Programm August 2007

1. Film   2. Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn

Es geht weiter - zumindest bis Dezember 07 !!!



Donnerstag, 2.8.07, 19.30 Uhr; Freitag, 3.8.07, 21.30 Uhr

THE QUEEN

Großbritannien/Frankreich/Italien 2006, 97 Minuten, Dolby Digital, englische OmU
Regie: Stephen Frears. Drehbuch: Peter Morgan.
Mit: Helen Mirren, Michael Sheen, James Cromwell, Sylvia Syms, u. a.


Stephen Frears' neuer Film handelt von den Schwierigkeiten, mit den Erfordernissen der modernen Mediengesellschaft Schritt zu halten - und zwar in der Person der englischen Königin Elisabeth. Der Film beginnt mit dem Wahlsieg Tony Blairs im Jahr 1997, erzählt vom Tod Dianas und konzentriert sich auf die Tage danach, als sich die Königsfamilie zum Verdruss der Briten in Balmoral verschanzte und unfähig zu einer angemessenen Reaktion schien. Frears mischt dabei geschickt Fernsehbilder in seine nachgestellten Szenen, so dass man die hysterische Trauer jener Tage fast als Doku-Fiktion nacherlebt, findet aber doch einen Tonfall, der daraus ein Königsdrama der Mediengesellschaft macht.
"Eingestimmt wird man schon durch den Anfang, als Blair seinen Antrittsbesuch im Buckingham Palace machen muss und jeglicher antiroyalistische Impetus durch das strenge Protokoll im Ansatz erstickt wird. Wie ein Pennäler steht der neue Premier vor der Queen, die ihm keinen Schritt entgegenkommt und keine Peinlichkeit erspart. Frears' Kunst liegt darin, sein Publikum von Beginn an auf ihre Seite zu ziehen, um sein Thema umso wirkungsvoller abstecken zu können: die Unvereinbarkeit von Emotion und Etikette. Während das Blumenmeer vor dem Palast wächst und sich die Stimmung langsam gegen die offenbar hartherzige Königin wendet, versucht Blair immer verzweifelter, sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, endlich eine Reaktion zu zeigen, die der öffentlichen Erschütterung Rechnung trägt. Und je mehr sich die Queen versteift, desto erstaunlicher wird Helen Mirrens Kunst, die widersprüchlichen Gefühle ihrer Figur hinter der reglosen Maske sichtbar zu machen. The Queen ist eine wunderbare Gratwanderung zwischen vergnügtem Spiel und angemessenem Ernst, zwischen historischem Vorbild und künstlerischer Freiheit." (Michael Althen)

Oscar
© für Hellen Mirren (Beste Darstellerin)

Donnerstag, 16.8.07, 19.30 Uhr; Freitag, 17.8.07, 21.30 Uhr
 

PAN'S LABYRINTH

(El Laberinto del Fauno)
Mexiko/Spanien. 2006, 113 Min, spanische OmU.
Regie: Guillermo del Toro


1944. Das Mädchen Ofelia (Ivana Baquero) zieht mit ihrer hochschwangeren Mutter (Ariadna Gil) zu deren neuem Gatten (Sergi López) ins ländliche Nordspanien. Der Stiefvater, Kapitän des siegreichen faschistischen Franco-Regimes, geht mit unvorstellbarer Brutalität gegen die Rebellen vor, die sich in den Wäldern verschanzt halten. Schon bei der Ankunft weist Ofelia ein mysteriöses Insekt den Weg in ein altes Steinlabyrinth. Dort haust ein Faun (Doug Jones), der ihr offenbart, sie sei eine verlorene Prinzessin. Er lockt sie immer tiefer in sein Reich.

"Hellboy"-Regisseur Guillermo del Toro kehrt nach "The Devil's Backbone" erneut zum spanischen Bürgerkrieg zurück. Er schafft ein verstörendes Meisterwerk, in dem visuell überwältigende Traumfantasien mit den realen Gräueln des Krieges eindringlich verschmelzen.

Spanischer Bürgerkrieg und Märchenwelt, brutale Gewalt und poetische Bilder voller Magie. – Guillermo del Toro verschränkt virtuos beide Ebenen zu einem bildgewaltigen Meisterwerk, das den Zuschauer das Staunen lehrt.

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Dem Mexikaner Guillermo del Toro ist mit »Pans Labyrinth«, der den zweiten Teil seiner 2001 mit »El espinazo del diablo« (»The Devil´s Backbone«) begonnenen »Spanischen Trilogie« bildet, allerdings so ein Wunderwerk gelungen – ein Film, der einem den Glauben an die Kraft und die grenzenlosen Möglichkeiten des Kinos zurückgibt, ein Film, wie man ihn nicht jede Woche und nicht jeden Monat, in seinen besten Momenten vielleicht nicht einmal jedes Jahr sieht.

Mit der zwölfjährigen Ofélia und ihrer Mutter entführt del Toro den Zuschauer in eine abgeschiedene Bergregion in Nordspanien. Schon am Beginn wird auf der einen Seite mit dem Off-Kommentar »Es war einmal vor langer Zeit« ein Märchenton angeschlagen, während auf der anderen Seite das Insert »Spanien 1944« die Geschichte in einen historischen Kontext eingebettet. Meisterhaft verschränkt del Toro durch den ganzen Film diese beiden Ebenen und spiegelt in der einen die andere.

Der Bürgerkrieg ist vorüber, Franco regiert mit diktatorischer Gewalt, doch in den Rückzugsgebieten leisten die Republikaner noch Widerstand gegen das faschistische Regime. Von einem militärischen Außenposten aus bekämpft Hauptmann Vidal mit brutaler Gewalt die Partisanen in den Wäldern. Obwohl es Kampfgebiet ist, lässt er seine hochschwangere und kranke Frau mit ihrer Tochter Ofélia anreisen, denn beim Mann muss die Gattin sein, um ihm einen Sohn – nur um einen solchen kann es sich beim Kind handeln – zu gebären. Die Frau ist für diesen Macho und Patriarchen nur eine Gebärmaschine, doch während sie ihn trotzdem liebt, besteht zwischen Ofélia, die Vidal nie Vater, sondern immer nur Hauptmann nennt, von der ersten Begegnung an Feindschaft.

Der drastischen Darstellung der Gräuel des Militärregimes steht Ofélias Flucht in eine märchenhafte Traum- und Gegenwelt gegenüber – nicht nur eine Flucht aus der Allmacht des tyrannischen Stiefvaters, sondern auch ein Akt des Widerstands gegen die Erwachsenen und die Obrigkeit. Mit einem Schwenk taucht die Kamera in diese in dunkle fast monochrome schwarze Unterwelt ab. Bruchlos, unglaublich rund und geschmeidig gleitet »Pan´s Labyrinth« durch fließende Kamerabewegungen und den Bewegungen aufnehmenden und weiterführenden Schnitt dahin.

Von einer Libelle, die verschiedene Gestalten annimmt, geleitet, steigt dieses Mädchen - unübersehbar die Parallen zu »Alice im Wunderland«, »The Wizard of Oz« aber auch zum mythischen Orpheus - hinab und trifft auf Pan, der sie als Prinzessin begrüßt und ihr drei Aufgaben stellt. Eine stimmungsmäßig an Jean Cocteaus »La belle et la bete« (1946) erinnernde, schaurig-schöne magische Welt voll faszinierender Bilder und Figuren hat del Toro hier geschaffen, verfällt aber nie in Eskapismus, da die Handlung in der Märchenwelt durch motivische und inhaltliche Parallelen mit der realen Geschichte eng verknüpft ist.

Auf beiden Ebenen spielt ein Schlüssel eine zentrale Rolle, eine Essensszene mit Bürgermeister, Pfarrer und Hauptmann findet ihre Entsprechung in der Märchenwelt und beide Geschichten kreisen um Befehl, Gehorsam und Widerstand. Durch diese Verschränkungen ergeben sich ganz zwangsläufig auf der Personenebene Entsprechungen. Wie Ofélia in der Märchenwelt zu handeln und Verantwortung zu übernehmen lernt, so wird auch die mit den Partisanen sympathisierende Mercedes – die geistige Schwester Ofélias – aktiv und bekennt sich zu ihrer Einstellung. - Erst in der kühnen Schlussszene verschmelzen die konträren Welten und ein Weg in die Zukunft wird gewiesen, für den aber Opfer gebracht werden müssen.

Indem del Toro Märchenwelt und Realität so konsequent verschränkt, löst sich dieser visuell überwältigende Fantasyfilm für Erwachsene auch vom konkreten historischen Kontext und wird ganz im Stile der klassischen Märchen zeitlos und allgemeingültig. – Kein Spektakel, sondern ein großer, ebenso poetischer wie brutaler Film über das Ende der Kindheit, die Übernahme von Verantwortung und die Notwendigkeit des Widerstands. (Walter Gasperi)

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Donnerstag, 30.8.07, 19.30 Uhr; Freitag, 31.8.07, 21.30 Uhr
 
GOODBYE BAFANA

Deutschland/Belgien/Frankreich/Südafrika/Italien/Großbritannien 2007, 117 Minuten, Cinemascope/ Dolby Digital , engl.OmU

Regie: Bille August. Drehbuch: Greg Latter, Bille August, nach den Memoiren von James Gregory.

Mit: Joseph Fiennes, Dennis Haysbert, Diane Kruger, Shiloh Henderson, Megan Smith, Jessica Manuel, Faith Ndukwana, Terry Pheto, Lesley Mongezi, Zingi Mtuzula, u. a.

Der Film erzählt vom südafrikanischen Rassisten James Gregory, der als Gefängniswärter auf Robben Island arbeitet und dessen Leben grundlegend durch die Begegnung mit einem schwarzen Gefangenen, den er zwanzig Jahre lang bewacht, verändert wird. Der Name des Gefangenen lautet: Nelson Mandela.
Bille August erzählt von der schicksalhaften Beziehung zwischen dem zu lebenslanger Haft verurteilten schwarzen Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela und seinem weißen Gefängniswärter James Gregory. In den Hauptrollen überzeugen Joseph Fiennes als James Gregory, Dennis Haysbert als Nelson Mandela und Diane Kruger als Gregorys Ehefrau Gloria. Basierend auf den Memoiren von James Gregory schuf Bille August mit GOODBYE BAFANA ein bewegendes Plädoyer für die menschliche Kraft zu Umkehr und Neuanfang.


http://www.goodbyebafana.com/homepage/?lang=de


 


September 2007

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