VOR DER MORGENRÖTE

VOR DER MORGENRÖTE
D/F/A, 106 Min, Cinemascope, dt./span./portug. OmU
Regie: Maria Schrader

Josef Hader spielt den verzweifelnden Stefan Zweig, der sich 1942 im brasilianischen Exil das Leben nahm. Dabei müsste er eigentlich sehr glücklich sein. Er hat eine junge, zweite Frau, ist ein weltbekannter Autor, wird vom bras. Außenminister hofiert, wurde auf den PEN Kongress nach Buenos Aires eingeladen, hat im relativ kühlen Petropolis in den Bergen hinter Rio eine Bleibe gefunden und Brasilien und seine bunte Bevölkerung gefällt ihm außerordentlich.

Zweig verweigert 1936 beim PEN Kongress eine scharfe Verurteilung Hitlers, obwohl auch er als Jude vor ihm flüchten musste. Er beklagt immer wieder, dass es keine Opposition den Krieg als solches gäbe. Er erhält Hunderte von Briefen von Menschen, die ihn bitten, ihnen mit seinem bekannten Namen zu einem Visum nach Südamerika zu verhelfen. Er sieht sich damit völlig überfordert.

Seidls Kameramann Wolfgang Thaler fängt die Atmosphäre nachvollziehbar ein, die Schnitte zwischen den einzelnen Kapiteln sind bewusst abrupt. Mit seiner Thematik zur Flucht vor Verfolgung greift er außerdem ein aktuelles Thema auf.
**** exzellent

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