Programm August 2008

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Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn


Freitag, 1.8.08 - 21. 30 Uhr
 
REVANCHE

Österreich 2008, Regie: Götz Spielmann, Farbe, 122 Min, Dolby digital

Der mit Abstand beste Film der Diagonale 2008 in Graz war  "Revanche".
Es beginnt in einem Bordell. Tamara ist die schönste und meist begehrte Liebesdienerin und ihr Chef hat größeres mit ihr vor – eine geheime Wohnung für Politiker und VIPs. Sie liebt heimlich Alex, ein Hausbursche. Er will ihr finanziell helfen und sie aus dem Milieu herausholen. Er möchte eine Bank überfallen und hat sich alles ausgedacht, nur nicht, dass Tamara mit dabei sein will. Der Banküberfall an sich gelingt mit 50.000€, doch da das gestohlene Auto im Halteverbot stand, fiel es einem Polizisten auf, und er will Tamaras Papiere sehen, während sie im Auto wartet. Alex zückt die (nicht geladene) Waffe und zwingt den Polizisten zu Boden, als er davon rauscht, schießt der Polizist nach und trifft Tamara tödlich.
Alex versteckt sich bei seinem Großvater, der ganz in der Nähe alleine auf einem Bauernhof lebt, er denkt nur an Rache. Er hackt ihm Holz, um sich abzureagieren.
Zu seiner großen Überraschung, verkehrt die Frau des Polizisten in dessen Hause, geht mit ihm sonntags in die Kirche und animiert ihn zum Harmonika-Spielen. Bei ihr wäre alles perfekt, wenn sie ein Kind bekommen könnte. So lockt sie Alex in ihr Haus, um Sex mit ihm zu haben.



Doch auch der Polizist ist schwer belastet von der Situation, einen unschuldigen Menschen ermordet zu haben. Die Spannung steigert sich fast ins Unerträgliche ....

Im Stile eines Haneke: keine Musik, außer sie spielt im Bild, perfekter Stereoton und eine herausragende Geräuschkulisse, Aufnahmen an Originalschauplätzen – fast nach „Dogma“ – Regeln, gute Recherchen vor Ort. Nach "Der Fälscher" ein neues Meisterwerk aus Österreich.

****  zu Recht verdiente den Film den großen Diagonale-Preis und den Preis für die beste Bildgestaltung


Donnerstag, 14.8.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 15.8.08 - 21. 30 Uhr

SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE


F / USA 2007 -  Regie: Julian Schnabel, Drehbuch: Ronald Harwood, 112 Min, französische OmU.

Darsteller: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Anne Consigny, Max von Sydow Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) ist der Chefredakteur der französischen Zeitschrift Elle, und kostet die Vorteile der Modescheinwelt voll und ganz aus. Er hat seine Frau und seine Kinder verlassen um sich ganz dem Glamour hinzugeben, und oberflächliche Beziehungen aneinander zu reihen. Er ist 42 Jahre alt, als sich sein Leben durch einen Schlaganfall für immer verändert. Als er nach diesem Vorfall aufwacht, ist er am ganzen Körper gelähmt und kann nur noch sein linkes Augenlid bewegen. Auch die Ärzte können ihm nur wenig Hoffnung machen, denn seine einzige Chance ist, dass er mit viel Glück und harter Arbeit einmal wieder sprechen kann.



Jean- Dominique leidet am Locked-In-Syndrom und dieses ist so ausgesprochen selten, dass die Ärzte erst lernen müssen damit umzugehen. Zunächst wird ihm eine auf ihm zugeschnittene Sprache beigebracht, die er nur mit Hilfe seines Augenblinzelns beherrschen kann. Doch bald schon merkt er, dass nur sein Körper gelähmt ist, und seine Erinnerung und seine Fantasie noch immer voll und ganz funktionsfähig sind. Je mehr er sein Leben reflektiert, umso mehr entdeckt er die Fehler die er gemacht hat, und schämt sich für das, was er seiner Frau und seinen Kindern angetan hat. Als letzten Kraftakt schreibt er mit Hilfe einer Assistentin und seiner eigenen Sprache in mühevoller Kleinstarbeit seine Memoiren, in denen er einen genauen Einblick in seine Gedankenwelt erlaubt...

Die Geschichte die uns in Schmetterling und Taucherglocke erzählt wird, entspricht ganz der Wahrheit. Jean- Dominique Bauby erlitt genau wie oben beschrieben wurde einen Schlaganfall, und sah sich dann im Anschluss aus seinem gewohnten Leben gerissen, und ans Bett gefesselt. Auch stimmt es tatsächlich, dass er mittels Diktat durch Augenblinzeln seine Memoiren verfasste, und darin seine Gedanken und Träume festhielt, die dann schließlich mit dem Titel Schmetterling und Taucherglocke veröffentlicht wurden und so unzählige Leser begeisterten und inspirieren konnte. Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches verstarb er, am 09. März 1997.


Donnerstag, 28.8.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 29.8.08 - 21. 30 Uhr


BEN-X

Belgien 2007, 90 Minuten, Dolby Digital, französische OmU
Regie und Drehbuch: Nic Balthazar. Kamera: Lou Berghmans. Schnitt: Phillippe Ravoet. Musik: Praga Khan.
Mit: Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Titus De Voogdt, Maarten Claeyssens, Jakob Beks, Gilles De Schryver, Peter De Graef, Ron Cornet, u. a.




Mit seinem rasant inszenierten Regiedebüt verfilmte der belgische Schriftsteller Nic Balthazar sein Jugendbuch "Nichts war alles, was er sagte". In einer furiosen Mischung aus Realfilm und Onlinespiel erzählt das Teenagerdrama die Geschichte des Außenseiters Ben, der am Asperger-Syndrom, einer autistischen Erkrankung, leidet und den Herausforderungen der realen Welt nicht gewachsen scheint, während er im Online-Computerspiel "Archlord" zum unbesiegbaren Ritter "Ben-X" wird.
"BEN-X ist die Passionsgeschichte eines Schülers, der gesellschaftlichen Normen und Zwängen nicht zu entsprechen vermag. In einer noch nie gesehenen Collage aus Realfilm- und Onlinespielsequenzen erschließt der Film Bens Innenwelt. Faszination der Cyberwelt und Kinofiktion verschmelzen und ermöglichen die Anteilnahme an einer ungewöhnlichen Wahrnehmung und Erfahrung. Dass es über das Spiel einen Weg zurück ins Leben gibt, macht aus BEN-X einen Film, der nicht die übliche Medienschelte bedient, sondern den spielenden Jugendlichen sehr viel mehr zutraut, als es eine oberflächliche Kritik unterstellt."


September 2008

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