Programm
Jänner 2008
1. Film
2.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Donnerstag, 10. Jänner 08, 19:30 Uhr und Freitag, 11. Jänner 08, 21:30 Uhr
China 2006, Regie: Zhang Ke Jia Drehbuch: Zhang Ke Jia, Na Guan Darsteller: Tao Zhao,
Sanming Han, Hong Wei Wang, Zhubin Li;
108 Minuten , chines. OF mit dt.Ut.

Der Yangzi und der Drei-Schluchten-Damm
Der Yangzi ist mit fast 6.300 Kilometern Länge, nach
dem Nil und dem Amazonas, der drittlängste Fluss der Welt und der längste in
Asien. Die Quelle an einem Gletscher in den Dangla Bergen liegt über 5.000
Meter hoch im zentralen Himalaya Gebirge, wo der Fluss von den dort ansässigen
Tibetern Drichu genannt wird. Zunächst strömt der Yangzi nach Osten, und dann
eine lange Strecke mit starkem Gefälle vorbei an schneebedeckten Gipfeln in
südliche Richtung, parallel zum Mekong. Bei Shigu in der Provinz Yunnan biegt
er ab in die entgegengesetzte Richtung, fließt dann nach Osten durchs Rote
Becken mit der Industriemetropole Chongqing und strömt weiter in östliche
Richtung durch das Yangzi Stromgebiet bis zur Küste bei Shanghai, wo er ins
Ostchinesische Meer mündet. Die Zeiten des Yangzi als unberechenbarer
Schicksalsfluss, der Leben schenkte und nahm, sind weitgehend überwunden.
Heute dominiert menschliche Technik den Strom.
Die Vorgeschichte des Drei-Schluchten-Damms geht zurück bis in die 1920er
Jahre, als chinesische Nationalisten unter Leitung von Sun Yat-sen über den
Staudammbau diskutierten. Mitte der 40er Jahre beauftragen die Chinesen
amerikanische Wasserbauingenieure des US Bureau of Reclamation mit
Dammplanungen für das regelmäßig von Überschwemmungskatastrophen heimgesuchte
Flussgebiet. Wegen des Bürgerkrieges in China wurden die Pläne aber nicht
realisiert. 1953 kam die Staudammplanung wieder in Gang, als Mao Tse-tung
befahl, geeignete Standorte für den Dammbau ausfindig zu machen. Das
verheerende Hochwasser 1954, bei dem mindestens 33.000 Menschen ums Leben
kamen, führte im folgenden Jahr zu einer detaillierten Planung mit
Unterstützung sowjetischer Fachleute, die 1960 zurückberufen wurden, weil es
zu einer Verstimmung zwischen Mao und Chruschtschow gekommen war. 1963 kam es
zum Abbruch der staatlichen Beziehungen zwischen den beiden Großmächten. 1966
bis 1969 führte die Kulturrevolution zum kompletten Abbruch der
Staudammplanung in China. Auch nach Maos Tod kam der Bau des
Drei-Schluchten-Damms wegen technischer und finanzieller Probleme sowie
regionaler Interessenkonflikte zunächst nicht zustande. Erst Chinas
Premierminister Li Peng konnte 1992 die Errichtung des weltweit größten
Staudamms durchsetzen - mit einer zwei Drittel Mehrheit im Nationalen
Volkskongress, der üblicherweise einstimmig votiert. Wie umstritten das
Projekt war und ist, zeigt auch, dass Präsident Jiang Zemin nicht mit Li bei
der offiziellen Zeremonie zum Start des Bauvorhabens auftrat.
Das weltweit größte Wasserkraftwerk erzeugt mit 26 Turbinen- und Generatorenanlagen und einer Leistung von 18.200 Megawatt soviel Strom wie 15 herkömmliche Kernkraftwerke. Der Stausee ist 600 Kilometer lang und reicht natürlich auch in die angrenzenden Nebenflüsse hinein. Damit soll die Schiffbarkeit erheblich verbessert und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region gefördert werden. Außerdem erwartet man, dass die Kontinuität des Wasserabflusses auch zu einer Verbesserung der Schiffbarkeit unterhalb des Stausees führt; die Landwirtschaft würde vom geregelten Wasserzufluss für die Bewässerung profitieren.
Die jetzige Stauhöhe der Wassermassen am Damm beträgt
156,5 Meter. Für die Jahre 2008/2009 ist die Anhebung auf 175 Meter geplant.
Danach soll der Höchststand in jedem Jahr vom Herbst bis zum Frühling auf 145
Meter abgesenkt werden. Der Damm ist 185 Meter hoch und 2,3 Kilometer breit.
Über eine noch zu errichtende Schleuse erreichen Schiffe das jeweils andere
Flussniveau.
Die Überflutungskontrolle und eine vergleichbare Stromerzeugungskapazität hätte sich preiswerter mit mehreren kleineren Staudämmen erreichen lassen, ohne die Gefahr eines möglichen Superdammbruchs. Abgesehen von den gewaltigen Baukosten für den Drei-Schluchten-Damm sind auch die notwendigen demografischen Anstrengungen und die Umweltschäden enorm. Rund 500 Städte, Dörfer und Siedlungen verschwinden in den aufgestauten Fluten. 1,2 bis 1,9 Millionen Menschen, die Schätzungen schwanken, verlieren ihr Zuhause und müssen umgesiedelt werden. Malerische Naturlandschaften gehen unter, zusammen mit zahllosen architektonischen Sehenswürdigkeiten und archäologischen Ausgrabungsstätten.
Mehr Industrie oberhalb des Damms, so wird
befürchtet, führt zur Verschlechterung der Wasserqualität. In den aufgestauten
Nebenflüssen ist das schon jetzt der Fall. Dadurch und in Verbindung mit dem
größeren Schiffsverkehrsaufkommen wird die Flussfauna weiter dezimiert, auch
unterhalb des Damms. Der Yangzi-Flussdelfin (Lipotes vexillifer) wurde im
Dezember 2006 offiziell für ausgestorben erklärt, der Tümmler wird wohl bald
ebenso verschwunden sein. Heute gibt es schätzungsweise nur noch 1400 dieser
selten gewordenen Tiere, halb so viele wie noch vor zehn Jahren. Ebenfalls vom
Aussterben bedroht sind der Chinesische Alligator, der Chinesische Paddelfisch
und andere Wasserbewohner.
Quelle: Stadtkino
Donnerstag, 24. Jänner 08, 19:30 Uhr und Freitag, 25. Jänner 08, 21:30 Uhr
Deutschland 2007, Regie und Buch: Fatih Akin, 122 Min,
deutsch-türkisch-englische OmU.

Das in erster Linie in Bremen und Istanbul spielende Drama erzählt die Geschichten von sechs Menschen. Nejat ist ein türkischstämmiger, introvertierter Germanistikprofessor, dessen Vater Ali eine Beziehung mit Yeter beginnt, einer türkischen Prostituierten. Als diese später bei einem Streit mit Ali von diesem geschlagen wird und dabei zu Tode kommt, beschließt Nejat, Yeters verschollene Tochter Ayten zu suchen. In Istanbul kommt Nejat unversehens in den Besitz eines deutschen Buchladens, gleichzeitig versucht er anhand eines Fotos von Yeter, Ayten ausfindig zu machen. Mit seinem Vater hat er gebrochen, dieser verbüßt in Bremen eine Haftstrafe wegen Totschlags und wird später aus Deutschland ausgewiesen.
Im zweiten Erzählstrang erfährt man, dass Ayten eine Politaktivistin ist und in der Hoffnung auf politisches Asyl aus Istanbul nach Deutschland flieht. Sie verliebt sich in die gleichaltrige Lotte, die gegen den Willen ihrer Mutter Susanne beschließt, die illegal in Deutschland lebende Türkin zu beschützen. Nachdem diese entdeckt und in die Türkei abgeschoben wird, reist Lotte ihr nach, kann der inzwischen Inhaftierten jedoch nicht helfen. Bei dem Versuch, anstelle ihrer Freundin eine Waffe durch die Stadt zu schmuggeln, kommt sie ums Leben.
Später reist Susanne nach
Istanbul, in der Hoffnung, ihrer Tochter näher zu sein, wenn sie den gleichen
Weg geht. Zeitgleich passieren sie und Ali den Zoll. Lotte hat kurz vor ihrem
Tod Nejats Buchladen besucht, was dazu geführt hat, dass er ihr ein Zimmer zur
Untermiete anbietet. So kommt es im weiteren Verlauf zu einer Begegnung zwischen
ihm und ihrer Mutter, die sich inzwischen um die inhaftierte Ayten kümmert. Kurz
bevor das zu ahnende Zusammentreffen der Protagonisten beider Erzählstränge
stattfindet, endet der Film mit einem am Strand auf seinen Vater wartenden Nejat.
Ausgehend von dem Problem einer Mutter/Tochter- bzw. Vater/Sohn-Beziehung zeigt Auf der anderen Seite, dass die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die es erlaubt, dass Menschen einander neu begegnen. Abschied und Tod, aber auch Heimkehr und Vergebung bilden das Themenspektrum des Filmes. (Wikipedia)
