Programm
Februar 2012
Eintrittspreise: 8 € -
im Cinema 2000 Dornbirn
Gordos – Die Gewichtigen
Spanien 2010, 110 min, spanische O.m.U.
Regie: Daniel Sánchez Arévalo

Acht Dicke treffen sich, um ihre Essstörungen in den Griff zu bekommen. Doch als der Therapeut sie dazu auffordert, sämtliche Hüllen fallen zu lassen, nimmt die Hälfte Reißaus. Bei den verbliebenen vier stellt sich heraus, dass sie mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben: Die eine leidet unter ihrem Bräutigam, der Schlankheitswahn als Todsünde geißelt, die andere erkennt, dass sie mit einem Bisexuellen verheiratet ist, und der Therapeut entwickelt ausgerechnet bei seiner schwangeren Frau eine Dickenphobie.
Nach seinem Goya-gekrönten Familiendrama "dunkelblaufastschwarz" vollführt der
Spanier Daniel Sánchez Arévalo mit seinem Porträt über Dicke einen
Seelenstriptease der besonderen Art.
Wer das spanische Filmkunstkino liebt, der kennt auch Daniel Sánchez Arévalo.
Mit seinen Debütfilm "dunkelblaufastschwarz", der auch in Deutschland fast
100.000 Besucher fand, gewann er vor drei Jahren den Goya als bester
Nachwuchsregisseur. Jetzt legt er nach und präsentiert im wahrsten Sinne des
Wortes ein Schwergewicht, dreht sich doch in "Gordos" alles um des Menschen
größtes Problem - überflüssige Pfunde, schlabberige Schmerbäuche, grässliche
Orangenhaut. Die Liste der Fettpolsterzonen ließe sich unendlich fortführen.
Auch wenn Arévalo viel nackte Haut zeigt - was er im Übrigen auf äußerst
ästhetische Art und Weise tut - findet er das Seelenleben seiner Protagonisten
viel interessanter. Zwischen den Sitzungen des Stuhlkreises knöpft er sich eine
Figur nach der anderen vor und geht bei jedem einzelnen der Frage nach, wie das
Dicksein das eigene Leben und das der Mitmenschen beeinflusst, wobei er zum Teil
auf erstaunliche Ergebnisse kommt. Zwar sind die vier Parallelhandlungen jeweils
etwas zu ausschweifend geraten, was sich auch in der Spielzeit von fast zwei
Stunden niederschlägt, dennoch kann man sich der Faszination der Dicken nicht
entziehen. Zu menschlich, zu nachvollziehbar sind ihre Aktionen und Reaktionen.
Außerdem hält der Regisseur den Betrachter mit erotischen wie komischen
Ausflügen bei der Stange und lässt auch in den tragischen Momenten nichts
unversucht, Übergewicht als Metapher für Probleme aller Art zu verwenden.
Letztendlich ist "Gordos" ein sehr mutiger Film, der sich traut, etwas ungeniert
zu zeigen, was man eigentlich am liebsten kaschiert und verbirgt. lasso.

GORDOS ist Pizza, Eiscreme, Schokolade, Süßigkeiten, Kalorien – viele viele
Kalorien. Es ist auch Schuld, Verlangen, Furcht, Hoffnung, Träume, Sex, Familie,
Liebe … Es bedeutet glücklich zu sein, optimistisch, schrecklich, großartig,
sauer, zärtlich, barsch, hell, tief. Es ist eine Komödie, ein Drama, eine
Sammlung von Gegensätzen.
Es ist das Leben!
http://www.gordos-diegewichtigen.de/
Hinweis für Super-8-Filmfans:
Unser Obmann, Dr.
Norbert Fink, tritt bei diesem Dokumentarfilm von Anneliese Penzendorfer u.a.
als Protagonist und Interviewter auf.
Eigentlich liebt er den anspruchsvollen Kinofilm und hat mit den amateurhaften
Versuchen auf Super-8 wenig am Hut, außerdem fotografierte er lieber.
Dennoch: der FKC kaufte mal eine Eumig-Super-8 Kamera und einige Mitglieder
nutzten sie für kleine cineastische Experimente. Fink filmte so die Eröffnung
des (alten) Spielbodens, das "1000-Wecker-Konzert" zur Aktion "Wecken und
Animieren" und machte aus dem fahrenden Auto eine Stadtdurchfahrt über die
Marktstraße, den Marktplatz in die Riedgasse, als es die heutige Stadtstraße
noch nicht gab. Einige Szenen wurden mit der heutigen Situation verglichen. Er
wird natürlich ebenfalls anwesend sein und kennt das endgültige Filmprodukt noch
nicht.
http://spielboden.at/veranstaltungen/2012/02_februar/replay-amateurfilmer-erzahlen
Mittwoch, 15.2.12, 21:30 Uhr; Donnerstag, 16.2.12, 19:30 Uhr
Incendies – Die Frau, die singt
Kanada 2009, 133 min, franz. O.m.U.

Der letzte Wille der Mutter von Jeanne und Simon ist
eigenartig: Sie sollen ihrem Vater und ihrem Bruder einen Brief übergeben. Nur:
ihr Vater, das glaubten beide, sei längst tot und von einem Bruder haben sie
nichts gewusst.
Jeanne erkennt, dass das die Chance ist, das Schweigen der Mutter zu verstehen.
Sie bricht von Kanada in den Nahen Osten auf, um ihren Vater zu suchen und mehr
über ihre Familie zu erfahren. Und sie findet die Spuren einer Frau, die so gar
nicht ihrer Mutter ähnelt.
Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve erzählt von einer aufwühlenden Reise
in die Vergangenheit und von der Suche nach der eigenen Identität.
Unerklärlicher Hass und unzerbrechliche Liebe liegen in DIE FRAU DIE SINGT -
INCENDIES nahe beieinander. Mit der erzählerischen Sprengkraft einer klassischen
Tragödie erzählt Villeneuve vom Mut einer außergewöhnlichen Frau und von einer
dramatischen Familiengeschichte.
„INCENDIES ist eine zeitlose Parabel über Glauben, Liebe und Vergebung.“ Neue
Zürcher Zeitung
„Die Theatervorlage ist eine große Komposition, aber all das Metaphorische, das
Theatralische, setzt der Film der Wirklichkeit aus, den Landschaften, der Wüste,
dem von schwarzem Rauch verdunkelten Himmel, und wandelt es in dichte
Kinomomente.“ Süddeutsche Zeitung.

http://arsenalfilm.de/die-frau-die-singt/
März 2012 (durch einen kleinen Programmierfehler ist
der nächste Film leider erst in 3 Wochen!)
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