Programm August 2007
1. Film
2.
Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Es geht weiter - zumindest bis
Dezember 07 !!!
Donnerstag, 2.8.07, 19.30 Uhr; Freitag, 3.8.07, 21.30 Uhr

Donnerstag, 16.8.07, 19.30 Uhr; Freitag, 17.8.07, 21.30 Uhr

1944. Das Mädchen Ofelia (Ivana Baquero) zieht
mit ihrer hochschwangeren Mutter (Ariadna Gil) zu deren neuem Gatten (Sergi
López) ins ländliche Nordspanien. Der Stiefvater, Kapitän des siegreichen
faschistischen Franco-Regimes, geht mit unvorstellbarer Brutalität gegen die
Rebellen vor, die sich in den Wäldern verschanzt halten. Schon bei der Ankunft
weist Ofelia ein mysteriöses Insekt den Weg in ein altes Steinlabyrinth. Dort
haust ein Faun (Doug Jones), der ihr offenbart, sie sei eine verlorene
Prinzessin. Er lockt sie immer tiefer in sein Reich.
"Hellboy"-Regisseur Guillermo del Toro kehrt nach "The Devil's Backbone"
erneut zum spanischen Bürgerkrieg zurück. Er schafft ein verstörendes
Meisterwerk, in dem visuell überwältigende Traumfantasien mit den realen
Gräueln des Krieges eindringlich verschmelzen.
Spanischer Bürgerkrieg und Märchenwelt, brutale Gewalt und poetische Bilder
voller Magie. – Guillermo del Toro verschränkt virtuos beide Ebenen zu einem
bildgewaltigen Meisterwerk, das den Zuschauer das Staunen lehrt.
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Dem Mexikaner Guillermo del Toro ist mit »Pans Labyrinth«, der den zweiten
Teil seiner 2001 mit »El espinazo del diablo« (»The Devil´s Backbone«)
begonnenen »Spanischen Trilogie« bildet, allerdings so ein Wunderwerk gelungen
– ein Film, der einem den Glauben an die Kraft und die grenzenlosen
Möglichkeiten des Kinos zurückgibt, ein Film, wie man ihn nicht jede Woche und
nicht jeden Monat, in seinen besten Momenten vielleicht nicht einmal jedes
Jahr sieht.
Mit der zwölfjährigen Ofélia und ihrer Mutter entführt del Toro den Zuschauer
in eine abgeschiedene Bergregion in Nordspanien. Schon am Beginn wird auf der
einen Seite mit dem Off-Kommentar »Es war einmal vor langer Zeit« ein
Märchenton angeschlagen, während auf der anderen Seite das Insert »Spanien
1944« die Geschichte in einen historischen Kontext eingebettet. Meisterhaft
verschränkt del Toro durch den ganzen Film diese beiden Ebenen und spiegelt in
der einen die andere.
Der Bürgerkrieg ist vorüber, Franco regiert mit diktatorischer Gewalt, doch in
den Rückzugsgebieten leisten die Republikaner noch Widerstand gegen das
faschistische Regime. Von einem militärischen Außenposten aus bekämpft
Hauptmann Vidal mit brutaler Gewalt die Partisanen in den Wäldern. Obwohl es
Kampfgebiet ist, lässt er seine hochschwangere und kranke Frau mit ihrer
Tochter Ofélia anreisen, denn beim Mann muss die Gattin sein, um ihm einen
Sohn – nur um einen solchen kann es sich beim Kind handeln – zu gebären. Die
Frau ist für diesen Macho und Patriarchen nur eine Gebärmaschine, doch während
sie ihn trotzdem liebt, besteht zwischen Ofélia, die Vidal nie Vater, sondern
immer nur Hauptmann nennt, von der ersten Begegnung an Feindschaft.
Der drastischen Darstellung der Gräuel des Militärregimes steht Ofélias Flucht
in eine märchenhafte Traum- und Gegenwelt gegenüber – nicht nur eine Flucht
aus der Allmacht des tyrannischen Stiefvaters, sondern auch ein Akt des
Widerstands gegen die Erwachsenen und die Obrigkeit. Mit einem Schwenk taucht
die Kamera in diese in dunkle fast monochrome schwarze Unterwelt ab. Bruchlos,
unglaublich rund und geschmeidig gleitet »Pan´s Labyrinth« durch fließende
Kamerabewegungen und den Bewegungen aufnehmenden und weiterführenden Schnitt
dahin.
Von einer Libelle, die verschiedene Gestalten annimmt, geleitet, steigt dieses
Mädchen - unübersehbar die Parallen zu »Alice im Wunderland«, »The Wizard of
Oz« aber auch zum mythischen Orpheus - hinab und trifft auf Pan, der sie als
Prinzessin begrüßt und ihr drei Aufgaben stellt. Eine stimmungsmäßig an Jean
Cocteaus »La belle et la bete« (1946) erinnernde, schaurig-schöne magische
Welt voll faszinierender Bilder und Figuren hat del Toro hier geschaffen,
verfällt aber nie in Eskapismus, da die Handlung in der Märchenwelt durch
motivische und inhaltliche Parallelen mit der realen Geschichte eng verknüpft
ist.
Auf beiden Ebenen spielt ein Schlüssel eine zentrale Rolle, eine Essensszene
mit Bürgermeister, Pfarrer und Hauptmann findet ihre Entsprechung in der
Märchenwelt und beide Geschichten kreisen um Befehl, Gehorsam und Widerstand.
Durch diese Verschränkungen ergeben sich ganz zwangsläufig auf der
Personenebene Entsprechungen. Wie Ofélia in der Märchenwelt zu handeln und
Verantwortung zu übernehmen lernt, so wird auch die mit den Partisanen
sympathisierende Mercedes – die geistige Schwester Ofélias – aktiv und bekennt
sich zu ihrer Einstellung. - Erst in der kühnen Schlussszene verschmelzen die
konträren Welten und ein Weg in die Zukunft wird gewiesen, für den aber Opfer
gebracht werden müssen.
Indem del Toro Märchenwelt und Realität so konsequent verschränkt, löst sich
dieser visuell überwältigende Fantasyfilm für Erwachsene auch vom konkreten
historischen Kontext und wird ganz im Stile der klassischen Märchen zeitlos
und allgemeingültig. – Kein Spektakel, sondern ein großer, ebenso poetischer
wie brutaler Film über das Ende der Kindheit, die Übernahme von Verantwortung
und die Notwendigkeit des Widerstands. (Walter Gasperi)
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Regie: Bille August. Drehbuch: Greg Latter, Bille August, nach den Memoiren von James Gregory.
Mit: Joseph Fiennes, Dennis Haysbert,
Diane Kruger, Shiloh Henderson, Megan Smith, Jessica Manuel, Faith Ndukwana,
Terry Pheto, Lesley Mongezi, Zingi Mtuzula, u. a.

Der Film erzählt vom südafrikanischen Rassisten James Gregory, der als
Gefängniswärter auf Robben Island arbeitet und dessen Leben grundlegend durch
die Begegnung mit einem schwarzen Gefangenen, den er zwanzig Jahre lang
bewacht, verändert wird. Der Name des Gefangenen lautet: Nelson Mandela.
Bille August erzählt von der schicksalhaften Beziehung zwischen dem zu
lebenslanger Haft verurteilten schwarzen Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela
und seinem weißen Gefängniswärter James Gregory. In den Hauptrollen überzeugen
Joseph Fiennes als James Gregory, Dennis Haysbert als Nelson Mandela und Diane
Kruger als Gregorys Ehefrau Gloria. Basierend auf den Memoiren von James
Gregory schuf Bille August mit GOODBYE BAFANA ein bewegendes Plädoyer für die
menschliche Kraft zu Umkehr und Neuanfang.
http://www.goodbyebafana.com/homepage/?lang=de