Lillian

Lillian

Österreich 2019, 128 min, Cinemascope, engl.-russ. O.m.U.
Regie: Andreas Horvath, Darstellerin: Patrycja Płanik

Lillian, als Emigrantin in New York gestrandet, bekommt nicht einmal in der Pornobranche einen Job und will zu Fuß, ohne Geld und Papiere, in ihre Heimat Russland zurückgehen. Entschlossen macht sie sich auf den langen Weg. Ein Road Movie, quer durch den Mittelwesten der USA, über kanadisch British Columbia hinein in die Kälte Alaskas. Die Chronik eines langsamen Verschwindens.

Inspiriert von der wahren Geschichte der Lillian Alling, die 1927 entschlossen hatte zu Fuß von New York nach Russland zu wandern und seither verschollen gilt. Brillant in diesem bildgewaltigen Roadmovie: die Performancekünstlerin Patrycja Płanik als Lillian.

Patrycja Płanik alleine zu Fuß

„Ein bildgewaltiges und zugleich karges Werk.“ (kino-zeit.de)

„Horvath nennt seine berückende neue Arbeit ein ‚entschleunigtes Roadmovie‘ und die ‚Chronik eines langsamen Verschwindens‘, beides treffende Beschreibungen. Ein wenig erinnert sie an Agnès Vardas Vagabundenballade ‚Vogelfrei“. Und an ‚Dead Man‘, Jim Jarmuschs Westernfahrt über den Styx.“ (Die Presse)

„Während die Landschaft atemberaubend schön ist, wirkt Trumps Kernland emotional tot… Horvaths Bildersind atemberaubend, begleitet von einer spärlichen Musikpartitur, die den Dialog ersetzt. ‚Lillian ‘ist derTriumph einer temperamentvollen, rätselhaften Frau, die einer Gesellschaft ausgesetzt ist, in der Emotionen und Ideen längst tot sind.“ (filmuforia.co.uk)

„Ein wortkarger Film, doch dafür sind die Bilder umso beeindruckender: Horvath folgt seiner Protagonistin und bildet dadurch ein buntes Kaleidoskop Nordamerikas ab … ein faszinierendes Amerika-Bild … ein außergewöhnlicher Beitrag und auch einer, der denen in Erinnerung bleibt, die sich auf diese ungewöhnlich packende Erfahrung einlassen.“ (Wiener Zeitung)

„Ein Essay über Einsamkeit und Entschlossenheit… Es ist eine faszinierende Reise, die diegroße Tradition der europäischen Filmemacher fortsetzt, von Bruno Dumont bis Wim Wenders, die den Roadmovie als Vorlage nutzen, um Amerika zu erkunden, vor allem die ländlichen Gebiete abseits der Metropolen.“ (cineuropa.org)

Preise: Young Jury of Montelimar Internationales Film Festival:  „Best Film Award“
Internationales Filmfest Oldenburg: „Seymour-Cassel-Award“  für die beste darstellerische Leistung
Orenburg, XII International Film Festival „East&West“. Classics and Avant Garde“: Special Price, sowie den Preis für die beste Regie

„Special Mention“ beim 15. Zürich Film Festival: „ … eine existenzielle Reise, die der österreichische Regisseur Andreas Horvath in einer heute selten gewordenen Quadrage und Bildmontage in Szene setzt.
Präziser Musikeinsatz, wenige Worte, triste Kleinstädte und das zunächst entschlossene, später verzweifelte Spiel der Hauptdarstellerin machen diese zwei Stunden Roadmovie zu einer faszinierenden Chronik eines langsamen Verschwindens. Dieser Film hat uns tief beeindruckt!“

Am Montag, 20. Mai 2019 feierte Andreas Horvaths Spielfilmdebüt LILLIAN (eine Ulrich Seidl Filmproduktion) in der renommierten Directors‘ Fortnight (Quinzaine des Réalisateurs) seine Weltpremiere in Cannes!!!

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=uUkWJOBX9hM

Lillian

Lillian

Österreich 2019, 128 min, Cinemascope, engl.-russ. O.m.U.
Regie: Andreas Horvath, Darstellerin: Patrycja Płanik

Lillian, als Emigrantin in New York gestrandet, bekommt nicht einmal in der Pornobranche einen Job und will zu Fuß, ohne Geld und Papiere, in ihre Heimat Russland zurückgehen. Entschlossen macht sie sich auf den langen Weg. Ein Road Movie, quer durch den Mittelwesten der USA, über kanadisch British Columbia hinein in die Kälte Alaskas. Die Chronik eines langsamen Verschwindens.

Inspiriert von der wahren Geschichte der Lillian Alling, die 1927 entschlossen hatte zu Fuß von New York nach Russland zu wandern und seither verschollen gilt. Brillant in diesem bildgewaltigen Roadmovie: die Performancekünstlerin Patrycja Płanik als Lillian.

Patrycja Płanik in Lillian

„Ein bildgewaltiges und zugleich karges Werk.“ (kino-zeit.de)

„Horvath nennt seine berückende neue Arbeit ein ‚entschleunigtes Roadmovie‘ und die ‚Chronik eines langsamen Verschwindens‘, beides treffende Beschreibungen. Ein wenig erinnert sie an Agnès Vardas Vagabundenballade ‚Vogelfrei“. Und an ‚Dead Man‘, Jim Jarmuschs Westernfahrt über den Styx.“ (Die Presse)

„Während die Landschaft atemberaubend schön ist, wirkt Trumps Kernland emotional tot… Horvaths Bildersind atemberaubend, begleitet von einer spärlichen Musikpartitur, die den Dialog ersetzt. ‚Lillian ‘ist derTriumph einer temperamentvollen, rätselhaften Frau, die einer Gesellschaft ausgesetzt ist, in der Emotionen und Ideen längst tot sind.“ (filmuforia.co.uk)

„Ein wortkarger Film, doch dafür sind die Bilder umso beeindruckender: Horvath folgt seiner Protagonistin und bildet dadurch ein buntes Kaleidoskop Nordamerikas ab … ein faszinierendes Amerika-Bild … ein außergewöhnlicher Beitrag und auch einer, der denen in Erinnerung bleibt, die sich auf diese ungewöhnlich packende Erfahrung einlassen.“ (Wiener Zeitung)

„Ein Essay über Einsamkeit und Entschlossenheit… Es ist eine faszinierende Reise, die diegroße Tradition der europäischen Filmemacher fortsetzt, von Bruno Dumont bis Wim Wenders, die den Roadmovie als Vorlage nutzen, um Amerika zu erkunden, vor allem die ländlichen Gebiete abseits der Metropolen.“ (cineuropa.org)

Preise: Young Jury of Montelimar Internationales Film Festival:  „Best Film Award“
Internationales Filmfest Oldenburg: „Seymour-Cassel-Award“  für die beste darstellerische Leistung
Orenburg, XII International Film Festival „East&West“. Classics and Avant Garde“: Special Price, sowie den Preis für die beste Regie

„Special Mention“ beim 15. Zürich Film Festival: „ … eine existenzielle Reise, die der österreichische Regisseur Andreas Horvath in einer heute selten gewordenen Quadrage und Bildmontage in Szene setzt.
Präziser Musikeinsatz, wenige Worte, triste Kleinstädte und das zunächst entschlossene, später verzweifelte Spiel der Hauptdarstellerin machen diese zwei Stunden Roadmovie zu einer faszinierenden Chronik eines langsamen Verschwindens. Dieser Film hat uns tief beeindruckt!“

Am Montag, 20. Mai 2019 feierte Andreas Horvaths Spielfilmdebüt LILLIAN (eine Ulrich Seidl Filmproduktion) in der renommierten Directors‘ Fortnight (Quinzaine des Réalisateurs) seine Weltpremiere in Cannes!!!

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=uUkWJOBX9hM

Photograph

Photograph

Indien/Deutschland/USA 2018, Cinemascope, 109 min, hindi-engl. O.m.U.
Regie: Ritesh Batra, Darsteller: Nawazuddin Siddiqui, Sanya Malhotra, Farrukh Jaffar, Geetanjali Kulkarni.

Plakat Photograph

Rafi ist Straßenfotograf an Mumbais berühmtestem Wahrzeichen, dem „Gate to India“. Er fotografiert sorglose Touristen, schüchterne Pärchen und glückliche Familien. Mit seinem Ersparten unterstützt er seine Großmutter, die ihn drängt endlich zu heiraten. Als sie droht, ihre Medikamente abzusetzen, wenn er weiter alleine bleibt, schickt er ihr zur Beruhigung das Foto einer jungen Frau, das er auf seiner Speicherkarte findet. Kurz darauf teilt sie ihm mit, dass sie seine Zukünftige kennenlernen will. Rafi bleiben nur wenige Tage, um das Mädchen zu finden, das einer anderen Kaste angehört. Miloni ist Vorzeigestudentin und lebt in einem anderen Mumbai als Rafi, dem der aufstrebenden Mittelklasse. Als sich die Wege der beiden kreuzen, entwickelt sich eine eigentlich unmögliche Liebesgeschichte, die sich zu einer Reise mitten hinein in Indiens Klassengesellschaft entwickelt. Während Rafi und Miloni zwischen ihren Welten wandeln, bekommen sie eine neue Sicht auf das eigene Leben genau wie auf das Fremde…
„Batra verwandelt eine Geschichte, die müde und albern klingt, in einen schönen Film mit zärtlicher Traurigkeit.“ (The Hollywood Reporter)

„Ritesh Batra kehrt wieder in seine Heimatstadt Mumbai zurück und erzählt eine Romanze mit Klassenbewusstsein – so liebevoll in seiner Figurenzeichnung wie authentisch in der Milieuschilderung.“ (epd Film)

„‘Photograph‘ ist gewünscht altmodisch und der Ausgang steht nie in Frage, aber die Arbeit ist einwandfrei, die Darstellungen maßvoll und sympathisch, zudem ist etwas Überzeugendes an Batras sanftem Weltbild, sein Vertrauen in Menschen und Liebe ist erholsam.“ (Empire UK)

Eine unmögliche Liebesgeschichte auf den Straßen Mumbais.

„Eine warmherzige Großstadtromanze.“ (programmkino.de)

Eine ausführliche Besprechung von „Photograph“ finden Sie hier: https://www.film-netz.com/post/photograph

Trailer: https://youtu.be/JrQzpUNhyhw?t=1

Photograph

Photograph

Indien/Deutschland/USA 2018, Cinemascope, 109 min, hindi-engl. O.m.U.
Regie: Ritesh Batra, Darsteller: Nawazuddin Siddiqui, Sanya Malhotra, Farrukh Jaffar, Geetanjali Kulkarni.

Rafi ist Straßenfotograf an Mumbais berühmtestem Wahrzeichen, dem „Gate to India“. Er fotografiert sorglose Touristen, schüchterne Pärchen und glückliche Familien. Mit seinem Ersparten unterstützt er seine Großmutter, die ihn drängt endlich zu heiraten. Als sie droht, ihre Medikamente abzusetzen, wenn er weiter alleine bleibt, schickt er ihr zur Beruhigung das Foto einer jungen Frau, das er auf seiner Speicherkarte findet. Kurz darauf teilt sie ihm mit, dass sie seine Zukünftige kennenlernen will. Rafi bleiben nur wenige Tage, um das Mädchen zu finden, das einer anderen Kaste angehört. Miloni ist Vorzeigestudentin und lebt in einem anderen Mumbai als Rafi, dem der aufstrebenden Mittelklasse. Als sich die Wege der beiden kreuzen, entwickelt sich eine eigentlich unmögliche Liebesgeschichte, die sich zu einer Reise mitten hinein in Indiens Klassengesellschaft entwickelt. Während Rafi und Miloni zwischen ihren Welten wandeln, bekommen sie eine neue Sicht auf das eigene Leben genau wie auf das Fremde…
„Batra verwandelt eine Geschichte, die müde und albern klingt, in einen schönen Film mit zärtlicher Traurigkeit.“ (The Hollywood Reporter)

„Ritesh Batra kehrt wieder in seine Heimatstadt Mumbai zurück und erzählt eine Romanze mit Klassenbewusstsein – so liebevoll in seiner Figurenzeichnung wie authentisch in der Milieuschilderung.“ (epd Film)

„‘Photograph‘ ist gewünscht altmodisch und der Ausgang steht nie in Frage, aber die Arbeit ist einwandfrei, die Darstellungen maßvoll und sympathisch, zudem ist etwas Überzeugendes an Batras sanftem Weltbild, sein Vertrauen in Menschen und Liebe ist erholsam.“ (Empire UK)

Eine unmögliche Liebesgeschichte auf den Straßen Mumbais.

„Eine warmherzige Großstadtromanze.“ (programmkino.de)

Eine ausführliche Besprechung von „Photograph“ finden Sie hier: https://www.film-netz.com/post/photograph

Trailer: https://youtu.be/JrQzpUNhyhw?t=1

Monos

Monos

Argentinien/DK/D/Kolumbien/NL/S/USA 2019, 102 min, Cinemascope
span. O.m.U. Regie: Alejandro Landes

Monos

Patagrande, Rambo, Leidi, Sueca, Pitufo, Lobo, Perro und Bum Bum lauten die Kampfnamen von acht Jugendlichen, die in einer abgelegenen Bergregion einer paramilitärische Einheit angehören und zu Ausschweifungen und Gewalt neigen. Ein Bote übermittelt die Anweisungen der „Organisation“: Die Gruppe soll gut auf die Milchkuh Shakira und die US-amerikanische Geisel Doctora aufpassen, die sich in ihrer Obhut befinden. Der Spaß hat ein Ende, als der Tod an die Tür klopft, ihr Standort bekannt wird und die Einheit sich weiter in den Dschungel zurückziehen muss.

„Eine rätsel- und rauschhafte Variation auf Goldings ‚Lord of the Flies‘. Ein Film der vieles offen lässt, und genau deshalb fasziniert.“ (Sennhausers Filmblog)

„Dieser überwältigend spannende und tief verrückte Thriller des kolumbianischen Filmemachers Alejandro Landes ist das Beste, was ich in diesem Jahr in Berlin gesehen habe: etwas zwischen ‚Apocalypse Now‘, ‚Lord of the Flies‘ und ‚Der Schamane und die Schlange‘.“ (The Guardian)

„Ein bildgewaltiger, filmischer Fiebertraum von seltener Eindringlichkeit.“ (Kulturtipp)
Eine ausführliche Besprechung von „Monos“ finden Sie hier: https://www.film-netz.com/post/monos

Eine Geschichte aus dem kolumbianischen Bürgerkrieg gegen die FARC.

„Ein bildgewaltiger, filmischer Fiebertraum von seltener Eindringlichkeit.“ (Kulturtipp)

Dieser überwältigend spannende und tief verrückte Thriller des kolumbianischen Filmemachers Alejandro Landes ist das Beste, was ich in diesem Jahr in Berlin gesehen habe: etwas zwischen ‚Apocalypse Now‘, ‚Lord of the Flies‘ und ‚Der Schamane und die Schlange‘.“ (The Guardian).

Trailer: https://youtu.be/1Qn70iqo-4Q
Festivalteilnahmen/Preise:
Sundance Filmfestival 2019: Special Jury Prize World Cinema      –     Berlinale 2019: Panorama

Kritik von Walter Gasperi auf Film-Netz:
https://www.film-netz.com/post/monos

Monos

Monos

Argentinien/DK/D/Kolumbien/NL/S/USA 2019, 102 min, Cinemascope
span. O.m.U. Regie: Alejandro Landes

Patagrande, Rambo, Leidi, Sueca, Pitufo, Lobo, Perro und Bum Bum lauten die Kampfnamen von acht Jugendlichen, die in einer abgelegenen Bergregion einer paramilitärische Einheit angehören und zu Ausschweifungen und Gewalt neigen. Ein Bote übermittelt die Anweisungen der „Organisation“: Die Gruppe soll gut auf die Milchkuh Shakira und die US-amerikanische Geisel Doctora aufpassen, die sich in ihrer Obhut befinden. Der Spaß hat ein Ende, als der Tod an die Tür klopft, ihr Standort bekannt wird und die Einheit sich weiter in den Dschungel zurückziehen muss.

„Eine rätsel- und rauschhafte Variation auf Goldings ‚Lord of the Flies‘. Ein Film der vieles offen lässt, und genau deshalb fasziniert.“ (Sennhausers Filmblog)

„Dieser überwältigend spannende und tief verrückte Thriller des kolumbianischen Filmemachers Alejandro Landes ist das Beste, was ich in diesem Jahr in Berlin gesehen habe: etwas zwischen ‚Apocalypse Now‘, ‚Lord of the Flies‘ und ‚Der Schamane und die Schlange‘.“ (The Guardian)

„Ein bildgewaltiger, filmischer Fiebertraum von seltener Eindringlichkeit.“ (Kulturtipp)
Eine ausführliche Besprechung von „Monos“ finden Sie hier: https://www.film-netz.com/post/monos

Eine Geschichte aus dem kolumbianischen Bürgerkrieg gegen die FARC.
„Ein bildgewaltiger, filmischer Fiebertraum von seltener Eindringlichkeit.“ (Kulturtipp)

Dieser überwältigend spannende und tief verrückte Thriller des kolumbianischen Filmemachers Alejandro Landes ist das Beste, was ich in diesem Jahr in Berlin gesehen habe: etwas zwischen ‚Apocalypse Now‘, ‚Lord of the Flies‘ und ‚Der Schamane und die Schlange‘.“ (The Guardian). 

Trailer: https://youtu.be/1Qn70iqo-4Q
Festivalteilnahmen/Preise:
Sundance Filmfestival 2019: Special Jury Prize World Cinema      –     Berlinale 2019: Panorama

Kritik von Walter Gasperi auf Film-Netz:
https://www.film-netz.com/post/monos

Und der Zukunft zugewandt

Und der Zukunft zugewandt

Bernd Böhlich | DE 2019 | 108 min
Mit: Alexandra Maria Lara, Carlotta von Falkenhayn, Stefan Kurt, Barbara Schnitzler, Karoline Eichhorn

1952 in der Sowjetunion. Antonia Berger lebt mit ihrer an einer schweren Lungenkrankheit leidenden Tochter seit mehr als 10 Jahren in einem Arbeitslager, verurteilt zu lebenslanger Zwangsarbeit.

Die Kommunistin, die 1938 mit der „Kolonne Links“ in die Sowjetunion ging, um hier für die Revolution zu kämpfen, wurde dort unter absurden Vorwürfen verhaftet. Über das gesamte Musiker-Ensemble wurde damals das Todesurteil gefällt, einzig Antonia überlebte – im Straflager. Als ihr Mann, in einem anderen, durch Stacheldraht getrennten Teil des Gulags,
zum Geburtstag der Tochter zur Frau und Tochter auf einen kurzen Besuch geht und wieder zurückkehrt wird er erschossen.
Einigen Politikern der noch jungen Deutschen Demokratischen Republik ist es zu verdanken, dass 1952 die Ungerechtigkeit, der Antonia Berger und ihre Mitinsassinnen zum Opfer gefallen sind, nicht mehr hingenommen wird. Ihre Rückkehr in die DDR wird eingeleitet. Zusammen mit ihrer mittlerweile schwer kranken Tochter Lydia und ihren Haftgenossinnen Irma Seibert und Susanne Schubert kehrt sie in das Städtchen Fürstenberg, das spätere Eisenhüttenstadt, zurück.
Sie werden von SED-Parteikadern auf das freundlichste empfangen. Man veranlasst sofort, dass Lydia ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt wird. Ein sympathischer Arzt, Dr. Konrad Zeidler, kümmert sich persönlich um Lydia. Plötzlich scheint alles gut zu werden für Antonia und ihr Kind. Es wird viel getan, damit sie alle, auch Irma und Susanne, im aufgeräumten Fürstenberg ankommen können. Die aus der Haft Befreiten bekommen eine gute Wohnung, sie bekommen Geld und Lebensmittelkarten. Und vor allem gibt man ihnen eine würdevolle Arbeit, die ihren Berufen vor der Verhaftung entspricht, die ihnen eine ehrenhafte Position verschafft und sie teilhaben lässt am großen Auf- und Umbau, den diese Gesellschaft mit sich vorhat. Antonia wird zur Leiterin im Haus des Volkes ernannt. Für die Fürstenberger soll sie Kultur und Kunst erschaffen, Kunst für die Gemeinschaft, von der Gemeinschaft und im Sinne der Gemeinschaft. Dass diese Kunst politisch sein wird – wie jede andere auch – ist für Antonia selbstverständlich. Doch leider findet das Ganze nur unter einer Bedingung statt: sie müssen unterschreiben, niemanden davon zu berichten, was ihnen in der Sowjetunion widerfahren ist, sie müssen sagen, sie seien an verschiedenen Orten in der UdSSR gewesen. Es wäre untragbar, der Sowjetunion ungerechte Fehlurteile vorzuwerfen. Für eine der drei Frauen, ist das kaum akzeptabel und man fange schon wieder an, ihnen vorzuschreiben, was sie sagen dürfen.
Lydia wird dank dem neuen Penizillin rasch gesund; Dr. Zeidler kümmert sich nicht nur weiter um Lydia, sondern verliebt sich auch in Antonia. Er bleibt vorerst in der DDR, obwohl ihm sein Vater seine gutgehende Praxis in Hamburg anbietet.

Die ersten Risse in der scheinbaren Idylle kommen auf, als einem Parteibonzen der geplante Kindertanz zur Eröffnung der ersten Landwirtschaftskonferenz der DDR missfällt und sie am Todestag Stalins feiern statt trauern. Als Antonia ihrem Geliebten Dr. Zeidler ihr Tagebuch zu lesen gibt, verrät er sie an jenen Genossen, der Antonia bisher geführt hat. Als die drei Frauen einander wieder treffen und eine sich verplappert, landet Antonia wieder im Gefängnis…
Umspannt ist die Geschichte von Rückblenden des Berliner Mauerfalls am 9.11.89.
Die Geschichte an sich ist sehr berührend und auf wahren Begebenheiten beruhend. Wir spüren auch den ehrlichen Eifer einiger Kommunisten in der jungen DDR, eine Alternative zum Faschismus und Kapitalismus aufzubauen. Dabei wirkt alles zwar altmodisch und fast bieder, aber sauber, eher Jugendstil als graue Plattenbauten. Auch scheint es keinen Mangel an Alkoholika und Speisen gegeben zu haben.
Da man sich doch weitgehend einig ist, dass die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte nicht vergessen werden sollten, ist es nur logisch, auch die Verbrechen Stalins einmal zu beleuchten. Dies macht der Film aber nur indirekt, in dem die von der brüderlichen Hilfe der UdSSR abhängig gewesene DDR keinerlei Kritik an ihr dulden durfte.
Ob freilich mit dem Mauerfall für die Bürger der DDR alles besser wurde, kann wohl bezweifelt werden.
*** Sehr spannend, aber irgendwie etwas bieder.

Bewegungen eines nahen Bergs (ohne Diskussion)

Bewegungen eines nahen Bergs

Österreich/Frankreich 2019, 85 min, mehrsprachige O.m.U.
Regie: Sebastian Brameshuber

Auf einem aufgelassenen Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. – „Ein Film der Eindruck hinterlässt.“ (Kleine Zeitung)

Cliff demontiert Autos

Einer Sage nach ist das Auffinden des Eisenvorkommens im Erzberg in der Obersteiermark einem Wassermann zu verdanken. Gefangen genommen von den Bewohnern des Umlandes, zeigte das Wesen den Männern im Tausch gegen die Freiheit den Erzberg – mit „Eisen für die Ewigkeit“, das der Region für mehrere Jahrhunderte Arbeit und Wohlstand brachte, bis der Eisenhandel mit dem Voranschreiten der Industrialisierung seinen Niedergang erlebte und zahlreiche leer stehende Werke hinterließ.

Unweit des Bergs, in einem abgelegenen Gebäude auf einem ehemaligen Industriegelände, türmen sich Stoßstangen, Auspuffanlagen und Autoreifen. In dieser Halle betreibt Cliff ein Exportgeschäft mit Gebrauchtwägen und Autoteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. In ruhigen, langen Einstellungen beobachtet die Kamera kräfteraubende Arbeitsroutinen auf dem Werkstattgelände (Katalog Diagonale 2019).

Ich schrieb nach der Sichtung des Films in Graz:

In Sichtweite des steirischen Erzberges betreibt der Nigerianer Cliff sein Geschäft mit alten Autos, die er dann meist nur in Teilen nach Nigeria exportiert. Er fährt Parkplätze ab, steckt Ankaufsgebote in die Türen älterer Wagen und fährt manchmal auch weite Strecken, um einen Gebrauchtwagen zu besichtigen; manchmal umsonst, denn im Gegensatz zu Nigeria gälte das gesprochene Wort in Österreich nicht viel. Er zerlegt dann die Autos, und meist ist es der Motor, der sauber verpackt, verschifft wird. Aber auch einfache Sicherungen sind dort hochbegehrt, im Gegensatz zu den Türen. In einer Episode sehen wir dann den Markt in Abidjan, wo um die Teile aus Österreich gefeilt wird.  Cliff lebt offenbar in der alten Werkshalle, kocht auf einem Grill, im Winter leidet er an der Kälte.

*** Unaufgeregter, detailfreudiger Doc über einen Nigerianischen Gebrauchtwagenhändler. Er gewann den Preis für Beste Bildgestaltung Spielfilm.


Preise:
Diagonale-Preis für Beste Bildgestaltung in einem Spielfilm für Kameramann Klemens Hufnagl.
Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals „Cinema du reel“ (15.-24. 3.19) in Paris.

Local Artists Award, Crossing Europe Filmfestival Linz, 2019

Sebastian Brameshuber konnte gestern leider nicht kommen, da er mit Spezialpreis der Jury des großen Wiener Filmpreises ausgezeichnet wurde!

Wir gratulieren recht herzlich!

Auszug aus der Jurybegründung:
SLOW DOWN. MEN AT WORK.
Eine afrikanische Parallel–Wirtschaft in der Steiermark, von der auch ungarische und einheimische Interessenten profitieren. Das ungarische KFZ–Händlerpaar beneidet Cliff, den nigerianischen Mechaniker, der bald seine nach Afrika geschickten Autoteile dort verkaufen wird: „In December in Africa – just sun? No jacket? That´s good!“
Ein ruhiger, poetischer, berührender Film, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet, der nicht vorher weiß, was er finden wird.

 

Trailer: https://vimeo.com/321038254

Bewegungen eines nahen Bergs

Bewegungen eines nahen Bergs

Leider kann am Mittwoch Herr Sebastian Brameshuber nicht zu uns kommen, er ist in Wien unabkömmlich. Mehr dürfen wir erst bei der Filmvorführung verraten!

Österreich/Frankreich 2019, 85 min, mehrsprachige O.m.U.
Regie: Sebastian Brameshuber

Regisseur Sebastian Brameshuber

Cliff arbeitet

Auf einem aufgelassenen Industriegelände unweit einer jahrhundertealten Erzmine in den steirischen Alpen führt ein selbstgelernter Mechaniker einen Handel mit gebrauchten Autos und Ersatzteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. – „Ein Film der Eindruck hinterlässt.“ (Kleine Zeitung),

Einer Sage nach ist das Auffinden des Eisenvorkommens im Erzberg in der Obersteiermark einem Wassermann zu verdanken. Gefangen genommen von den Bewohnern des Umlandes, zeigte das Wesen den Männern im Tausch gegen die Freiheit den Erzberg – mit „Eisen für die Ewigkeit“, das der Region für mehrere Jahrhunderte Arbeit und Wohlstand brachte, bis der Eisenhandel mit dem Voranschreiten der Industrialisierung seinen Niedergang erlebte und zahlreiche leer stehende Werke hinterließ.

Unweit des Bergs, in einem abgelegenen Gebäude auf einem ehemaligen Industriegelände, türmen sich Stoßstangen, Auspuffanlagen und Autoreifen. In dieser Halle betreibt Cliff ein Exportgeschäft mit Gebrauchtwägen und Autoteilen zwischen Österreich und seiner alten Heimat Nigeria. In ruhigen, langen Einstellungen beobachtet die Kamera kräfteraubende Arbeitsroutinen auf dem Werkstattgelände (Katalog Diagonale 2019).

Ich schrieb nach der Sichtung des Films in Graz:

In Sichtweite des steirischen Erzberges betreibt der Nigerianer Cliff sein Geschäft mit alten Autos, die er dann meist nur in Teilen nach Nigeria exportiert. Er fährt Parkplätze ab, steckt Ankaufsgebote in die Türen älterer Wagen und fährt manchmal auch weite Strecken, um einen Gebrauchtwagen zu besichtigen; manchmal umsonst, denn im Gegensatz zu Nigeria gälte das gesprochene Wort in Österreich nicht viel. Er zerlegt dann die Autos, und meist ist es der Motor, der sauber verpackt, verschifft wird. Aber auch einfache Sicherungen sind dort hochbegehrt, im Gegensatz zu den Türen. In einer Episode sehen wir dann den Markt in Abidjan, wo um die Teile aus Österreich gefeilt wird.  Cliff lebt offenbar in der alten Werkshalle, kocht auf einem Grill, im Winter leidet er an der Kälte.

*** Unaufgeregter, detailfreudiger Doc über einen Nigerianischen Gebrauchtwagenhändler. Er gewann den Preis für Beste Bildgestaltung Spielfilm.

Diagonale-Preis für Beste Bildgestaltung in einem Spielfilm für Kameramann Klemens Hufnagl.
Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals „Cinema du reel“ (15.-24. 3.19) in Paris.

Local Artists Award, Crossing Europe Filmfestival Linz, 2019

Trailer: https://vimeo.com/321038254

Ihrer Zeit voraus

Ihrer Zeit Voraus

Tone Bechter, Österreich 2019, 75 Min., in Bregenzerwälder Mundart/ deutsch
Dokumentarfilm mit Spielfilmelementen; mit Stefan Pohl und Doris Metzler sowie weiteren Mitgliedern des Theatervereins Bizau, Fachkommentaren von Dr. Ulrike Längle u.a.

Tone Bechter und Doris Metzler

Neben dem Leben und Wirken von Franz Michael Felder (1839-1869), wird auch seine starke Frau Nanni und sein Schwager Kaspar Moosbrugger in den Vordergrund gerückt.
Besonders berührend ist wohl jene Szene, wo Nanni ihrem Geliebten unter Zwang der Familie sagen muss, er möge nicht mehr zur Stubat kommen, und danach weinend zusammenbricht. Gut gemacht auch die Szene, wo eine Brücke zusammenbricht und Franzmichl ins reißende Wasser fällt, fast ertrinkt und gerade noch gerettet werden kann.
Viele Fakten werden mit Comicartigen Bildern und einer Stimme aus dem Off erzählt, etwa auch, als dem jungen Felder in Innsbruck von einem betrunkenen Augenarzt das falsche Auge operiert wird und er auf diesem auch noch beeinträchtigt wird. Diese spannende Szene hätte man dramaturgisch effektiver einsetzen können…

Seine „Vorarlberg’sche Partei der Gleichberechtigung“ kämpfte für ein allgemeines Männerwahlrecht, damals waren nur jene, die auch Steuern zahlten, wahlberechtigt und die einfachen Bauern und die Frauen ausgeschlossen. Das Frauenwahlrecht dachte er auch schon an, sah die Zeit dafür aber nicht reif. Obwohl er seine Partei betont als christlich bezeichnete, stieß er auf erbitterten Widerstand der Kirche und der reichen Käsebarone. Er prangerte auch die sozialen Missstände jener Zeit an, gründete eine Versicherung für die Tiere, eine Genossenschaft und einen Käsehandelsverein. Doch seine Partei schaffte den Sprung in den Landtag nicht. Moosbrugger publizierte seine Ideen im Vorarlberger Volksblatt und seine literarischen Werke wurden auch in Dresden gewürdigt.
Felder starb im Alter von 29 Jahren in seinem Geburtshaus in Schoppernau an Lungentuberkulose

Bei der Kritik des Films muss man berücksichtigen, dass Bechter nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung hatte. Manche Hintergrundmusik (z.B. zu blühenden Bergwiesen) erscheint mir etwas zu konventionell und süßlich. Bechter hat sehr viele Informationen komprimiert zusammengefasst. Jedenfalls sind die Filmaufnahmen an Originalschauplätzen gut gelungen und vermitteln die Landschaft des Hinteren Bregenzerwaldes. Wunderbar das Spiel der beiden Hauptdarsteller.

Ich wünsche Tone Bechter sehr, dass er diesen Film auch auf Filmfestivals wie der Diagonale oder dem Heimat-Film Festival Freistadt einreicht und dort Erfolg hat. ***1/2