen schönen Urlaub zu gönnen und zu entspannen, vielleicht gelingt es dann auf natürliche Weise. Doch Alice geht schon auf die 40 zu, höchste Zeit zum Kinderkriegen nach Business Konzept. Sie fahren in ein schönes Resort nach Sardinien. Nebenan hat sich ein Tiroler Vorzeige-Ehepaar einquartiert, mit denen sie sich bald anfreunden. Doch die wollten ihre Nachkommen eigentlich gar nicht; die liebe kleine Tochter nervt manchmal und macht sie auch eine teure Brille kaputt; der ältere Sohn war eigentlich ein Unfall, mit dem Vater kommt er überhaupt nicht klar.

Die Frau des zweiten Ehepaares läuft zwar gerne oben-ohne herum, ist dennoch sehr katholisch und Astrologie-gläubig. Eines Tages schluckt ihr Sohn alle verfügbaren Tabletten und bricht zusammen, ein Zeichen, wie verzweifelt er sich in der Familie gefühlt haben muss..
Zuhause sind die Bauarbeiter mit dem Hausbau beschäftigt, der natürlich komplizierter und teurer wird als vorgesehen. Geläutert kehren sie nach dem Urlaub wieder heim.
Der Film hätte im Frühjahr in Österreich starten sollen und ist für den Auslands Oscar nominiert. Ulrike Kofler war die Schnittmeisterin der Marie Kreutzer Filme, hier tauschten die Frauen ihre Funktionen. Bestechend geometrisch exakt komponiert sind viele Bilder und handwerklich bestens gestaltet. Durchaus kurzweilig, aber wenig Neues. ***

Weitere Eindrücke aus der Netflix Auswahl:
The Vikings

Wer archaische Kampfszenen mit Schwert und Schild liebt, wen Gewaltszenen nicht stören und wohldosiert eingestreute Sexszenen gefallen, wird sich bei der mehrstaffeligen Netflix Serie The Vikings gut unterhalten. Grob gesehen, stimmen manche historische Eckpunkte der brutalen Raubzüge der Vikinger auf die britische Insel, ob die Frauen wirklich teils mitgekämpft und beim Sex bei den sonst streng patriarchalischen Kriegern so freizügig und aktiv waren, ist wissenschaftlich nicht erforscht. Jedenfalls wird das Ambiente gut eingefangen und auch die nordischen Landschaften schön vermarktet, in manchen Punkten werden Zugeständnisse an das Publikum von heute gemacht, der Regisseur wollte eine Serie für Millionen machen, nicht für wenige Historiker… Bedenklich sind auch manche ideologische Aspekte, wenn Menschenopfer, willkürliche und drakonischen Strafen als naturgegeben und von den Göttern gewollt dargestellt werden. Sind die gerechtesten und tapfersten Männer mal an der Macht, werden sie bald so, wie jene, die sie einst bekämpften…

Revolution
Um die Zustände während der französischen Revolution geht es hier, verdreckte, verarmte Städte und im Luxus schwelgender Hochadel stehen einander gegenüber, irgendwann verlieren die weiteren Folgen an Spannung und Aussagekraft. Ein Arzt, der schon über erstaunliche Fähigkeiten verfügt und eine Adelige, die in nicht standesgemäße Tiefen absteigt… Wiederum ist die Aufwändige Inszenierung der damaligen Zustände der Reiz der Serie.

 

Gestorben wird morgen (mit Event)

ABGESAGT

Gestorben wird morgen

Deutschland 2019, 73 min, engl. O.m.U.
Regie: Susan Gluth

Doku über die nur für Rentner entworfene Retortenstadt Sun City im US-Bundesstaat Arizona. Der Film hinterfragt das Leben im Seniorenreservat nicht, sondern porträtiert seine unternehmungslustigen Bewohner mit viel Sympathie. (filmdienst)

Sun City in Arizona ist ein Ort, an den man zum Sterben kommt. Aber bis es so weit ist, kann man ja noch etwas Spaß haben. Das kleine Paradies unter der Sonne Arizonas ist perfekt auf die Rentner eingestellt, mit extrabreiten Straßen, einer Überfülle an Apotheken und Discount-Bestattern. Das heißt aber nicht, dass es langweilig werden muss. Filmemacherin Susan Gluth taucht in den Alltag des Ortes ein und begleitet einige der Bewohner, die mit ihrer Haltung zum Alter überraschen: Im Alter kommen ja Schmerz und Leid. Das stimmt zwar, aber Olive (87) lässt sich trotzdem ihren kindlichen Humor nicht nehmen. Wenn die Schmerzen zu stark werden, könne man ja auch einfach eine Pille nehmen, wie Betty Jane (90) erklärt. Oder man lässt einfach wie Jim (83) Fünfe gerade sein. Roger (75) und Kitty (74) genießen Ausritte auf ihrer Harley und obwohl Dee (88) fast blind ist und nur schwer hören kann, hat sie den besten Sex ihres Lebens! Die jüngsten Protagonisten sind 65, der Älteste 101 Jahre!

„’Gestorben wird morgen‘ erzählt ungewöhnliche Alltagsgeschichten und bietet spannende Einblicke in eine fremde Welt, ohne jedoch die Ernsthaftigkeit der Thematik zu verschweigen.“ (programmkino.de)

„Eine Dokumentation, die mit Leichtigkeit und Witz schwere Themen behandelt und die Frage stellt, wie wir selbst leben wollen, wenn wir einmal in dem hohen Alter angekommen sind.“ (volkskino.net)

„Faszination zwischen Staunen, Wundern, Schrecken.“ (TV Spielfilm)

„Ein grandioser Dokumentarfilm, der auch visuell überzeugt.“ (3SAT Kulturzeit)

„Der Film ist nicht gänzlich frei von Realsatire, etwa wenn die Kamera die unzähligen Apotheken entlang der Straße abfährt oder eine Seniorin in Lederkluft mit einer Rockband einen Song namens „Menopause“ performt. Aber alte Menschen im Jugendwahn gibt es schließlich auch außerhalb von Sun City. Der Song bezeugt auch eine Selbstironie, die unter den Bewohnern erstaunlich ausgeprägt ist. Dass „Gestorben wird Morgen“ dieses Seniorenreservat nicht infrage stellt, wird manchen irritieren. Doch es spricht für den Film, dass er das Urteil über Sun City den Zuschauern überlässt.“ (Filmdienst.de)

Gestorben wird Morgen

Kann das Alter Glück sein? In Sun City, einer Stadt nur für Rentner, wo der Tod bereits um viele Ecken schleicht, lautet die Antwort meist: Ja! Mit der richtigen Haltung schon! – „Faszination zwischen Staunen, Wundern, Schrecken.“ (TV Spielfilm)

Trailer: https://player.vimeo.com/video/315466395

Bei der Vorstellung am Donnerstag wird die Regisseurin Susan Gluth,  der Landesobmann des Senorenbundes, Alt-Bürgermeister und Alt-Landtagsabgeordneter Werner Huber, sowie eine Vertreterin der Stadt anwesend sein und zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Gestorben wird morgen

ABGESAGT

Gestorben wird morgen

Deutschland 2019, 73 min, engl. O.m.U.
Regie: Susan Gluth

Gestorben wird Morgen

Der Film hinterfragt das Leben im Seniorenreservat nicht, sondern porträtiert seine unternehmungslustigen Bewohner mit viel Sympathie. (filmdienst)

Sun City in Arizona ist ein Ort, an den man zum Sterben kommt. Aber bis es so weit ist, kann man ja noch etwas Spaß haben. Das kleine Paradies unter der Sonne Arizonas ist perfekt auf die Rentner eingestellt, mit extrabreiten Straßen, einer Überfülle an Apotheken und Discount-Bestattern. Das heißt aber nicht, dass es langweilig werden muss. Filmemacherin Susan Gluth taucht in den Alltag des Ortes ein und begleitet einige der Bewohner, die mit ihrer Haltung zum Alter überraschen: Im Alter kommen ja Schmerz und Leid. Das stimmt zwar, aber Olive (87) lässt sich trotzdem ihren kindlichen Humor nicht nehmen. Wenn die Schmerzen zu stark werden, könne man ja auch einfach eine Pille nehmen, wie Betty Jane (90) erklärt. Oder man lässt einfach wie Jim (83) Fünfe gerade sein. Roger (75) und Kitty (74) genießen Ausritte auf ihrer Harley und obwohl Dee (88) fast blind ist und nur schwer hören kann, hat sie den besten Sex ihres Lebens! Die jüngsten Protagonisten sind 65, der Älteste 101 Jahre!

„’Gestorben wird morgen‘ erzählt ungewöhnliche Alltagsgeschichten und bietet spannende Einblicke in eine fremde Welt, ohne jedoch die Ernsthaftigkeit der Thematik zu verschweigen.“ (programmkino.de)

„Faszination zwischen Staunen, Wundern, Schrecken.“ (TV Spielfilm)

„Ein grandioser Dokumentarfilm, der auch visuell überzeugt.“ (3SAT Kulturzeit)

„Der Film ist nicht gänzlich frei von Realsatire, etwa wenn die Kamera die unzähligen Apotheken entlang der Straße abfährt oder eine Seniorin in Lederkluft mit einer Rockband einen Song namens „Menopause“ performt. Aber alte Menschen im Jugendwahn gibt es schließlich auch außerhalb von Sun City. Der Song bezeugt auch eine Selbstironie, die unter den Bewohnern erstaunlich ausgeprägt ist. Dass „Gestorben wird Morgen“ dieses Seniorenreservat nicht infrage stellt, wird manchen irritieren. Doch es spricht für den Film, dass er das Urteil über Sun City den Zuschauern überlässt.“ (Filmdienst.de)

Kann das Alter Glück sein? In Sun City, einer Stadt nur für Rentner, wo der Tod bereits um viele Ecken schleicht, lautet die Antwort meist: Ja! Mit der richtigen Haltung schon! – „Faszination zwischen Staunen, Wundern, Schrecken.“ (TV Spielfilm)

Trailer: https://player.vimeo.com/video/315466395

„Eine Dokumentation, die mit Leichtigkeit und Witz schwere Themen behandelt“
Hinweis: Eine Diskussion mit der Regisseurin Susan Gluth ist nur am Donnerstag möglich!

Le jeune Ahmed

ABGESAGT

Le jeune Ahmed

(Young Ahmed / Der junge Ahmed)

Belgien / Frankreich 2019, 84 min, franz. O.m.U.
Regie und Buch: Jean-Pierre & Luc Dardenne.

Le jeune Ahmed

DarstellerInnen: Idir Ben Addi (Ahmed), Olivier Bonnaud (Lehrer), Myriem Akheddiou (Inès), Victoria Bluck (Louise), Claire Bodson (Mutter), Othmane Moumen (Imam Youssouf) u.a

Der 13-jährige Ahmed ist ein guter und sehr ernsthafter Schüler. Gerade deshalb verwandelt er sich unter dem Einfluss eines Mentors in wenigen Monaten zum religiösen Fundamentalisten: Plötzlich beginnt er, die eigene Schwester für die Art, wie sie sich kleidet, und die eigene Mutter dafür, dass sie Alkohol trinkt, zu beschimpfen. Der Lehrerin, die ihn unterrichtet, seit er klein ist, will er nicht mehr die Hand geben, weil ihr neuer Freund ein Jude ist. Bald hegt er noch bösere Pläne gegen sie. Mit dem emphatischen, wertungsfreien Interesse, das zum Markenzeichen ihrer Filme geworden ist, verfolgen die Gebrüder Dardenne die fatalen Wege des kleinen Fanatikers – und wir müssen mit. (Barbara Schweizerhof, viennale.at)
Jean-Pierre und Luc Dardenne schreiben, produzieren und inszenieren ihre Filme gemeinsam und haben eine ganz eigene realistische Ästhetik ins europäische Erzählkino eingeführt, die präzise Gesellschaftsbilder zeichnet, ohne in simpler Sozialkritik aufzugehen. (leokino.at)

Packendes Porträt des 13-jährigen Ahmeds, eines guten und gewissenhaften Schülers, der sich unter dem Einfluss eines Mentors innert kurzer Zeit zum religiösen Fundamentalisten wandelt.
Filmkritik in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2075352-Jeune-Ahmed-Im-Namen-des-Koran.html

„Zu Töten im Namen des Koran? Das ist eindeutig darin festgeschrieben, findet Ahmed. Davon lässt er sich zunächst auch nicht abbringen. Nicht einmal von einem Kuss der gleichaltrigen, pubertierenden Louise, die er auf dem Bauernhof kennenlernt. Hernach empfindet er sich, der gerade erstmals in seinem Leben die Liebe gespürt hat, als unreinen Moslem. „(M. Greuling, Wiener Zeitung)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/le-jeune-ahmed

Trailer: https://youtu.be/Y-5sUs5mLf0

Le jeune Ahmed

ABGESAGT

Le jeune Ahmed

(Young Ahmed / Der junge Ahmed)

Belgien / Frankreich 2019, 84 min, franz. O.m.U.
Regie und Buch: Jean-Pierre & Luc Dardenne.

Le jeune Ahmed

DarstellerInnen: Idir Ben Addi (Ahmed), Olivier Bonnaud (Lehrer), Myriem Akheddiou (Inès), Victoria Bluck (Louise), Claire Bodson (Mutter), Othmane Moumen (Imam Youssouf) u.a

Der 13-jährige Ahmed ist ein guter und sehr ernsthafter Schüler. Gerade deshalb verwandelt er sich unter dem Einfluss eines Mentors in wenigen Monaten zum religiösen Fundamentalisten: Plötzlich beginnt er, die eigene Schwester für die Art, wie sie sich kleidet, und die eigene Mutter dafür, dass sie Alkohol trinkt, zu beschimpfen. Der Lehrerin, die ihn unterrichtet, seit er klein ist, will er nicht mehr die Hand geben, weil ihr neuer Freund ein Jude ist. Bald hegt er noch bösere Pläne gegen sie. Mit dem emphatischen, wertungsfreien Interesse, das zum Markenzeichen ihrer Filme geworden ist, verfolgen die Gebrüder Dardenne die fatalen Wege des kleinen Fanatikers – und wir müssen mit. (Barbara Schweizerhof, viennale.at)
Jean-Pierre und Luc Dardenne schreiben, produzieren und inszenieren ihre Filme gemeinsam und haben eine ganz eigene realistische Ästhetik ins europäische Erzählkino eingeführt, die präzise Gesellschaftsbilder zeichnet, ohne in simpler Sozialkritik aufzugehen. (leokino.at)

Packendes Porträt des 13-jährigen Ahmeds, eines guten und gewissenhaften Schülers, der sich unter dem Einfluss eines Mentors innert kurzer Zeit zum religiösen Fundamentalisten wandelt.

Filmkritik in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2075352-Jeune-Ahmed-Im-Namen-des-Koran.html

„Zu Töten im Namen des Koran? Das ist eindeutig darin festgeschrieben, findet Ahmed. Davon lässt er sich zunächst auch nicht abbringen. Nicht einmal von einem Kuss der gleichaltrigen, pubertierenden Louise, die er auf dem Bauernhof kennenlernt. Hernach empfindet er sich, der gerade erstmals in seinem Leben die Liebe gespürt hat, als unreinen Moslem. „(M. Greuling, Wiener Zeitung)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/le-jeune-ahmed

Trailer: https://youtu.be/Y-5sUs5mLf0

Il traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

IL TRADITORE –
Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Regie: Marco Bellocchio, Italien/F/D/Brasilien 2019; 153 min; italienisch-sizillianisch-portugiesisch-englische OmU;

Mit: Pierfrancesco Favino, Luigi Lo Cascio, Fausto Russo Alesi  u.a.;

Ein angesehenes Mitglied der Cosa Nostra wechselt nach seiner Verhaftung die Seiten und bricht sein Schweigegelübde. – „Ein kraftvoller, virtuos inszenierter und packender Film ganz in der Tradition großer Kino-Epen wie ‚Der Pate‘.“

Tommaso Buscetta ist kein Sympathieträger, eher eine Mischung aus Macho und Gangster. Buscetta gehörte der mittleren Ebene der sizilianischen Mafia an, und war in Brasilien tätig, als in Sizilien der zweite Mafiakrieg zwischen den rivalisierenden Clans Hunderte Opfer kostete – darunter auch die Söhne Buscettas. Nach seiner Verhaftung und Auslieferung an Italien entschließt sich der Gangster angesichts seiner aussichtslosen Lage mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Auf seine Aussage geht die Verhaftung von 366 Mafiosi in den 80ern zurück. (nach: viennale.at)

Regie-Altmeister Marco Bellocchio erzählt in IL TRADITORE von jenem Mafioso, der die halbe Cosa Nostra hinter Gitter brachte. – Anfang der 1980er-Jahre tobt auf Sizilien ein Krieg zwischen verfeindeten Mafia-Clans, mittendrin: Tommaso Buscetta, seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Cosa Nostra. Als es ihm in Sizilien zu gefährlich wird, setzt er sich nach Brasilien ab, doch die brasilianische Polizei spürt ihn auf und liefert ihn in die Heimat aus. Dort entscheidet er sich für einen radikalen Schritt: Als erstes hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra bricht er mit der Omertà, dem großen Schweigen, und sagt als Kronzeuge aus. Buscettas Zusammenarbeit mit der Justiz, insbesondere dem legendären Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone, ermöglicht die Verurteilung hunderter Mafiosi. (nach: cineman.ch)

„Bellocchios Film steht in der Tradition großer Mafia-Epen und könnte bei oberflächlicher Betrachtung als Variation und Nachfolger von DER PATE durchgehen, wäre da nicht eben doch der andere Geist des Filmes zu spüren, der die kriminelle Vereinigung nicht glorifiziert, sondern auf vielerlei Weise die Grausamkeit und Bestialität der Cosa Nostra verdeutlicht.”
(Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/il-traditore-als-kronzeuge-gegen-die-cosa-nostra

IL TRADITORE – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

IL TRADITORE –
Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Regie: Marco Bellocchio, Italien/F/D/Brasilien 2019; 153 min; italienisch-sizillianisch-portugiesisch-englische OmU;

Mit: Pierfrancesco Favino, Luigi Lo Cascio, Fausto Russo Alesi  u.a.;

Ein angesehenes Mitglied der Cosa Nostra wechselt nach seiner Verhaftung die Seiten und bricht sein Schweigegelübde. – „Ein kraftvoller, virtuos inszenierter und packender Film ganz in der Tradition großer Kino-Epen wie ‚Der Pate‘.“


Tommaso Buscetta ist kein Sympathieträger, eher eine Mischung aus Macho und Gangster. Buscetta gehörte der mittleren Ebene der sizilianischen Mafia an, und war in Brasilien tätig, als in Sizilien der zweite Mafiakrieg zwischen den rivalisierenden Clans Hunderte Opfer kostete – darunter auch die Söhne Buscettas. Nach seiner Verhaftung und Auslieferung an Italien entschließt sich der Gangster angesichts seiner aussichtslosen Lage mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Auf seine Aussage geht die Verhaftung von 366 Mafiosi in den 80ern zurück. (nach: viennale.at)

Regie-Altmeister Marco Bellocchio erzählt in IL TRADITORE von jenem Mafioso, der die halbe Cosa Nostra hinter Gitter brachte. – Anfang der 1980er-Jahre tobt auf Sizilien ein Krieg zwischen verfeindeten Mafia-Clans, mittendrin: Tommaso Buscetta, seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Cosa Nostra. Als es ihm in Sizilien zu gefährlich wird, setzt er sich nach Brasilien ab, doch die brasilianische Polizei spürt ihn auf und liefert ihn in die Heimat aus. Dort entscheidet er sich für einen radikalen Schritt: Als erstes hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra bricht er mit der Omertà, dem großen Schweigen, und sagt als Kronzeuge aus. Buscettas Zusammenarbeit mit der Justiz, insbesondere dem legendären Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone, ermöglicht die Verurteilung hunderter Mafiosi. (nach: cineman.ch)

„Bellocchios Film steht in der Tradition großer Mafia-Epen und könnte bei oberflächlicher Betrachtung als Variation und Nachfolger von DER PATE durchgehen, wäre da nicht eben doch der andere Geist des Filmes zu spüren, der die kriminelle Vereinigung nicht glorifiziert, sondern auf vielerlei Weise die Grausamkeit und Bestialität der Cosa Nostra verdeutlicht.”
(Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Il traditore

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/il-traditore-als-kronzeuge-gegen-die-cosa-nostra

Trailer: https://youtu.be/18X4e5P7wRw

Smuggling Hendrix

Smuggling Hendrix

Deutschland / Zypern / Griechenland 2018, 92 min, griech.-engl.-türk. O.m.U., Cinemascope;  Regie: Marios Piperides

Musik: Kostantis Papakonstantinou; DarstellerInnen: Adam Bousdoukos (Yiannis); Fatih Al (Hasan); Vicky Papadopoulou (Kika); Özgür Karadeniz (Tuberk); Giannis Kokkinos (griechischer Grenzoffizier) u.a.;

Ein Musiker muss auf Zypern durch seinen davongelaufenen Hund eine absurde Reise in die Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil des Landes antreten. –“ Eine entzückende, lustige und intelligente Komödie.“ (Variety)

Ein Typ, ein klassischer Loser (will die Insel verlassen, hat Schulden bei der Vermieterin und bei zwielichtigen Typen, seine Ex-Freundin hat einen Neuen und so weiter), geht mit dem Hund in Nicosia spazieren, da kommt ihm von einer Seite die Ex-Freundin und deren neuer Typ und auf der anderen Seite die zwielichtigen Typen entgegen, denen er allen sehr offensichtlich nicht begegnen will. Er versteckt sich, der Hund rennt ihm weg – über die Grenze, auf die türkische Seite. Ein Soldat hilft ihm, ihn zu lokalisieren, er geht über die Grenze, holt den Hund, will zurück, wird nicht mehr reingelassen, wegen der EU-Regulierung der Einfuhr von Tieren und tierischen Produkten. Und die Uhr tickt. Es passiert ihm ein Scheiß nach dem anderen. Aber er schließt eine unwahrscheinliche Freundschaft und verbringt Zeit mit seiner Ex-Freundin und dem Hund.
Eine gelungene Komödie über eine der schrägsten Sachen dieser Welt: Grenzen und was sie mit den Menschen hier und dort machen.

Filmplakat Smuggling Hendrix

Marios Piperides: „So entstand SMUGGLING HENDRIX, eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass ein Mann so treu an seinem Hund hängt, ist ein unbeschwerter Einstieg, der die Diskrepanz zu den ernsteren Themen ausgleichen kann. Im Kleinen spiegelt die Handlung die komplexe soziale Dynamik der heutigen Zeit wider: die geteilte Insel Zypern, die rechtlichen Probleme mit verlorenem Besitztum und das heikle Thema der türkischen Siedler, die all die Jahre nie ein Gesicht erhalten haben und von Politikern beider Seiten als Verhandlungsmasse benutzt wurden.”
(nach Leokino.at)

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/smuggling-hendrix


Trailer: https://youtu.be/KtlWbX1_0yk