Programm
Februar 2007
1. Film
2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Es geht hier weiter - zumindest bis
Herbst 07 !!!
Donnerstag, 8.2. 2007 -
19.30 Uhr und
Freitag, 9.2. 2007 - 21. 30 Uhr
Slumming
Regie:
Michael Glawogger
A /CH 2006 / 96 Min. / Dolby SRD-EX
Darsteller:
August Diehl,
Michael Ostrowski
Sebastian ist ein Slacker, ein reicher Tunichtgut, der vor
nichts und niemandem Respekt hat. Sein gutes Aussehen macht es ihm besonders bei
Frauen leicht, die er dafür extra übel behandelt. Sebastian hat Spaß daran,
Menschen zu manipulieren, mit ihnen zu spielen und in ihr Leben zu pfuschen.
Immer auf der Suche nach einem Spiel mit einem schwachen Charakter, lungert
Sebastian gern in den heruntergekommenen Bars und Kaffeehäusern Wiens herum.
Auch surft er begeistert im Internet, um junge Frauen kennen zu lernen, die er
dann mit hochtrabenden, zum Teil wahren, meist aber erlogenen Geschichten
vollquatscht. Die Grundschullehrerin Pia ist seine jüngste Eroberung, oder ist
es vielleicht doch eher dieses Mauerblümchen, das immer zu viel redet, wenn es
nervös wird?
Als Pia jedoch die letzte Grausamkeit mitbekommt, die Sebastian und sein
Handlanger Alex begangen haben, gerät ihre sich allmählich festigende Beziehung
in ernste Gefahr. Einem wehrlos auf der Straße liegenden Betrunkenen haben
Sebastian und Alex die Papiere abgenommen und ihn nach Tschechien gefahren. Ihr
Opfer heißt Kallmann und ist ein verwahrloster Dichter, der zu viel trinkt. Pia
beschließt, dem gefallenen Literaten zu helfen, der bei eisiger Kälte in der
tschechischen Wildnis umherirrt und sich nicht mehr zu helfen weiß.
(Text: Berlinale Programm 2006)

SLUMMING wurde bei der DIAGONALE 2006 mit dem Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2006
für das beste verfilmte Drehbuch einer/eines österreichischen
Autorin/Autors für einen abendfüllenden Kinospielfilm ausgezeichnet
Winter in Wien. Kallmann ist
Quartalsäufer ... Er zieht durch die Stadt, belehrt dabei lautstark seine
Umgebung und versucht, den Passanten seine Gedichte zu verkaufen.
Sebastian und Alex verbringen ihre Abende damit, durch Lokale zu ziehen -
ausländische Clubs, Likörstuben und Cafés der untersten Kategorie.
Sie nennen das 'Slumming'. Dabei schauen sie den Menschen beim Leben zu,
kommentieren es, und manchmal greifen sie auch ein, treiben ein kleines,
gehässiges Spiel mit ihnen.
Pia ist Volksschullehrerin. Die Kinder haben sie gerne. Am Wochenende arbeitet
sie als Garderobiere in einer Diskothek. Pia konsumiert gerne, hat aber dabei
oft das Gefühl, ausgenommen zu werden.
Pia begegnet Sebastian, Sebastian und Alex begegnen Kallmann, und Pia will
Kallmann retten, doch sie begegnet ihm nie. (Verleihtext)
Donnerstag, 22. 2. 2007 - 19.30 Uhr und
Freitag, 23.2. 2007 - 21. 30 Uhr
Goyas Geister - Las Fantasmas de Goya -
Goya´s Ghosts

Milos Forman, Spanien / D / USA 2006 -
(Achtung! Leider ist die englische OmU Kopie kaputt - wir müssen den Film in der
Deutschen Fassung zeigen)
Mit Natalie Portman, Javier Bardem, Stellan Skarsgård, Michael Lonsdale u.a.
Keine geringeren als die Altmeister
Milos Forman und Jean Paul Carrriere (der schon für Bunuel Drehbücher schrieb)
machten diese spanisch-amerik. Produktion, die leider wieder in englisch gedreht
wurde.
Es geht um die Menschenrechte. Obwohl die Inquisition und damit die Folter eigentlich schon längst abgeschafft sind, lässt die Kirche in diesen besonders schweren Zeiten weiter foltern. Aus jedem banalem Grund, etwa weil man ein angebotenes Schweinefleisch nicht gegessen hat.
Spanien 1792. Das Inquisitionstribunal begutachtet die bösen Karikaturen des Francisco- Goya. Soll er deshalb peinlich verhört werden? Immerhin ist er der Hofmaler des Königs. Inés, eine seiner Modelle, die sogar ein Vorbild für einen Engel waren, wird verhaftet und gefoltert, ihr Vater, ein reicher Kaufmann, versucht alles, um sie dem Inquisitionstribunal zu entreißen. Der relativ liberale Pater Lorenzo könnte vielleicht helfen. Er schwängert sie bei einer Beichte im Kerker. Als der Kaufmann ihn zum Essen einlädt, diskutiert er mit ihm die Aussagekraft unter Folter erpresster Geständnisse. Wer die Wahrheit sage, dem gebe Gott die Kraft die Schmerzen zu ertragen. Nun macht er mit dem Pater die Probe aufs Exempel und lässt ihn - ebenfalls unter Folter- unterschreiben, dass er eine Kreuzung zwischen einem Schimpansen und einem Oran-Utan sei, um zu beweisen, dass man unter Schmerzen jeden noch so absurden Unsinn gestehe. Das Dokument werde vernichtet, wenn seine Tochter frei sei. Doch Pater Lorenzo verschwindet und taucht als Vertreter der frz. Revolution und Napoleons 15 Jahre später wieder auf.
Nun macht Lorenzo dem einstigen
Inquisitor den Prozess. Inés, inzwischen völlig verfallen wird von den
Revolutionstruppen befreit und willl wissen, was aus ihrer Tochter mit Lorenzo
geworden ist. Goya, inzwischen ertaubt, hilft ihr die Tochter Alicia, eine
begehrte Prostituierte, zu finden. Doch diese soll nach Amerika deportiert
werden . Inès wird in ein Narrenhaus gesteckt. Wieder kauft Goya sie frei.
Nachdem die Ideen der frz. Revolution auch nicht die erhoffte Erlösung vom Übel
brachten, gewinnen die katholischen Mächte wieder an Boden und spielen sich
wieder als Richter auf. Julio Bardem als Lorenzo spielt den anpassungsfähigen
Liberalen und wird dafür von dem Christenmensch, dem er das Leben schenkte,
stranguliert.
Die Parallelen zur Gegenwart sind evident: obwohl die Folter weltweit geächtet ist, lässt Bush die CIA weiter harte (=peinliche) Verhöre führen und ignoriert die Menschenrechte .
In opulenten Bildern,
allerdings linear erzählt, wird ziemlich gefällig die Spriale der
Gewalt gezeigt, egal ob im Namen Christi oder der soeben ausgerufenen Ideen der
Französischen Revolution (egalité, fraternité, liberté): es wird weiter
gemordet, vergewaltigt und gefoltert. Nur nennt man es mitunter anders...
Zu kritisieren gibt es höchstens, dass der Film nicht unbedingt ein Portrait
Goyas ist, sondern seiner Zeit. Der Titel ist deshalb vielleicht etwas
irreführend, Goya ist eine Figur, um die sich die anderen Charaktere spinnen.
Freunde seiner Bilder wird empfohlen, beim Abspann sitzen zu bleiben, da sieht
man mehr Goya-Bilder als zuvor.
gesehen und empfohlen von Norbert
Kritik von
Walter Gasperi