Tonsüchtig

Tonsüchtig

Österreich 2020, 90 min, Deutsche OF, Dokumentarfilm
Regie: Malte Ludin, Iva Svarcová

Die Wiener Symphoniker – herrliche Musik, große Gefühle. Ein Film über den ‚Wiener Klang‘ und über Orchestermusiker zwischen Grandiosität und inneren Zerreißproben.

Tonsüchtig Sophie Heinrich und die Wr. Symphoniker

„Fast wie ein Rausch“ – so beschreibt eine junge Musikerin das Erlebnis, Teil eines so renommierten Orchesters zu sein. Der Kinodokumentarfilm „Tonsüchtig“ von Iva Švarcová und Malte Ludin erlaubt erstmals einen Blick hinter die Kulissen der Wiener Symphoniker, den Hütern des weltberühmten „Wiener Klangs“. Das Besondere an diesem Film: er zeigt auch die Schattenseiten des Musikerdaseins, erzählt von Versagens- und Verlustängsten und davon, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Desaster sein kann – Kunst als Hochseilakt.
„Tonsüchtig“ bricht auch eine Lanze für mehr „Frauenpower“ in dieser – immer noch – männlich dominierten Welt: denn das nervenaufreibende Probespiel für die Stelle des Konzertmeisters kann eine Frau, Sophie Heinrich, gegen alle Konkurrenten für sich entscheiden.
Und wie lässt sich der legendäre „Wiener Klang“ definieren? Er habe etwas „Sinnliches“, etwas „Leichtes“, meint Chefdirigent Philippe Jordan. Diesen Klang zu pflegen, das macht der Film deutlich, ist keineswegs „Anbetung der Asche“, sondern „die Weitergabe des Feuers“.

„Musikbegeisterung und das Ringen um Perfektion, faszinierend eingefangen.“ (DOK.fest München)

„Sehenswert, nicht nur für Klassikfans.“ (Falter)

„Iva Švarcová und Malte Ludin werfen in ihrer aufmerksamen Doku erhellende Blicke hinter die Kulisse des weltberühmten Ensembles und zeichnen das faszinierende Bild eines lebendigen Klangkörpers. In kurzweiligen Interviews während Hausbesuchen, Ausflügen und familientherapeutischen Sitzungen erzählen Musiker und – ungleich weniger – Musikerinnen von ihrer Furcht vor dem Auftritt, langen Stunden des Übens, der Qual der Versagensängste und der Lust an der gemeinsamen Musikproduktion.“ (Kurier)

„Unzählige Filmdokumentationen über große Orchester sind gedreht worden. Warum sollte man sich nun eine neue über die Wiener Symphoniker ansehen? Weil diese Dokumentation ein wenig anders ist. Genau genommen handelt es sich bei Iva Svarcoväs und Malte Ludins Film ‚Tonsüchtig‘ um eine orchestrale Psychoanalyse. Es gehört einiges Feingefühl dazu, ein ganzes Orchester auf Sigmund Freuds Couch zu legen, oder besser gesagt: aus zahlreichen Einzelgesprächen mit den Musikern ein aufschlussreiches Gesamtbild zu gewinnen.“ (Die Presse)

Tonsüchtig

Der weltbekannte Klangkörper legt sich vor uns auf die berühmte Couch. Wir hören sein Herz ängstlich klopfen und im nächsten Moment vor Hochgefühlen fast zerspringen. Durch das komplexe Innenleben rauscht immer wieder das grausame Prüfungsverfahren, verharmlosend „Probespiel” genannt. Junge, begabte Solisten aus allen Teilen der Welt rittern um die Nachfolge und spielen sich im Wettkampf die Seele aus dem Leib.

Die Überraschung am Ende des Probespiels ist ein glücklicher Zufall für den Film, eine Auszeichnung für die Wiener Symphoniker, eine Sensation für das Publikum: Eine Frau, Sophie Heinrich, wird von der Mehrheit der Jury engagiert. Sie sitzt seit 2019 auf dem Platz links des Dirigenten. Der Film lässt die Protagonisten selbst reden und zeigt sie in den Bergen, auf dem Wasser, in der Reithalle. So wenig wie den ohnehin medial präsenten Dirigenten wird auch der Musik Aufmerksamkeit geschenkt. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Beruf besondere Anforderungen stellt und der sie der Öffentlichkeit preisgibt. Gewiss hat kaum jemand die Wiener Symphoniker so nah gesehen, ihnen in Herz und Gehirn geschaut. (Leokino.at)

Trailer: https://youtu.be/4c3JbFOVQP4

Tonsüchtig

Tonsüchtig

Österreich 2020, 90 min, Deutsche OF, Dokumentarfilm
Regie: Malte Ludin, Iva Svarcová

Die Wiener Symphoniker – herrliche Musik, große Gefühle. Ein Film über den ‚Wiener Klang‘ und über Orchestermusiker zwischen Grandiosität und inneren Zerreißproben.
Sophie Heinrich

„Fast wie ein Rausch“ – so beschreibt eine junge Musikerin das Erlebnis, Teil eines so renommierten Orchesters zu sein. Der Kinodokumentarfilm „Tonsüchtig“ von Iva Švarcová und Malte Ludin erlaubt erstmals einen Blick hinter die Kulissen der Wiener Symphoniker, den Hütern des weltberühmten „Wiener Klangs“. Das Besondere an diesem Film: er zeigt auch die Schattenseiten des Musikerdaseins, erzählt von Versagens- und Verlustängsten und davon, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Desaster sein kann – Kunst als Hochseilakt.
„Tonsüchtig“ bricht auch eine Lanze für mehr „Frauenpower“ in dieser – immer noch – männlich dominierten Welt: denn das nervenaufreibende Probespiel für die Stelle des Konzertmeisters kann eine Frau, Sophie Heinrich, gegen alle Konkurrenten für sich entscheiden.
Und wie lässt sich der legendäre „Wiener Klang“ definieren? Er habe etwas „Sinnliches“, etwas „Leichtes“, meint Chefdirigent Philippe Jordan. Diesen Klang zu pflegen, das macht der Film deutlich, ist keineswegs „Anbetung der Asche“, sondern „die Weitergabe des Feuers“.

„Musikbegeisterung und das Ringen um Perfektion, faszinierend eingefangen.“ (DOK.fest München)

„Sehenswert, nicht nur für Klassikfans.“ (Falter)

„Iva Švarcová und Malte Ludin werfen in ihrer aufmerksamen Doku erhellende Blicke hinter die Kulisse des weltberühmten Ensembles und zeichnen das faszinierende Bild eines lebendigen Klangkörpers. In kurzweiligen Interviews während Hausbesuchen, Ausflügen und familientherapeutischen Sitzungen erzählen Musiker und – ungleich weniger – Musikerinnen von ihrer Furcht vor dem Auftritt, langen Stunden des Übens, der Qual der Versagensängste und der Lust an der gemeinsamen Musikproduktion.“ (Kurier)

„Unzählige Filmdokumentationen über große Orchester sind gedreht worden. Warum sollte man sich nun eine neue über die Wiener Symphoniker ansehen? Weil diese Dokumentation ein wenig anders ist. Genau genommen handelt es sich bei Iva Svarcoväs und Malte Ludins Film ‚Tonsüchtig‘ um eine orchestrale Psychoanalyse. Es gehört einiges Feingefühl dazu, ein ganzes Orchester auf Sigmund Freuds Couch zu legen, oder besser gesagt: aus zahlreichen Einzelgesprächen mit den Musikern ein aufschlussreiches Gesamtbild zu gewinnen.“ (Die Presse)

Tonsüchtig

Der weltbekannte Klangkörper legt sich vor uns auf die berühmte Couch. Wir hören sein Herz ängstlich klopfen und im nächsten Moment vor Hochgefühlen fast zerspringen. Durch das komplexe Innenleben rauscht immer wieder das grausame Prüfungsverfahren, verharmlosend „Probespiel” genannt. Junge, begabte Solisten aus allen Teilen der Welt rittern um die Nachfolge und spielen sich im Wettkampf die Seele aus dem Leib.

Die Überraschung am Ende des Probespiels ist ein glücklicher Zufall für den Film, eine Auszeichnung für die Wiener Symphoniker, eine Sensation für das Publikum: Eine Frau, Sophie Heinrich, wird von der Mehrheit der Jury engagiert. Sie sitzt seit 2019 auf dem Platz links des Dirigenten. Der Film lässt die Protagonisten selbst reden und zeigt sie in den Bergen, auf dem Wasser, in der Reithalle. So wenig wie den ohnehin medial präsenten Dirigenten wird auch der Musik Aufmerksamkeit geschenkt. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Beruf besondere Anforderungen stellt und der sie der Öffentlichkeit preisgibt. Gewiss hat kaum jemand die Wiener Symphoniker so nah gesehen, ihnen in Herz und Gehirn geschaut. (Leokino.at)

Trailer: https://youtu.be/4c3JbFOVQP4

Corpus Christi

Corpus Christi

Polen 2019, 116 min, poln. O.m.U.
Regie: Jan Komasa
Ein Jugendlicher, der aus dem Strafvollzug kommt, gibt sich in einer Kleinstadt als Priester aus. – „Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint.“ (Crossing Europe)

Der auf wahren Begebenheiten basierende Film erzählt vom 20-jährigen Daniel, der Priester werden will, aber aufgrund eines Verbrechens nicht das Seminar besuchen kann. Nach der Entlassung aus der Haftanstalt gibt er sich in einer Kleinstadt als Pfarrer aus und begeistert die traumatisierte Gemeinde mit unorthodoxen Methoden. Doch kann er den Schatten der Vergangenheit entgehen? Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint. Toll gespielt und zu Recht für einen Oscar nominiert.
„Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint.“ (Crossing Europe)

„Liebe, Glaube, Hoffnung als spannender Thriller verpackt. Doppelmoral, Korruption samt der Untiefen menschlichen Handels könnten als Themen philosophischer Seminare taugen. Hier präsentieren sie sich als packendes Drama mit Wow-Effekt.“ (programmkino.de)

„Jan Komasas beklemmende Hochstaplerkomödie triumphierte schon bei den heimischen Filmpreisen. Hauptdarsteller Bartosz Bielenia brilliert als Betrüger, der Gutes bewirkt.“ (epd Film)

Trailer: https://youtu.be/ariCUqyMA-k

Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/corpus-christi

Achtung! Beginnzeiten können sich je nach Ausgangssperre ändern!

Corpus Christi

Corpus Christi

Polen 2019, 116 min, poln. O.m.U.
Regie: Jan Komasa
Ein Jugendlicher, der aus dem Strafvollzug kommt, gibt sich in einer Kleinstadt als Priester aus. – „Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint.“ (Crossing Europe)

Der auf wahren Begebenheiten basierende Film erzählt vom 20-jährigen Daniel, der Priester werden will, aber aufgrund eines Verbrechens nicht das Seminar besuchen kann. Nach der Entlassung aus der Haftanstalt gibt er sich in einer Kleinstadt als Pfarrer aus und begeistert die traumatisierte Gemeinde mit unorthodoxen Methoden. Doch kann er den Schatten der Vergangenheit entgehen? Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint. Toll gespielt und zu Recht für einen Oscar nominiert.
„Grandioses Drama um Schuld, Moral und Spiritualität, das Ernsthaftigkeit mit Humor vereint.“ (Crossing Europe)

„Liebe, Glaube, Hoffnung als spannender Thriller verpackt. Doppelmoral, Korruption samt der Untiefen menschlichen Handels könnten als Themen philosophischer Seminare taugen. Hier präsentieren sie sich als packendes Drama mit Wow-Effekt.“ (programmkino.de)

„Jan Komasas beklemmende Hochstaplerkomödie triumphierte schon bei den heimischen Filmpreisen. Hauptdarsteller Bartosz Bielenia brilliert als Betrüger, der Gutes bewirkt.“ (epd Film)

Trailer: https://youtu.be/ariCUqyMA-k

Ausführliche Besprechung unter: https://www.film-netz.com/post/corpus-christi

Achtung! Beginnzeiten können sich je nach Ausgangssperre ändern!

Le jeune Ahmed

Le jeune Ahmed

(Young Ahmed / Der junge Ahmed)

Belgien / Frankreich 2019, 84 min, franz. O.m.U.
Regie und Buch: Jean-Pierre & Luc Dardenne.

Le jeune Ahmed

DarstellerInnen: Idir Ben Addi (Ahmed), Olivier Bonnaud (Lehrer), Myriem Akheddiou (Inès), Victoria Bluck (Louise), Claire Bodson (Mutter), Othmane Moumen (Imam Youssouf) u.a

Der 13-jährige Ahmed ist ein guter und sehr ernsthafter Schüler. Gerade deshalb verwandelt er sich unter dem Einfluss eines Mentors in wenigen Monaten zum religiösen Fundamentalisten: Plötzlich beginnt er, die eigene Schwester für die Art, wie sie sich kleidet, und die eigene Mutter dafür, dass sie Alkohol trinkt, zu beschimpfen. Der Lehrerin, die ihn unterrichtet, seit er klein ist, will er nicht mehr die Hand geben, weil ihr neuer Freund ein Jude ist. Bald hegt er noch bösere Pläne gegen sie. Mit dem emphatischen, wertungsfreien Interesse, das zum Markenzeichen ihrer Filme geworden ist, verfolgen die Gebrüder Dardenne die fatalen Wege des kleinen Fanatikers – und wir müssen mit. (Barbara Schweizerhof, viennale.at)
Jean-Pierre und Luc Dardenne schreiben, produzieren und inszenieren ihre Filme gemeinsam und haben eine ganz eigene realistische Ästhetik ins europäische Erzählkino eingeführt, die präzise Gesellschaftsbilder zeichnet, ohne in simpler Sozialkritik aufzugehen. (leokino.at)

Packendes Porträt des 13-jährigen Ahmeds, eines guten und gewissenhaften Schülers, der sich unter dem Einfluss eines Mentors innert kurzer Zeit zum religiösen Fundamentalisten wandelt.

Filmkritik in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2075352-Jeune-Ahmed-Im-Namen-des-Koran.html

„Zu Töten im Namen des Koran? Das ist eindeutig darin festgeschrieben, findet Ahmed. Davon lässt er sich zunächst auch nicht abbringen. Nicht einmal von einem Kuss der gleichaltrigen, pubertierenden Louise, die er auf dem Bauernhof kennenlernt. Hernach empfindet er sich, der gerade erstmals in seinem Leben die Liebe gespürt hat, als unreinen Moslem. „(M. Greuling, Wiener Zeitung)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/le-jeune-ahmed

Trailer: https://youtu.be/Y-5sUs5mLf0

Beginnzeiten sind abhängig von der jeweils gültigen Corona-Ausgangssperre, bitte kurzfristig hier kontrollieren.

Le jeune Ahmed

Le jeune Ahmed

(Young Ahmed / Der junge Ahmed)

Belgien / Frankreich 2019, 84 min, franz. O.m.U.
Regie und Buch: Jean-Pierre & Luc Dardenne.

Le jeune Ahmed

DarstellerInnen: Idir Ben Addi (Ahmed), Olivier Bonnaud (Lehrer), Myriem Akheddiou (Inès), Victoria Bluck (Louise), Claire Bodson (Mutter), Othmane Moumen (Imam Youssouf) u.a

Der 13-jährige Ahmed ist ein guter und sehr ernsthafter Schüler. Gerade deshalb verwandelt er sich unter dem Einfluss eines Mentors in wenigen Monaten zum religiösen Fundamentalisten: Plötzlich beginnt er, die eigene Schwester für die Art, wie sie sich kleidet, und die eigene Mutter dafür, dass sie Alkohol trinkt, zu beschimpfen. Der Lehrerin, die ihn unterrichtet, seit er klein ist, will er nicht mehr die Hand geben, weil ihr neuer Freund ein Jude ist. Bald hegt er noch bösere Pläne gegen sie. Mit dem emphatischen, wertungsfreien Interesse, das zum Markenzeichen ihrer Filme geworden ist, verfolgen die Gebrüder Dardenne die fatalen Wege des kleinen Fanatikers – und wir müssen mit. (Barbara Schweizerhof, viennale.at)
Jean-Pierre und Luc Dardenne schreiben, produzieren und inszenieren ihre Filme gemeinsam und haben eine ganz eigene realistische Ästhetik ins europäische Erzählkino eingeführt, die präzise Gesellschaftsbilder zeichnet, ohne in simpler Sozialkritik aufzugehen. (leokino.at)

Packendes Porträt des 13-jährigen Ahmeds, eines guten und gewissenhaften Schülers, der sich unter dem Einfluss eines Mentors innert kurzer Zeit zum religiösen Fundamentalisten wandelt.
Filmkritik in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/2075352-Jeune-Ahmed-Im-Namen-des-Koran.html

„Zu Töten im Namen des Koran? Das ist eindeutig darin festgeschrieben, findet Ahmed. Davon lässt er sich zunächst auch nicht abbringen. Nicht einmal von einem Kuss der gleichaltrigen, pubertierenden Louise, die er auf dem Bauernhof kennenlernt. Hernach empfindet er sich, der gerade erstmals in seinem Leben die Liebe gespürt hat, als unreinen Moslem. „(M. Greuling, Wiener Zeitung)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi: https://www.film-netz.com/post/le-jeune-ahmed

Trailer: https://youtu.be/Y-5sUs5mLf0

Bitte warten

Bitte warten

Regie: Pavel Cuzuioc, Österreich 2020, 86 min, rumänische, ukrainische, bulgarische, russische O.m.dt.U.; Dokumentarfilm.

Österreichische Erstaufführung!

Kabeltechniker in Osteuropa steuern den modernen Turmbau zu Babel. Mit unerschütterlichem Humor und ein wenig Philosophie halten sie die Verbindung in einer unstimmigen Welt.

Eine audiovisuelle Allegorie über Kommunikation – Der Film folgt Kabeltechniker in verschiedenen Ländern bei ihren Aufträgen. Jeder Kunde, den sie besuchen, bietet einen Einblick in seinem eigenen Mikrokosmos. Mit so einer Vielfalt an Mitteln der Kommunikation bevölkern wir immer noch einen modernen Turmbau zu Babel; eine geordnete Diskordanz von Persönlichkeiten und Perspektiven.

„Warteschleife des Lebens“, Georg Thiel:  Eine häufige Situation, und eigentlich ganz banal: man hängt in der Warteschleife einer Telekom–Firma, hört die Worte „Bitte warten!“ – und ist verstimmt. Doch wer hätte gedacht, dass diese enervierende Phrase, in der immer auch eine Ahnung von Unendlichkeit mitschwingt, die erstaunlichsten Räume erschließt?

In seinem Dokumentarfilm „Bitte warten“ folgt Regisseur Pavel Cuzuioc sechs Mitarbeitern von Telefon-, TV- und Internet-Anbietern durch Bulgarien, Rumänien, Moldau und die Ukraine. Er begleitet sie vom streng strukturierten Server-Park bis zum Kabelsalat im Hinterhof, und in die Wohnungen der Kunden hinein, wo das Informationszeitalter auf post-sowjetische Realitäten trifft.

Das Spektrum ist breit: Ein Pope. Ein Sammler. Arbeitslose. Eine Quebecerin in der Ukraine und eine Äthiopierin in Bulgarien. Nicht zu vergessen Pensionisten; reizende alte Damen darunter, die in lila ausgemalten Räumen blutrünstige Geschichten erzählen. Cuzuiocs behutsame, beobachtende, aber nie voyeuristische Kameraführung lässt den Protagonisten Raum zur Entfaltung; sie danken es ihm mit intimen Einblicken in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

Egal wer oder wie sie sind – mehr oder weniger arm, gebildet oder einfach gestrickt, aus der Zeit gefallen, oder nur verschroben: in ihrer Präsenz und ihrer Verletzlichkeit sind sie einander gleich. Genauso, was ihren Wunsch nach Anschluss – sowohl im menschlichen als auch im technischen Sinne – betrifft.

Letzteres ist die eigentliche Aufgabe der porträtierten Telecom-Techniker. In der Praxis sind sie jedoch viel mehr: Berater, Zuhörer, Gesellschafter, die-richtigen-Fragen-Steller, Psychologen, Berichterstatter. Sogar Philosophen, mit klaren Vorstellungen über den Fortschritt, die Menschheit und das Leben an sich.

Pavel Cuzuioc, der neben Konzeption und Produktion auch für Regie, Ton und Kamera zuständig war, dreht streng dokumentarisch, schneidet allerdings fiktional. Für „Bitte warten“ bedeutet das, dass die Kamera zurückhaltend agiert und mit wenigen, fixen Einstellungen ein Auskommen findet, damit die Kunden so ungestört wie möglich und vor allem authentisch agieren können. Gleichzeitig erhält die zweite und dritte Schicht im Kader viel Aufmerksamkeit und trägt wesentlich zur Grundstimmung des Filmes bei.

Beim Schnitt wurde eine weitere Erzähl-Ebene eingezogen: Immer wieder unterbrochen von der rumänischen Warteschleife „Așteptați răspunsul operatorului” („Warten Sie auf die Antwort des Mitarbeiters“) und ein paar Takten der als Wartemusik missbrauchten Zauberflöte, folgt der Film, über die verschiedenen Länder hinweg, lose der Struktur eines typischen Arbeitstages eines Netzwerk- Technikers im Außendienst. Die neuen Medien sind dabei nicht nur Arbeitsinhalt, sondern werden immer wieder selbst zu Protagonisten, etwa als Propaganda aus dem Fernsehen, als Film im Film, und sogar als Abspann im Abspann, sowie der in der Form von Radiomeldungen über Verbrechen, auf die immer wieder Bezug genommen wird.

Mit seinem neuesten Film gelingt Pavel Cuzuioc ein zeitgeschichtliches und zugleich zeitloses Dokument. Mit seiner klaren, ästhetischen Bildsprache beleuchtet er die Schnittstellen von Moderne und Tradition, und behält doch immer den Menschen im Fokus, und zwar nicht nur mit seiner Verwirrung und technischen Unzulänglichkeit, sondern auch mit seinen Wünschen und Hoffnungen, seinen Vorstellungen und Interpretationen von der Wirklichkeit. Und vor allem mit seiner Suche nach Antworten in der Warteschleife des Lebens.

Viennale2020 – MehrWertFilmpreis“
JURYBEGRÜNDUNG: BITTE WARTEN IST EIN LEISER FILM, DER SICH DER THEMATIK DER KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIE HUMORVOLL UND KLUG WIDMET. WIR BEGLEITEN DIE TELEKOMMUNIKATIONS-MONTEURE BEI IHREN BESUCHEN IN HAUSHALTE: AM LAND, MEIST IN KLEINEN DÖRFERN UND REISEN SO IN EINIGE, AN DIE EU GRENZENDE ÖSTLICHE, NACHBARLÄNDER. WIR ERHALTEN EINBLICK IN PERSÖNLICHE GESCHICHTEN, IN ANDERE LEBENSREALITÄTEN. ALS VERBINDEND ZEIGT SICH, DASS TELEKOMMUNIKATION IMMER AUCH EINE KETTE VON NICHT ENDEN WOLLENDEN ABSURDITÄTEN IST, DENEN WIR ALLE AUSGELIEFERT SIND. EIN WIEDERKEHRENDES THEMA IM FILM IST DIE KRITIK DER MENSCHEN AM SCHLECHTEN PROGRAMM, DAS MAN IHNEN VERKAUFT. DIESER FILM GEHÖRT DEFINITIV NICHT DAZU.
Astra Filmfest Rumänien 2020 – Bester Dokumentarfilm, Special Mention

Pavel Cuzuioc ist in Chișinău, Republik Moldau geboren. 2000 ist er nach Wien gezogen und studierte Film Regie und Produktion bei der Filmakedemie Wien. Seine Filme wurden bei verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt, wie bei u.a. Locarno Film Festival, HotDocs, Clermont Ferrand ISFF, Transylvania IFF, FIPA, Cottbus FF, Helsinki IFF, Black Night IFF und DocAviv FF.

Trailer: https://youtu.be/vWRpB0dGhdo

Bitte warten

Bitte warten

Regie: Pavel Cuzuioc, Österreich 2020, 86 min,

Mittwoch, 7.4. 21, 17:30 Uhr in Österr. Kino-Erstaufführung:

Bitte warten

Österreich 2020, 86 Min, rumänische, ukrainische, bulgarische, russische O.m.dt.U.; Dokumentarfilm. Regie: Pavel Cuzuioc
Telefonmonteur

In seinem Dokumentarfilm „Bitte warten“ folgt Regisseur Pavel Cuzuioc sechs Mitarbeitern von Telefon-, TV- und Internet-Anbietern durch Bulgarien, Rumänien, Moldau und die Ukraine. Er begleitet sie vom streng strukturierten Server-Park bis zum Kabelsalat im Hinterhof, und in die Wohnungen der Kunden hinein, wo das Informationszeitalter auf post-sowjetische Realitäten trifft. Das Spektrum ist breit: Ein Pope. Ein Sammler. Arbeitslose. Eine Quebecerin in der Ukraine und eine Äthiopierin in Bulgarien. Nicht zu vergessen Pensionisten; reizende alte Damen darunter, die in lila ausgemalten Räumen blutrünstige Geschichten erzählen. Cuzuiocs behutsame, beobachtende, aber nie voyeuristische Kameraführung lässt den Protagonisten Raum zur Entfaltung; sie danken es ihm mit intimen Einblicken in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

Kabeltechniker in Osteuropa steuern den modernen Turmbau zu Babel. Mit unerschütterlichem Humor und ein wenig Philosophie halten sie die Verbindung in einer unstimmigen Welt.

Eine audiovisuelle Allegorie über Kommunikation – Der Film folgt Kabeltechniker in verschiedenen Ländern bei ihren Aufträgen. Jeder Kunde, den sie besuchen, bietet einen Einblick in seinem eigenen Mikrokosmos. Mit so einer Vielfalt an Mitteln der Kommunikation bevölkern wir immer noch einen modernen Turmbau zu Babel; eine geordnete Diskordanz von Persönlichkeiten und Perspektiven.

„Warteschleife des Lebens“, Georg Thiel:  Eine häufige Situation, und eigentlich ganz banal: man hängt in der Warteschleife einer Telekom–Firma, hört die Worte „Bitte warten!“ – und ist verstimmt. Doch wer hätte gedacht, dass diese enervierende Phrase, in der immer auch eine Ahnung von Unendlichkeit mitschwingt, die erstaunlichsten Räume erschließt?

Egal wer oder wie sie sind – mehr oder weniger arm, gebildet oder einfach gestrickt, aus der Zeit gefallen, oder nur verschroben: in ihrer Präsenz und ihrer Verletzlichkeit sind sie einander gleich. Genauso, was ihren Wunsch nach Anschluss – sowohl im menschlichen als auch im technischen Sinne – betrifft.

Letzteres ist die eigentliche Aufgabe der porträtierten Telecom-Techniker. In der Praxis sind sie jedoch viel mehr: Berater, Zuhörer, Gesellschafter, die-richtigen-Fragen-Steller, Psychologen, Berichterstatter. Sogar Philosophen, mit klaren Vorstellungen über den Fortschritt, die Menschheit und das Leben an sich.

Pavel Cuzuioc, der neben Konzeption und Produktion auch für Regie, Ton und Kamera zuständig war, dreht streng dokumentarisch, schneidet allerdings fiktional. Für „Bitte warten“ bedeutet das, dass die Kamera zurückhaltend agiert und mit wenigen, fixen Einstellungen ein Auskommen findet, damit die Kunden so ungestört wie möglich und vor allem authentisch agieren können. Gleichzeitig erhält die zweite und dritte Schicht im Kader viel Aufmerksamkeit und trägt wesentlich zur Grundstimmung des Filmes bei.

Beim Schnitt wurde eine weitere Erzähl-Ebene eingezogen: Immer wieder unterbrochen von der rumänischen Warteschleife „Așteptați răspunsul operatorului” („Warten Sie auf die Antwort des Mitarbeiters“) und ein paar Takten der als Wartemusik missbrauchten Zauberflöte, folgt der Film, über die verschiedenen Länder hinweg, lose der Struktur eines typischen Arbeitstages eines Netzwerk- Technikers im Außendienst. Die neuen Medien sind dabei nicht nur Arbeitsinhalt, sondern werden immer wieder selbst zu Protagonisten, etwa als Propaganda aus dem Fernsehen, als Film im Film, und sogar als Abspann im Abspann, sowie der in der Form von Radiomeldungen über Verbrechen, auf die immer wieder Bezug genommen wird.

Mit seinem neuesten Film gelingt Pavel Cuzuioc ein zeitgeschichtliches und zugleich zeitloses Dokument. Mit seiner klaren, ästhetischen Bildsprache beleuchtet er die Schnittstellen von Moderne und Tradition, und behält doch immer den Menschen im Fokus, und zwar nicht nur mit seiner Verwirrung und technischen Unzulänglichkeit, sondern auch mit seinen Wünschen und Hoffnungen, seinen Vorstellungen und Interpretationen von der Wirklichkeit. Und vor allem mit seiner Suche nach Antworten in der Warteschleife des Lebens.

Viennale2020 – MehrWertFilmpreis“
JURYBEGRÜNDUNG: BITTE WARTEN IST EIN LEISER FILM, DER SICH DER THEMATIK DER KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIE HUMORVOLL UND KLUG WIDMET. WIR BEGLEITEN DIE TELEKOMMUNIKATIONS-MONTEURE BEI IHREN BESUCHEN IN HAUSHALTE: AM LAND, MEIST IN KLEINEN DÖRFERN UND REISEN SO IN EINIGE, AN DIE EU GRENZENDE ÖSTLICHE, NACHBARLÄNDER. WIR ERHALTEN EINBLICK IN PERSÖNLICHE GESCHICHTEN, IN ANDERE LEBENSREALITÄTEN. ALS VERBINDEND ZEIGT SICH, DASS TELEKOMMUNIKATION IMMER AUCH EINE KETTE VON NICHT ENDEN WOLLENDEN ABSURDITÄTEN IST, DENEN WIR ALLE AUSGELIEFERT SIND. EIN WIEDERKEHRENDES THEMA IM FILM IST DIE KRITIK DER MENSCHEN AM SCHLECHTEN PROGRAMM, DAS MAN IHNEN VERKAUFT. DIESER FILM GEHÖRT DEFINITIV NICHT DAZU.
Astra Filmfest Rumänien 2020 – Bester Dokumentarfilm, Special Mention

Pavel Cuzuioc ist in Chișinău, Republik Moldau geboren. 2000 ist er nach Wien gezogen und studierte Film Regie und Produktion bei der Filmakedemie Wien. Seine Filme wurden bei verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt, wie bei u.a. Locarno Film Festival, HotDocs, Clermont Ferrand ISFF, Transylvania IFF, FIPA, Cottbus FF, Helsinki IFF, Black Night IFF und DocAviv FF.

Trailer: https://youtu.be/vWRpB0dGhdo

Oeconomia

Prüfen Sie bitte kurz zuvor hier auf unserer Homepage www.fkc.at, wann und ob diese Filmvorführung stattfinden kann!

Oeconomia

Deutschland  2020, 89 min, Deutsche Originalfassung. Dokumentarfilm.
Regie: Carmen Losmann

Oeconomia

Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schief läuft. Aber was?

Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich OECONOMIA mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten. Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht.

Ein Film über die Spielregeln des Kapitalismus und darüber, wie Geld entsteht. – „Ein spannender Film, der höchst interessante Einblicke in die Finanzwelt gibt.“ (ndr.de)

Trailer: https://youtu.be/RKT_g14MSus

OECONOMIA ist ein Film von brennender Aktualität.

Oeconomia

Prüfen Sie bitte kurz zuvor hier auf unserer Homepage www.fkc.at, wann und ob diese Filmvorführung stattfinden kann!

Oeconomia

Deutschland  2020, 89 min, Deutsche Originalfassung. Dokumentarfilm.
Regie: Carmen Losmann

Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schief läuft. Aber was?

Oeconomia

Jenseits von
distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich OECONOMIA mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten. Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht.

Ein Film über die Spielregeln des Kapitalismus und darüber, wie Geld entsteht. – „Ein spannender Film, der höchst interessante Einblicke in die Finanzwelt gibt.“ (ndr.de)

Trailer: https://youtu.be/RKT_g14MSus

OECONOMIA ist ein Film von brennender Aktualität.