Programm
September 2008
1. Film
2. Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn

Urlaub haben sie sich verdient, so viel ist klar. Zwar ist
der letzte Auftrag in London nicht ganz nach Plan verlaufen, doch gerade
deswegen können Ray und Ken ein wenig Ruhe ganz gut gebrauchen. Aber
ausgerechnet in Brügge? Dort sitzen die beiden Auftragskiller zwischen
malerischen Kanälen und mittelalterlichen Kirchen und warten tagelang auf einen
Anruf ihres Bosses Harry .
Von winterlicher Langeweile kann allerdings keine Rede sein. Die beiden legen
sich mit amerikanischen Touristen und eifersüchtigen Drogendealern an, feiern
mit einem zwergwüchsigen Schauspieler und holländischen Nutten, während Ray sich
obendrein in die hinreißende Chloë verguckt. Schließlich ruft Harry dann
doch noch an, und die eigentümlichen Ferien drohen eine tödliche Wendung zu
nehmen ..."
Obmann Fink schrieb nach der Sichtung des
Films:
Man nehme die märchenhafte mittelalterliche Kulisse von Brügge in Belgien, eine
Prise englischen Humors und drei Profikiller mit klassischer Standesehre. Das
ist das Grundrezept der meisterhaften Kriminalkomödie „Brügge sehen ...und
sterben ? Dazu kommt noch ein Schuss „Film im Film“ mit fellinesken Typen.
Ken, ein gebildeter dicker Schwuler, und Ray, ein magerer heterosexueller
Kulturbanause, beide von Beruf Profikiller, werden von ihrem Boss Harry in
Dublin nach Brügge beordert, dort sollen sie die Stadt anschauen und weitere
Befehle abwarten. Sie wissen warum sie sich hier verstecken sollen, was sie
falsch gemacht haben.
Erstmals sind sie entsetzt, dass sie ein Doppelzimmer in einem kleinen
Privathotel zusammen bewohnen müssen, und es scheint die Langeweile zu drohen.
Während Ken in dem kulturellen Ambiente förmlich aufblüht und zum Humanisten
wird, stänkert Ken Yankee-Touristen an und legt sich mit einem zwergwüchsigen
Schauspieler an, der gerade einen Film dort dreht. Mehr noch: er verliebt sich
in die schöne Chloe, welche die Filmcrew mit Drogen versorgt. Doch als ihr
vermeintlicher Freund auftaucht und ihn beim Sex stört, blendet er ihn. Und
Brügge bezeichnet er übrigens als Scheißkaff.
Eines Tages zur Weihnachtszeit meldet sich Harry mit einem merkwürdigen Auftrag
... ****
Donnerstag,
25.9.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 26.9.08 - 21. 30 Uhr
GB 2007, 119 Min.,
Regie: Mike Leigh; Hauptdarsteller: Sally Hawkins, Alexis Zegerman, Eddie Marsan,
Philip Arditti, Sinead Matthews

Poppy heißt eigentlich Pauline, sie ist 30 Jahre alt und
arbeitet als Grundschullehrerin – und wenn man die junge Frau so sieht, kann man
sich keinen besseren Beruf für sie vorstellen. Denn Poppy ist ein stets gut
gelauntes, knallbunt gekleidetes Energiebündel, das gerne und viel lacht und
unglaublichen Spaß am Leben hat. Und da sie das Herz auf dem rechten Fleck hat,
kann sie auch gut zuhören, ist ernsthaft, wenn die Situation es erfordert – so
etwa bei einem Schüler, der vom Geliebten der allein erziehenden Mutter
geschlagen wird –, um im nächsten Moment die dunklen Wolken einfach wieder
wegzulachen. Kurzum: eine erstaunliche Frau, deren lebensbejahende, beinahe
anarchistisch wirkende Haltung sich auf ihre Umwelt überträgt – eine Art
erwachsene Pippi Langstrumpf.
Mike Leigh begleitet seine wundervolle Hauptperson voller Liebe und
Zärtlichkeit, zeigt sie in der Disco, beim Tratschen mit ihren Freundinnen, bei
ihren ersten Fahrstunden bei einem äußerst grimmigen und leicht paranoiden
Fahrlehrer (Eddie Marsan), der sich prompt in sie verliebt – die einzige
Situation, in der die Zuschauer sich wirklich Sorgen um sie machen müssen -, er
zeigt ihre komischen Grimassen und Verrenkungen bei der wohl lustigsten
Flamenco-Stunde der Filmgeschichte und lässt sie schließlich sogar die Liebe
finden.

Happy-Go-Lucky ist ohne Frage einer der heitersten und unterhaltsamsten Filme
dieses Sommers, eine Ode an das Leben und an die Freude, die in jeder Sekunde
ein beredtes Zeugnis von der Kraft des positiven Denkens ablegt. Bei so viel
Düsternis und Problemen, wie wir sie alltäglich im Leben und im Kino sehen, ist
dieser Film wie ein wohltuender Urlaub von all der Mühsal und Not, der wir
täglich ausgesetzt sind. Gäbe es Filme auf Rezept, so wäre Happy-Go-Lucky mit
Sicherheit eines des bevorzugten Medikamente gegen jede Form von Missstimmung
und Depression.
Wir danken dem TAS-Kino für die OmU-Kopie auch am Donnerstag! Das TAS-Kino zeigt am Do den Film in der deutschen Synchronfassung.