Programm
Juli 2008
1. Film
2. Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Argentinien/Italien/Frankreich/Spanien 2006, 102 Minuten, Dolby digital, spanische O.m.U.
Regie: Daniel Burman, mit Daniel Hendler, Arturo Goetz, Eloy Burman, Julieta Díaz

Ariel Perelman ist Anwalt wie sein Vater. Und weil es in Argentinien so üblich ist, sprechen die Leute bloß von Dr. Perelman, egal ob sie jetzt den alten oder den jungen meinen.
Perelman Senior liebt den Kontakt mit Menschen. Der Alte ist das reinste Chamäleon. Umstandslos übernimmt er Sprache, Haltung und Angewohnheiten seiner jeweiligen Klienten. Seit seine Frau gestorben ist, lebt er sowieso in erster Linie zwischen dem Gericht und seiner Praxis, in der seine Sekretärin Norita das Regiment führt.
Perelman Junior praktiziert nicht, er hält an der Universität Vorlesungen. Einmal hat er versucht, mit seinem Vater zusammenzuarbeiten, dabei kam er sich vor, als sei er dazu verdonnert, auf offener Bühne mit Fred Astaire zu tanzen. So entschloss er sich zu größerer Distanz zum väterlichen Kosmos und gründete eine eigene Familie.
Nach
TODAS
LAS AZAFATAS VAN AL CIELO (2002) und EL ABRAZO PARTIDO (2003, den bei der
Berlinale den Gr. Preis der Jury gewann), das letzte Werk des argentinischen
Filmemachers.
Más en castellano
Polyfilm - Verleihinfo in deutsch / englisch /
französisch
"Here's the best antidote for Borat, a
feather-light comedy about families pervaded by good taste, good manners,
and mutual understanding."
(IMDB - Kommentar)
Donnerstag,
17.7.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 18.7.08 - 21. 30 Uhr
Animationsfilm,
französische OmU.
Regie: Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi, Frankreich 2007,
95 Min.
Ein Film der ganz besonderen Art, wie man ihn noch kaum gesehen hat, ist dieser
- meist schwarzweiß gezeichnete - Animationsfilm. Mit dokumentarischer Präzision
werden Fakten aus der Geschichte erklärt, die Unterdrückung unter den Schahs und
danach unter den Mullas erläutert. Marjane Satrapi erzählt ihre persönliche Geschichte, die in
Paris, Teheran und Wien spielt.
Sie war 8 Jahre alt, als der Schah vertrieben wurde, ein Onkel, der übel
gefoltert wurde kommt frei, doch bald fangen die Verbote wieder an und wieder
werden Menschen willkürlich verhaftet, wenn sie kritische Fragen stellen. Und
dann bricht der Iranisch-Irakische Krieg aus, bei dem der Westen beiden Seiten
Waffen lieferte. Marjane flüchtet nach Wien, wo sie aber auch nicht glücklich
wird, der Liebe Freuden und Leiden setzen ihr mehr zu als der Krieg, sie kehrt
nach Teheran zurück, heiratet und nach der bald darauf folgenden Scheidung
flieht sie wieder nach Paris.
Der Film gewann den Preis der Jury in Cannes 2007.
**** ein
Filmerlebnis der besonderen Art, ein ganz lebendiger Geschichtsunterricht, eine
originelle Art eine Biografie zu erzählen !

Persepolis ist ein
französischer
Comic von
Marjane Satrapi,
einer 1969 im
Iran geborenen, heute
in
Paris lebenden
Autorin und Zeichnerin von Comicromanen und Kinderbüchern. In dem
vierteiligen Werk, das in Deutschland in zwei Bänden herausgegeben wurde,
beschreibt sie ihre Kindheit im Iran, ihre spätere Zeit im Ausland und die
Rückkehr in ihr Heimatland. 2004 wurde es auf der
Frankfurter Buchmesse
als Comic des Jahres und auf dem
Comic-Salon Erlangen
in der Kategorie „Beste deutschsprachige Comic-Publikation Import“ mit dem
Max-und-Moritz-Preis
ausgezeichnet. Weltweit ist Persepolis in 25 Sprachen übersetzt und
über eine Million Mal verkauft worden. Benannt ist das Werk nach der
altpersischen Residenzstadt
Persepolis. (Wikipedia)
Donnerstag,
31.7.08 - 19.30 Uhr und Freitag, 1.8.08 - 21. 30 Uhr

Der mit Abstand beste Film der Diagonale 2008 in Graz
war "Revanche".
Es beginnt in einem Bordell. Tamara ist die schönste und meist begehrte
Liebesdienerin und ihr Chef hat größeres mit ihr vor – eine geheime Wohnung für
Politiker und VIPs. Sie liebt heimlich Alex, ein Hausbursche. Er will ihr
finanziell helfen und sie aus dem Milieu herausholen. Er möchte eine Bank
überfallen und hat sich alles ausgedacht, nur nicht, dass Tamara mit dabei sein
will. Der Banküberfall an sich gelingt mit 50.000€, doch da das gestohlene Auto
im Halteverbot stand, fiel es einem Polizisten auf, und er will Tamaras Papiere
sehen, während sie im Auto wartet. Alex zückt die (nicht geladene) Waffe und
zwingt den Polizisten zu Boden, als er davon rauscht, schießt der Polizist nach
und trifft Tamara tödlich.
Alex versteckt sich bei seinem Großvater, der ganz in der Nähe alleine auf einem
Bauernhof lebt, er denkt nur an Rache. Er hackt ihm Holz, um sich abzureagieren.
Zu seiner großen Überraschung, verkehrt die Frau des Polizisten in dessen Hause,
geht mit ihm sonntags in die Kirche und animiert ihn zum Harmonika-Spielen. Bei
ihr wäre alles perfekt, wenn sie ein Kind bekommen könnte. So lockt sie Alex in
ihr Haus, um Sex mit ihm zu haben.

Doch auch der Polizist ist schwer belastet von der Situation, einen unschuldigen
Menschen ermordet zu haben, er wird vom Dienst suspendiert und isoliert sich
immer mehr.
Während die Spannung zunehmend fast ins
Unerträgliche
eskaliert, deeskaliert sich der Konflikt, als die beiden Männer sich begegnen
und des anderen Leid erkennen.
Alex´Vater ist krank und muss ins Spital. Nur die Frau des Polizisten,
inzwischen von Alex schwanger, kennt die volle Wahrheit, muss sie aber für sich
behalten.
Im Stile eines Haneke: keine Musik, außer sie spielt im Bild, perfekter
Stereoton und eine herausragende Geräuschkulisse, Aufnahmen an
Originalschauplätzen – fast nach „Dogma“ – Regeln, gute Recherchen vor Ort.
**** zu Recht verdiente den Film den großen
Diagonale-Preis und den Preis für die beste Bildgestaltung