Snowden

SNOWDEN
D/ USA 2016, 120 Min, gesehen in OmU
Regie: Oliver Stone

Das vor allem mit deutschen Förderungsmitteln finanzierte Biopic über den Whistleblower Edward Snowden ist etwas lang geraten, nach meinem Geschmack nahm seine nicht sehr spektakuläre Liebesgeschichte etwas zu viel Raum ein. Edward wollte als US-Patriot schon immer dem Staat dienen; in einer Elitetruppe des Militärs erwies er sich körperlich zu schwach, wegen seiner überragenden Intelligenz und seinen IT-Kenntnissen wurde er aber in die CIA/NSA Akademie aufgenommen und war dort Klassenbester. Unter Stress bekam er fallweise epileptische Anfälle, die Medikamente nahm er nicht, weil sie ihn geistig einbremsten. Als er erkennt, wie alle Menschen über jedes vernetzte Gerät auf der Welt ausspioniert werden können und wie Metadaten alle Verbindungen abbilden können, kommen ihm Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Arbeit, vor allem weil mehr US-Bürger als solche aus feindlichen Ländern belauscht werden.

In vielen Rückblenden wird erzählt, wie es dazu kam, dass er in Hongkong ausgesuchten Journalisten Material über die von ihm mitentwickelten Spähprogramme überreichte, wohl wissend, dass das sehr gefährlich für ihn werden wird. Nach einigen Tagen im Untergrund gelingt ihm die Flucht aus Hongkong bis Moskau. Die geplante Weiterreise nach Ecuador scheitert jedoch. Damals wurde die Präsidentenmaschine des ecuadorianischen Präsidenten in Wien zur Landung gezwungen, weil Snowden darin gewesen sein könnte. Putin gewährte ihm Asyl und ließ auch seine Freundin nachkommen. Im Nachspann erfahren wir, was sich an US-Gesetzen durch seinen Mut geändert hat. Snowden, in den USA ein Verräter, im Rest der Welt ein Held. Wie bei allen Geschichten, deren Ausgang wir kennen, ist es schwierig durchgängig Spannung zu erzeugen.
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