Der Blunzenkönig

Regie: Leopold Bauer, A 2015,
Mit Karl Merkatz, Inge Maux , Andreas Lust, Jaschka Lämmert

Im österreichischen ländlichen Raum, in Ottenthal (Bezirk Mistelbach), spielt dieser melancholisch gestimmte Film. Leider erreicht er nicht die Qualitäten von Edgar Reitz´ Heimat-Filmen.
Herr König ist der Blunzenkönig, er ist berühmt für seine in Gugelhupfform präsentierte Blutwurst, sein Gasthaus ist nicht mehr auf dem heutigen Stand der EU-Hygienevorschriften. Als ein neuer unbestechlicher Lebensmittel-Inspektor kommt, ist es aus mit lustig. Sein Sohn Franzl schwängert bei einem Klassentreffen die Veganerin Charlotte. Zwar freut sich Franz König Senior, dass er Opa wird, aber bitte keine Veganerin in der Familie!
Immer wieder hat der Senior böse Träume vom Sterben, sieht schon sein eigenes Begräbnis und hört die Kirchenlieder; mit dem Dorfpfarrer und dem Weinlieferanten trinkt er ausgiebig, isst viel Fleisch und kann auch das Rauchen nicht lassen, was früher oder später gesundheitliche Folgen nach sich zieht.
Die einzige Überlebenschance für das Gasthaus ist eine Übernahme des Betriebes durch Franzl und Charlotte, die ein trendiges Veggy-Lokal daraus machen möchten. Franzl muss dafür allerdings seinen Traum von einer Weltreise an den Nagel hängen, er kann nur noch vor der Brasilianischen Flagge einen Joint rauchend davon träumen. Ob das der Senior und die Rampensau Mariandl überleben?

Die Stärken des Films sind die Schilderungen des ländlichen  Milieus, Karl Merkatz ist freilich weder der alte „Mundl“ wie in der Sackbauer-Saga, statt permanenter Sager haben wir einen nachdenklich grantelnden alten Mann, die Schwächen des Films sind der fehlende Schwung, außer ein paar plötzlicher Wutausbrüche fehlt es an Dramaturgie und man kann von vornherein erahnen, wie es enden wird. Die Musik komponierte der aus Vorarlberg stammende Marcus Nigsch, sie erinnert manchmal an Philipp Glass, manchmal wirkt sie aber pseudo-symphonisch, auf allzu krasse Volksmusikklänge wurde erfreulicherweise verzichtet.
** Während Franz Senior klar ein Fleischesser und die Mutter seines Enkels eindeutig Veganerin ist, ist der Film weder recht Fleisch noch Bio-Gemüse, es fehlt ihm einfach an Schwung.

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