The Promise

The Promise – die Erinnerung bleibt

Regie: Terry George, USA, Spanien 2016, 133 Min, Cinemascope, gesehen in DF

Der von den Türken bis heute geleugnete Genozid an den Armeniern ist Thema des Films, doch wird diese von einer doppelten Dreiecks-Liebesgeschichte überlagert, was viele Kritiker dem Film sehr anlasten und ihn so in die Nähe des Hollywood-Kitsches bringen. Solchen erwartend, war ich persönlich vom Film eher positiv überrascht. Natürlich hat er einen Hauch von „Doktor Schiwago“, wo ebenfalls eine Liebesgeschichte im Kontext der russischen Revolution steht (freilich ohne solche musikalische Ohrwürmer). Überrascht hat mich doch der Mut, wie viele grausame Details des Völkermordes an den Armeniern nach dem Kriegseintritt der Türkei auf Seiten Deutschlands in den Ersten Weltkrieg im Jahre 1914 gezeigt werden, von Zwangsarbeit von Eisenbahnstrecken, Transporte in Viehwaggons bis zum Massenmord von Kindern, Frauen und Männern und vielleicht als aktuelle Zutat, der Verhaftung von kritischen Journalisten.
Natürlich ist die Einführung der Charaktere opulent und etwas lang geraten. Das Leben der Oberschichten in Konstantinopel, als auch noch die reichen Muslims noch gerne Sekt und Absinth tranken und mit schönen Frauen tanzten, wird in goldenen Farben ausgeleuchtet.
Mikael, der Sohn eines armenischen Apothekers aus einem in der Südtürkei gelegenen Dorf ist schon verlobt. Mit der Mitgift fährt er nach Konstantinopel um dort Medizin zu studieren. Rasch verliebt er sich in Ana, eine in Paris aufgewachsene Amerikanerin, die mit dem mutigen AP-Journalisten Chris liiert ist. Auch befreundet sich Mikael an der Uni rasch mit einem türkischen Studenten, der Medizin studiert, um sich vor der Armee zu drücken.
Gleich nach dem Kriegseintritt der Türkei 1914 wird die Lage für die Armenier brenzlig, 1915 beginnt deren Vertreibung. Als offenkundig wird, dass Mikael mit Korruption die Befreiung vom Dienst in der Ottomanischen Armee erreicht hat, wird er gefangen und zum Gleisbau gezwungen. Es gelingt ihm die Flucht, er kehrt in sein Dorf zurück, wird von der Mutter zur Hochzeit mit seiner Verlobten gedrängt und das junge Paar wird in einer Berghütte versteckt. Als sie während der Schwangerschaft erkrankt und zurück ins Dorf muss, wird sie und ihre Familie von den Türken deportiert und ermordet. Eine protestantische Missionsstation unter der Flagge des Roten Kreuzes, von Chris bestens über den Genozid informiert, versucht Fluchtwege zu finden. Letztlich verschanzen sich einige Armenier auf einem Berg und leisten den Türken erbitterten Widerstand, während ein französisches Kriegsschiff zu Hilfe eilt.
Immerhin, es gibt kein Happyend, weder hört das Morden an den Armeniern oder gar der 1. Weltkrieg durch Intervention der Amerikaner oder Franzosen auf, noch finden die Liebespaare ihr Glück. Wortlos überleben zwei heldenhafte Männer, welche dieselbe Frau liebten.

**** durchaus spannende und opulent gefilmte Geschichte vor dem Hintergrund des Genozids an den Armeniern durch das Osmanische Reich in den Jahren 1915 und 1916. Die eingewobene Liebesaffäre ist ein Zugeständnis an den Hollywood-Geschmack, aber nicht kitschig. Ich finde den Film politisch wichtig.

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