Programm
August 2008
1. Film
2. Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn

Der mit Abstand beste Film der Diagonale 2008 in Graz
war "Revanche".
Es beginnt in einem Bordell. Tamara ist die schönste und meist begehrte
Liebesdienerin und ihr Chef hat größeres mit ihr vor – eine geheime Wohnung für
Politiker und VIPs. Sie liebt heimlich Alex, ein Hausbursche. Er will ihr
finanziell helfen und sie aus dem Milieu herausholen. Er möchte eine Bank
überfallen und hat sich alles ausgedacht, nur nicht, dass Tamara mit dabei sein
will. Der Banküberfall an sich gelingt mit 50.000€, doch da das gestohlene Auto
im Halteverbot stand, fiel es einem Polizisten auf, und er will Tamaras Papiere
sehen, während sie im Auto wartet. Alex zückt die (nicht geladene) Waffe und
zwingt den Polizisten zu Boden, als er davon rauscht, schießt der Polizist nach
und trifft Tamara tödlich.
Alex versteckt sich bei seinem Großvater, der ganz in der Nähe alleine auf einem
Bauernhof lebt, er denkt nur an Rache. Er hackt ihm Holz, um sich abzureagieren.
Zu seiner großen Überraschung, verkehrt die Frau des Polizisten in dessen Hause,
geht mit ihm sonntags in die Kirche und animiert ihn zum Harmonika-Spielen. Bei
ihr wäre alles perfekt, wenn sie ein Kind bekommen könnte. So lockt sie Alex in
ihr Haus, um Sex mit ihm zu haben.

Doch auch der Polizist ist schwer belastet von der Situation, einen unschuldigen
Menschen ermordet zu haben. Die Spannung steigert sich fast ins Unerträgliche
....
Im Stile eines Haneke: keine Musik, außer sie spielt im Bild, perfekter
Stereoton und eine herausragende Geräuschkulisse, Aufnahmen an
Originalschauplätzen – fast nach „Dogma“ – Regeln, gute Recherchen vor Ort. Nach
"Der Fälscher" ein neues Meisterwerk aus Österreich.
**** zu Recht verdiente den Film den großen
Diagonale-Preis und den Preis für die beste Bildgestaltung

Jean- Dominique leidet am Locked-In-Syndrom und dieses ist so ausgesprochen
selten, dass die Ärzte erst lernen müssen damit umzugehen. Zunächst wird ihm
eine auf ihm zugeschnittene Sprache beigebracht, die er nur mit Hilfe seines
Augenblinzelns beherrschen kann. Doch bald schon merkt er, dass nur sein
Körper gelähmt ist, und seine Erinnerung und seine Fantasie noch immer voll
und ganz funktionsfähig sind. Je mehr er sein Leben reflektiert, umso mehr
entdeckt er die Fehler die er gemacht hat, und schämt sich für das, was er
seiner Frau und seinen Kindern angetan hat. Als letzten Kraftakt schreibt er
mit Hilfe einer Assistentin und seiner eigenen Sprache in mühevoller
Kleinstarbeit seine Memoiren, in denen er einen genauen Einblick in seine
Gedankenwelt erlaubt...
Die Geschichte die uns in Schmetterling und Taucherglocke erzählt
wird, entspricht ganz der Wahrheit. Jean- Dominique Bauby
erlitt genau wie oben beschrieben wurde einen Schlaganfall, und sah sich
dann im Anschluss aus seinem gewohnten Leben gerissen, und ans Bett
gefesselt. Auch stimmt es tatsächlich, dass er mittels Diktat durch
Augenblinzeln seine Memoiren verfasste, und darin seine Gedanken und Träume
festhielt, die dann schließlich mit dem Titel Schmetterling und
Taucherglocke veröffentlicht wurden und so unzählige Leser begeisterten
und inspirieren konnte. Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches
verstarb er, am 09. März 1997.
Donnerstag, 28.8.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 29.8.08 - 21. 30 Uhr
Belgien 2007, 90 Minuten,
Dolby Digital, französische OmU
Regie und Drehbuch: Nic Balthazar. Kamera: Lou Berghmans. Schnitt: Phillippe
Ravoet. Musik: Praga Khan.
Mit: Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Titus De
Voogdt, Maarten Claeyssens, Jakob Beks, Gilles De Schryver, Peter De Graef, Ron
Cornet, u. a.

Mit seinem rasant inszenierten Regiedebüt verfilmte der belgische Schriftsteller
Nic Balthazar sein Jugendbuch "Nichts war alles, was er sagte". In einer
furiosen Mischung aus Realfilm und Onlinespiel erzählt das Teenagerdrama die
Geschichte des Außenseiters Ben, der am Asperger-Syndrom, einer autistischen
Erkrankung, leidet und den Herausforderungen der realen Welt nicht gewachsen
scheint, während er im Online-Computerspiel "Archlord" zum unbesiegbaren Ritter
"Ben-X" wird.
"BEN-X ist die Passionsgeschichte eines Schülers, der gesellschaftlichen Normen
und Zwängen nicht zu entsprechen vermag. In einer noch nie gesehenen Collage aus
Realfilm- und Onlinespielsequenzen erschließt der Film Bens Innenwelt.
Faszination der Cyberwelt und Kinofiktion verschmelzen und ermöglichen die
Anteilnahme an einer ungewöhnlichen Wahrnehmung und Erfahrung. Dass es über das
Spiel einen Weg zurück ins Leben gibt, macht aus BEN-X einen Film, der nicht die
übliche Medienschelte bedient, sondern den spielenden Jugendlichen sehr viel
mehr zutraut, als es eine oberflächliche Kritik unterstellt."