Les Misérables – Die Wütenden

Les Misérables – Die Wütenden

Frankreich 2019, 102 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie und Buch: Ladj Ly
Darsteller*innen: Damien Bonnard (Stéphane), Alexis Manenti (Chris), Djibril Zonga (Gwada), Issa Perica (Issa), Al-Hassan Ly (Buzz) u.a.;

In einem Pariser Vorort werden Polizisten, die sich fragwürdiger Methoden zur Verbrechensbekämpfung bedienen, plötzlich selbst zu Gejagten. – „Eine wuchtige, wütende Parabel über das Verhältnis der Klassen im Paris der Gegenwart.“ (programmkino.de)

Die Wütenden

Polizist Stéphane hat sich der Einheit für Verbrechensbekämpfung im Pariser Vorort Monfermeil angeschlossen. Das ist jener Ort, an dem Victor Hugo 1862 seinen Roman „Les Misérables” spielen ließ. Stéphanes Kollegen Chris und Gwada, beide erfahrene Mitglieder der Einheit, haben jedoch ihre eigene Methode gefunden, mit den rivalisierenden Clans in dem Problemviertel umzugehen. Weil auf den Straßen andere Gesetze gelten, überschreiten sie regelmäßig selbst die Grenzen des Legalen und sehen sich dennoch im Recht. DIE WÜTENDEN spielt im Jahr 2018, ist aber inspiriert von den Unruhen in den Banlieus von 2005, als wochenlang bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Regisseur Ladj Ly hat sich schon 2007 in einem Dokumentarfilm mit den Problemen des Viertels beschäftigt, aus dem er selbst stammt. (nach: filmstarts.de)
„Ein Brennpunktgebiet in den Blick zu nehmen, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen, in dem sämtliche soziale Konflikte vorhanden sind, kann schnell ins Klischee abrutschen oder zum Betroffenheitskitsch werden. Ly weicht beiden Fallen elegant aus, indem er seine Figuren und ihre Konflikte ernst nimmt. (…) Ly spielt die Situation bis zum bitteren Ende durch und stellt die Frage, was passiert, wenn sich die Wütenden und Vernachlässigten nicht mehr bekriegen, sondern verbünden.” (Maria Wiesner, kino-zeit.de)
„Die Qualität von DIE WÜTENDEN liegt gerade im Umstand, dass seine Protagonisten nicht polarisieren, sondern allesamt Teil der Gewaltspirale sind. Das gibt dem Film zweifellos eine nihilistische Grundtendenz, die jedoch zugleich eine tiefe Bemühung um sozialen Realismus erkennen lässt. Der Film gesteht seinen Protagonisten mehrere Seiten zu, aus denen sich ein komplexes Bild der französischen Gegenwart formiert.”
(Deutsche Film- und Medienbewertung)
„Ein gnadenlos energetischer Film über die komplizierte Beziehung zwischen Staat und abgehängter Gesellschaft in den Pariser Vororten.” (filmstarts.de, leokino.at)

Preise: Mehrere Césars 2020: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller
(Alexis Manenti), Bester Schnitt, Publikumspreis

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/les-mis%C3%A9rables-die-w%C3%BCtenden

Les Misérables – Die Wütenden

Les Misérables – Die Wütenden

Frankreich 2019, 102 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie und Buch: Ladj Ly
Darsteller*innen: Damien Bonnard (Stéphane), Alexis Manenti (Chris), Djibril Zonga (Gwada), Issa Perica (Issa), Al-Hassan Ly (Buzz) u.a.;

In einem Pariser Vorort werden Polizisten, die sich fragwürdiger Methoden zur Verbrechensbekämpfung bedienen, plötzlich selbst zu Gejagten. – „Eine wuchtige, wütende Parabel über das Verhältnis der Klassen im Paris der Gegenwart.“ (programmkino.de)

Die Wütenden

Polizist Stéphane hat sich der Einheit für Verbrechensbekämpfung im Pariser Vorort Monfermeil angeschlossen. Das ist jener Ort, an dem Victor Hugo 1862 seinen Roman „Les Misérables” spielen ließ. Stéphanes Kollegen Chris und Gwada, beide erfahrene Mitglieder der Einheit, haben jedoch ihre eigene Methode gefunden, mit den rivalisierenden Clans in dem Problemviertel umzugehen. Weil auf den Straßen andere Gesetze gelten, überschreiten sie regelmäßig selbst die Grenzen des Legalen und sehen sich dennoch im Recht. DIE WÜTENDEN spielt im Jahr 2018, ist aber inspiriert von den Unruhen in den Banlieus von 2005, als wochenlang bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Regisseur Ladj Ly hat sich schon 2007 in einem Dokumentarfilm mit den Problemen des Viertels beschäftigt, aus dem er selbst stammt. (nach: filmstarts.de)
„Ein Brennpunktgebiet in den Blick zu nehmen, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen, in dem sämtliche soziale Konflikte vorhanden sind, kann schnell ins Klischee abrutschen oder zum Betroffenheitskitsch werden. Ly weicht beiden Fallen elegant aus, indem er seine Figuren und ihre Konflikte ernst nimmt. (…) Ly spielt die Situation bis zum bitteren Ende durch und stellt die Frage, was passiert, wenn sich die Wütenden und Vernachlässigten nicht mehr bekriegen, sondern verbünden.” (Maria Wiesner, kino-zeit.de)
„Die Qualität von DIE WÜTENDEN liegt gerade im Umstand, dass seine Protagonisten nicht polarisieren, sondern allesamt Teil der Gewaltspirale sind. Das gibt dem Film zweifellos eine nihilistische Grundtendenz, die jedoch zugleich eine tiefe Bemühung um sozialen Realismus erkennen lässt. Der Film gesteht seinen Protagonisten mehrere Seiten zu, aus denen sich ein komplexes Bild der französischen Gegenwart formiert.”
(Deutsche Film- und Medienbewertung)
„Ein gnadenlos energetischer Film über die komplizierte Beziehung zwischen Staat und abgehängter Gesellschaft in den Pariser Vororten.” (filmstarts.de, leokino.at)

Preise: Mehrere Césars 2020: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller
(Alexis Manenti), Bester Schnitt, Publikumspreis

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/les-mis%C3%A9rables-die-w%C3%BCtenden

La Gomera

La Gomera –
Verpfiffen und verraten

Rumänien / Frankreich / Deutschland 2019, 98 min, Cinemascope, rumänische OmU. Regie: Corneliu Porumboiu

Darsteller*innen: Vlad Ivanov (Cristi), Catrinel Marlon (Gilda), Agustí Villaronga (Paco), Rodica Lazar, Sabin Tambrea, István Teglas u.a.;

La Gomera

Corneliu Poumboiu dekonstruiert den Film noir – und setzt ihn als absurde und düstere Ost-West-Moritat neu zusammen: Ein korrupter Polizist soll der Mafia helfen, einen Unternehmer aus dem Gefängnis zu befreien, und verfängt sich dabei in einem Netz von Lügen. (epd-Film)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/la-gomera-verpfiffen-und-verraten

Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda (Catrinel Marlon) als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt (Sabin Tambrea) aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

Der rumänische Matratzenfabrikant Zsolt wird verpfiffen und muss ins Gefängnis. Der Grund: Er wäscht Geld für die Drogenmafia. Da er allerdings scheinbar als Einziger über den Verbleib von 30 Millionen Euro Bescheid weiß, sind verschiedene Gruppen daran interessiert, ihn schnellstmöglich wieder zu befreien.

Der Polizist Cristi ermittelt, allerdings arbeitet er nicht nur für den Staat, sondern steht auch im Dienst der Drogenhändler. Außerdem wird er von Zsolts Freundin Gilda bedrängt, die Ermittlungen zu beeinflussen. Um der Überwachung zu entkommen, reist Cristi auf die kanarische Insel La Gomera, wo er die Pfeifsprache „El Silbo” erlernt und außerdem Zsolt zur Flucht verhelfen soll. Doch nicht nur seine Wohnung ist verwanzt, auch das Büro seiner Chefin wird abgehört. Wer arbeitet hier eigentlich für wen? (aus: kino.de)

Corneliu Porumboiu gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos. Mit LA GOMERA liefert er einen höchst unterhaltsamen Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen Elementen und sorgte damit bereits im Wettbewerb von Cannes für Aufruhr.

Der preisgekrönte Regisseur Corneliu Porumboiu (12:08 EAST OF BUCHAREST) gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos. Mit LA GOMERA liefert er einen höchst unterhaltsamen Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen Elementen.
Trailer:

La Gomera

La Gomera –
Verpfiffen und verraten

Rumänien / Frankreich / Deutschland 2019, 98 min, Cinemascope, rumän.m.U.
Regie: Corneliu Porumboiu

Darsteller*innen: Vlad Ivanov (Cristi), Catrinel Marlon (Gilda), Agustí Villaronga (Paco), Rodica Lazar, Sabin Tambrea, István Teglas u.a.;

Corneliu Poumboiu dekonstruiert den Film noir – und setzt ihn als absurde und düstere Ost-West-Moritat neu zusammen: Ein korrupter Polizist soll der Mafia helfen, einen Unternehmer aus dem Gefängnis zu befreien, und verfängt sich dabei in einem Netz von Lügen. (epd-Film)

Ausführliche Beschreibung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/la-gomera-verpfiffen-und-verraten

Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda (Catrinel Marlon) als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt (Sabin Tambrea) aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.

Der rumänische Matratzenfabrikant Zsolt wird verpfiffen und muss ins Gefängnis. Der Grund: Er wäscht Geld für die Drogenmafia. Da er allerdings scheinbar als Einziger über den Verbleib von 30 Millionen Euro Bescheid weiß, sind verschiedene Gruppen daran interessiert, ihn schnellstmöglich wieder zu befreien.

Der Polizist Cristi ermittelt, allerdings arbeitet er nicht nur für den Staat, sondern steht auch im Dienst der Drogenhändler. Außerdem wird er von Zsolts Freundin Gilda bedrängt, die Ermittlungen zu beeinflussen. Um der Überwachung zu entkommen, reist Cristi auf die kanarische Insel La Gomera, wo er die Pfeifsprache „El Silbo” erlernt und außerdem Zsolt zur Flucht verhelfen soll. Doch nicht nur seine Wohnung ist verwanzt, auch das Büro seiner Chefin wird abgehört. Wer arbeitet hier eigentlich für wen? (aus: kino.de)

Corneliu Porumboiu gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos. Mit LA GOMERA liefert er einen höchst unterhaltsamen Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen Elementen und sorgte damit bereits im Wettbewerb von Cannes für Aufruhr.

Der preisgekrönte Regisseur Corneliu Porumboiu (12:08 EAST OF BUCHAREST) gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos. Mit LA GOMERA liefert er einen höchst unterhaltsamen Neo-Noir-Polizeithriller, gespickt mit ironischen Filmzitaten und unerwartet komischen Elementen.
Trailer:

Alles außer gewöhnlich

Alles außer gewöhnlich
Hors Normes

Frankreich 2019, 115 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache

Mit:  Vincent Cassel,  Reda Kateb,  Hélène Vincent, Bryan Mialoundama, Alban Ivanov, Benjamin Lesieur,  Marco Locatelli u.a.

ALLES AUSSER GEWÖHNLICH erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern, die von dem Willen beseelt sind, die Welt für sich und für andere besser zu machen. Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen und ihren Betreuern vollbringen Bruno  und Malik tagtäglich kleine Wunder: Mit viel Engagement, Feingefühl und Humor gelingt es den beiden, aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu formen, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen.

Bruno ist Leiter einer privaten Hilfseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit schwerem Autismus. Sie ist die letzte Anlaufstelle für jene, denen an anderen Orten nicht geholfen werden kann. Doch sie gehört nicht zum offiziellen Gesundheitssystem. Den Behörden ist die Institution bereits länger ein Dorn im Auge, geschlossen wurde sie bisher nur deshalb nicht, weil dies einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet hätte.

Praktisch Tag und Nacht kümmert sich Bruno um seine Patienten, versucht sie in Wohneinrichtungen unterzubringen oder ihnen sogar zu einem Job zu verhelfen. So etwa Joseph, der bei seiner Mutter wohnt und die Neigung hat, in der Metro die Notbremse zu ziehen. Unermüdlich sucht Bruno für ihn eine Stelle, bis er endlich einen Reparaturservice für Waschmaschinen findet, der es mit Bruno probieren möchte. Noch schwieriger ist es mit Valentin, der immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich und andere verletzt. In zahllosen Heimen und Pflegefamilien hat er schon gelebt, der ständige Wechsel seines Umfeldes macht es ihm auch nicht leichter. Langsam kommt auch Bruno mit seiner oft aussichtslos scheinenden Aufgabe an seine Grenzen.

Wie ZIEMLICH BESTE FREUNDE basiert auch dieser Film auf einer wahren Geschichte. Dennoch kann man ihn nicht als Feel-Good-Movie bezeichnen. Er ist sowohl unterhaltend und aufklärend als auch aufwühlend und berührend, und zwar auf eine Weise, wie man es im Kino selten erlebt. Die beiden Regisseure liefern eine wie aus dem Leben gegriffene Geschichte und lassen ihren Hauptdarsteller in jedem Moment die Intention des Films auf den Punkt bringen: Manche sozialen Missstände sind so haarsträubend, dass man um jeden Preis für eine Veränderung kämpfen muss.

(nach: programmkino.de; outnow.ch; spielfilm.de, leokino.at)

Alles außer gewöhnlich

Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) erzählen die wahre Geschichte von zwei Männern, die sich um Autisten kümmern. – „Ein starkes Plädoyer für die Menschlichkeit, bewegend und warmherzig, mit grandiosen Darstellern.” (ZDF heute journal) – 

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/hors-normes-alles-au%C3%9Fer-gew%C3%B6hnlich

Trailer:
https://youtu.be/27ddjyWKlZI

Autisten stellen hohe Anforderungen an Betreuer und Umwelt. – Kein leichter Stoff ist das, doch die „Ziemlich beste Freunde“-Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache machen daraus eine ebenso leichthändige wie feinfühlige und optimistische Tragikomödie, die Betreuern wie Patienten auf Augenhöhe begegnet. (Walter Gasperi)

Alles außer gewöhnlich

Alles außer gewöhnlich
Hors Normes

Frankreich 2019, 115 min, Cinemascope, franz.m.U.
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache

Mit:  Vincent Cassel,  Reda Kateb,  Hélène Vincent, Bryan Mialoundama, Alban Ivanov, Benjamin Lesieur,  Marco Locatelli u.a.

ALLES AUSSER GEWÖHNLICH erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern, die von dem Willen beseelt sind, die Welt für sich und für andere besser zu machen. Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen und ihren Betreuern vollbringen Bruno  und Malik tagtäglich kleine Wunder: Mit viel Engagement, Feingefühl und Humor gelingt es den beiden, aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu formen, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen.

Bruno ist Leiter einer privaten Hilfseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit schwerem Autismus. Sie ist die letzte Anlaufstelle für jene, denen an anderen Orten nicht geholfen werden kann. Doch sie gehört nicht zum offiziellen Gesundheitssystem. Den Behörden ist die Institution bereits länger ein Dorn im Auge, geschlossen wurde sie bisher nur deshalb nicht, weil dies einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet hätte.

Praktisch Tag und Nacht kümmert sich Bruno um seine Patienten, versucht sie in Wohneinrichtungen unterzubringen oder ihnen sogar zu einem Job zu verhelfen. So etwa Joseph, der bei seiner Mutter wohnt und die Neigung hat, in der Metro die Notbremse zu ziehen. Unermüdlich sucht Bruno für ihn eine Stelle, bis er endlich einen Reparaturservice für Waschmaschinen findet, der es mit Bruno probieren möchte. Noch schwieriger ist es mit Valentin, der immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennt und sich und andere verletzt. In zahllosen Heimen und Pflegefamilien hat er schon gelebt, der ständige Wechsel seines Umfeldes macht es ihm auch nicht leichter. Langsam kommt auch Bruno mit seiner oft aussichtslos scheinenden Aufgabe an seine Grenzen.

Wie ZIEMLICH BESTE FREUNDE basiert auch dieser Film auf einer wahren Geschichte. Dennoch kann man ihn nicht als Feel-Good-Movie bezeichnen. Er ist sowohl unterhaltend und aufklärend als auch aufwühlend und berührend, und zwar auf eine Weise, wie man es im Kino selten erlebt. Die beiden Regisseure liefern eine wie aus dem Leben gegriffene Geschichte und lassen ihren Hauptdarsteller in jedem Moment die Intention des Films auf den Punkt bringen: Manche sozialen Missstände sind so haarsträubend, dass man um jeden Preis für eine Veränderung kämpfen muss.

(nach: programmkino.de; outnow.ch; spielfilm.de, leokino.at)

Alles außer gewöhnlich

Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) erzählen die wahre Geschichte von zwei Männern, die sich um Autisten kümmern. – „Ein starkes Plädoyer für die Menschlichkeit, bewegend und warmherzig, mit grandiosen Darstellern.” (ZDF heute journal) – 

Ausführliche Besprechung von Walter Gasperi:
https://www.film-netz.com/post/hors-normes-alles-au%C3%9Fer-gew%C3%B6hnlich

Trailer:
https://youtu.be/27ddjyWKlZI


Autisten stellen hohe Anforderungen an Betreuer und Umwelt. – Kein leichter Stoff ist das, doch die „Ziemlich beste Freunde“-Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache machen daraus eine ebenso leichthändige wie feinfühlige und optimistische Tragikomödie, die Betreuern wie Patienten auf Augenhöhe begegnet. (Walter Gasperi)

Die perfekte Kandidatin

Die Perfekte Kandidatin

Deutschland, Saudi-Arabien 2019, 101 Minuten, saudiarabische OmU, Cinemascope
Regie: Haifaa Al-Mansour / Drehbuch: Haifaa Al-Mansour, Brad Niemann;
mit: Mila Al Zahrani, Nora Al Awadh, Dae Al Hilali, Khalid Abdulraheem, Shafi Alharthy, Tareq Al Khaldi, Khadeeja Mua’th

Mila Al Zahrani

Weil ihr Cousin, von dem sie sich Hilfe verspricht, nur Kandidaten für die Stadtrats-Wahl empfängt, erklärt sich die saudi-arabische Ärztin kurzerhand zur Kandidatin. Hinter der bürokratischen Willkür entdeckt Maryam die große Chance, Probleme bei der Arbeit selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotz der überall lauernden Restriktionen werden ihre Auftritte mutiger und ihre Forderungen radikaler.
Regisseurin Haifaa al Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt in DIE PERFEKTE KANDIDATIN mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann.
Ein neues saudisches feel-good Movie von der Regisseurin des preisgekrönten Films „Das Mädchen Wadjda“.

https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Walter Gasperi: „Ganz selbstverständlich lenkt so die junge Ärztin Maryam (Mila Al Zahrani) ihren Wagen über die durch Schlaglöcher und Schlamm schwer beeinträchtigte Zufahrtsstraße zur Klinik, in der sie arbeitet. Dass ihr Nikab dabei nur die Augenpartie freigibt, irritiert freilich etwas und auch in der Klinik wird sie diesen nicht abnehmen, sind hier doch auch Männer präsent. Nur wenn die Frauen unter sich sind, zeigen sie sich unverschleiert, scherzen und hören Musik.

Schon mehrfach hat sich Maryam bei den Behörden wegen des katastrophalen Zustands der Straße bei den Behörden beschwört, doch niemand reagiert darauf. In der Klinik wiederum muss sie erleben, dass ein alter Mann sich heftig dagegen wehrt, von ihr untersucht zu werden, da sie eine Frau ist.

Kein Wunder ist folglich, dass Maryam, die mit zwei Schwestern und ihrem als Musiker arbeitenden verwitweten Vater in einem großen Stadthaus lebt, sich um eine Stelle in einer Klinik in der Großstadt Riad bemüht. Ein Kongress in Dubai wäre die beste Gelegenheit sich dem zuständigen Arzt vorzustellen, doch am Flughafen wird ihr die Ausreise verweigert, da sie ohne männliche Begleitung reist und ihre Reisebewilligung abgelaufen ist.

Mehr durch Zufall als geplant wird sie zur Kandidatin für die Gemeinderatswahlen, entwickelt dabei aber rasch Elan, dreht mit ihren Schwestern ein you-tube-Video, wird in ein TV-Studio eingeladen und organisiert Wahlveranstaltungen, um auch die Stimmen von Männern zu gewinnen.

Plakat

Trailer: https://youtu.be/tBf7UcwQdyA

Ausführliche Kritik von Walter Gasperi auf Film-Netz:
https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Die perfekte Kandidatin

Die Perfekte Kandidatin

Deutschland, Saudi-Arabien 2019, 101 Minuten, saudiarabische OmU, Cinemascope
Regie: Haifaa Al-Mansour / Drehbuch: Haifaa Al-Mansour, Brad Niemann;
mit: Mila Al Zahrani, Nora Al Awadh, Dae Al Hilali, Khalid Abdulraheem, Shafi Alharthy, Tareq Al Khaldi, Khadeeja Mua’th

Wahlwerbung

Weil ihr Cousin, von dem sie sich Hilfe verspricht, nur Kandidaten für die Stadtrats-Wahl empfängt, erklärt sich die saudi-arabische Ärztin kurzerhand zur Kandidatin. Hinter der bürokratischen Willkür entdeckt Maryam die große Chance, Probleme bei der Arbeit selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotz der überall lauernden Restriktionen werden ihre Auftritte mutiger und ihre Forderungen radikaler.
Regisseurin Haifaa al Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt in DIE PERFEKTE KANDIDATIN mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann.
Ein neues saudisches feel-good Movie von der Regisseurin des preisgekrönten Films „Das Mädchen Wadjda“.

https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Walter Gasperi: „Ganz selbstverständlich lenkt so die junge Ärztin Maryam (Mila Al Zahrani) ihren Wagen über die durch Schlaglöcher und Schlamm schwer beeinträchtigte Zufahrtsstraße zur Klinik, in der sie arbeitet. Dass ihr Nikab dabei nur die Augenpartie freigibt, irritiert freilich etwas und auch in der Klinik wird sie diesen nicht abnehmen, sind hier doch auch Männer präsent. Nur wenn die Frauen unter sich sind, zeigen sie sich unverschleiert, scherzen und hören Musik.

Schon mehrfach hat sich Maryam bei den Behörden wegen des katastrophalen Zustands der Straße bei den Behörden beschwört, doch niemand reagiert darauf. In der Klinik wiederum muss sie erleben, dass ein alter Mann sich heftig dagegen wehrt, von ihr untersucht zu werden, da sie eine Frau ist.

Kein Wunder ist folglich, dass Maryam, die mit zwei Schwestern und ihrem als Musiker arbeitenden verwitweten Vater in einem großen Stadthaus lebt, sich um eine Stelle in einer Klinik in der Großstadt Riad bemüht. Ein Kongress in Dubai wäre die beste Gelegenheit sich dem zuständigen Arzt vorzustellen, doch am Flughafen wird ihr die Ausreise verweigert, da sie ohne männliche Begleitung reist und ihre Reisebewilligung abgelaufen ist.

Mehr durch Zufall als geplant wird sie zur Kandidatin für die Gemeinderatswahlen, entwickelt dabei aber rasch Elan, dreht mit ihren Schwestern ein you-tube-Video, wird in ein TV-Studio eingeladen und organisiert Wahlveranstaltungen, um auch die Stimmen von Männern zu gewinnen.

Plakat

Trailer: https://youtu.be/tBf7UcwQdyA

Ausführliche Kritik von Walter Gasperi auf Film-Netz:
https://www.film-netz.com/post/die-perfekte-kandidatin

Harriet – Der Weg in die Freiheit

USA 2019, 126 Minuten, Cinemascope,  Regie: Kasi Lemmons

In der Corona-Krise und nach den „Black-Life-Matters“ – Protesten bringen sogar die amerikanischen Großverleiher wie Universal Werke gegen die Sklaverei in die spärlich besuchten Kinos. Cynthia Erivo wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet.

Der Sklavin Minty und ihren Kindern wurde eigentlich von ihrem „Besitzer“ die Freiheit versprochen. Nachdem es dem Hof aber nicht so gut geht, sollen sie in den Süden der USA verkauft werden. Jeder Hoffnung beraubt, dass wenigstens ihre Kinder einmal frei sein werden, flüchtet sie alleine in den Norden und es gelingt ihr trotz Sklavenjäger-Suchtrupps zur Fluchthelfer-Organisation Underground Railroad vorzustoßen, wo sie eine sehr erfolgreiche „Schaffnerin“ wird und den Namen Harriet Tubman erhält. Sie kehrt sogar in dieser Funktion wieder auf ihren ehemaligen Hof zurück, um ihren Mann zu holen, der jedoch inzwischen mit einer anderen Frau zusammen ist.

** Der sehr pathetische Film verliert durch ihre religiösen Visionen sehr an Glaubwürdigkeit, und nachdem typisch amerikanische Filme meist ein Happy-End haben, auch etwas an Spannung. Gewalt gegen die Sklaven wird nicht explizit gezeigt, wohl aber erzählt.

Im Abspann erfahren wir, dass sie eine der Initiatorinnen des amerikanischen Sezessionskrieges (1861-1864) war, in dem die Südstaaten-Konföderation pro-Sklaverei gegen die dagegen kämpfenden nördlichen Unionsstaaten war und eine der wenigen Befehlshaberinnen des Bürgerkrieges.
Obama wollte sie als erste Frau und erste Schwarze auf einer 20$ Note ehren, Trump verhinderte dies bis jetzt.

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Die Kunst der Nächstenliebe – Les bonnes intentions

Frankreich 2019, 103 min, Cinemascope, O.m.U.
Regie: Gilles Legrand
Darsteller*innen: Agnès Jaoui (Isabelle), Alban Ivanov (Attila), Tim Seyfi (Ajdin), Michèle Moretti (Jacqueline), Claire Sermonne (Elke Hammler) u.a.

Kunst der Nächstenliebe

Eine raffinierte Komödie über die wahre Natur des Helfens mit einer umwerfenden Agnès Jaoui in der Hauptrolle.

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche. Isabelle ist einfach süchtig nach Wohltätigkeit, ein wandelndes Helfersyndrom. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. Ihre Schüler können ihren Methoden zwar nicht immer folgen, doch die Klasse hat Isabelle als über-fürsorgliche Beschützerin akzeptiert. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Elke, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt. Wenn auch ungewollt, lockt Elke damit Isabelles Schüler in ihren Kurs. Und plötzlich ist es mit Isabelles Sanftmut vorbei. Sie ist eifersüchtig und kann den Gedanken nicht ertragen, von ihren Schützlingen verlassen zu werden. Isabelles Eifer gerät außer Kontrolle. Schnell verfällt sie auf noch größere Anstrengungen, um ihre Schüler von ihren unbegrenzten Großzügigkeits-Ressourcen zu überzeugen: sie lässt sich auf das waghalsige Abenteuer ein, ihre teilweise noch nicht alphabetisierten Schüler kostenlos in die Fahrschule zu schicken. Mit einem zur Mildtätigkeit erpressten Partner gründet Isabelle die erste soziale Fahrschule. Doch dann sind es diejenigen Menschen, die ihr am nächsten sind, die ein wenig mehr von ihrer sonst so maßlos verteilten Großzügigkeit und Liebe einfordern: ihre Familie.
Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.

Mit wahrlich besten Absichten bestreitet Isabelle ihr von sozialem Engagement bestimmtes Leben. Sie unterrichtet Französisch in einem Kurs für Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist aber nicht genug, sie will mehr helfen, angesichts des Elends und der drückenden Verantwortung, derer sich die Gesellschaft oft nicht wirklich annehmen will. Isabelle verliert sich zunehmends im Strudel, der sich zu drehen beginnt, wenn man vor lauter Eifer und Engagement übersieht, dass die Kraft jedes Menschen begrenzt ist und dass man auch selber noch ab und zu Hilfe brauchen kann. Und diese kommt oft ganz unverhofft von unerwarteter Seite. In ihrem Eifer, die beste Helferin zu sein und wirklich etwas zu bewegen, geht sie einigen stark auf die Nerven. Zu Weihnachten gibt es keine herkömmlichen Geschenke, beim Shopping mit der Tochter stellt sie peinliche Fragen an der Kassa. Ihrem Ehemann fehlt die Wärme, er möchte nicht nur Dankbarkeit empfinden müssen, sondern Liebe. So begeben sich die zwei zur Paartherapie. Das ist wirklich alles sehr viel für Isabelle.
Regisseur Gilles Legrand schaut dem modernen Drang zu moralisch richtigem Verhalten unter das Büßerhemd und scheut sich nicht vor humorvoll-menschlicher Kritik.
Die französische Meisterin der Komödie mit Ernsthaftigkeitshintergrund Agnès Jaoui (AURORE) zeigt einmal mehr wie aus einer leicht katastrophalen Situation ein Neuanfang wird. Mit feinem und manchmal ein bisschen bissigem Humor zeigt uns der Film das kleine, an uns allen nagende, mitteleuropäische schlechte Gewissen, das uns manchmal komische Sachen machen lässt. Nichtsdestotrotz erwächst aus bedingungsloser Hilfe und Dankbarkeit ein schöneres Bild der Welt, wie wir es oft vor Augen haben. (th)
„Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.” (aus: mm-filmpresse.de)

Trailer:  https://youtu.be/nQvflfYSgO0