Programm Oktober 2008

Thema: Schweizer Dokuementarfilme

eine gemeinsame Aktion von FKC, Filmforum und Spielboden! -  Gesamtprogramm hier

1. Film   2. Film 

Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn


Donnerstag, 9.10.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 10.10.08 - 21. 30 Uhr

Das Erbe der Bergler

Schweiz 2006, Erich Langjahr, 97 min

Obmann Fink schrieb:
Erich Langjahr beobachtet geduldig und genau Leben und Arbeit der letzten Wildheuer im Schweizer Muotatal.

Nun schon zum vierten Male befasst sich Erich Langjahr mit den Traditionen der Bauern in der Schweiz. Wir sehen zuerst in präzisen Einstellungen die Herstellung der Holzschuhe mit schweren Eisen, damit man beim Heuen an steilen Bergwiesen Halt findet. Dann erfolgt der mühsame Aufstieg, das Auslosen der zu mähenden Parzellen um 7 Uhr am 1. August, die mühsame Arbeit des Mähens, des Tragens des Heues auf dem Rücken bis zur Materialseilbahn, das Einschichten des Heues in einem Lagerschuppen. Von dort wird im Winter mit speziellen Schlitten das Heu hinunter geführt ins Tal zu den Tieren, eine sehr anstrengende und gefährliche Arbeit. Wir sehen auch kurz die Herstellung der traditionellen Heuschlitten. Der Abschluss des Tages am 1. August mündet in der Schweiz natürlich in ein zünftiges Fest. (Schweizer Nationalfeiertag)


****Der sorgfältig und detailfreudig fotografierte Film wurde relativ langsam geschnitten und bietet ein rundes Bild vom Heuen an steilen Berghängen.


Erich Langjahr dokumentiert in gewohnter Präzision in seinem jüngsten Film „Das Erbe der Bergler, Ein Wildheuerfilm“ die aussterbende Tradition des Wildheuens im Muotatal im Kanton Schwyz. Ein Film über die Natur und ein Schweizer Kulturgut.

Jedes Jahr, zum Schweizer Nationalfeiertag, am 1. August, steigen die Wildheuer vom Muotatal auf den „Hinteren Heubrig, um das Erbe ihrer Väter aufrecht zu erhalten. Sie sind bepackt mit Schlitten, Sensen, Heugaren und Griff-Holzschuhen, die zuvor von den Männern selbst in ihren Werkstätten gefertigt wurden. Im Rhythmus der Arbeit und der Jahreszeiten erzählt der Film von den Anstrengungen des Wildheuens. Dem Heuen an den steilen Berghängen, das Herablassen der von Netzen zusammengehaltenen Heuballen an Seilwinden, deren Lagerung bis zum Winter und mühsame Beförderung mit Schlitten ins Tal - hier ist kein Platz für Sentimentalität und Romantisierung. Langjahr interessiert die Naturverbundenheit und das Traditionsbewusstsein der portraitieren Wildheuer. Und dafür hat er keine Mühen gescheut die Bilder unter den schwierigen, größtenteils gefährlichen Bedingungen am Berg, einzufangen. Die schweigsamen Bilder lenken die Konzentration auf die wesentlichen Handlungen des Films, nämlich die Verrichtung der Arbeiten und ermöglichen ein persönliches Reflektieren über das eigene Verhältnis zur Natur. Der Respekt vor Tradition und Natur sprechen aus diesen Bildern und den Erzählungen der Wildheuer.

Pressestimmen:
Arbeit und Meditiation in den Bergen als stille Suche nach der Wahrheit. (Giornale del Popolo, Daniela Persico)

... ein makelloses Meisterwerk. (Schweizer Radio DRS 2, Reflexe, Herbert Spaich)

... Der Zuger Erich Langjahr huldigt in Das Erbe der Bergler einmal mehr bildgewaltig und spektakulär seiner Faszination für aussterbende bäuerliche Welten in der Schweiz; er zeigt die letzten Wildheuer im Muotatal bei ihrer gefährlichen Arbeit. ...
(Tessiner Zeitung, Francesco Welti)

... Erich Langjahrs in der Kritikerwoche gezeigter Essay "Das Erbe der Bergler" war einer der schönsten Filme des diesjährigen Festivals überhaupt. Mit der ihm eigenen Ruhe beschreibt Langjahr, wie im Muotatal Tradition am Leben erhalten wird. Bilder von atemberaubender Schönheit und die liebevolle Zuwendung zu den Menschen machen den Film zum Ereignis... (Peter Claus, Südostschweiz)

Und während man den Berglern bei ihrem schweißtreibenden Schaffen vor atemberaubender Alpenkulisse zusieht, beginnt man sich unweigerlich Gedanken über sein eigenes Verhältnis zur Natur zu machen. Ein faszinierender Dokumentarfilm mit mehr als nur informativem Charakter. (Plan7, Hamburger Morgenpost, Jörg Brandes)


Erich Langjahr, 1944 in Baar/Zug geboren, arbeitet seit 1971 als selbstständiger Filmemacher. 1994 gründete er zusammen mit Silvia Haselbeck die Langjahr Film GmbH. Seit 1978 drehte Erich Langjahr zusammen mit Silvia Haselbeck sieben große, vielfach preisgekrönte Dokumentarfilme, die sich in eine Trilogie zum 700. Geburtstag der Schweizer Eidgenossenschaft („Morgarten findet statt“, 1978; „Ex Voto“, 1986; „Männer im Ring“, 1990) und die Bauern-Trilogie („Sennenballade“, 1996; „Bauernkrieg“, 1998; „Hirtenreise ins dritte Jahrtausend“, 2002) mit dem Anschluss-Film „Das Erbe der Bergler“ (2006) gliedern.

Weitere Informationen zu Erich Langjahr und seinen Filmen unter: http://www.langjahr-film.ch/


In Anwesenheit des Regisseurs Alfredo Knuchel! Mit Diskussionsmöglichkeit!

Donnerstag, 23.10.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 24.10.08 - 21. 30 Uhr


Hallelujah, der Herr ist verrückt


Schweiz 2004, Alfredo Knuchel, 87 min
Alfredo Knuchel erkundet in seinem sensiblen Dokumentarfilm die psychiatrische Klinik Waldau bei Bern und porträtiert sechs Patienten, die hier eine künstlerische Heimstätte gefunden haben.
Der Regisseur wird bei den Vorführungen anwesend sein. – Im Anschluss an den Film Diskussion mit Alfredo Knuchel und einem Experten von den Psychosozialen Gesundheitsdiensten Dornbirn.

Alfredo Knuchel porträtiert in seinem Dokumentarfilm sechs Menschen, die wir bei ihrer kreativen Arbeit und im Leben kennen lernen. Sie alle teilen zwei Gemeinsamkeiten: eine lange Krankengeschichte und einen starken künstlerischen Ausdruckswillen. Sie leben die Idee des Psychiaters Walter Morgenthalers, der Anfang des 20. Jahrhunderts als erster aus den Bildern psychisch Kranker eine Kunstsammlung aufbaute,  und die Tradition der psychiatrischen Klinik Waldau bei Bern als eigentlichem Künstler-Refugium, das schon für die Schriftsteller Friedrich Glauser und Robert Walser und den Künstler Adolf Wölfli Stätte des Schaffens und der Zuflucht war, weiter.

 

„...sein Film ist ein Meisterwerk in der Tradition des einheimischen Genres:sicher austariert zwischen Anteilnahme und Distanz den sechs Künstlern gegenüber, mit untrüglichem Rhythmusgefühl für die Zeit, die eine sehr einsame und doch drängend kommunizierende Kunst und die Menschen dahinter brauchen, dass sie uns erreichen und berühren.(...)Am Anfang schaut ein Patient sichtlich unwohl in die Kamera, blickt dann zum Interviewer, lächelt plötzlich entspannt. Der Ton des Vertrauens ist gesetzt für den ganzen Rest. Kein einziger falscher Ton ist dabei. Auch nicht in der hervorragend unterstützenden Musik von Mischa Käser.“

Martin Walder, NZZ am Sonntag  

Alfredo Knuchel wurde 1938 in Bern geboren, war von 1987-1991 Direktor des Schweizerischen Filmzentrums, ist seit 1991 Auswahlbeauftragter des Internationalen Filmfestivals von San San Sebastian und hat seit 1993 als Dokumentarfilmregisseur mehrere Filme gedreht.

Alfredo Knuchel wird bei beiden Vorführungen in den Weltlichtspielen anwesend sein.  -  Im Anschluss an den Film Diskussion mit Alfredo Knuchel und einem Experten von den Psychosozialen Gesundheitsdiensten Dornbirn. 

Weitere Infos und Pressezitate zu Alfredo Knuchel und seinen Filmen unter: http://www.alfilm.ch/


November 2008

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