Wackersdorf

Wackersdorf

D  2018, 122 Min,  Cinemascope
Regie: Oliver Haffner

Der Film dreht sich weitgehend um den SPD-Landrat Hans Schuierer, der anfangs (um 1981) hoffnungsvoll vom dem geplanten Großprojekt viele neue Arbeitsplätze für die strukturschwache Region Schwandorf erwartete und langsam von Saulus zum Paulus wird.
Die detailgetreuen Abläufe in seinem Landratsamt und seiner eigenen Partei sind anfangs etwas langatmig, aber dramaturgisch sinnvoll.
Danach wird minutiös sein Kampf gegen die Münchner CSU-Regierung unter Franz Josef Strauß, die eigens ein Gesetz zu seiner Entmachtung beschließt – für die Baubewilligung wäre sonst seine Unterschrift nötig gewesen –geschildert. Er bleibt stur und handelt sich viele Probleme ein, sogar mit seinen eigenen Parteigenossen.

Was mich allerdings störte ist, dass alles aus dem Bauch heraus passiert und wissenschaftliche Argumente über die Gefahren einer solchen Wiederaufbereitungsanlage kaum artikuliert werden. Wir sehen zwar wie Schuierer sich kritische Literatur z.B. „der Atomstaat“ besorgt. Es scheint der Super-GAU von Tschernobyl vom 26.4.1986 mehr zur Einstellung der Bauarbeiten an der WAA beigetragen zu haben, als die Proteste.
Auch scheint mir die Musik zu wenig die Protestbewegung zu repräsentieren.

Die Stärke des Films ist sicher der Aspekt, wie rechtsstaatliche Prinzipien, die für eine Demokratie unantastbar sein sollten, mit Füßen getreten werden und eine ganze Region zu einem Polizeistaat wird.
Johannes Zeiler spielt den sturen Landesbeamten sehr glaubhaft, der Film ist sicher ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der neueren Geschichte, die sich ja leider wie das Beispiel Hambacher Forst zur Ausweitung des Braunkohle-Abbaus zeigt, wiederholt.

*** BioPic über den Schwandorfer Landrat Schuierer, der maßgeblich den Bau der WAA Wackersdorf verhinderte.

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