The Shape of Water

THE SHAPE OF WATER –
LA FORMA DEL AGUA –
die Form des Wassers

Guillermo del Toro, USA 2017, ca 125 Min, Breitwand, gesehen in spanischer Fassung.
Goldener Löwe, Venedig 2017; 13 Oscar-Nominierungen und 2 Golden Globes waren Grund genug auch im Urlaub in Kino zu gehen.

Derzeit sind Genre Filme ziemlich in Mode, jedenfalls wagen sich auch anspruchsvolle Regisseure an derartige Filme heran. Del Toro führte nicht nur Regie, er ist u.a. auch für das Buch und die Produktion verantwortlich.

Die Eingangssequenz zeigt uns ein Wohnzimmer mit Büchern unter Wasser. Gegenstände schweben frei herum. Eine versunkene Welt?
Elisa ist stumm, aber nicht taub und gebärdet sich. Sie ist eine Reinigungskraft in einem geheimen militärischen Forschungszentrum in den USA und mit einer schwarzen Kollegin befreundet. Sie lebt neben einem Plakatmaler, der aber seine Kunstwerke nicht anbringt. Wir schreiben das Jahr 1962, Kalter Krieg, große Straßenkreuzer, moderne Einbaukü¼chen, Fast Food, große Schwarzweiß-Fernseher.
Der Sicherheitsmann Strickland foltert nicht nur das angebliche Monster, er schikaniert auch die Mitarbeiter und kauft sich einen neuen Cadillac als Zeichen des Fortschritts.

In das Weltraum-Forschungszentrum wird eine angebliche Bestie, die in den Sümpfen Lateinamerikas gefunden wurde, eingeliefert. Dass Seeungeheuer braucht Salzwasser und proteinhaltige Algen, hat aber durchaus menschliche Formen, schaut wie ein Alien aus, Schuppen, Kiemen, aber auch leuchtende blaue Punkte. Und es hat besondere Fähigkeiten, die das Militär einsetzen möchte. Doch mit Folter ist mit ihm nichts zu machen.
Als Elisa es zum ersten Mal sieht, ist sie die einzige, die keine Angst vor ihm hat, ja fasziniert von ihm ist. Als es am nächsten Tag in einem Becken angekettet ist, gibt sie ihm ein gekochtes Ei zum Essen, es wird der Beginn einer langen Freundschaft sein. Es lernt rasch ihre Gebärdensprache und zeigt sich intelligent und sensibel. Auch die (natürlich bösen) Russen sind an dem Monster interessiert und haben einen Experten eingeschleust, der das Tier durch eine Injektion vernichten soll, doch er zögert, als er dessen menschlichen Züge entdeckt.
Als Elisa dies beim Putzen mithört, entscheidet sie sich das Wesen zu retten und zu sich nach Hause zu nehmen, sie ist verliebt und glücklich und hat sogar Sex mit ihm. Die spannende Befreiungsaktion und die Suche des Militärs nach ihm sei hier aber nicht verraten!

Moralisch geht es darum, Respekt auch vor fremden Wesen zu haben und ihnen bei Gefahr zu helfen. Durchaus eine aktuelle Botschaft mit manchen aktuellen Hinweisen („Die Nordkoreaner haben auch Verstand und Geühle, trotzdem töten wir sie!“ folternde US-Militärs, Langusten verspeisende russische Agenten und andere Klischees aus Agentenfilmen sind unterhaltsam eingebaut. Ebenso gibt es viele Zitate aus anderen Filmen und einen ansprechenden Soundtrack von Alexandre Desplat. Im Gegensatz zu vielen anderen Genrefilmen Überzeugt er jedoch durch seine tiefe Humanität!

Ein Märchen für Erwachsene, gut umgesetzt, mit Musical-, Politthriller und Fantasyelementen, aber auch etwas Realität. ****

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