Der Fuchs

Der Fuchs

Sonderveranstaltung des FKC in Zusammenarbeit mit dem Cinema-Dornbirn und der Pandafilm in Anwesenheit von Regisseur Adrian Goiginger.

D, A 2022, 117 Min, dt. OF
Regie: Adrian Goiginger

Adrian Goiginger

Mit Simon Morzé, Karl Markovics, Karola Niederhuber, Adriane Gradziel, Alexander Beyer u.a.


Österreich, Mitte der 1920er Jahre: Aus großer Not heraus übergibt die Bergbauernfamilie Streitberger ihren jüngsten Sohn in die Obhut eines Großbauern. Auch als Franz  die Knechtschaft mit Erreichen der Volljährigkeit aufkündigen darf, kann er dem Vater  nicht verzeihen. Auf der Suche nach Arbeit schließt er sich dem Bundesheer an. Unter seinen geselligen Soldatenkameraden bleibt der sensible, wortkarge Franz stets ein wunderlicher Außenseiter. Als die Kompanie 1940 den Angriff auf Frankreich starten soll, findet er im Wald einen verletzten Fuchswelpen. Kurzerhand beschließt Franz, sich dem verlassenen Tier anzunehmen und es gesund zu pflegen. Angetrieben durch die Zuneigung zu seinem Fuchs, tritt er als Motorradkurier die gefährliche Reise an die Front an.

Nachdem er mit seinem vielfach prämierten Regiedebüt DIE BESTE ALLER WELTEN bereits seiner Mutter ein filmisches Denkmal gesetzt hatte, erzählt Adrian Goiginger nun mit DER FUCHS aus dem Leben seines Urgroßvaters im Zweiten Weltkrieg. Mit der zu Herz gehenden Geschichte des Franz Streitberger, der in seinem Fuchs einen wahren Freund findet, eröffnet der Regisseur eine neue Perspektive auf diese von Angst und Entbehrung geprägte Zeit. Nachwuchsstar Simon Morzé (DER TRAFIKANT) wächst in der Hauptrolle über sich selbst hinaus: Eindringlich vermittelt er die tiefe Zerrissenheit und Sehnsucht von Franz. An seiner Seite sieht man u. a. Karl Markovics (DIE FÄLSCHER) und Alexander Beyer (PERSISCHSTUNDEN).

 Trailer:

Vera

VERA

Österreich 2022 / 115 min, gedreht auf Super-16, 1:1,66 italienische OmU.
Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel
Mit Vera Gemma, Walter Saabel, Daniel de Palma, Asia Argento

Semidokumentarischer Spielfilm mit und über die italienische Schauspielerin Vera Gemma, der Tochter von Giuliano Gemma. – „Einfühlsames Porträt einer tragischen Heldin“ (orf.at)

Die Schauspielerin Vera Gemma lebt im Schatten ihres berühmten verstorbenen Vaters. Überdrüssig unzähliger Schönheitsoperationen und oberflächlicher Beziehungen treibt sie durch die römische High Society. Als sie bei einem Verkehrsunfall ein Kind verletzt, baut sie eine aus ihrer Sicht intensive Beziehung zu dem neunjährigen Buben und dessen Vater auf.

Preise: Venedig 2022 Beste Regie in der Wettbewerbssektion ‚Orizzonti‘ und für Vera Gemma: Beste Schauspielerin
„Vera‘ ist tiefgründig, offen und erfrischend, weit entfernt von jeglicher Überheblichkeit oder Manieriertheit. Es ist ein aufrichtiger, echter, wahrer Film und er gehört zu den unverzichtbaren dieses Jahres.“ (Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi in Der Standard) – Eröffnungsfilm Viennale 2022

„Zutiefst traurig, sensibel und skurril“ (FM4)

TIZZA COVI und RAINER FRIMMEL
Tizza Covi wurde 1971 in Bozen geboren und lebte in Paris und Berlin, bevor sie in Wien Fotografie studierte. Rainer Frimmel, 1971 in Wien geboren, studierte ebenfalls Fotografie in Wien. Seit 1996 arbeiten sie gemeinsam an Filmen, Theater und Fotografie. 

Vera

VERA

Österreich 2022 / 115 min, gedreht auf Super-16, 1:1,66,  italienische OmU
Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel
Mit Vera Gemma, Walter Saabel, Daniel de Palma, Asia Argento

Semidokumentarischer Spielfilm mit und über die italienische Schauspielerin Vera Gemma, der Tochter von Giuliano Gemma. – „Einfühlsames Porträt einer tragischen Heldin“ (orf.at)

Die Schauspielerin Vera Gemma lebt im Schatten ihres berühmten verstorbenen Vaters. Überdrüssig unzähliger Schönheitsoperationen und oberflächlicher Beziehungen treibt sie durch die römische High Society. Als sie bei einem Verkehrsunfall ein Kind verletzt, baut sie eine aus ihrer Sicht intensive Beziehung zu dem neunjährigen Buben und dessen Vater auf.

Preise: Venedig 2022 Beste Regie in der Wettbewerbssektion ‚Orizzonti‘ und für Vera Gemma: Beste Schauspielerin
„Vera‘ ist tiefgründig, offen und erfrischend, weit entfernt von jeglicher Überheblichkeit oder Manieriertheit. Es ist ein aufrichtiger, echter, wahrer Film und er gehört zu den unverzichtbaren dieses Jahres.“ (Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi in Der Standard) – Eröffnungsfilm Viennale 2022

„Zutiefst traurig, sensibel und skurril“ (FM4)

TIZZA COVI und RAINER FRIMMEL
Tizza Covi wurde 1971 in Bozen geboren und lebte in Paris und Berlin, bevor sie in Wien Fotografie studierte. Rainer Frimmel, 1971 in Wien geboren, studierte ebenfalls Fotografie in Wien. Seit 1996 arbeiten sie gemeinsam an Filmen, Theater und Fotografie. 

Hive

Hive

Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Schweiz 2021, 84 min, alban. O.m.U. Regie: Blerta Basholli

Der Sensationserfolg des letztjährigen Sundance-Festivals (ausgezeichnet mit drei Hauptpreisen) erzählt die wahre, inspirierende Geschichte, von Frauen, die sich gemeinsam gegen die Männerherrschaft in ihrem Dorf durchsetzen. Als Produzentinnen der Gemüsepaste Ajvar wurden die Frauen aus Krusha e Madhe (Kosovo) finanziell unabhängig und weltbekannt.

Hive

Fahrijes Ehemann gilt seit Kriegsende als vermisst – wie viele Männer in ihrem Dorf im Kosovo. Zusätzlich zur Ungewissheit hat die Familie auch finanzielle Sorgen. Als die Bienen, die sie züchten, kaum noch Honig geben, beschließt Fahrije, den Führerschein zu machen und mit hausgemachtem Ajvar, einer Paprikapaste, Geld in der Stadt zu verdienen. Doch die traditionelle patriarchalische Dorfgemeinschaft beobachtet ihr Tun misstrauisch und verurteilt offen ihre Bemühungen. Fahrije aber lässt sich nicht einschüchtern, und schon bald wagen es weitere Frauen, ihr bei diesem geradezu revolutionären Unternehmen zu helfen.
In ihrem preisgekrönten Debüt-Spielfilm zeigt Regisseurin Blerta Basholli eine mutige Frau, die zur Ernährerin ihrer Familie wird. Sie gründet eine Frauen-genossenschaft in ihrem Heimatdorf und motiviert andere Frauen mit ähnlichem Schicksal zu Eigenständigkeit. Der Film erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung. Trotz großer Widerstände und
patriarchaler Strukturen bringt Fahrije wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat.
Doch ihr Ehrgeiz, ihr Wunsch nach Autonomie und ihre Bemühungen, sich und andere Frauen zu stärken, werden in ihrem traditionellen, patriarchalischen Dorf nicht gern gesehen. Fahrije kämpft nicht nur darum, ihre Familie über Wasser zu halten, sondern auch gegen eine feindselige Gemeinschaft, die ihren Misserfolg herbeisehnt, während sie noch immer dem Mann nachtrauert, den sie geliebt hat.
HIVE ist von der wahren Lebensgeschichte von Fahrije Hoti inspiriert. Fahrije Hoti ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und engagiert hauptsächlich Frauen in ihrem Betrieb, in dem Ajvar und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse hergestellt werden. Seit sie über Frauenrechte spricht, ist sie im ganzen Land bekannt. (Polyfilm)

Ausführliche Rezension von Walter Gasperi unter:
https://www.film-netz.com/post/_hive

Hive

GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

Der Kosovo-Krieg (1998-99) war das Ergebnis eines jahrzehntelangen Konfliktes um den Status des Kosovo innerhalb der Jugoslawischen Föderation. Der Konflikt verschärfte sich 1989, als der jugoslawische Präsident Slobodan Milošević alle seit 1963 erworbenen Autonomierechte annullierte und den Kosovo wieder zu einer „Autonomen Region“ herabstufte. Daraufhin wurden alle kosovarischen politischen Institutionen aufgelöst und die bundesstaatlichen Subventionen eingestellt. An Schulen und Universitäten wurden Unterricht und Lehrveranstaltungen in albanischer Sprache verboten. In den 1990er Jahren verloren Kosovo-Albaner ihre Anstellung in der Verwaltung und in öffentlichen Unternehmen und wurden vom politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise, die seit den 1980er Jahren den Kosovo als wirtschaftlich rückständigste Region Jugoslawiens besonders hart traf, spitzten sich die Auseinander-setzungen weiter zu. Im Krieg wurde die kosovarische und vor allem die kosovo-albanische Zivilbevölkerung Opfer systematischer Überfälle, Vertreibungen und Massenmorde. Auch die kosovo-albanische Befreiungsarmee UÇK machte sich schwerer Menschenrechtsverbrechen schuldig. Im Zusammenhang mit dem Krieg starben oder verschwanden zwischen 1998 und 2000 mindestens 13.535 Menschen.

Trailer:

Hive

Hive

Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Schweiz 2021, 84 min, alban. O.m.U. Regie: Blerta Basholli

Der Sensationserfolg des letztjährigen Sundance-Festivals (ausgezeichnet mit drei Hauptpreisen) erzählt die wahre, inspirierende Geschichte, von Frauen, die sich gemeinsam gegen die Männerherrschaft in ihrem Dorf durchsetzen. Als Produzentinnen der Gemüsepaste Ajvar wurden die Frauen aus Krusha e Madhe (Kosovo) finanziell unabhängig und weltbekannt.

Hive

Fahrijes Ehemann gilt seit Kriegsende als vermisst – wie viele Männer in ihrem Dorf im Kosovo. Zusätzlich zur Ungewissheit hat die Familie auch finanzielle Sorgen. Als die Bienen, die sie züchten, kaum noch Honig geben, beschließt Fahrije, den Führerschein zu machen und mit hausgemachtem Ajvar, einer Paprikapaste, Geld in der Stadt zu verdienen. Doch die traditionelle patriarchalische Dorfgemeinschaft beobachtet ihr Tun misstrauisch und verurteilt offen ihre Bemühungen. Fahrije aber lässt sich nicht einschüchtern, und schon bald wagen es weitere Frauen, ihr bei diesem geradezu revolutionären Unternehmen zu helfen.
In ihrem preisgekrönten Debüt-Spielfilm zeigt Regisseurin Blerta Basholli eine mutige Frau, die zur Ernährerin ihrer Familie wird. Sie gründet eine Frauen-genossenschaft in ihrem Heimatdorf und motiviert andere Frauen mit ähnlichem Schicksal zu Eigenständigkeit. Der Film erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung. Trotz großer Widerstände und
patriarchaler Strukturen bringt Fahrije wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat.
Doch ihr Ehrgeiz, ihr Wunsch nach Autonomie und ihre Bemühungen, sich und andere Frauen zu stärken, werden in ihrem traditionellen, patriarchalischen Dorf nicht gern gesehen. Fahrije kämpft nicht nur darum, ihre Familie über Wasser zu halten, sondern auch gegen eine feindselige Gemeinschaft, die ihren Misserfolg herbeisehnt, während sie noch immer dem Mann nachtrauert, den sie geliebt hat.
HIVE ist von der wahren Lebensgeschichte von Fahrije Hoti inspiriert. Fahrije Hoti ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und engagiert hauptsächlich Frauen in ihrem Betrieb, in dem Ajvar und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse hergestellt werden. Seit sie über Frauenrechte spricht, ist sie im ganzen Land bekannt. (Polyfilm)
Ausführliche Rezension von Walter Gasperi unter:
https://www.film-netz.com/post/_hive

Hive

GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

Der Kosovo-Krieg (1998-99) war das Ergebnis eines jahrzehntelangen Konfliktes um den Status des Kosovo innerhalb der Jugoslawischen Föderation. Der Konflikt verschärfte sich 1989, als der jugoslawische Präsident Slobodan Milošević alle seit 1963 erworbenen Autonomierechte annullierte und den Kosovo wieder zu einer „Autonomen Region“ herabstufte. Daraufhin wurden alle kosovarischen politischen Institutionen aufgelöst und die bundesstaatlichen Subventionen eingestellt. An Schulen und Universitäten wurden Unterricht und Lehrveranstaltungen in albanischer Sprache verboten. In den 1990er Jahren verloren Kosovo-Albaner ihre Anstellung in der Verwaltung und in öffentlichen Unternehmen und wurden vom politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise, die seit den 1980er Jahren den Kosovo als wirtschaftlich rückständigste Region Jugoslawiens besonders hart traf, spitzten sich die Auseinander-setzungen weiter zu. Im Krieg wurde die kosovarische und vor allem die kosovo-albanische Zivilbevölkerung Opfer systematischer Überfälle, Vertreibungen und Massenmorde. Auch die kosovo-albanische Befreiungsarmee UÇK machte sich schwerer Menschenrechtsverbrechen schuldig. Im Zusammenhang mit dem Krieg starben oder verschwanden zwischen 1998 und 2000 mindestens 13.535 Menschen.

Trailer:

Die Magnetischen

Die Magnetischen –
Les magnétiques

Frankreich / Deutschland 2021, 98 min, Scope, französische O.m.U.
Regie: Vincent Maël Cardona

Die Magnetischen

Frankreich Anfang der 1980er-Jahre: Aufbruchsstimmung macht sich breit – auch in der Musik. In einer verschlafenen Kleinstadt betreibt die Clique um den charismatischen Jerôme und seinen introvertierten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer kleinen Tochter aus Paris in den Ort zurückzieht, ist es um die Brüder geschehen, und beide verlieben sich Hals über Kopf in sie. Mit seiner einnehmenden Art kann Jerôme Marianne schnell für sich gewinnen, während Philippe sich nicht traut, seine Liebe zu zeigen. Er wird zum Militärdienst eingezogen und nach West-Berlin versetzt. Dort verändert die Begegnung mit dem schillernden Radiomoderator Dany sein Leben, er kann als DJ beim Militärradio beeindrucken und traut sich, Marianne per Radio seine Liebe zu gestehen. Doch als Philippe nach Hause fährt, muss er feststellen, dass sich alles verändert hat, und er gerät in einen großen Gewissenskonflikt.

Bei den Internationalen Filmfestspiele Cannes wurden DIE MAGNETISCHEN 2021 in der Sektion Quinzaine des Réalisateurs als Entdeckung gefeiert und ausgezeichnet. Kürzlich gewann der Film den CÉSAR als Bester Debütfilm. Im Film glänzt das aufstrebende Ensemble Thimotée Robart, Marie Colomb, Joseph Olivennes. Thimotée Robart wurde für seine Leistung in DIE MAGNETISCHEN mit dem Prix Lumière als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. (Filmladen)

Die Magnetischen

 Vincent Maël Cardona gelingt es in seinem preisgekrönten Spielfilmdebut, die pulsierende Stimmung der 1980er Jahre einzufangen. Frankreich, 1981: Mit der Wahl François Mitterrands gegen Giscard d’Estaing macht sich Aufbruchsstimmung breit – auch in der Musik. In einer verschlafenen Kleinstadt betreibt die Clique um den charismatischen Jerôme und seinen introvertierten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer kleinen Tochter aus Paris in den Ort zurückzieht, ist es um die Brüder geschehen, und beide verlieben sich Hals über Kopf in sie. L’amour, l’amour! (Leokino)
Mitreißend beschwört Cardona das Haptische dieser analogen Zeiten, in denen mit Bändern, Kassetten und Schallplatten gearbeitet, einfallsreich an Reglern gespielt und Alltagsgeräusche ebenso wie Tonstörungen in die Musik einbezogen wurden. Dabei ist mit dem Post Punk von Joy Division, The Undertones, Gang of Four und Iggy Pop in dieser Zeit auch ein neuer Musikstil angesagt.
(Walter Gasperi)

Ausführliche Rezension unter: https://www.film-netz.com/post/les-magn%C3%A9tiques-die-magnetischen

Die Magnetischen

Die Magnetischen –
Les magnétiques

Frankreich / Deutschland 2021, 98 min, Scope, französische O.m.U.
Regie: Vincent Maël Cardona


Frankreich Anfang der 1980er-Jahre: Aufbruchsstimmung macht sich breit – auch in der Musik. In einer verschlafenen Kleinstadt betreibt die Clique um den charismatischen Jerôme und seinen introvertierten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer kleinen Tochter aus Paris in den Ort zurückzieht, ist es um die Brüder geschehen, und beide verlieben sich Hals über Kopf in sie. Mit seiner einnehmenden Art kann Jerôme Marianne schnell für sich gewinnen, während Philippe sich nicht traut, seine Liebe zu zeigen. Er wird zum Militärdienst eingezogen und nach West-Berlin versetzt. Dort verändert die Begegnung mit dem schillernden Radiomoderator Dany sein Leben, er kann als DJ beim Militärradio beeindrucken und traut sich, Marianne per Radio seine Liebe zu gestehen. Doch als Philippe nach Hause fährt, muss er feststellen, dass sich alles verändert hat, und er gerät in einen großen Gewissenskonflikt.

Bei den Internationalen Filmfestspiele Cannes wurden DIE MAGNETISCHEN 2021 in der Sektion Quinzaine des Réalisateurs als Entdeckung gefeiert und ausgezeichnet. Kürzlich gewann der Film den CÉSAR als Bester Debütfilm. Im Film glänzt das aufstrebende Ensemble Thimotée Robart, Marie Colomb, Joseph Olivennes. Thimotée Robart wurde für seine Leistung in DIE MAGNETISCHEN mit dem Prix Lumière als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. (Filmladen)

Vincent Maël Cardona gelingt es in seinem preisgekrönten Spielfilmdebut, die pulsierende Stimmung der 1980er Jahre einzufangen. Frankreich, 1981: Mit der Wahl François Mitterrands gegen Giscard d’Estaing macht sich Aufbruchsstimmung breit – auch in der Musik. In einer verschlafenen Kleinstadt betreibt die Clique um den charismatischen Jerôme und seinen introvertierten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer kleinen Tochter aus Paris in den Ort zurückzieht, ist es um die Brüder geschehen, und beide verlieben sich Hals über Kopf in sie. L’amour, l’amour! (Leokino)
Mitreißend beschwört Cardona das Haptische dieser analogen Zeiten, in denen mit Bändern, Kassetten und Schallplatten gearbeitet, einfallsreich an Reglern gespielt und Alltagsgeräusche ebenso wie Tonstörungen in die Musik einbezogen wurden. Dabei ist mit dem Post Punk von Joy Division, The Undertones, Gang of Four und Iggy Pop in dieser Zeit auch ein neuer Musikstil angesagt.
(Walter Gasperi)
Ausführliche Rezension  von Walter Gasperi unter: https://www.film-netz.com/post/les-magn%C3%A9tiques-die-magnetischen

Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien

Für die Vielen –
Die Arbeiterkammer Wien

Österreich 2022, 120 min, deutsche OF, Dokumentarfilm;
Regie: Constantin Wulff
In Anwesenheit von Herrn AK-Direktor Rainer Keckeis mit anschließender Diskussion nur am Donnerstag, 24.11.22, 19.30 Uhr.
Unbedingt Karten beim Cinema Dornbirn reservieren! Die Vorstellung ist schon fast ausverkauft! Wenn möglich die Vorstellung am Mittwoch, 23.11. um 18 Uhr nutzen! 

Für die Vielen

 Das Porträt einer Institution zwischen reicher Vergangenheit und ungewisser Zukunft — sowie des gesellschaftlichen Ausnahmezustands der Gegenwart an sich. – „Ein Must-See“ (FM4)

Constantin Wulffs neuer Dokumentarfilm porträtiert eine einzigartige österreichische Institution in einem Schlüsselmoment: die Arbeiterkammer wird während der Vorbereitungen für ihr 100-Jahr-Jubiläum begleitet und erweist sich als umsichtige Anlaufstelle für die vielen Menschen, die um ihre Rechte kämpfen. Die vielfältigen Einblicke zeigen, wie sich die Aufgaben der AK mit Digitalisierung und Globalisierung geändert haben. Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie wird zur nächsten großen Herausforderung…Ein umfassendes beeindruckendes und kluges Fresko der AK. (Leokino)

Am Puls der Zeit ist Wulff, wenn er die Veränderung der Arbeitsbedingungen auch in der Arbeiterkammer in Zeiten der Pandemie dokumentiert, lässt die Mitarbeiter*innen der AK aber auch die Auswirkungen der Pandemie auf die soziale Situation der Arbeitnehmer*innen ansprechen. So sachlich-nüchtern Wulffs Blick ist, so ist der Film doch gleichzeitig ein entschiedenes Statement zur Bedeutung dieser Institution als wichtige Vertretung der Schwachen gegen ausbeuterische Unternehmen.

Klassisches Direct Cinema in der Tradition eines Frederick Wiseman bietet Constantin Wulff, der in „Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien“ kommentarlos Einblick in vielfältige Bereiche einer Institution bietet, die sonst vielfach nur dem Namen nach bekannt ist. Im Zentrum steht dabei immer wieder der Einsatz für Arbeitnehmer*innen, die von den Arbeitgeber*innen ausgebeutet und betrogen werden. (Walter Gasperi)

Fast hätte ich es vergessen, es ist wurscht, ob der Arbeitgeber zornig ist, es gibt ja eine Gesetzeslage. Fast hätte ich es vergessen, wie es ist, am Limit zu sein und seit fünf Monaten kein Gehalt mehr bekommen zu haben. Fast hätte ich es vergessen, es sind so viele, 3,7 Millionen Pflichtmitglieder hat die Arbeiterkammer, die der Handelskammer gegenübersteht, die rote Kammer neben der schwarzen, die beiden politischen Kräfte, die sozialpartnerschaftlich institutionalisiert wurden. Es gibt ihn also immer noch, diesen Ort, an den man sich wenden kann, und, um es gleich zu verraten: Es ist ein Ort der endlosen Wiederholungen. Da ist die Frage nach dem Arbeitgeber. Wie viele Stunden. Die Krankheit. Wie lange schon nicht gezahlt. Kam es zur Kündigungsandrohung? An welche Adresse?

Der Film Für die Vielen von Constantin Wulff ist eine großartige Erinnerung an das Klein-Klein des Kampfs um gerechte und faire Entlohnung, um die Rechte der Arbeitnehmer:innen, vielleicht das, was Bertolt Brecht als „Mühen der Ebene“ bezeichnete, eine Erinnerung an das, was man mehr oder weniger verdrängen möchte, dass „die Vielen“ einer Herrschaft unterworfen sind, von Eigentümern, Arbeitgebern, ob Firma, Unternehmen oder Personen. Einer Herrschaft mit einem grundsätzlichen Hang zur Ausbeutung und, wie man am Ende des Films sehen wird, zum massiven Betrug, dem am effektivsten mit juristischen Mitteln zu begegnen ist.

Wulffs Film zeigt die Systematik der Ausbeutung, es wirkt, als wären die Bedingungen für eine moderne Sklavengesellschaft perfekt eingerichtet.
Die Montage lässt uns von den Orientierungsdesks in die Besprechungszimmer wandern, hinter dem Postdienst her weiter zu den Büroräumen der Leitungsebene, um wieder zum Wartebereich zurückzukehren, wo wir Putzkräften zusehen, die sich um den Erhalt des Gebäudes kümmern. Eingerahmt wird unsere filmische Reise von dem Koloss der Arbeiterkammer im vierten Wiener Gemeindebezirk, am Ende erweitert durch zahlreiche Perspektiven auf sozialistische Bauten in Wien, vom ARBÖ bis zu den Gemeindebauten, um vielleicht den Zusammenhang zwischen den Hilfesuchenden und den Hilfestellenden aus dem Hier und Jetzt zu holen, ihm eine historische Perspektive zu verleihen. (Kathrin Röggla)

Preis für bestes Sounddesign in einem Dokumentarfilm
und Preis für beste künstlerische Montage, Diagonale 2022 Graz!

Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien

Für die Vielen –
Die Arbeiterkammer Wien

Österreich 2022, 120 min, deutsche OF, Dokumentarfilm;
Regie: Constantin Wulff

Das Porträt einer Institution zwischen reicher Vergangenheit und ungewisser Zukunft — sowie des gesellschaftlichen Ausnahmezustands der Gegenwart an sich. – „Ein Must-See“ (FM4)

Constantin Wulffs neuer Dokumentarfilm porträtiert eine einzigartige österreichische Institution in einem Schlüsselmoment: die Arbeiterkammer wird während der Vorbereitungen für ihr 100-Jahr-Jubiläum begleitet und erweist sich als umsichtige Anlaufstelle für die vielen Menschen, die um ihre Rechte kämpfen. Die vielfältigen Einblicke zeigen, wie sich die Aufgaben der AK mit Digitalisierung und Globalisierung geändert haben. Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie wird zur nächsten großen Herausforderung…Ein umfassendes beeindruckendes und kluges Fresko der AK. (Leokino)

Am Puls der Zeit ist Wulff, wenn er die Veränderung der Arbeitsbedingungen auch in der Arbeiterkammer in Zeiten der Pandemie dokumentiert, lässt die Mitarbeiter*innen der AK aber auch die Auswirkungen der Pandemie auf die soziale Situation der Arbeitnehmer*innen ansprechen. So sachlich-nüchtern Wulffs Blick ist, so ist der Film doch gleichzeitig ein entschiedenes Statement zur Bedeutung dieser Institution als wichtige Vertretung der Schwachen gegen ausbeuterische Unternehmen.

Klassisches Direct Cinema in der Tradition eines Frederick Wiseman bietet Constantin Wulff, der in „Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien“ kommentarlos Einblick in vielfältige Bereiche einer Institution bietet, die sonst vielfach nur dem Namen nach bekannt ist. Im Zentrum steht dabei immer wieder der Einsatz für Arbeitnehmer*innen, die von den Arbeitgeber*innen ausgebeutet und betrogen werden. (Walter Gasperi)

Fast hätte ich es vergessen, es ist wurscht, ob der Arbeitgeber zornig ist, es gibt ja eine Gesetzeslage. Fast hätte ich es vergessen, wie es ist, am Limit zu sein und seit fünf Monaten kein Gehalt mehr bekommen zu haben. Fast hätte ich es vergessen, es sind so viele, 3,7 Millionen Pflichtmitglieder hat die Arbeiterkammer, die der Handelskammer gegenübersteht, die rote Kammer neben der schwarzen, die beiden politischen Kräfte, die sozialpartnerschaftlich institutionalisiert wurden. Es gibt ihn also immer noch, diesen Ort, an den man sich wenden kann, und, um es gleich zu verraten: Es ist ein Ort der endlosen Wiederholungen. Da ist die Frage nach dem Arbeitgeber. Wie viele Stunden. Die Krankheit. Wie lange schon nicht gezahlt. Kam es zur Kündigungsandrohung? An welche Adresse?

Der Film Für die Vielen von Constantin Wulff ist eine großartige Erinnerung an das Klein-Klein des Kampfs um gerechte und faire Entlohnung, um die Rechte der Arbeitnehmer:innen, vielleicht das, was Bertolt Brecht als „Mühen der Ebene“ bezeichnete, eine Erinnerung an das, was man mehr oder weniger verdrängen möchte, dass „die Vielen“ einer Herrschaft unterworfen sind, von Eigentümern, Arbeitgebern, ob Firma, Unternehmen oder Personen. Einer Herrschaft mit einem grundsätzlichen Hang zur Ausbeutung und, wie man am Ende des Films sehen wird, zum massiven Betrug, dem am effektivsten mit juristischen Mitteln zu begegnen ist.

Wulffs Film zeigt die Systematik der Ausbeutung, es wirkt, als wären die Bedingungen für eine moderne Sklavengesellschaft perfekt eingerichtet.
Die Montage lässt uns von den Orientierungsdesks in die Besprechungszimmer wandern, hinter dem Postdienst her weiter zu den Büroräumen der Leitungsebene, um wieder zum Wartebereich zurückzukehren, wo wir Putzkräften zusehen, die sich um den Erhalt des Gebäudes kümmern. Eingerahmt wird unsere filmische Reise von dem Koloss der Arbeiterkammer im vierten Wiener Gemeindebezirk, am Ende erweitert durch zahlreiche Perspektiven auf sozialistische Bauten in Wien, vom ARBÖ bis zu den Gemeindebauten, um vielleicht den Zusammenhang zwischen den Hilfesuchenden und den Hilfestellenden aus dem Hier und Jetzt zu holen, ihm eine historische Perspektive zu verleihen. (Kathrin Röggla)

Preis für bestes Sounddesign in einem Dokumentarfilm
und Preis für beste künstlerische Montage, Diagonale 2022 Graz!

Nur am Donnerstag in Anwesenheit von AK-Vorarlberg Direktor
Rainer Keckeis.  Für diesen Termin unbedingt Karten reservieren!

Alcarrás

Alcarràs – Die letzte Ernte

Spanien / Italien 2022, 120 min, spanische O.m.U.
Regie: Carla Simón

Seit Generationen lebt die Familie Solé im Sommer von der Ernte auf ihrer Pfirsichplantage in der katalonischen Stadt Alcarrás, doch nachdem der Besitzer des Anwesens stirbt, will dessen Erbe das Land verkaufen.

Alcarrás

Alcarrás

Der Siegerfilm der Berlinale 2022 nimmt uns mit auf eine Pfirsichplantage im kleinen katalanischen Dorf Alcarràs. Seit über 80 Jahren bearbeitet Familie Solé dieses Land, doch nun läuft die Pacht aus, und die Bäume sollen im nächsten Jahr modernen Solaranlagen weichen. Während die ältere Generation unverdrossen und stur weitermacht, begreifen die Jüngeren die Notwendigkeit des Wandels – der innerfamiliäre Zwist ist somit vorprogrammiert … Regisseurin Carla Simón schöpft für ihren zweiten Film aus eigenen Erfahrungen und arbeitete ausschließlich mit Laien aus der Region. Das Ergebnis ist ein sonnendurchflutetes, naturalistisches Drama, das subtil und betörend die Themen unserer Zeit verhandelt. (Florian Widegger)

Alcarrás

Das katalanische Dorf Alcarràs ist nicht nur Namensgeber, sondern auch Schauplatz für den Film. Alcarràs beginnt mit einer Leichtigkeit, wie man sie wohl nur als Kind während eines heißen Sommers auf dem Land erleben kann: Die drei jüngsten Kinder des Solé-Clans spielen in einem verschrotteten VW, umgeben von nichts als ewigen Feldern und den familieneigenen Pfirsichplantagen. Diese Szenen gaukeln eine Idylle vor, die zu schön ist um ewig zu währen.

Die harte, für viele Familien zukunftslose Realität der Agrarwirtschaft bestimmt zwar den Plot des Films, ist aber eher unausgesprochener Hintergrund ihrer Geschichte. Zu Beginn erfährt die Familie, dass ihr Land nicht offiziell ihnen gehört, da frühere Generationen sich mündliche Versprechen machten und keinerlei Verträge unterschrieben. Deshalb entscheidet nun die Familie des offiziellen Besitzers, dass die Solés ihr Land entweder verlassen müssen, oder ihre Pfirsichplantagen gegen Solarpanels eintauschen sollen.

So tragisch und realitätsnah das Thema ist, so wenig wird es dramatisch aufgebauscht. Die Idylle und Schönheit der Natur, kombiniert mit der ruhigen Kameraführung sorgen für eine fast entspannte Stimmung, während die Familienmitglieder versuchen, eine Lösung zu finden. Die beiden Kinder im Teenageralter sind eher mit ihren eigenen Problemen beschäftigt – trinken, tanzen, heimlich Cannabis anbauen – als sich zu fest um die Plantagen zu sorgen.
Die Figuren akzeptieren ihr Schicksal jeweils auf ihre eigene Art – es herrscht zwar der eine oder andere Widerstand, doch generell bleiben alle im Jetzt und versuchen, aus der letzten Pfirsichernte noch das Beste herauszuholen. Als Zuschauende:r nimmt man eine beobachtende Rolle ein: Dadurch, dass der Film sich viel Zeit nimmt und der Plot zeitweise wenig dicht wirkt, scheint es immer wieder, als würde man mit der Familie und ihren Alltagsproblemen verweilen.

Alcarràs ist ein entschleunigter Film, der das Motto «weniger ist mehr» ernst nimmt und gekonnt umsetzt. Dass der wirtschaftliche Kampf ums Überleben unfair und für kleine Familienbetriebe chancenlos ist, wird hier mit Mitgefühl und Sorgfalt illustriert. (filmbulletin.ch)

Goldener Bär, Berlin 2022

Trailer:
https://youtu.be/7M20Qhmb0nU