Taxi Teheran

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Taxi Teheran

Jafar Panahi, Iran 2015, 82 Min, DF

Im Film fährt ein Taxi durch die Straßen Teherans und nimmt verschiedene Fahrgäste auf, um sie zu ihren Bestimmungsorten zu bringen. Wie einige von ihnen erkennen, sitzt der Regisseur Jafar Panahi am Steuer. Am Armaturenbrett hat er eine Kamera befestigt, die er auf die Fahrgäste richtet, während er sich mit ihnen unterhält. Der Film feierte am 6. Februar 2015 im Rahmen der 65. Berlinale seine Weltpremiere. Er gewann dort den Goldenen Bären und den FIPRESCI-Preis für den besten Film in der Sektion „Wettbewerb“. https://de.wikipedia.org/wiki/Taxi_Teheran
Nun, das Setting des Films ist einfach: in einem Taxi hat Panahi Kameras eingebaut, die anfangs auf die Straße gerichtet sind, danach aber meistens ihn selbst als Fahrer und seine Kunden zeigen, die in äußerst heftige Debatten verstrickt sind. Bald wird er aber erkannt, und so treffen ihn nicht nur ein Händler von DVD-Raubkopien, sondern auch eine Rechtsanwältin und vor allem seine Nichte Hana, die in der Schule eine „vorzeigbaren“ Film machen sollen. Dabei wird klar, wie strikt die Regeln für das Filmemachen in der Iranischen Republik sind, was man filmen darf und was nicht und wie schwierig es ist eine Balance zwischen „Wahrheit“ und „Schwarzmalerei“ zu finden.
Die Diskussion im Taxi beginnt in dem ausgerechnet ein Taschendieb die Todesstrafe für Reifendiebe fordert und endet mit dem Einbruch in den Wagen, wo jemand die Speicherkarte mit den Aufnahmen für diesen Film stehlen will. Dazwischen passiert einiges, jedenfalls merken manche an der mangelnden Ort- und Straßenkenntnis dass er nicht wirklich ein Taxifahrer sein kann.
*** Irgendwie hat der mit Berufsverbot belegte Panahi das Beste aus der Situation gemacht und bewiesen, mit welch einfachen Mitteln man einen durchaus vorzeigbaren Film machen kann. Er gibt durchaus Einblicke in das Straßenleben Teherans, das als recht saubere und moderne Stadt erscheint und die Menschen recht diskussionsfreudig und die Frauen überraschend selbstbewusst sind.

Weitere Kritiken finden sich Filmkritiken des FKC

Hinweis: von uns selbst gespielte Filme kritisieren wir in der Regel hier nicht.

Wenn nicht anders angegeben, ist Dr. Norbert Fink der Autor.

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