Raum

Raum
Lenny Abrahamson , IRL, CDN 2015, 118 Min, Cinemascope
Der an den „Fall Fritzl“ erinnernde Film spielt nicht in einem Keller in Österreich, sondern in einem Schuppen eines Anwesens in Kanada. Dort wird Joy und ihr inzwischen fünfjähriger Sohn Jack, der vom Peiniger gezeugt wurdem auf 9 m2 gefangen gehalten. Wenn immer Old Nick kommt um Joy zu missbrauchen, muss sich Jack in einem engen Kasten verstecken. Jacks Welt besteht nur aus diesem kleinen Raum und dem, was er im Fernseher sieht, doch da muss er erst lernen, was echt ist und was nicht. Joy und Nick meistern diese Situation den Umständen entsprechend gut. Joy plant die Flucht, indem sich Nick erst krank, dann totstellen soll. Dies gelingt tatsächlich. Nun kommt der zweite und wesentlich bessere Teil des Films, der schwierige Umgang mit der Freiheit und den Presseleuten. Überraschenderweise ist dies aber für Joy das größere Problem als für Jack. Nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus kommen sie zu Joys Eltern, die aber inzwischen geschieden sind. Joy wird depressiv und begeht einen Suizidversuch, kommt wieder ins Spital. Jack entwickelt sich mit Unterstützung der Großmutter und eines Hundes gut. Noch einmal besichtigen mit der Polizei den Ort ihrer Gefangenschaft, den sie in ihrer Erinnerung größer gemacht haben.

Die Stärke des Film ist neben der schauspielerischen Leistung des Jungen Jack, der anfangs wie in Mädchen aussieht, die differenzierte Aufarbeitung der Zeit danach. ****

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