Aktuell auf Netflix

Sehenswert auf Netflix:
Filme gehören zweifellos auf die große Leinwand eines Kinos, wo auch das Sounddesign passt. Aber in Zeiten des Lockdowns sind die Streaming-Dienste doch eine willkommene Ablenkung.

Meine Empfehlungen:

Die Schlacht um die Schelde

(Originaltitel De slag om de Schelde),
NL 2020, Regie: Matthijs van Heijningen jr., Scope, 124 Min.

Der Kriegsfilm erzählt eine fiktive Geschichte, die rund um die Schlacht an der Scheldemündung während des Zweiten Weltkriegs angesiedelt ist. Im November 1944 ist die niederländische Halbinsel Walcheren aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage schwer umkämpft. Wer sie kontrolliert, der kontrolliert auch den Hafen von Antwerpen.

Die einheimische Teuntje Visser wird gegen ihren Wilen in die Geschichte hineingezogen, nachdem ihr Bruder Dirk sich gegen die Besatzer erhebt. Teuntje arbeitet bei der Stadtverwaltung, ihr Vater ist angesehener Arzt im Spital und hilft verwundeten Soldaten beider Seiten. Als es Truppenbewegungen bei der Deutschen Wehrmacht gibt, glauben alle, die Deutschen würden abziehen, denn die Alliierten sind ja bereits gelandet. Dirk fotografiert die abmarschierenden Truppen, dabei entdeckt ihn ein Nazi und entreißt ihm den Fotoapparat, worauf er einen Stein auf ein Auto wirft, die Scheibe zerspringt und so ein Autounfall mit drei Toten passiert. Dirk flüchtet und taucht unter. Die Nazis verhaften fünf Unschuldige willkürlich und drohen mit deren Erschießung, sollte sich Dirk nicht stellen. Sein Vater, der bis jetzt mit den Nazis gut ausgekommen ist, verhandelt mit dem Oberst eine milde Strafe für seinen Sohn aus. Doch die Nazis halten sich nicht an das Versprechen und foltern ihn um so die Namen der Mitglieder jener Widerstandsgruppe, für die er fotografiert., herauszuquetschen. Doch Teuntje hat noch die Fotos und wenn sie die mit der Gezeitenkarte der Schelde den Engländern übergibt, kann sie ihnen genau erklären, wie sie die Deutschen, die sich am Ende eines Dammes verschanzt, bei Flut von der Flanke her angreifen können. Doch bis es soweit kommt, fließt viel Blut…

Extrem spannender Film, mit den Alliierten, die Holland befreien wollen, den Deutschen und einer Widerstandsgruppe als Akteure. Sehr realistische Darstellungen! *****

Julieta

Piedro Almodóvar. Spanien 2016, 99 Min.
Der Film wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 für die Goldene Palme und als spanischer Auslandsoscar- Kandidat nominiert, ging jedoch bei beiden leer aus. Emma Suárez wurde allerdings im Jahr 2017 mit einem Goya als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Nicht mehr so exaltiert wie die früheren seiner Filme, ist er immer noch recht bunt und schrill fotografiert. Vielfach verschachtelt und mit langen Rückblenden werden die Beziehungen von Julieta analysiert. Besonders schmerzhaft ist nicht nur der Verlust ihres Mannes, sondern auch, dass ihre Tochter offenbar religiösen Fanatikern in die Hände gefallen ist und fast jeden Kontakt zu ihr abgebrochen hat.

Er ist zunehmend unterhaltsam, aber nicht sein bestes Werk. ***

Narcos Mexico – Staffel 3

Wer Gefallen an der auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte der Drogenmafias von Kolumbien und Mexiko findet, wird auch hier kurzweilig und detailgetreu unterhalten.
Während El Chapo und sein Clan schon im Gefängnis sitzt, versucht es Amado, seine Rolle im Transport von Drogen aus Kolumbien (Pablo Escobar) durch Mexiko in die USA, wo die Konsumenten sitzen, einzunehmen.
Zweifelhaft ist auch die Rolle der DEA, die billigend zur Kenntnis nimmt, dass auch US-Bürger im Kampf gegen Korruption und Drogen gefoltert und getötet werden. Sie macht auch Amados Plan zunichte, mit einer kubanischen Schönheit nach Chile zu ziehen.
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