Programm
Mai 2012
Eintrittspreise: 8 € -
im Cinema 2000 Dornbirn
1. Film 2.Film 3.Film 4. Film des Monats
Kriegerin
Deutschland 2011, 103 Minuten, Deutsche
Originalfassung
Regie: David Wnendt, DarstellerInnen:
Ein rechtsradikales Mädchen will ihr Leben ändern. – „Authentischen Schilderung des alkoholgetränkten, gewalttätigen Rechtsradikalen-Milieus. Ohne einfache Antworten zu geben, werden einige Ursachen für den Rechtsradikalismus und Rassismus sichtbar."

Die
20-jährige Marisa ist Teil einer rechtsradikalen Jugendclique in einer
ostdeutschen Kleinstadt im ländlichen Raum. Ihr Leben ist geprägt von Hass auf
Migranten, Juden, die Polizei und eigentlich jeden, der nicht in ihr Weltbild
passt. Körperliche Gewalt spielt eine zentrale Rolle im Alltag der Clique, der
auch ihr Freund Sandro angehört. Nachdem die Gruppe an einem Badesee die beiden
afghanischen Asylwerber Jamil und Rasul fremdenfeindlich beschimpft und
erniedrigt haben, entsteht ein Streit, in dessen Folge Marisa Jamil und Rasul
mit ihrem Auto rammt und Jamil schwer verletzt. Nicht zuletzt auch weil Rasul
danach in dem örtlichen Supermarkt, in dem Marisa zusammen mit ihrer Mutter als
Kassiererin arbeitet, auftaucht, um Essen bittet und ihr seine hilflose Lage
schildert, bekommt sie Gewissensbisse und beginnt, Rasul zunächst mit Essen und
einem Schlafplatz sowie später auch in dessen Vorhaben, zu seiner Familie nach
Schweden zu fahren, zu unterstützen. Parallel zu Marisas allmählichem Ausstieg
aus der Szene findet dagegen die 15-jährige, aus bürgerlichem Haus stammende
Svenja verstärkt Anschluss zur rechten Szene, lernt Marisa auf einer
Neonazi-Party kennen und ist ab diesem Zeitpunkt akzeptiertes Mitglied der
rechten Clique. Marisa, die ihr von Hass und Gewalt dominiertes Umfeld und ihre
patriarchal geprägte Beziehung zu ihrem Freund immer mehr in Frage stellt,
bleibt schließlich nur die Wahl eines plötzlichen und radikalen Bruchs mit ihrem
ehemaligen Leben.

Ausgezeichnet mit vielen Filmpreisen:
Mittwoch, 9.5.12, 21.30 Uhr; Donnerstag, 10.5.12, 19.30 Uhr:
La prima cosa bella (The first beautiful thing)
Italien 2010, 116 min,
ital. O.m.U.
Regie: Paolo Virzì
Darsteller: Valerio Mastandrea, Micaela Ramazzotti, Claudia Pandolfi, Stefania
Sandrelli

Paolo Virzis turbulente Familienkomödie bietet einen Rückblick auf vier Jahrzehnte Italien, ist aber vor allem ein Film über das herzzerreißende und fröhliche Mysterium des Lebens. - „Ein Wechselspiel aus Lachen und Weinen, Ironie und Melancholie, Kratzern und Zärtlichkeiten.“
"La prima cosa bella" ist eine italienische Komödie, die mit leicht melancholischem Zugang die Geschichte einer Familie erzählt, in der die Mutter zur Schönheitskönigin gekürt wird und damit Unruhe in die Familie bringt.
Im Sommer 1971 entschließt sich die bildhübsche Anna am Strand von Livorno dazu, an einem Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Sie gewinnt diesen Bewerb auch und das hat nachhaltige Folgen für sie selbst und vor allem für das Gefüge der Familie. Denn diverse Männer pfeifen ihr hinterher und das bringt ihren Gatten zur Weißglut und der 8jährige Sohn Bruno schämt sich für seine so peinliche Mutter.
Viele Jahre später hat Anna ihre Lebenskraft bewahrt und das, obwohl sie todkrank ist. Ganz anders erging es ihrem Sohn, denn Bruno brach komplett mit seiner Vergangenheit. Er hat keinen Kontakt zur Familie, keinen Kontakt zu seinen damaligen Freunden oder zur Heimatstadt. Nur mühsam kann er dazu motiviert werden, seine Mutter zu besuchen.
Dieser Besuch führt zu vielen gemeinsamen Erinnerungen und zur Aufarbeitung, was damals schief gelaufen war und warum ihr Verhältnis plötzlich so gestört war.

http://www.krone.at/Kino/La_Prima_Cosa_Bella_Wenn_Mama_eine_Sexbombe_ist-Italo-Komoedie-Story-306050
Mittwoch, 23.5.12, 21:30 Uhr; Donnerstag, 24.5.12, 19:30 Uhr
Barbara
Deutschland 2012, 105 min, deutsche OF.
Regie und Drehbuch : Christian Petzold
DarstellerInnen:

Sommer 1980. Barbara hat einen Ausreiseantrag gestellt. Sie ist Ärztin, nun wird
sie strafversetzt, aus der Hauptstadt in ein kleines Krankenhaus tief in der
Provinz, weitab von allem. Jörg, ihr Geliebter aus dem Westen, arbeitet an der
Vorbereitung ihrer Flucht, die Ostsee ist eine Möglichkeit.
Barbara wartet. Die neue Wohnung, die Nachbarn, der Sommer und das Land, all das
berührt sie nicht mehr. Sie arbeitet in der Kinderchirurgie unter Leitung ihres
neuen Chefs Andre, aufmerksam gegenüber den Patienten, distanziert zu den
Kollegen. Ihre Zukunft fängt später an.
Andre verwirrt sie. Sein Vertrauen in ihre beruflichen Fähigkeiten, seine
Fürsorge, sein Lächeln. Warum deckt er ihr Engagement für die junge Ausreißerin
Stella? Ist er auf sie angesetzt? Ist er verliebt? Barbara beginnt die Kontrolle
zu verlieren. Über sich, über ihre Pläne, über die Liebe.
Der Tag ihrer geplanten Flucht steht kurz bevor. - Hochspannend und emotional,
dicht und ganz gegenwärtig erzählt Christian Petzold von Menschen, die sich mit
größter Wachheit begegnen
http://www.barbara-der-film.de/
Christian Petzold erhielt den
Silbernen Bären für die beste Regie - Berlin 2012

Die DDR, im Sommer 1980: Die Ost-Berliner Ärztin Barbara wurde nach Stellung eines Ausreiseantrags inhaftiert und von der Charité in ein Provinzkrankenhaus nahe der Küste Mecklenburg-Vorpommerns strafversetzt. Dort arbeitet sie von nun an in der Kinderchirurgie, die unter Leitung des Arztes André Reiser steht. Reiser wird von dem Stasi-Offizier Klaus Schütz auf Barbara angesetzt. Diese verhält sich jedoch misstrauisch und äußerst distanziert zu den Kollegen, während ihr Geliebter Jörg heimlich von der BRD aus die Flucht in den Westen vorbereitet. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag, als Reiser sie nach Hause fährt, ahnt Barbara, dass ihm nicht zu trauen ist. Er erkundigt sich nicht nach ihrem Werdegang und kennt den Weg zu ihrer schäbigen Wohnung.
Barbaras berufliche Fähigkeiten beeindrucken Reiser, als sie bei der jungen Ausreißerin Stella seine Diagnose in Frage stellt und eine durch Zecken übertragene Meningitis diagnostiziert. Barbara kümmert sich aufopferungsvoll um Stella, die aus dem Jugendwerkhof Torgau geflohen ist und ein Kind erwartet. Sie wünscht sich, das Kind zu behalten und mit diesem in den Westen zu flüchten. Der sanftmütige Reiser steigt wiederum in Barbaras Ansehen, als er in einem selbsteingerichteten Labor im Krankenhaus ein Serum für die Patientin herstellt. Gleichzeitig ist er genau wie Barbara den schönen Künsten zugetan. Er weiht sie außerdem in den Grund seiner eigenen Versetzung in die Provinz ein – eine junge Assistenzärztin, die unter Reisers Aufsicht stand, hatte zwei neuartige Brutkästen aus Neuseeland falsch eingestellt, woraufhin zwei Säuglinge erblindeten. Der Vorfall wurde verschwiegen und Reiser von Eberswalde nach Mecklenburg-Vorpommern versetzt, unter der Bedingung, Berichte an Schütz zu liefern. Dieser Tätigkeit, für die er nicht geeignet sei, gehe er aber nur leidlich nach.
Während Stella wieder zurück nach Torgau gebracht wird, erhält Barbara durch Dritte das Geld für die Flucht über die Ostsee. Sie trifft sich mit Jörg heimlich in einer Waldlichtung und in einem nahegelegenen Interhotel. Er macht ihr den Vorschlag, in die DDR überzusiedeln, was Barbara aber strikt ablehnt. Gleichzeitig gibt er ihr zu verstehen, nach der erfolgreichen Flucht ihre berufliche Karriere aufzugeben, da er genug für sie beide verdiene. Für ihr langes Fortbleiben wird Barbara von Schütz bestraft, der Hausdurchsuchungen sowie Ganzkörperkontrollen an ihr vornehmen lässt. Währenddessen kümmert sich Reiser aufopferungsvoll um den Jugendlichen Mario, der sich aus Liebeskummer aus dem Fenster gestürzt hat. Obwohl Tests positiv ausfallen, fürchtet Reiser, den Jungen am offenen Gehirn operieren zu müssen. Der Verdacht bestätigt sich, als Mario heimlich von seiner Freundin im Krankenhaus Besuch erhält und diese Barbara von dessen plötzlicher Gefühlskälte berichtet.
Am Wochenende, an dem Barbara ihre Flucht über die Ostsee nach Dänemark plant, überschlagen sich die Ereignisse. Reiser hat Marios Operation mit einem auswärtigen Arzt für Samstagabend vereinbart, bei der Barbara die Anästhesie übernehmen soll. Gleichzeitig findet sie heraus, dass Reiser heimlich die krebskranke Ehefrau von Schütz mit Morphium versorgt. Als Reiser Barbara zu sich nach Hause zum Essen einlädt und ihr eine Ausgabe der Aufzeichnungen eines Jägers von Iwan Turgenjew schenkt, in der eine Geschichte über einen Kreisarzt enthalten ist, duzen sich beide erstmals und tauschen einen Kuss aus. Barbara flüchtet daraufhin in ihre Wohnung, wo sie bald darauf auf die verletzte Stella trifft, die erneut vom Werkhof geflohen ist. Barbara lässt den Operationstermin ausfallen, versorgt das geschwächte Mädchen notdürftig mit Schmerzmitteln und Coffein und fährt mit diesem zur vereinbarten Stelle an der Ostseeküste. Sie steckt Stella Geld und einen flüchtig geschriebenen Zettel zu und überlässt dieser ihren Platz auf einem von einem Jet-Ski gezogenen Schlauchboot. Entgegen Reisers und Schütz’ Erwartungen – beide hatten in der Nacht Barbaras Wohnung leer vorgefunden – kehrt sie am Morgen ins Krankenhaus zu ihrem Chef zurück, der am Krankenbett Marios weilt. (Wikipedia)
Mittwoch, 30.5.12, 21:30 Uhr;
Donnerstag, 31.5.12, 19:30 Uhr:
También la lluvia - Und dann der Regen
Mexiko/Spanien/Frankreich 2010, 103 min, span. O.m.U.
Regie: Icíar Bollaín, Buch: Paul Laverty
DarstellerInnen:
Der Film erzählt die Geschichte des
Regisseurs Sebastián, verkörpert durch
Gael García Bernal, und des Filmproduzenten Costa, gespielt von
Luis Tosar,
die in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus (span.: Cristobal Colón)
drehen wollen. Während der Dreharbeiten werden sie in die lokalen Konflikte um
die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung hineingezogen, die auf den
tatsächlichen Ereignissen des
Wasserkriegs von Cochabamba basierten. Und dann der Regen wurde bei
den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2011 in der Sektion Panorama gezeigt
und gewann den Panorama-Publikumspreis in der Kategorie Spielfilm.

Um Geld zu sparen, wird in den bolivianischen Anden gedreht. Und schon bald
findet sich das Filmteam mitten in einem der unfassbarsten Konflikte unserer
Zeit: Im Jahr 2000 tobte in Bolivien ein Krieg um Wasser: Ein internationaler
Konzern kaufte die Wasservorräte der Region Chochabamba auf und untersagte die
Nutzung eigener Brunnen. Nach Preiserhöhungen wurde sogar verboten, Regenwasser
aufzufangen. Es kam damals zu heftigen Protesten und einem Generalstreik. Nach
Zusammenstößen der Demonstranten mit der Polizei eskalierte die Gewalt. Anfang
April wurde das Kriegsrecht über die Stadt verhängt, Mitte April nahm die
Regierung die Privatisierung schließlich zurück. Insgesamt starben 7 Menschen
und Hunderte wurden verletzt.

Der Regisseur Sebastián möchte einen Film über
Christoph Kolumbus drehen, der den Mythos von der Verbreitung der
Zivilisation demontieren und stattdessen die negativen Folgen der europäischen
Eroberung - die Gier nach Gold, den Sklavenhandel und die Gewalt gegen die
Ureinwohner - aufzeigen soll. Unterstützt wird er dabei von seinem Produzenten
Costa, der auf Einhaltung des Zeitplans und des Budgets drängt. Gedreht werden
soll in
Cochabamba in
Bolivien.
Bei einem offenen Casting für die indianischen Darsteller, zu dem zu viele
Bewerber erscheinen, tut sich der Indigena Daniel als Führungsfigur hervor, die
sich dagegen wehrt, dass die übrigen Bewerber einfach weggeschickt werden.
Schließlich werden alle gecastet, und Sebastián möchte Daniel als Darsteller für
den Häuptling
Hatuey. Costa sträubt sich aber dagegen, da er den Indigena für einen
Aufrührer hält, gibt schließlich aber doch nach. Dann beginnen die Dreharbeiten.
Kolumbus wird von dem alkoholkranken und ironischen Anton verkörpert, Albert und
Juan spielen zwei Kleriker, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzten,
und gehen in diesen Rollen auf. Währenddessen spitzt sich der Konflikt um das
Wasser in Cochabamba zu, das sich im Zuge der Privatisierung der
Wasserversorgung stark verteuert hatte. Daniel wird eine Führungspersönlichkeit
des Aufstandes, was Costa als Behinderung des Filmprojekts wahrnimmt. Er
versucht, Daniel von weiteren Aktionen während der Dreharbeiten abzuhalten,
indem er ihm Geld anbietet, was diesen aber nicht umstimmt. Als Daniel verhaftet
wird, holen Costa und Sebastián ihn aus dem Gefängnis, sichern aber zu, dass er
nach den Dreharbeiten wieder verhaftet werden kann. Als über die Stadt der
Notstand verhängt wird, wollen die meisten Mitglieder des Filmteams die Stadt
verlassen, wohingegen Sebastián den Film unbedingt vollenden möchte. Als sie
gerade aufbrechen wollen, bittet Daniels Frau um Hilfe: ihre Tochter wurde im
Stadtzentrum verletzt. Sebastián gibt seine idealistische Haltung auf und
besteht auf der Abfahrt, während Costa sich für das Mädchen, das auch eine Rolle
im Film hatte, verantwortlich fühlt. Zusammen mit Daniels Frau fährt er ins
Zentrum und rettet ihre Tochter. Der Film über Kolumbus wird letztendlich nicht
fertig gestellt - Costa und Daniel treffen sich in der Halle, in der Kolumbus'
Schiff und weitere Requisiten aufbewahrt worden waren, und der Indigena
überreicht dem Produzenten ein Geschenk. In der letzten Szene des Films packt
Costa das Päckchen aus und sieht, dass es ein kleines Fläschchen Wasser enthält.
(Quelle:
Wikipedia, Kurier)