Programm Oktober 2007

1. Film   2. Film 
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn

Es geht weiter - zumindest bis April 08 !!!


Donnerstag, 11.10.07, 19.30 Uhr; Freitag, 12.10.07, 21.30 Uhr

Golden Door - Nuovomundo

Regie und Drehbuch: Emanuele Crialese. Italien/Frankreich 2006, 112 Minuten, Farbe, Cinemascope / Dolby SRD,  ital. OmU

Der dritte Film des italienischen Regisseurs spielt an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Armut und Hunger plagen die italienische Landbevölkerung und immer mehr junge Männer wandern, unterstützt vom italienischen Staat und der Kirche, nach Amerika aus. So auch Salvatore (Vincenzo Amato), der gemeinsam mit seiner Mutter und seinen beiden Söhnen ebenfalls ein besseres Leben in der Neuen Welt führen will. Auf der vierwöchigen Überfahrt lernt er die hübsche Engländerin Lucy (Charlotte Gainsbourg) kennen, zu der er sich sofort hingezogen fühlt. In Ellis Island angekommen, beginnt eine langwierige Einbürgerungsprozedur, die so ganz und gar nicht zu Salvatores Traum vom Schlaraffenland passt, sondern den verträumten Einwanderer auf den Boden der rationalen Tatsachen holt.

„Golden Door“ ist ein Film, der sich einer Erfüllung der Erwartungen und Sehgewohnheiten des Zuschauers konsequent verweigert. Während ein gewöhnlicher Film über Menschen, die ihr Glück in Amerika versuchen wollen, sich auf die Erfahrungen konzentriert, die diese im Land der unendlichen Möglichkeiten machen, beschreibt „Golden Door“ den Weg, den die Immigranten zurücklegen müssen, bis sie am Ziel ihrer Reise angekommen sind.


Die Neuankömmlinge werden akribisch auf Krankheiten untersucht, die ihre Arbeitskraft einschränken könnten. Außerdem müssen sie Intelligenztests absolvieren, da die Überzeugung vorherrschte, dass mangelnde Intelligenz oder gar Schwachsinnigkeit genetisch übertragbar seien. Einwanderer, die diese Tests nicht zufrieden stellend absolvieren können, werden auf direktem Weg zurück in ihre alte Heimat geschickt. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass alleinstehenden Frauen die Einreise verweigert wurde. Daher gibt es auf Ellis Island eine Heiratsvermittlung, deren streng ritualisierte Form Crialese ebenfalls minutiös nachzeichnet.

siehe auch: FKC-Special zum Thema Auswanderung



Sizilien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Bauernfamilie Mancuso bestellt seit Generationen dasselbe karge Land. Eins mit der Natur und umgeben von den Geistern ihrer Vorfahren wird die harte, unveränderliche Eintönigkeit ihres alltäglichen Lebens einzig durch Geschichten über die Neue Welt und ihre Einwohner unterbrochen: Kartoffeln so groß wie Kutschen, Karotten so lang wie Kanus und Bäume, auf denen Goldmünzen wachsen. Eines Tages trifft Salvatore (Vincenzo Amato) eine bedeutsame Entscheidung: Er verkauft all sein Hab und Gut, um zusammen mit seinen beiden Söhnen Angelo und Pietro und seiner Mutter Donna Fortunata über den Ozean in das gelobte Land und in ein besseres Leben zu reisen. Doch um Bürger der Neuen Welt zu werden, müssen die Mancusos ein Stück ihrer alten Identität zurücklassen und eine neue annehmen. Um das "Goldene Tor" zu passieren, müssen sie sich von Land- in Stadtmenschen verwandeln, traditionelle Gewohnheiten ablegen und archaische Glaubenssätze zurücklassen; körperlich kraftvoll und geistig aktiv sein, lernen zu gehorchen und Loyalität schwören.
GOLDEN DOOR ist ein archaischer Traum. Eine moderne Fabel, die den Zuschauer mit auf eine Reise durch Zeit und Raum nimmt. Angetrieben von den Vorstellungen über ein Land, von dem jeder bisher nur geträumt, aber das noch niemand gesehen hat. Ein Garten Eden, in dem riesige makellose Früchte wachsen und es Geld von den Bäumen regnet. Die Neue Welt. Amerika.
Emanuele Crialeses neuer Film erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Reise: von einer abgelegten Vergangenheit und einem verwandelten Volk. Von einer historischen Leistung und einer wiedergeborenen Menschheit. Crialese lässt eine versunkene Welt wiederauferstehen und behandelt zugleich ein immerwährend aktuelles Thema.
Hintergrund des Films ist die italienische Auswanderungswelle in die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Center of Migration Studies auf Staten Island gibt die Zahl der italienischen Einwanderer zwischen 1876 und 1976 mit über 26 Millionen an, allein zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg wanderten 5 Millionen Süditaliener, meist Bauern und Landbevölkerung, nach Amerika aus und dezimierten damit die Bevölkerung in ihrer Heimat um mehr als in Drittel. Etwa die Hälfte ließ sich im Umkreis von 100 km im urbanen Großraum New York City nieder. Vor allem die soziale Armut und die desolate wirtschaftliche Lage zwang Hunderttausende dazu, ihr Glück und Wohlstand in Übersee zu suchen. Nach einer beschwerlichen Ozeanüberquerung war Ellis Island für alle Immigranten die erste Station. Von den Einwanderern wurde sie die Träneninsel genannt, da sich hier nach einer zweiminütigen Befragung und einer medizinischen Untersuchung das weitere Schicksal entschied. Kranke, Analphabeten, politisch Radikale und Vorbestrafte durften nicht einreisen und wurden wieder in ihre alte Heimat zurückgeschickt.


Donnerstag, 25.10.07, 19.30 Uhr;
Samstag, 27.10.07, 21.30 Uhr
Achtung! Terminänderung


Angel
Regie: François Ozon.
Frankreich/Großbritannien/Belgien 2007, 134 Minuten, englische OmU


In "Angel" erzählt François Ozon die emotional ergreifende Geschichte der jungen und talentierten Schriftstellerin Angel Deverell im England des beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit unbändiger Kreativität und Leidenschaft kämpft sich die junge Schriftstellerin aus ihren bescheidenen Verhältnissen frei. Angels Traum von Erfolg, Ruhm und Liebe scheint in Erfüllung zu gehen. Es folgt ein rasanter gesellschaftlicher Aufstieg, der ihr schon bald ein Leben in Luxus ermöglicht. Als ihr der talentierte, wenn auch erfolglose Maler Esmé begegnet, glaubt Angel einen Seelenverwandten gefunden zu haben und verliebt sich Hals über Kopf in den Lebemann. Obwohl sich die junge Frau nie sicher ist, ob Esmé sie oder ihr Geld liebt, hält sie an dieser großen Liebe fest. Doch dann erfährt ihr Leben auf tragische Weise eine Wendung. (der Standard)

In ANGEL erzählt François Ozon die emotional ergreifende Geschichte der jungen und talentierten Schriftstellerin Angel Deverell im England des beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit unbändiger Kreativität und Leidenschaft kämpft sich die junge Schriftstellerin aus ihren bescheidenen Verhältnissen frei. Angels Traum von Erfolg, Ruhm und Liebe scheint in Erfüllung zu gehen. Es folgt ein rasanter gesellschaftlicher Aufstieg, der ihr schon bald ein Leben in Luxus ermöglicht. Als ihr der talentierte, wenn auch erfolglose Maler Esmé begegnet, glaubt Angel einen Seelenverwandten gefunden zu haben und verliebt sich Hals über Kopf in den Lebemann. Obwohl sich die junge Frau nie sicher ist, ob Esmé sie oder ihr Geld liebt, hält sie an dieser großen Liebe fest. Doch dann erfährt ihr Leben auf tragische Weise eine Wendung.
Erstmalig inszeniert Ozon einen Kinofilm in englischer Sprache. Basierend auf Elizabeth Taylors Roman "Angel" aus dem Jahr 1957 entwirft Ozon ein leidenschaftliches und emotional packendes Portrait einer jungen Frau, die sich mit starkem Willen und einer Portion Exzentrik ihren Weg in die gehobene englische Gesellschaft bahnt. Vor der Kulisse des beginnenden 20. Jahrhunderts schafft Ozon in romantischen und eindrucksvollen Bildern großartiges Gefühlskino und lässt das Kinopublikum in die bizarre Welt einer vergangenen Epoche eintauchen.

Wir zeigen die ungekürzte Originalfassung - die Deutsche Fassung hat nur 119 Min.


November 2007

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