Programm September 2008

1. Film   2. Film 

Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn


Donnerstag, 11.9.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 12.9.08 - 21. 30 Uhr

In Bruges / Brügge sehen … und sterben?


B, GB 2008 - 107 Min, Dolby Digital, englische OF mit dt. Ut. 
Regie und Buch: Martin McDonagh
Mit Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy u.a.

Urlaub haben sie sich verdient, so viel ist klar. Zwar ist der letzte Auftrag in London nicht ganz nach Plan verlaufen, doch gerade deswegen können Ray  und Ken  ein wenig Ruhe ganz gut gebrauchen. Aber ausgerechnet in Brügge? Dort sitzen die beiden Auftragskiller zwischen malerischen Kanälen und mittelalterlichen Kirchen und warten tagelang auf einen Anruf ihres Bosses Harry .
Von winterlicher Langeweile kann allerdings keine Rede sein. Die beiden legen sich mit amerikanischen Touristen und eifersüchtigen Drogendealern an, feiern mit einem zwergwüchsigen Schauspieler und holländischen Nutten, während Ray sich obendrein in die hinreißende Chloë  verguckt. Schließlich ruft Harry dann doch noch an, und die eigentümlichen Ferien drohen eine tödliche Wendung zu nehmen ..."

Obmann Fink schrieb nach der Sichtung des Films:
Man nehme die märchenhafte mittelalterliche Kulisse von Brügge in Belgien, eine Prise englischen Humors und drei Profikiller mit klassischer Standesehre. Das ist das Grundrezept der meisterhaften Kriminalkomödie „Brügge sehen ...und sterben ? Dazu kommt noch ein Schuss „Film im Film“ mit fellinesken Typen.

Ken, ein gebildeter dicker Schwuler, und Ray, ein magerer heterosexueller Kulturbanause, beide von Beruf Profikiller, werden von ihrem Boss Harry in Dublin nach Brügge beordert, dort sollen sie die Stadt anschauen und weitere Befehle abwarten. Sie wissen warum sie sich hier verstecken sollen, was sie falsch gemacht haben.

Erstmals sind sie entsetzt, dass sie ein Doppelzimmer in einem kleinen Privathotel zusammen bewohnen müssen, und es scheint die Langeweile zu drohen. Während Ken in dem kulturellen Ambiente förmlich aufblüht und zum Humanisten wird, stänkert Ken Yankee-Touristen an und legt sich mit einem zwergwüchsigen Schauspieler an, der gerade einen Film dort dreht. Mehr noch: er verliebt sich in die schöne Chloe, welche die Filmcrew mit Drogen versorgt.  Doch als ihr vermeintlicher Freund auftaucht und ihn beim Sex stört, blendet er ihn. Und Brügge bezeichnet er übrigens als Scheißkaff.

Eines Tages zur Weihnachtszeit meldet sich Harry mit einem merkwürdigen Auftrag ...
****


Donnerstag, 25.9.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 26.9.08 - 21. 30 Uhr
 


Happy-Go-Lucky

GB 2007, 119 Min.,
Regie: Mike Leigh; Hauptdarsteller: Sally Hawkins, Alexis Zegerman, Eddie Marsan, Philip Arditti, Sinead Matthews

Poppy heißt eigentlich Pauline, sie ist 30 Jahre alt und arbeitet als Grundschullehrerin – und wenn man die junge Frau so sieht, kann man sich keinen besseren Beruf für sie vorstellen. Denn Poppy ist ein stets gut gelauntes, knallbunt gekleidetes Energiebündel, das gerne und viel lacht und unglaublichen Spaß am Leben hat. Und da sie das Herz auf dem rechten Fleck hat, kann sie auch gut zuhören, ist ernsthaft, wenn die Situation es erfordert – so etwa bei einem Schüler, der vom Geliebten der allein erziehenden Mutter geschlagen wird –, um im nächsten Moment die dunklen Wolken einfach wieder wegzulachen. Kurzum: eine erstaunliche Frau, deren lebensbejahende, beinahe anarchistisch wirkende Haltung sich auf ihre Umwelt überträgt – eine Art erwachsene Pippi Langstrumpf.

Mike Leigh begleitet seine wundervolle Hauptperson voller Liebe und Zärtlichkeit, zeigt sie in der Disco, beim Tratschen mit ihren Freundinnen, bei ihren ersten Fahrstunden bei einem äußerst grimmigen und leicht paranoiden Fahrlehrer (Eddie Marsan), der sich prompt in sie verliebt – die einzige Situation, in der die Zuschauer sich wirklich Sorgen um sie machen müssen -, er zeigt ihre komischen Grimassen und Verrenkungen bei der wohl lustigsten Flamenco-Stunde der Filmgeschichte und lässt sie schließlich sogar die Liebe finden.



Happy-Go-Lucky ist ohne Frage einer der heitersten und unterhaltsamsten Filme dieses Sommers, eine Ode an das Leben und an die Freude, die in jeder Sekunde ein beredtes Zeugnis von der Kraft des positiven Denkens ablegt. Bei so viel Düsternis und Problemen, wie wir sie alltäglich im Leben und im Kino sehen, ist dieser Film wie ein wohltuender Urlaub von all der Mühsal und Not, der wir täglich ausgesetzt sind. Gäbe es Filme auf Rezept, so wäre Happy-Go-Lucky mit Sicherheit eines des bevorzugten Medikamente gegen jede Form von Missstimmung und Depression.
 

Wir danken dem TAS-Kino für die OmU-Kopie auch am Donnerstag! Das TAS-Kino zeigt am Do den Film in der deutschen Synchronfassung.


Oktober  2008

zurück