Programm
Oktober 2008
Thema: Schweizer Dokuementarfilme
eine gemeinsame Aktion von FKC, Filmforum und Spielboden!
- Gesamtprogramm hier
1. Film
2. Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn


****Der sorgfältig und detailfreudig fotografierte Film wurde relativ
langsam geschnitten und bietet ein rundes Bild vom Heuen an steilen
Berghängen.
Erich Langjahr dokumentiert in gewohnter Präzision
in seinem jüngsten Film „Das Erbe der Bergler, Ein Wildheuerfilm“ die
aussterbende Tradition des Wildheuens im Muotatal im Kanton Schwyz. Ein Film
über die Natur und ein Schweizer Kulturgut.
Jedes Jahr, zum Schweizer Nationalfeiertag, am 1. August, steigen die
Wildheuer vom Muotatal auf den „Hinteren Heubrig, um das Erbe ihrer Väter
aufrecht zu erhalten. Sie sind bepackt mit Schlitten, Sensen, Heugaren und
Griff-Holzschuhen, die zuvor von den Männern selbst in ihren Werkstätten
gefertigt wurden. Im Rhythmus der Arbeit und der Jahreszeiten erzählt der
Film von den Anstrengungen des Wildheuens. Dem Heuen an den steilen
Berghängen, das Herablassen der von Netzen zusammengehaltenen Heuballen an
Seilwinden, deren Lagerung bis zum Winter und mühsame Beförderung mit
Schlitten ins Tal - hier ist kein Platz für Sentimentalität und
Romantisierung. Langjahr interessiert die Naturverbundenheit und das
Traditionsbewusstsein der portraitieren Wildheuer. Und dafür hat er keine
Mühen gescheut die Bilder unter den schwierigen, größtenteils gefährlichen
Bedingungen am Berg, einzufangen. Die schweigsamen Bilder lenken die
Konzentration auf die wesentlichen Handlungen des Films, nämlich die
Verrichtung der Arbeiten und ermöglichen ein persönliches Reflektieren über
das eigene Verhältnis zur Natur. Der Respekt vor Tradition und Natur
sprechen aus diesen Bildern und den Erzählungen der Wildheuer.
Pressestimmen:
Arbeit und Meditiation in den Bergen als stille Suche nach der Wahrheit.
(Giornale del Popolo, Daniela Persico)
... ein makelloses Meisterwerk. (Schweizer Radio DRS 2, Reflexe, Herbert
Spaich)
... Der Zuger Erich Langjahr huldigt in Das Erbe der Bergler einmal mehr
bildgewaltig und spektakulär seiner Faszination für aussterbende bäuerliche
Welten in der Schweiz; er zeigt die letzten Wildheuer im Muotatal bei ihrer
gefährlichen Arbeit. ...
(Tessiner Zeitung, Francesco Welti)
... Erich Langjahrs in der Kritikerwoche gezeigter Essay "Das Erbe der
Bergler" war einer der schönsten Filme des diesjährigen Festivals überhaupt.
Mit der ihm eigenen Ruhe beschreibt Langjahr, wie im Muotatal Tradition am
Leben erhalten wird. Bilder von atemberaubender Schönheit und die liebevolle
Zuwendung zu den Menschen machen den Film zum Ereignis... (Peter Claus,
Südostschweiz)
Und während man den Berglern bei ihrem schweißtreibenden Schaffen vor
atemberaubender Alpenkulisse zusieht, beginnt man sich unweigerlich Gedanken
über sein eigenes Verhältnis zur Natur zu machen. Ein faszinierender
Dokumentarfilm mit mehr als nur informativem Charakter. (Plan7, Hamburger
Morgenpost, Jörg Brandes)
Erich Langjahr, 1944 in Baar/Zug geboren, arbeitet seit 1971 als
selbstständiger Filmemacher. 1994 gründete er zusammen mit Silvia Haselbeck
die Langjahr Film GmbH. Seit 1978 drehte Erich Langjahr zusammen mit Silvia
Haselbeck sieben große, vielfach preisgekrönte Dokumentarfilme, die sich in
eine Trilogie zum 700. Geburtstag der Schweizer Eidgenossenschaft („Morgarten
findet statt“, 1978; „Ex Voto“, 1986; „Männer im Ring“, 1990) und die
Bauern-Trilogie („Sennenballade“, 1996; „Bauernkrieg“, 1998; „Hirtenreise
ins dritte Jahrtausend“, 2002) mit dem Anschluss-Film „Das Erbe der Bergler“
(2006) gliedern.
Weitere Informationen zu Erich Langjahr und seinen Filmen unter:
http://www.langjahr-film.ch/
In Anwesenheit des Regisseurs Alfredo Knuchel! Mit Diskussionsmöglichkeit!
Donnerstag,
23.10.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 24.10.08 - 21. 30 Uhr
Schweiz 2004, Alfredo Knuchel, 87 min
Alfredo Knuchel erkundet in seinem sensiblen Dokumentarfilm die psychiatrische
Klinik Waldau bei Bern und porträtiert sechs Patienten, die hier
eine künstlerische Heimstätte gefunden haben.
Der Regisseur wird bei den Vorführungen anwesend sein. – Im Anschluss an den
Film Diskussion mit Alfredo Knuchel und einem Experten von den Psychosozialen
Gesundheitsdiensten Dornbirn.

Alfredo Knuchel porträtiert in seinem Dokumentarfilm sechs Menschen, die wir bei ihrer kreativen Arbeit und im Leben kennen lernen. Sie alle teilen zwei Gemeinsamkeiten: eine lange Krankengeschichte und einen starken künstlerischen Ausdruckswillen. Sie leben die Idee des Psychiaters Walter Morgenthalers, der Anfang des 20. Jahrhunderts als erster aus den Bildern psychisch Kranker eine Kunstsammlung aufbaute, und die Tradition der psychiatrischen Klinik Waldau bei Bern als eigentlichem Künstler-Refugium, das schon für die Schriftsteller Friedrich Glauser und Robert Walser und den Künstler Adolf Wölfli Stätte des Schaffens und der Zuflucht war, weiter.

„...sein Film ist ein Meisterwerk in der Tradition des einheimischen Genres:sicher austariert zwischen Anteilnahme und Distanz den sechs Künstlern gegenüber, mit untrüglichem Rhythmusgefühl für die Zeit, die eine sehr einsame und doch drängend kommunizierende Kunst und die Menschen dahinter brauchen, dass sie uns erreichen und berühren.(...)Am Anfang schaut ein Patient sichtlich unwohl in die Kamera, blickt dann zum Interviewer, lächelt plötzlich entspannt. Der Ton des Vertrauens ist gesetzt für den ganzen Rest. Kein einziger falscher Ton ist dabei. Auch nicht in der hervorragend unterstützenden Musik von Mischa Käser.“
Martin Walder, NZZ am Sonntag
Alfredo Knuchel wurde 1938 in Bern geboren, war von 1987-1991 Direktor des Schweizerischen Filmzentrums, ist seit 1991 Auswahlbeauftragter des Internationalen Filmfestivals von San San Sebastian und hat seit 1993 als Dokumentarfilmregisseur mehrere Filme gedreht.
Alfredo Knuchel wird bei beiden Vorführungen in den Weltlichtspielen anwesend sein. - Im Anschluss an den Film Diskussion mit Alfredo Knuchel und einem Experten von den Psychosozialen Gesundheitsdiensten Dornbirn.
Weitere Infos und Pressezitate zu Alfredo Knuchel und seinen Filmen unter:
http://www.alfilm.ch/