Les Misérables – Die Wütenden

Termin steht noch nicht fest!
Les Misérables – Die Wütenden

Frankreich 2019, 102 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie und Buch: Ladj Ly
Darsteller*innen: Damien Bonnard (Stéphane), Alexis Manenti (Chris), Djibril Zonga (Gwada), Issa Perica (Issa), Al-Hassan Ly (Buzz) u.a.;

In einem Pariser Vorort werden Polizisten, die sich fragwürdiger Methoden zur Verbrechensbekämpfung bedienen, plötzlich selbst zu Gejagten. – „Eine wuchtige, wütende Parabel über das Verhältnis der Klassen im Paris der Gegenwart.“ (programmkino.de)

Die Wütenden

Polizist Stéphane hat sich der Einheit für Verbrechensbekämpfung im Pariser Vorort Monfermeil angeschlossen. Das ist jener Ort, an dem Victor Hugo 1862 seinen Roman „Les Misérables” spielen ließ. Stéphanes Kollegen Chris und Gwada, beide erfahrene Mitglieder der Einheit, haben jedoch ihre eigene Methode gefunden, mit den rivalisierenden Clans in dem Problemviertel umzugehen. Weil auf den Straßen andere Gesetze gelten, überschreiten sie regelmäßig selbst die Grenzen des Legalen und sehen sich dennoch im Recht. DIE WÜTENDEN spielt im Jahr 2018, ist aber inspiriert von den Unruhen in den Banlieus von 2005, als wochenlang bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Regisseur Ladj Ly hat sich schon 2007 in einem Dokumentarfilm mit den Problemen des Viertels beschäftigt, aus dem er selbst stammt. (nach: filmstarts.de)
„Ein Brennpunktgebiet in den Blick zu nehmen, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen, in dem sämtliche soziale Konflikte vorhanden sind, kann schnell ins Klischee abrutschen oder zum Betroffenheitskitsch werden. Ly weicht beiden Fallen elegant aus, indem er seine Figuren und ihre Konflikte ernst nimmt. (…) Ly spielt die Situation bis zum bitteren Ende durch und stellt die Frage, was passiert, wenn sich die Wütenden und Vernachlässigten nicht mehr bekriegen, sondern verbünden.” (Maria Wiesner, kino-zeit.de)
„Die Qualität von DIE WÜTENDEN liegt gerade im Umstand, dass seine Protagonisten nicht polarisieren, sondern allesamt Teil der Gewaltspirale sind. Das gibt dem Film zweifellos eine nihilistische Grundtendenz, die jedoch zugleich eine tiefe Bemühung um sozialen Realismus erkennen lässt. Der Film gesteht seinen Protagonisten mehrere Seiten zu, aus denen sich ein komplexes Bild der französischen Gegenwart formiert.”
(Deutsche Film- und Medienbewertung)
„Ein gnadenlos energetischer Film über die komplizierte Beziehung zwischen Staat und abgehängter Gesellschaft in den Pariser Vororten.” (filmstarts.de, leokino.at)

Preise: Mehrere Césars 2020: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller
(Alexis Manenti), Bester Schnitt, Publikumspreis

Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/les-mis%C3%A9rables-die-w%C3%BCtenden

Les Misérables – Die Wütenden

Termin steht noch nicht fest!

Les Misérables – Die Wütenden

Frankreich 2019, 102 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie und Buch: Ladj Ly
Darsteller*innen: Damien Bonnard (Stéphane), Alexis Manenti (Chris), Djibril Zonga (Gwada), Issa Perica (Issa), Al-Hassan Ly (Buzz) u.a.;

In einem Pariser Vorort werden Polizisten, die sich fragwürdiger Methoden zur Verbrechensbekämpfung bedienen, plötzlich selbst zu Gejagten. – „Eine wuchtige, wütende Parabel über das Verhältnis der Klassen im Paris der Gegenwart.“ (programmkino.de)

Die Wütenden

Polizist Stéphane hat sich der Einheit für Verbrechensbekämpfung im Pariser Vorort Monfermeil angeschlossen. Das ist jener Ort, an dem Victor Hugo 1862 seinen Roman „Les Misérables” spielen ließ. Stéphanes Kollegen Chris und Gwada, beide erfahrene Mitglieder der Einheit, haben jedoch ihre eigene Methode gefunden, mit den rivalisierenden Clans in dem Problemviertel umzugehen. Weil auf den Straßen andere Gesetze gelten, überschreiten sie regelmäßig selbst die Grenzen des Legalen und sehen sich dennoch im Recht. DIE WÜTENDEN spielt im Jahr 2018, ist aber inspiriert von den Unruhen in den Banlieus von 2005, als wochenlang bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Regisseur Ladj Ly hat sich schon 2007 in einem Dokumentarfilm mit den Problemen des Viertels beschäftigt, aus dem er selbst stammt. (nach: filmstarts.de)
„Ein Brennpunktgebiet in den Blick zu nehmen, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen, in dem sämtliche soziale Konflikte vorhanden sind, kann schnell ins Klischee abrutschen oder zum Betroffenheitskitsch werden. Ly weicht beiden Fallen elegant aus, indem er seine Figuren und ihre Konflikte ernst nimmt. (…) Ly spielt die Situation bis zum bitteren Ende durch und stellt die Frage, was passiert, wenn sich die Wütenden und Vernachlässigten nicht mehr bekriegen, sondern verbünden.” (Maria Wiesner, kino-zeit.de)
„Die Qualität von DIE WÜTENDEN liegt gerade im Umstand, dass seine Protagonisten nicht polarisieren, sondern allesamt Teil der Gewaltspirale sind. Das gibt dem Film zweifellos eine nihilistische Grundtendenz, die jedoch zugleich eine tiefe Bemühung um sozialen Realismus erkennen lässt. Der Film gesteht seinen Protagonisten mehrere Seiten zu, aus denen sich ein komplexes Bild der französischen Gegenwart formiert.”
(Deutsche Film- und Medienbewertung)
„Ein gnadenlos energetischer Film über die komplizierte Beziehung zwischen Staat und abgehängter Gesellschaft in den Pariser Vororten.” (filmstarts.de, leokino.at)

Preise: Mehrere Césars 2020: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller
(Alexis Manenti), Bester Schnitt, Publikumspreis

Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/les-mis%C3%A9rables-die-w%C3%BCtenden

Alles außer gewöhnlich

Termin steht noch nicht fest!

Alles außer gewöhnlich
Hors Normes

Frankreich 2019, 115 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache

Mit:  Vincent Cassel,  Reda Kateb,  Hélène Vincent, Bryan Mialoundama, Alban Ivanov, Benjamin Lesieur,  Marco Locatelli u.a.

ALLES AUSSER GEWÖHNLICH erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern, die von dem Willen beseelt sind, die Welt für sich und für andere besser zu machen. Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen und ihren Betreuern vollbringen Bruno  und Malik tagtäglich kleine Wunder: Mit viel Engagement, Feingefühl und Humor gelingt es den beiden, aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu formen, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen.

Bruno ist Leiter einer privaten Hilfseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit schwerem Autismus. Sie ist die letzte Anlaufstelle für jene, denen an anderen Orten nicht geholfen werden kann. Doch sie gehört nicht zum offiziellen Gesundheitssystem. Den Behörden ist die Institution bereits länger ein Dorn im Auge, geschlossen wurde sie bisher nur deshalb nicht, weil dies einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet hätte.

Praktisch Tag und Nacht kümmert sich Bruno um seine Patienten, versucht sie in Wohneinrichtungen unterzubringen oder ihnen sogar zu einem Job zu verhelfen. So etwa Joseph, der bei seiner Mutter wohnt und die Neigung hat, in der Metro die Notbremse zu ziehen. Unermüdlich sucht Bruno für ihn eine Stelle, bis er endlich einen Reparaturservice für Waschmaschinen findet, der es mit Bruno probieren möchte. Noch schwieriger ist es mit Valentin, der immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich und andere verletzt. In zahllosen Heimen und Pflegefamilien hat er schon gelebt, der ständige Wechsel seines Umfeldes macht es ihm auch nicht leichter. Langsam kommt auch Bruno mit seiner oft aussichtslos scheinenden Aufgabe an seine Grenzen.

Wie ZIEMLICH BESTE FREUNDE basiert auch dieser Film auf einer wahren Geschichte. Dennoch kann man ihn nicht als Feel-Good-Movie bezeichnen. Er ist sowohl unterhaltend und aufklärend als auch aufwühlend und berührend, und zwar auf eine Weise, wie man es im Kino selten erlebt. Die beiden Regisseure liefern eine wie aus dem Leben gegriffene Geschichte und lassen ihren Hauptdarsteller in jedem Moment die Intention des Films auf den Punkt bringen: Manche sozialen Missstände sind so haarsträubend, dass man um jeden Preis für eine Veränderung kämpfen muss.

(nach: programmkino.de; outnow.ch; spielfilm.de, leokino.at)

Alles außer gewöhnlich

Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) erzählen die wahre Geschichte von zwei Männern, die sich um Autisten kümmern. – „Ein starkes Plädoyer für die Menschlichkeit, bewegend und warmherzig, mit grandiosen Darstellern.” (ZDF heute journal) – 

Ausführliche Besprechung unter:
https://www.film-netz.com/post/hors-normes-alles-au%C3%9Fer-gew%C3%B6hnlich

Trailer:
https://youtu.be/27ddjyWKlZI

Autisten stellen hohe Anforderungen an Betreuer und Umwelt. – Kein leichter Stoff ist das, doch die „Ziemlich beste Freunde“-Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache machen daraus eine ebenso leichthändige wie feinfühlige und optimistische Tragikomödie, die Betreuern wie Patienten auf Augenhöhe begegnet. (Walter Gasperi)

Alles außer gewöhnlich

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Alles außer gewöhnlich
Hors Normes

Frankreich 2019, 115 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache

Mit:  Vincent Cassel,  Reda Kateb,  Hélène Vincent, Bryan Mialoundama, Alban Ivanov, Benjamin Lesieur,  Marco Locatelli u.a.

ALLES AUSSER GEWÖHNLICH erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern, die von dem Willen beseelt sind, die Welt für sich und für andere besser zu machen. Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen und ihren Betreuern vollbringen Bruno  und Malik tagtäglich kleine Wunder: Mit viel Engagement, Feingefühl und Humor gelingt es den beiden, aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu formen, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen.

Bruno ist Leiter einer privaten Hilfseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit schwerem Autismus. Sie ist die letzte Anlaufstelle für jene, denen an anderen Orten nicht geholfen werden kann. Doch sie gehört nicht zum offiziellen Gesundheitssystem. Den Behörden ist die Institution bereits länger ein Dorn im Auge, geschlossen wurde sie bisher nur deshalb nicht, weil dies einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet hätte.

Praktisch Tag und Nacht kümmert sich Bruno um seine Patienten, versucht sie in Wohneinrichtungen unterzubringen oder ihnen sogar zu einem Job zu verhelfen. So etwa Joseph, der bei seiner Mutter wohnt und die Neigung hat, in der Metro die Notbremse zu ziehen. Unermüdlich sucht Bruno für ihn eine Stelle, bis er endlich einen Reparaturservice für Waschmaschinen findet, der es mit Bruno probieren möchte. Noch schwieriger ist es mit Valentin, der immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich und andere verletzt. In zahllosen Heimen und Pflegefamilien hat er schon gelebt, der ständige Wechsel seines Umfeldes macht es ihm auch nicht leichter. Langsam kommt auch Bruno mit seiner oft aussichtslos scheinenden Aufgabe an seine Grenzen.

Wie ZIEMLICH BESTE FREUNDE basiert auch dieser Film auf einer wahren Geschichte. Dennoch kann man ihn nicht als Feel-Good-Movie bezeichnen. Er ist sowohl unterhaltend und aufklärend als auch aufwühlend und berührend, und zwar auf eine Weise, wie man es im Kino selten erlebt. Die beiden Regisseure liefern eine wie aus dem Leben gegriffene Geschichte und lassen ihren Hauptdarsteller in jedem Moment die Intention des Films auf den Punkt bringen: Manche sozialen Missstände sind so haarsträubend, dass man um jeden Preis für eine Veränderung kämpfen muss.

(nach: programmkino.de; outnow.ch; spielfilm.de, leokino.at)

Alles außer gewöhnlich

Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) erzählen die wahre Geschichte von zwei Männern, die sich um Autisten kümmern. – „Ein starkes Plädoyer für die Menschlichkeit, bewegend und warmherzig, mit grandiosen Darstellern.” (ZDF heute journal) – 

Ausführliche Besprechung unter:
https://www.film-netz.com/post/hors-normes-alles-au%C3%9Fer-gew%C3%B6hnlich

Trailer:
https://youtu.be/27ddjyWKlZI


Autisten stellen hohe Anforderungen an Betreuer und Umwelt. – Kein leichter Stoff ist das, doch die „Ziemlich beste Freunde“-Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache machen daraus eine ebenso leichthändige wie feinfühlige und optimistische Tragikomödie, die Betreuern wie Patienten auf Augenhöhe begegnet. (Walter Gasperi)

Die perfekte Kandidatin

Die Perfekte Kandidatin

Deutschland, Saudi-Arabien 2019, 101 Minuten, saudiarabische OmU, Cinemascope
Regie: Haifaa Al-Mansour / Drehbuch: Haifaa Al-Mansour, Brad Niemann;
mit: Mila Al Zahrani, Nora Al Awadh, Dae Al Hilali, Khalid Abdulraheem, Shafi Alharthy, Tareq Al Khaldi, Khadeeja Mua’th

Mila Al Zahrani

Weil ihr Cousin, von dem sie sich Hilfe verspricht, nur Kandidaten für die Stadtrats-Wahl empfängt, erklärt sich die saudi-arabische Ärztin kurzerhand zur Kandidatin. Hinter der bürokratischen Willkür entdeckt Maryam die große Chance, Probleme bei der Arbeit selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotz der überall lauernden Restriktionen werden ihre Auftritte mutiger und ihre Forderungen radikaler.
Regisseurin Haifaa al Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt in DIE PERFEKTE KANDIDATIN mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann.
Ein neues saudisches feel-good Movie von der Regisseurin des preisgekrönten Films „Das Mädchen Wadjda“.

https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Walter Gasperi: „Ganz selbstverständlich lenkt so die junge Ärztin Maryam (Mila Al Zahrani) ihren Wagen über die durch Schlaglöcher und Schlamm schwer beeinträchtigte Zufahrtsstraße zur Klinik, in der sie arbeitet. Dass ihr Nikab dabei nur die Augenpartie freigibt, irritiert freilich etwas und auch in der Klinik wird sie diesen nicht abnehmen, sind hier doch auch Männer präsent. Nur wenn die Frauen unter sich sind, zeigen sie sich unverschleiert, scherzen und hören Musik.

Schon mehrfach hat sich Maryam bei den Behörden wegen des katastrophalen Zustands der Straße bei den Behörden beschwört, doch niemand reagiert darauf. In der Klinik wiederum muss sie erleben, dass ein alter Mann sich heftig dagegen wehrt, von ihr untersucht zu werden, da sie eine Frau ist.

Kein Wunder ist folglich, dass Maryam, die mit zwei Schwestern und ihrem als Musiker arbeitenden verwitweten Vater in einem großen Stadthaus lebt, sich um eine Stelle in einer Klinik in der Großstadt Riad bemüht. Ein Kongress in Dubai wäre die beste Gelegenheit sich dem zuständigen Arzt vorzustellen, doch am Flughafen wird ihr die Ausreise verweigert, da sie ohne männliche Begleitung reist und ihre Reisebewilligung abgelaufen ist.

Mehr durch Zufall als geplant wird sie zur Kandidatin für die Gemeinderatswahlen, entwickelt dabei aber rasch Elan, dreht mit ihren Schwestern ein you-tube-Video, wird in ein TV-Studio eingeladen und organisiert Wahlveranstaltungen, um auch die Stimmen von Männern zu gewinnen.

Plakat

Trailer: https://youtu.be/tBf7UcwQdyA

 

Die perfekte Kandidatin

Die Perfekte Kandidatin

Deutschland, Saudi-Arabien 2019, 101 Minuten, saudiarabische OmU, Cinemascope
Regie: Haifaa Al-Mansour / Drehbuch: Haifaa Al-Mansour, Brad Niemann;
mit: Mila Al Zahrani, Nora Al Awadh, Dae Al Hilali, Khalid Abdulraheem, Shafi Alharthy, Tareq Al Khaldi, Khadeeja Mua’th

Wahlwerbung

Weil ihr Cousin, von dem sie sich Hilfe verspricht, nur Kandidaten für die Stadtrats-Wahl empfängt, erklärt sich die saudi-arabische Ärztin kurzerhand zur Kandidatin. Hinter der bürokratischen Willkür entdeckt Maryam die große Chance, Probleme bei der Arbeit selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotz der überall lauernden Restriktionen werden ihre Auftritte mutiger und ihre Forderungen radikaler.
Regisseurin Haifaa al Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt in DIE PERFEKTE KANDIDATIN mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann.
Ein neues saudisches feel-good Movie von der Regisseurin des preisgekrönten Films „Das Mädchen Wadjda“.

https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Walter Gasperi: „Ganz selbstverständlich lenkt so die junge Ärztin Maryam (Mila Al Zahrani) ihren Wagen über die durch Schlaglöcher und Schlamm schwer beeinträchtigte Zufahrtsstraße zur Klinik, in der sie arbeitet. Dass ihr Nikab dabei nur die Augenpartie freigibt, irritiert freilich etwas und auch in der Klinik wird sie diesen nicht abnehmen, sind hier doch auch Männer präsent. Nur wenn die Frauen unter sich sind, zeigen sie sich unverschleiert, scherzen und hören Musik.

Schon mehrfach hat sich Maryam bei den Behörden wegen des katastrophalen Zustands der Straße bei den Behörden beschwört, doch niemand reagiert darauf. In der Klinik wiederum muss sie erleben, dass ein alter Mann sich heftig dagegen wehrt, von ihr untersucht zu werden, da sie eine Frau ist.

Kein Wunder ist folglich, dass Maryam, die mit zwei Schwestern und ihrem als Musiker arbeitenden verwitweten Vater in einem großen Stadthaus lebt, sich um eine Stelle in einer Klinik in der Großstadt Riad bemüht. Ein Kongress in Dubai wäre die beste Gelegenheit sich dem zuständigen Arzt vorzustellen, doch am Flughafen wird ihr die Ausreise verweigert, da sie ohne männliche Begleitung reist und ihre Reisebewilligung abgelaufen ist.

Mehr durch Zufall als geplant wird sie zur Kandidatin für die Gemeinderatswahlen, entwickelt dabei aber rasch Elan, dreht mit ihren Schwestern ein you-tube-Video, wird in ein TV-Studio eingeladen und organisiert Wahlveranstaltungen, um auch die Stimmen von Männern zu gewinnen.

Plakat

Trailer: https://youtu.be/tBf7UcwQdyA

 

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Frankreich 2019, 103 min, Cinemascope, O.m.U.
Regie: Gilles Legrand
Darsteller*innen: Agnès Jaoui (Isabelle), Alban Ivanov (Attila), Tim Seyfi (Ajdin), Michèle Moretti (Jacqueline), Claire Sermonne (Elke Hammler) u.a.

Kunst der Nächstenliebe

Eine raffinierte Komödie über die wahre Natur des Helfens mit einer umwerfenden Agnès Jaoui in der Hauptrolle.

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche. Isabelle ist einfach süchtig nach Wohltätigkeit, ein wandelndes Helfersyndrom. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. Ihre Schüler können ihren Methoden zwar nicht immer folgen, doch die Klasse hat Isabelle als über-fürsorgliche Beschützerin akzeptiert. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Elke, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt. Wenn auch ungewollt, lockt Elke damit Isabelles Schüler in ihren Kurs. Und plötzlich ist es mit Isabelles Sanftmut vorbei. Sie ist eifersüchtig und kann den Gedanken nicht ertragen, von ihren Schützlingen verlassen zu werden. Isabelles Eifer gerät außer Kontrolle. Schnell verfällt sie auf noch größere Anstrengungen, um ihre Schüler von ihren unbegrenzten Großzügigkeits-Ressourcen zu überzeugen: sie lässt sich auf das waghalsige Abenteuer ein, ihre teilweise noch nicht alphabetisierten Schüler kostenlos in die Fahrschule zu schicken. Mit einem zur Mildtätigkeit erpressten Partner gründet Isabelle die erste soziale Fahrschule. Doch dann sind es diejenigen Menschen, die ihr am nächsten sind, die ein wenig mehr von ihrer sonst so maßlos verteilten Großzügigkeit und Liebe einfordern: ihre Familie.
Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.

Mit wahrlich besten Absichten bestreitet Isabelle ihr von sozialem Engagement bestimmtes Leben. Sie unterrichtet Französisch in einem Kurs für Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist aber nicht genug, sie will mehr helfen, angesichts des Elends und der drückenden Verantwortung, derer sich die Gesellschaft oft nicht wirklich annehmen will. Isabelle verliert sich zunehmends im Strudel, der sich zu drehen beginnt, wenn man vor lauter Eifer und Engagement übersieht, dass die Kraft jedes Menschen begrenzt ist und dass man auch selber noch ab und zu Hilfe brauchen kann. Und diese kommt oft ganz unverhofft von unerwarteter Seite. In ihrem Eifer, die beste Helferin zu sein und wirklich etwas zu bewegen, geht sie einigen stark auf die Nerven. Zu Weihnachten gibt es keine herkömmlichen Geschenke, beim Shopping mit der Tochter stellt sie peinliche Fragen an der Kassa. Ihrem Ehemann fehlt die Wärme, er möchte nicht nur Dankbarkeit empfinden müssen, sondern Liebe. So begeben sich die zwei zur Paartherapie. Das ist wirklich alles sehr viel für Isabelle.
Regisseur Gilles Legrand schaut dem modernen Drang zu moralisch richtigem Verhalten unter das Büßerhemd und scheut sich nicht vor humorvoll-menschlicher Kritik.
Die französische Meisterin der Komödie mit Ernsthaftigkeitshintergrund Agnès Jaoui (AURORE) zeigt einmal mehr wie aus einer leicht katastrophalen Situation ein Neuanfang wird. Mit feinem und manchmal ein bisschen bissigem Humor zeigt uns der Film das kleine, an uns allen nagende, mitteleuropäische schlechte Gewissen, das uns manchmal komische Sachen machen lässt. Nichtsdestotrotz erwächst aus bedingungsloser Hilfe und Dankbarkeit ein schöneres Bild der Welt, wie wir es oft vor Augen haben. (th)
„Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.” (aus: mm-filmpresse.de)

Trailer:  https://youtu.be/nQvflfYSgO0

 

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Frankreich 2019, 103 min, Cinemascope, O.m.U.
Regie: Gilles Legrand
Darsteller*innen: Agnès Jaoui (Isabelle), Alban Ivanov (Attila), Tim Seyfi (Ajdin), Michèle Moretti (Jacqueline), Claire Sermonne (Elke Hammler) u.a.

Kunst der Nächstenliebe

Eine raffinierte Komödie über die wahre Natur des Helfens mit einer umwerfenden Agnès Jaoui in der Hauptrolle.

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche. Isabelle ist einfach süchtig nach Wohltätigkeit, ein wandelndes Helfersyndrom. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. Ihre Schüler können ihren Methoden zwar nicht immer folgen, doch die Klasse hat Isabelle als über-fürsorgliche Beschützerin akzeptiert. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Elke, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt. Wenn auch ungewollt, lockt Elke damit Isabelles Schüler in ihren Kurs. Und plötzlich ist es mit Isabelles Sanftmut vorbei. Sie ist eifersüchtig und kann den Gedanken nicht ertragen, von ihren Schützlingen verlassen zu werden. Isabelles Eifer gerät außer Kontrolle. Schnell verfällt sie auf noch größere Anstrengungen, um ihre Schüler von ihren unbegrenzten Großzügigkeits-Ressourcen zu überzeugen: sie lässt sich auf das waghalsige Abenteuer ein, ihre teilweise noch nicht alphabetisierten Schüler kostenlos in die Fahrschule zu schicken. Mit einem zur Mildtätigkeit erpressten Partner gründet Isabelle die erste soziale Fahrschule. Doch dann sind es diejenigen Menschen, die ihr am nächsten sind, die ein wenig mehr von ihrer sonst so maßlos verteilten Großzügigkeit und Liebe einfordern: ihre Familie.
Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.

Mit wahrlich besten Absichten bestreitet Isabelle ihr von sozialem Engagement bestimmtes Leben. Sie unterrichtet Französisch in einem Kurs für Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist aber nicht genug, sie will mehr helfen, angesichts des Elends und der drückenden Verantwortung, derer sich die Gesellschaft oft nicht wirklich annehmen will. Isabelle verliert sich zunehmends im Strudel, der sich zu drehen beginnt, wenn man vor lauter Eifer und Engagement übersieht, dass die Kraft jedes Menschen begrenzt ist und dass man auch selber noch ab und zu Hilfe brauchen kann. Und diese kommt oft ganz unverhofft von unerwarteter Seite. In ihrem Eifer, die beste Helferin zu sein und wirklich etwas zu bewegen, geht sie einigen stark auf die Nerven. Zu Weihnachten gibt es keine herkömmlichen Geschenke, beim Shopping mit der Tochter stellt sie peinliche Fragen an der Kassa. Ihrem Ehemann fehlt die Wärme, er möchte nicht nur Dankbarkeit empfinden müssen, sondern Liebe. So begeben sich die zwei zur Paartherapie. Das ist wirklich alles sehr viel für Isabelle.
Regisseur Gilles Legrand schaut dem modernen Drang zu moralisch richtigem Verhalten unter das Büßerhemd und scheut sich nicht vor humorvoll-menschlicher Kritik.
Die französische Meisterin der Komödie mit Ernsthaftigkeitshintergrund Agnès Jaoui (AURORE) zeigt einmal mehr wie aus einer leicht katastrophalen Situation ein Neuanfang wird. Mit feinem und manchmal ein bisschen bissigem Humor zeigt uns der Film das kleine, an uns allen nagende, mitteleuropäische schlechte Gewissen, das uns manchmal komische Sachen machen lässt. Nichtsdestotrotz erwächst aus bedingungsloser Hilfe und Dankbarkeit ein schöneres Bild der Welt, wie wir es oft vor Augen haben. (th)
„Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.” (aus: mm-filmpresse.de)

Trailer:  https://youtu.be/nQvflfYSgO0

 

Undine

Undine

Deutschland, F 2020, 90 Min, Regie und Buch: Christian Petzold, dt. OF, mit Paula Beer, Franz Rogowski, Maryan Zaree u.a.

Der Mythos um die reizvolle, aber gefährliche Sagengestalt der Wasserfrau Undine wird in dem betörenden und märchenhaften Liebesdrama in die Gegenwart verlegt, wobei sich Petzold von Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ inspirieren ließ.
Paula Beer errang damit den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin bei der Berlinale 2020. Darüber hinaus wurde der Film mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. (Frei nach Celluloid 2/2020)

Paula Beer und Franz Rogowski

Als Johannes Undine sagt, dass er sie verlassen wird, bricht sie nicht in Tränen aus, sondern stellt sachlich fest: „Du weißt, wenn du mich verlässt muss ich dich töten.“ Aber Undine wehrt sich gegen diese Bestimmung und will weder ihren Freund töten noch Berlin verlassen, wo sie einen interessanten Job hat. Kurze Zeit später verliebt sie sich in den Industrietaucher Christoph…

Berlin, lässt Petzold seine Undine erzählen, ist auf Sümpfen gebaut. Daher rührt sogar der Name der Stadt: „Berlin“ soll „trockene Stelle im Sumpf“ bedeuten. Der Filmemacher verknüpft nun diese Trockenlegungen, die bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder notwendig wurden, damit die Stadt weiterwachsen konnte, mit unserer Entfremdung von Mythen und Märchen. (Zeit online)

Ein Märchenfilm für Erwachsenen, bei dem viele Szenen unter Wasser entstanden sind.

UNDINE ist Christian Petzolds faszinierende Neuinterpretation des Mythos der geheimnisvollen Wasserfrau Undine, die nur durch die Liebe eines Menschen ein irdisches Leben führen kann: Ein modernes Märchen in einer entzauberten Welt, die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod.

Trailer: https://youtu.be/AoKVec0OJO8

Kritik von Walter Gasperi im Bericht über die Berlinale 2020:

https://www.film-netz.com/post/70-berlinale-mythisch-m%C3%A4rchenhaftes-von-christian-petzold-und-matteo-garrone

Undine

Undine

Deutschland, F 2020, 90 Min, Regie und Buch: Christian Petzold, dt. OF, mit Paula Beer, Franz Rogowski, Maryan Zaree u.a.

Der Mythos um die reizvolle, aber gefährliche Sagengestalt der Wasserfrau Undine wird in dem betörenden und märchenhaften Liebesdrama in die Gegenwart verlegt, wobei sich Petzold von Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ inspirieren ließ.

Paula Beer errang damit den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin bei der Berlinale 2020. Darüber hinaus wurde der Film mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. (Frei nach Celluloid 2/2020)

Undine im Wasser

Als Johannes Undine sagt, dass er sie verlassen wird, bricht sie nicht in Tränen aus, sondern stellt sachlich fest: „Du weißt, wenn du mich verlässt muss ich dich töten.“ Aber Undine wehrt sich gegen diese Bestimmung und will weder ihren Freund töten noch Berlin verlassen, wo sie einen interessanten Job hat. Kurze Zeit später verliebt sie sich in den Industrietaucher Christoph…

Berlin, lässt Petzold seine Undine erzählen, ist auf Sümpfen gebaut. Daher rührt sogar der Name der Stadt: „Berlin“ soll „trockene Stelle im Sumpf“ bedeuten. Der Filmemacher verknüpft nun diese Trockenlegungen, die bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder notwendig wurden, damit die Stadt weiterwachsen konnte, mit unserer Entfremdung von Mythen und Märchen. (Zeit online)

Ein Märchenfilm für Erwachsenen, bei dem viele Szenen unter Wasser entstanden sind.

UNDINE ist Christian Petzolds faszinierende Neuinterpretation des Mythos der geheimnisvollen Wasserfrau Undine, die nur durch die Liebe eines Menschen ein irdisches Leben führen kann: Ein modernes Märchen in einer entzauberten Welt, die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod.

Trailer: https://youtu.be/AoKVec0OJO8

Kritik von Walter Gasperi im Bericht über die Berlinale 2020:

https://www.film-netz.com/post/70-berlinale-mythisch-m%C3%A4rchenhaftes-von-christian-petzold-und-matteo-garrone