Tides

Tides

Deutschland / Schweiz 2021, 106 min, Cinemascope, engl. O.m.U.
Regie: Tim Fehlbaum
Nachdem die Menschen eine zerstörte Erde verlassen und jahrzehntelang auf einem anderen Planeten gelebt haben, wollen sie nun auf die Erde zurückzukehren. Doch diese ist nach wie vor unwirtlich.

„Starkes deutsches Sci-Fi-Kino“ (filmstarts.de)

„Mit epischen Bildern und apokalyptischer Ästhetik knüpft Tim Fehlbaum an seinen Debutfilm HELL an und liefert das beklemmende Bild einer verfallenden Gesellschaft angesichts der Klimakatastrophe.“ (epd Film 9/21)

Tides

Als die Erde für den Menschen unbewohnbar wurde, besiedelte die herrschende Elite den Planeten Kepler 209. Doch seine Atmosphäre macht die neuen Bewohner unfruchtbar. Zwei Generationen später soll ein Programm feststellen, ob Leben auf der Erde wieder möglich ist: Mission Ulysses II soll Gewissheit bringen. Die Raumkapsel gerät beim Eintritt in die Erdatmosphäre außer Kontrolle. Die Astronautin Blake (NORA ARNEZEDER) überlebt die Landung als Einzige – doch sie muss feststellen, dass sie auf der Erde nicht alleine ist. Ein Überlebenskampf beginnt, und Blake muss Entscheidungen treffen, die das Schicksal der ganzen Menschheit bestimmen werden.

Eine Astronautin kehrt von einem fernen Planeten, auf den sich die Oberschicht kurz vor einer globalen Katastrophe zurückgezogen hat, auf eine zerstörte Erde zurück, um die dortigen Lebensmöglichkeiten zu prüfen: Bildmächtiger, atmosphärisch dichter Science-Fiction-Film von Tim Fehlbaum.
Als eindringliche Warnung vor der weiteren Ausbeutung und Zerstörung der Erde hat Tim Fehlbaum seinen dystopischen Science-Fiction-Film angelegt und schildert im Gewand eines klassischen Genrefilms drastisch und eindrücklich die verheerenden Folgen.
Ausführliche Rezension von Walter Gasperi unter https://www.film-netz.com/post/tides

Trailer: https://youtu.be/TOOoDf1Gttc

 

Tides

Tides

Deutschland / Schweiz 2021, 106 min, Cinemascope, engl. O.m.U.
Regie: Tim Fehlbaum
Nachdem die Menschen eine zerstörte Erde verlassen und jahrzehntelang auf einem anderen Planeten gelebt haben, wollen sie nun auf die Erde zurückzukehren. Doch diese ist nach wie vor unwirtlich.

„Starkes deutsches Sci-Fi-Kino“ (filmstarts.de)

„Mit epischen Bildern und apokalyptischer Ästhetik knüpft Tim Fehlbaum an seinen Debutfilm HELL an und liefert das beklemmende Bild einer verfallenden Gesellschaft angesichts der Klimakatastrophe.“ (epd Film 9/21)

Tides

Als die Erde für den Menschen unbewohnbar wurde, besiedelte die herrschende Elite den Planeten Kepler 209. Doch seine Atmosphäre macht die neuen Bewohner unfruchtbar. Zwei Generationen später soll ein Programm feststellen, ob Leben auf der Erde wieder möglich ist: Mission Ulysses II soll Gewissheit bringen. Die Raumkapsel gerät beim Eintritt in die Erdatmosphäre außer Kontrolle. Die Astronautin Blake (NORA ARNEZEDER) überlebt die Landung als Einzige – doch sie muss feststellen, dass sie auf der Erde nicht alleine ist. Ein Überlebenskampf beginnt, und Blake muss Entscheidungen treffen, die das Schicksal der ganzen Menschheit bestimmen werden.

Eine Astronautin kehrt von einem fernen Planeten, auf den sich die Oberschicht kurz vor einer globalen Katastrophe zurückgezogen hat, auf eine zerstörte Erde zurück, um die dortigen Lebensmöglichkeiten zu prüfen: Bildmächtiger, atmosphärisch dichter Science-Fiction-Film von Tim Fehlbaum.
Als eindringliche Warnung vor der weiteren Ausbeutung und Zerstörung der Erde hat Tim Fehlbaum seinen dystopischen Science-Fiction-Film angelegt und schildert im Gewand eines klassischen Genrefilms drastisch und eindrücklich die verheerenden Folgen.
Ausführliche Rezension von Walter Gasperi unter https://www.film-netz.com/post/tides

Trailer: https://youtu.be/TOOoDf1Gttc

 

Hinter den Schlagzeilen

Hinter den Schlagzeilen

Deutschland 2021, 90 min, Cinemascope, deutsch-englische O.m.U.
Regie: Daniel Sager
mit Frederik und Bastian Obermaier, Eduard Snowden, HC Strache u.a.

Dokumentarfilm über die Arbeit der beiden investigativen Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer von der Süddeutschen Zeitung, die über einen längeren Zeitraum bei ihren Recherchen, z.B. bei der „Ibiza Affäre“, begleitet werden. – „Fulminantes Plädoyer für die Bedeutung unabhängiger Medien.“ (Crossing Europe)

Zwei Jahre nach der Enthüllung der Panama Papers stehen die Journalisten der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung vor neuen Herausforderungen. Der politische Mord der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galicia und ein mysteriöser Waffenhändler, der mit dem iranischen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird. Doch als ihnen im Frühling 2019 ein geheimes Video zugespielt wird, das den österreichischen Vizekanzler HC Strache schwer belastet, überschlagen sich die Ereignisse.

Für den Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN öffnet Deutschlands größte Tageszeitung erstmals die Tür zu ihrem weltweit renommierten Investigativ-Ressort und erlaubt einen intimen Einblick in Arbeitsprozesse, die sonst nur unter strikter Geheimhaltung stattfinden.

weitere Infos: https://filmdelights.com/verleih/hinterdenschlagzeilen/ 

Trailer: https://vimeo.com/577151152

Hinter den Schlagzeilen

Hinter den Schlagzeilen

Deutschland 2021, 90 min, Cinemascope, deutsch-englische O.m.U.
Regie: Daniel Sager
mit Frederik und Bastian Obermaier, Eduard Snowden, HC Strache u.a.

Dokumentarfilm über die Arbeit der beiden investigativen Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer von der Süddeutschen Zeitung, die über einen längeren Zeitraum bei ihren Recherchen, z.B. bei der „Ibiza Affäre“, begleitet werden. – „Fulminantes Plädoyer für die Bedeutung unabhängiger Medien.“ (Crossing Europe)

Zwei Jahre nach der Enthüllung der Panama Papers stehen die Journalisten der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung vor neuen Herausforderungen. Der politische Mord der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galicia und ein mysteriöser Waffenhändler, der mit dem iranischen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird. Doch als ihnen im Frühling 2019 ein geheimes Video zugespielt wird, das den österreichischen Vizekanzler HC Strache schwer belastet, überschlagen sich die Ereignisse.

Für den Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN öffnet Deutschlands größte Tageszeitung erstmals die Tür zu ihrem weltweit renommierten Investigativ-Ressort und erlaubt einen intimen Einblick in Arbeitsprozesse, die sonst nur unter strikter Geheimhaltung stattfinden.

https://filmdelights.com/verleih/hinterdenschlagzeilen/

Trailer: https://vimeo.com/577151152

Gaza mon amour

Gaza mon amour

Frankreich / Deutschland / Portugal / Katar / Palästina 2020, 87 min,
arab. O.m.U.
Regie: Arab und Tarzan Nasser

Gaza mon amour

Der 60-jährige Fischer Issa ist heimlich in die geschiedene Verkäuferin Siham verliebt. Sie und ihre Tochter Leila arbeiten gemeinsam auf dem Markt. Als Issa eines Tages in seinen Fischernetzen eine erotische antike Statue des Gottes Apollo findet, versteckt er sie. Issa weiß nicht, was er mit diesem geheimnisvollen und mächtigen Schatz anfangen soll. Doch tief in seinem Inneren spürt er, dass diese Entdeckung sein Leben für immer verändern wird. Interessanterweise wächst sein Selbstvertrauen und er beschließt schließlich, Siham näher zu kommen.

„Ein großer kleiner Film.“ (Der Standard)

Die Brüder Nasser haben mit „Gaza mon amour“ einen Film gedreht, der für ein Genre steht, das es eigentlich gar nicht gibt: Normales palästinensisches Arthouse-Kino.

Von dem Fischer Issa Nasser, 60 Jahre alt, ansässig in Al-Shati, einem Flüchtlingslager im Gazastreifen, muss ein polizeiliches Foto gemacht werden. Der Grund: Er ist des Besitzes von Kunstobjekten verdächtig. Oder eigentlich schon überführt. Denn bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Statue bei ihm gefunden, die er einige Tage davor aus dem Meer gefischt hatte. Eine Darstellung des Gottes Apoll, die den Experten einige Rätsel aufgibt. Denn lange kann sie nicht im Meer gewesen sein, andernfalls wäre sie stärker mitgenommen. Und ist sie wertvoll? Das Foto von Issa zeigt einen Mann mit markanten Gesichtszügen, einem grau wuchernden Bart und einer Glatze. Er kann durchaus als attraktiv gelten, und das muss er bis zu einem gewissen Grad auch sein, denn er hat Großes vor: Er will heiraten. Die Frau, mit der er sein Leben teilen möchte, hat er längst ausgemacht. Sie heißt Siham, eine Schneiderin, die ebenfalls täglich von Al-Shati zum Markt und abends wieder zurück pendelt. Siham wird in dem Film „Gaza mon amour“ von Hiam Abbass gespielt, dem wohl bekanntesten und größten Star, den das palästinensische Kino hat. Ein Kino, das es im Übrigen nicht wirklich gibt, wie auch Hiam Abbas nominell als Schauspielerin aus Israel geführt wird, wenngleich sie ihr Prestige immer wieder in den Dienst der palästinensischen Sache gestellt hat.

Die Brüder Nasser haben mit „Gaza mon amour“ einen Film gedreht, der für ein Genre steht, das es eigentlich gar nicht gibt: Normales palästinensisches Arthouse-Kino.

Von dem Fischer Issa Nasser, 60 Jahre alt, ansässig in Al-Shati, einem Flüchtlingslager im Gazastreifen, muss ein polizeiliches Foto gemacht werden. Der Grund: Er ist des Besitzes von Kunstobjekten verdächtig. Oder eigentlich schon überführt. Denn bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Statue bei ihm gefunden, die er einige Tage davor aus dem Meer gefischt hatte. Eine Darstellung des Gottes Apoll (mit erigiertem Penis), die den Experten einige Rätsel aufgibt. Denn lange kann sie nicht im Meer gewesen sein, andernfalls wäre sie stärker mitgenommen. Und ist sie wertvoll? Das Foto von Issa zeigt einen Mann mit markanten Gesichtszügen, einem grau wuchernden Bart und einer Glatze. Er kann durchaus als attraktiv gelten, und das muss er bis zu einem gewissen Grad auch sein, denn er hat Großes vor: Er will heiraten. Die Frau, mit der er sein Leben teilen möchte, hat er längst ausgemacht. Sie heißt Siham, eine Schneiderin, die ebenfalls täglich von Al-Shati zum Markt und abends wieder zurück pendelt. Siham wird in dem Film „Gaza mon amour“ von Hiam Abbass gespielt, dem wohl bekanntesten und größten Star, den das palästinensische Kino hat. Ein Kino, das es im Übrigen nicht wirklich gibt, wie auch Hiam Abbas nominell als Schauspielerin aus Israel geführt wird, wenngleich sie ihr Prestige immer wieder in den Dienst der palästinensischen Sache gestellt hat.

Mit „Gaza mon amour“ nehmen sich Tarzan und Arab Nasser, die unter dem eingängigen Namen The Nasser Brothers auftreten, vor, das palästinensische Kino zu gründen. Nämlich ein wenig anders, als man das bisher von einem großen Autorenfilmer wie Elia Suleiman kannte, der seine ganze Karriere den Absurditäten einer Existenz in einem Land gewidmet hat, das es nicht gibt, obwohl viele Menschen definitiv dort leben. Die Nasser-Brüder versuchen, ausgerechnet aus dem Gazastreifen einen vorgeblich ganz normalen Arthouse-Film auf die Bühne des Weltkinos zu bringen: eine emotionale Geschichte, in der die Liebe einmal mehr der Schlüssel zu allem sein soll. Der Gazastreifen ist nominell ein Autonomiegebiet, aber die meisten Menschen dort erleben ihn als Gefängnis unter der Herrschaft der islamistischen Hamas. In „Gaza mon amour“ ist eines der Bilder für diesen limitierten Radius die Fünf-Meilen-Zone, die Issa mit seinem Boot befahren darf. Die Statue wirkt wie eine Transgression, denn sie kündet von einem anderen Mittelmeer, von einem kulturell offenen, von Vermischungen und Zitaten.

Diese Offenheit haben die Nasser-Brüder auch für ihren Film gefunden. Sie mussten dafür allerdings Gaza verlassen. „Gaza mon amour“ führt Frankreich, Portugal, Deutschland und Qatar unter seinen Koproduktionsländern, gedreht wurde vor allem in Jordanien, aber auch in Portugal, Produktionssprache ist Arabisch. Die Geschichte von Issa und Siham unterliegt keiner Zensur, aber sie ist so erzählt, als wäre es sinnlos, sich über die politischen Umstände auch nur näher einzulassen. Einmal ist eine Propagandarede der Hamas zu hören, in der es darum geht, die aktuellen Schwierigkeiten zu rechtfertigen, weil sie doch einem größeren Ziel dienen: einem freien und ganzen Palästina. Niemand möchte diesen Sermon zu Ende hören, er wird einfach abgedreht.
(FAZ online, 24.7.21)

Biennale Venedig 2020 (Premiere),
Toronto Int. Filmfestival 2020: Netpac Preis ,
Seminci Festival Valladolid: Silberner Preis und Bestes Buch
Trailer

Gaza mon amour

Gaza mon amour

Frankreich / Deutschland / Portugal / Katar / Palästina 2020, 87 min,
arab. O.m.U.
Regie: Arab und Tarzan Nasser

Gaza mon amour

Der 60-jährige Fischer Issa ist heimlich in die geschiedene Verkäuferin Siham verliebt. Sie und ihre Tochter Leila arbeiten gemeinsam auf dem Markt. Als Issa eines Tages in seinen Fischernetzen eine erotische antike Statue des Gottes Apollo findet, versteckt er sie. Issa weiß nicht, was er mit diesem geheimnisvollen und mächtigen Schatz anfangen soll. Doch tief in seinem Inneren spürt er, dass diese Entdeckung sein Leben für immer verändern wird. Interessanterweise wächst sein Selbstvertrauen und er beschließt schließlich, Siham näher zu kommen.

„Ein großer kleiner Film.“ (Der Standard)

Die Brüder Nasser haben mit „Gaza mon amour“ einen Film gedreht, der für ein Genre steht, das es eigentlich gar nicht gibt: Normales palästinensisches Arthouse-Kino.

Von dem Fischer Issa Nasser, 60 Jahre alt, ansässig in Al-Shati, einem Flüchtlingslager im Gazastreifen, muss ein polizeiliches Foto gemacht werden. Der Grund: Er ist des Besitzes von Kunstobjekten verdächtig. Oder eigentlich schon überführt. Denn bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Statue bei ihm gefunden, die er einige Tage davor aus dem Meer gefischt hatte. Eine Darstellung des Gottes Apoll, die den Experten einige Rätsel aufgibt. Denn lange kann sie nicht im Meer gewesen sein, andernfalls wäre sie stärker mitgenommen. Und ist sie wertvoll? Das Foto von Issa zeigt einen Mann mit markanten Gesichtszügen, einem grau wuchernden Bart und einer Glatze. Er kann durchaus als attraktiv gelten, und das muss er bis zu einem gewissen Grad auch sein, denn er hat Großes vor: Er will heiraten. Die Frau, mit der er sein Leben teilen möchte, hat er längst ausgemacht. Sie heißt Siham, eine Schneiderin, die ebenfalls täglich von Al-Shati zum Markt und abends wieder zurück pendelt. Siham wird in dem Film „Gaza mon amour“ von Hiam Abbass gespielt, dem wohl bekanntesten und größten Star, den das palästinensische Kino hat. Ein Kino, das es im Übrigen nicht wirklich gibt, wie auch Hiam Abbas nominell als Schauspielerin aus Israel geführt wird, wenngleich sie ihr Prestige immer wieder in den Dienst der palästinensischen Sache gestellt hat.

Die Brüder Nasser haben mit „Gaza mon amour“ einen Film gedreht, der für ein Genre steht, das es eigentlich gar nicht gibt: Normales palästinensisches Arthouse-Kino.

Von dem Fischer Issa Nasser, 60 Jahre alt, ansässig in Al-Shati, einem Flüchtlingslager im Gazastreifen, muss ein polizeiliches Foto gemacht werden. Der Grund: Er ist des Besitzes von Kunstobjekten verdächtig. Oder eigentlich schon überführt. Denn bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Statue bei ihm gefunden, die er einige Tage davor aus dem Meer gefischt hatte. Eine Darstellung des Gottes Apoll (mit erigiertem Penis), die den Experten einige Rätsel aufgibt. Denn lange kann sie nicht im Meer gewesen sein, andernfalls wäre sie stärker mitgenommen. Und ist sie wertvoll? Das Foto von Issa zeigt einen Mann mit markanten Gesichtszügen, einem grau wuchernden Bart und einer Glatze. Er kann durchaus als attraktiv gelten, und das muss er bis zu einem gewissen Grad auch sein, denn er hat Großes vor: Er will heiraten. Die Frau, mit der er sein Leben teilen möchte, hat er längst ausgemacht. Sie heißt Siham, eine Schneiderin, die ebenfalls täglich von Al-Shati zum Markt und abends wieder zurück pendelt. Siham wird in dem Film „Gaza mon amour“ von Hiam Abbass gespielt, dem wohl bekanntesten und größten Star, den das palästinensische Kino hat. Ein Kino, das es im Übrigen nicht wirklich gibt, wie auch Hiam Abbas nominell als Schauspielerin aus Israel geführt wird, wenngleich sie ihr Prestige immer wieder in den Dienst der palästinensischen Sache gestellt hat.

Mit „Gaza mon amour“ nehmen sich Tarzan und Arab Nasser, die unter dem eingängigen Namen The Nasser Brothers auftreten, vor, das palästinensische Kino zu gründen. Nämlich ein wenig anders, als man das bisher von einem großen Autorenfilmer wie Elia Suleiman kannte, der seine ganze Karriere den Absurditäten einer Existenz in einem Land gewidmet hat, das es nicht gibt, obwohl viele Menschen definitiv dort leben. Die Nasser-Brüder versuchen, ausgerechnet aus dem Gazastreifen einen vorgeblich ganz normalen Arthouse-Film auf die Bühne des Weltkinos zu bringen: eine emotionale Geschichte, in der die Liebe einmal mehr der Schlüssel zu allem sein soll. Der Gazastreifen ist nominell ein Autonomiegebiet, aber die meisten Menschen dort erleben ihn als Gefängnis unter der Herrschaft der islamistischen Hamas. In „Gaza mon amour“ ist eines der Bilder für diesen limitierten Radius die Fünf-Meilen-Zone, die Issa mit seinem Boot befahren darf. Die Statue wirkt wie eine Transgression, denn sie kündet von einem anderen Mittelmeer, von einem kulturell offenen, von Vermischungen und Zitaten.

Diese Offenheit haben die Nasser-Brüder auch für ihren Film gefunden. Sie mussten dafür allerdings Gaza verlassen. „Gaza mon amour“ führt Frankreich, Portugal, Deutschland und Qatar unter seinen Koproduktionsländern, gedreht wurde vor allem in Jordanien, aber auch in Portugal, Produktionssprache ist Arabisch. Die Geschichte von Issa und Siham unterliegt keiner Zensur, aber sie ist so erzählt, als wäre es sinnlos, sich über die politischen Umstände auch nur näher einzulassen. Einmal ist eine Propagandarede der Hamas zu hören, in der es darum geht, die aktuellen Schwierigkeiten zu rechtfertigen, weil sie doch einem größeren Ziel dienen: einem freien und ganzen Palästina. Niemand möchte diesen Sermon zu Ende hören, er wird einfach abgedreht.
(FAZ online, 24.7.21)

Biennale Venedig 2020 (Premiere),
Toronto Int. Filmfestival 2020: Netpac Preis ,
Seminci Festival Valladolid: Silberner Preis und Bestes Buch
Trailer

Bad Luck Banging or Loony Porn

BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN

Babardeală cu bucluc sau porno balamuc

Regie: Radu Jude, Rumänien/Luxemburg/Tschechien/Kroatien 2021; Regie & Buch: Radu Jude; Darsteller*innen: Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Malai u.a. 106min; mehrsprachige OmU.

Wegen eines Sex-Videos gerät eine rumänische Lehrerin an den Rand des Nervenzusammenbruchs und muss sich überdies vor wütenden Eltern verantworten, die ihre Entlassung fordern. – „Radu Judes Satire trifft den Nerv der Zeit“ (programmkino.de)

Bad Luck Banging or Loony Porn

Emi und ihr Mann haben lustvollen Sex. Leider auch auf Video. Ihr sehr privater Pornofilm gerät irgendwie ins Internet und geht viral. Weil Emi eine Lehrerin an einer renommierten Schule ist, haben darüber sehr viele Leute eine Meinung. Von moralisch empört über aggressiv anklagend bis vulgär beleidigend ist alles dabei. Die Lehrerin wird plötzlich nicht nur für ihr Sexleben verantwortlich gemacht, sondern auch für die rumänische Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Psychologie der Kinder im Allgemeinen und für die Emanzipation sowieso natürlich auch. Zu Beginn wird der von der Lehrerin Emi und ihrem Ehemann selbstgemachte Pornofilm gezeigt. Der Film teilt sich folgend in drei Kapitel: Erster Teil: Emi läuft während der COVID-19-Pandemie unruhig durch Bukarest und tätigt verschiedene Einkäufe. Ihr Pornofilm wird hochgeladen.
Der zweite Teil präsentiert als eine Art Essayfilm ein enzyklopädisches Kompendium verschiedener Begriffe, das als Collage historischer Dokumente mit zynischen Anekdoten inszeniert ist. Die Begriffe sind zum Teil der rumänischen Geschichte oder der Gesellschaft entnommen.

Dritter Teil: Während einer Versammlung, pandemiebedingt im Innenhof der Schule ausgerichtet, muss sich Emi vor den aufgebrachten Eltern rechtfertigen. An Stelle von Argumenten hagelt es obszöne Beleidigungen und Vorwürfe gegen Emi. Die Mehrheit entscheidet sich für den Ausschluss Emis von der Schule, daraufhin setzt sie vor Wut ungeahnte Kräfte frei. Sie verwandelt sich in eine Wonder Woman und rächt sich.

Gewinner des Goldenen Bären, Berlin 2021

Trailer

Bad Luck Banging or Loony Porn

BAD LUCK BANGING OR
LOONY PORN

Babardeală cu bucluc sau porno balamuc

Regie: Radu Jude, Rumänien/Luxemburg/Tschechien/Kroatien 2021; Regie & Buch: Radu Jude; Darsteller*innen: Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Malai u.a. 106min; mehrsprachige OmU.

Wegen eines Sex-Videos gerät eine rumänische Lehrerin an den Rand des Nervenzusammenbruchs und muss sich überdies vor wütenden Eltern verantworten, die ihre Entlassung fordern. – „Radu Judes Satire trifft den Nerv der Zeit“ (programmkino.de)

 Emi und ihr Mann haben lustvollen Sex. Leider auch auf Video. Ihr sehr privater Pornofilm gerät irgendwie ins Internet und geht viral. Weil Emi eine Lehrerin an einer renommierten Schule ist, haben darüber sehr viele Leute eine Meinung. Von moralisch empört über aggressiv anklagend bis vulgär beleidigend ist alles dabei. Die Lehrerin wird plötzlich nicht nur für ihr Sexleben verantwortlich gemacht, sondern auch für die rumänische Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Psychologie der Kinder im Allgemeinen und für die Emanzipation sowieso natürlich auch. Zu Beginn wird der von der Lehrerin Emi und ihrem Ehemann selbstgemachte Pornofilm gezeigt. Der Film teilt sich folgend in drei Kapitel: Erster Teil: Emi läuft während der COVID-19-Pandemie unruhig durch Bukarest und tätigt verschiedene Einkäufe. Ihr Pornofilm wird hochgeladen.
Der zweite Teil präsentiert als eine Art Essayfilm ein enzyklopädisches Kompendium verschiedener Begriffe, das als Collage historischer Dokumente mit zynischen Anekdoten inszeniert ist. Die Begriffe sind zum Teil der rumänischen Geschichte oder der Gesellschaft entnommen.

Dritter Teil: Während einer Versammlung, pandemiebedingt im Innenhof der Schule ausgerichtet, muss sich Emi vor den aufgebrachten Eltern rechtfertigen. An Stelle von Argumenten hagelt es obszöne Beleidigungen und Vorwürfe gegen Emi. Die Mehrheit entscheidet sich für den Ausschluss Emis von der Schule, daraufhin setzt sie vor Wut ungeahnte Kräfte frei. Sie verwandelt sich in eine Wonder Woman und rächt sich.

Gewinner des Goldenen Bären, Berlin 2021

Trailer

Ich bin dein Mensch

Ich bin dein Mensch

Regie: Maria Schrader, Drehbuch: Jan Schomburg, Maria Schrader, frei nach Motiven der Kurzgeschichte von Emma Braslavsky, Deutschland 2021,
104 Minuten, dt. OF, Format 2:1

Alma (Maren Eggert) ist Wissenschaftlerin am berühmten Pergamon-Museum in Berlin. Um an Forschungsgelder für ihre Arbeit zu kommen, lässt sie sich zur Teilnahme an einer außergewöhnlichen Studie überreden. Drei Wochen lang soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz darauf angelegt ist, der perfekte Lebenspartner für sie zu sein. Alma trifft auf Tom (Dan Stevens), eine hochentwickelte Maschine in Menschengestalt, einzig dafür geschaffen, sie glücklich zu machen….
ICH BIN DEIN MENSCH erzählt von einer Begegnung, die uns in der nahen Zukunft vielleicht erwartet. Es ist eine melancholische Komödie um die Fragen der Liebe, der Sehnsucht und was den Menschen zum Menschen macht.

Als Wissenschaftlerin steht Alma dem Humanoiden Tom naturgemäß skeptisch gegenüber. Dass sie den auf Wunscherfüllung programmierten, zudem recht ansehnlichen Robotermann testet, spült jedoch dringend benötigte Forschungsmittel an ihr Institut, also was bleibt ihr übrig? Außer, sich nach Kräften gegen den Charme der Maschine zu wehren…
(Alexandra Seitz / Katalog Crossing Europe)

Ich bin dein Mensch

Mein Kommentar:
Durchaus lustig und geistreich ist Maria Schraders Film, der hier in Linz zum ersten Mal vor echtem Publikum in einem echten Kino lief. Die am Pergamon-Institut in führender Position tätige Keilschrift-Expertin und überzeugte Single-Frau Alma – sie glaubt weder an Gott noch an die Liebe – soll über humanoide Roboter ein Gutachten schreiben und bekommt so ein Exemplar zum Test für drei Wochen mit nach Hause. Sex will sie (vorerst) keinen mit ihm, bzw. als sie einmal sturzbetrunken welchen von ihm einfordert, verweigert er die Dienstleistung. Der Roboter ist natürlich hochintelligent, hat Zugriff zum gesamten Internetwissen und rechnet auch so schnell wie ein Computer. Mit symbolischen Vergleichen, Satire und Witzen tut er sich jedoch schwer. Eigentlich will sie ihn ja wieder zurückgeben, aber die Perspektive, dass er einfach gelöscht wird ihr dann doch zu hart. ***1/2 (Norbert Fink)

„Wie ein gelungener Flirt, keine Szene, keine Geste ist ohne Bedeutung, und ständig gibt es etwas zu lachen.“ Süddeutsche Zeitung;
Silberner Bär, Berlinale 2021: für Maren Eggert (beste Darstellerin)

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Ich bin dein Mensch

Ich bin dein Mensch

Regie: Maria Schrader, Drehbuch: Jan Schomburg, Maria Schrader, frei nach Motiven der Kurzgeschichte von Emma Braslavsky, Deutschland 2021,
104 Minuten, dt. OF, Format 2:1

Alma (Maren Eggert) ist Wissenschaftlerin am berühmten Pergamon-Museum in Berlin. Um an Forschungsgelder für ihre Arbeit zu kommen, lässt sie sich zur Teilnahme an einer außergewöhnlichen Studie überreden. Drei Wochen lang soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz darauf angelegt ist, der perfekte Lebenspartner für sie zu sein. Alma trifft auf Tom (Dan Stevens), eine hochentwickelte Maschine in Menschengestalt, einzig dafür geschaffen, sie glücklich zu machen….
ICH BIN DEIN MENSCH erzählt von einer Begegnung, die uns in der nahen Zukunft vielleicht erwartet. Es ist eine melancholische Komödie um die Fragen der Liebe, der Sehnsucht und was den Menschen zum Menschen macht.

Als Wissenschaftlerin steht Alma dem Humanoiden Tom naturgemäß skeptisch gegenüber. Dass sie den auf Wunscherfüllung programmierten, zudem recht ansehnlichen Robotermann testet, spült jedoch dringend benötigte Forschungsmittel an ihr Institut, also was bleibt ihr übrig? Außer, sich nach Kräften gegen den Charme der Maschine zu wehren…
(Alexandra Seitz / Katalog Crossing Europe)

Mein Kommentar:
Durchaus lustig und geistreich ist Maria Schraders Film, der hier in Linz zum ersten Mal vor echtem Publikum in einem echten Kino lief. Die am Pergamon-Institut in führender Position tätige Keilschrift-Expertin und überzeugte Single-Frau Alma – sie glaubt weder an Gott noch an die Liebe – soll über humanoide Roboter ein Gutachten schreiben und bekommt so ein Exemplar zum Test für drei Wochen mit nach Hause. Sex will sie (vorerst) keinen mit ihm, bzw. als sie einmal sturzbetrunken welchen von ihm einfordert, verweigert er die Dienstleistung. Der Roboter ist natürlich hochintelligent, hat Zugriff zum gesamten Internetwissen und rechnet auch so schnell wie ein Computer. Mit symbolischen Vergleichen, Satire und Witzen tut er sich jedoch schwer. Eigentlich will sie ihn ja wieder zurückgeben, aber die Perspektive, dass er einfach gelöscht wird ihr dann doch zu hart. ***1/2 (Norbert Fink)

„Wie ein gelungener Flirt, keine Szene, keine Geste ist ohne Bedeutung, und ständig gibt es etwas zu lachen.“ Süddeutsche Zeitung;
Silberner Bär, Berlinale 2021: für Maren Eggert (beste Darstellerin)

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