Programm
April 2007
1. Film 2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Es geht hier weiter - zumindest bis
Herbst 07 !!!
Donnerstag, 5.4. 07 -
19.30 Uhr und Karfreitag, 6.4. 07 - 21. 30 Uhr
Winterreise

Deutschland/Österreich 2006, 95 Minuten, Dolby Digital
Regie: Hans Steinbichler. Drehbuch: Martin Rauhaus.
Mit: Josef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla, Phillip Hochmaier, Anna
Schudt, Johann von Bülow, André Hennicke, Brigitte Hobmeier, Aloysius Itoka,
Stephan Bissmeier, Stefan Merki, Klaus Manchen, u. a.
Deutschland/Österreich 2006, 95 Minuten, Farbe, 35 mm/1 : 1,85/Dolby Digital
Dieser Mann ist eine Urgewalt, ein tösendes Ungetüm, ein Mann aus einer
anderen Zeit: Franz Brenninger (Josef Bierbichler) ist Kaufmann und wieder
einmal pleite. Nun flippt er aus und verflucht mit harschen Wortkaskaden die
ganze Welt: Autofahrer, die permanent die linke Spur belagern, die Bank, die ihm
nicht mehr mit einem Kredit unter die Arme greifen will, überhaupt die ganze
verfluchte Welt, in der einer wie er nichts mehr verloren hat, weil er längst
alles verloren hat. Vom medizinischen Standpunkt betrachtet, ist dieser
vierschrötige Grantler, seines Zeichens Eisenwarenhändler aus Wasserburg am Inn,
ein klinischer Fall, irgendwo in den weiten Feldern der psychischen Erkrankungen
zwischen manisch-depressiv und paranoid anzusiedeln. Und doch ist er ein ganz
normaler Mann, einer, wie man ihm vielleicht ein Dutzend Mal am Tag auf der
Straße begegnet und sich wundert über seine Wut und seinen uneingestandenen
Selbsthass.
Dem Brenninger Franz sind die Kunden längst weggelaufen, nur seine Frau Mucki
(Hanna Schygulla) ist noch bei ihm geblieben und hat sich vor dem Wüterich in
ein Nest aus Krankheiten zurückgezogen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, als
sich Brenninger in einem Anfall von Wagemut auf dubiose Geschäfte mit einem
kenianischen Geschäftsmann einlässt und sein letztes Geld verliert. Wild
entschlossen reist Brenninger mit der Übersetzerin Leyla (Sibel Kekilli) nach
Kenia, um den Gauner zu schnappen, der ihn betrog, und so sein Leben doch noch
zum Guten zu wenden.
Donnerstag, 19.4. 07 - 19.30 Uhr und
Freitag, 20.4. 07 - 21. 30 Uhr
The Wind that Shakes the Barley

Irand / Großbritannien / Deutschland /
Italien / Spanien 2006; 124 Minuten, OmU
Regie: Ken Loach; Drehbuch: Paul Laverty
mit: Cillian Murphy, Pádraic Delaney, Liam Cunningham, Orla Fitzgerald,
Mary Riordan u.a.
THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY erzählt die Geschichte des jungen Damien, der
seine Arztkarriere aufgibt, um für die irische
Unabhängigkeit zu kämpfen. Er schließt sich den Verbündeten seines Bruders Teddy
an, die nach dem irischen Oster-Aufstand 1916 und der international nicht
anerkannten irischen Unabhängigkeit gegen die übermächtige britische Krone ins
Feld ziehen. Bewaffnet und doch wehrlos, zahlreich und doch zu wenige,
leidenschaftlich und doch verwundbar, bündeln sie ihre Kräfte und treiben ihre
einzige Chance, den Guerilla-Krieg gegen die Weltmacht, bis ins Inferno.
Doch die Waffen, die gestern noch ihr Ziel trafen, sind am nächsten Tag schon
verbraucht. Der zweifelhafte Friedensvertrag mit den Briten zerbricht nicht nur
die Widerstandsbewegung, sondern sprengt auch die Brüder Damien und Teddy
auseinander. Viel zu spät verstehen sie, dass der Gegner längst erkannt hat, wie
er sich die individuellen Interessen der Aufständischen zu Nutze machen kann.
Die radikale Konfrontation hat sich in innere und äußere Zerrissenheit aufgelöst
– Damien und Teddy stehen sich im nun folgenden Bürgerkrieg als Todfeinde
gegenüber und nur die Liebe zu Sinead (Orla Fitzgerald) scheint für Damien
nichts an Reinheit eingebüßt zu haben...

Ken Loach mit mit diesem Film einen bildgewaltigen Film voll emotionaler
Intensität geschaffen. Zwischen poetischer Verklärung und realistischer Härte
zeigt er die menschlichen Dramen, die aus Widerstand und Umsturz entstehen
können, in einer Zeit, in der Revolte und Unabhängigkeit nur scheinbar unmöglich
sind.
"Voller Heiterkeit und Leidenschaft und einer der bewegendsten Filme von Ken
Loach." (FAZ)
Goldene Palme (Bester Film) Filmfestival
Cannes 2006