Projekt Feldkirch
Im Frühjahr 1999 führte der Kulturkreis Feldkirch im Oscar
Kino, nachdem dieses den kommerziellen Betrieb einstellte, einen subventionierten
Programmkino-Probebetrieb durch.
Dieser verlief immerhin so gut, dass Planungen für einen Umbau
in das erste Vorarlberger Programmkino aufgenommen wurden. Da aber zwischen
den Besitzern des "Oscar", der Familie Thurnher, und der Stadt Feldkirch
bis jetzt keine Einigung über die Finanzierung erzielt werden konnte,
werden auch noch andere Objekte geprüft, in denen das Programmkino
in Feldkirch betrieben werden könnte:
Das Graßmayr-Haus zwischen dem Theater am Saumarkt und
dem E-Werk der Stadtwerke oder ein noch zu mietendes Objekt im nahegelegenen
"Ganahl" Areal.
Anfang Dezember 99 sprach sich die Stadtvertretung der Stadt Feldkirch
für die Errichtung eines Programmkinos aus, die Kosten für den
laufenden Betrieb wurden in das Budget für das Jahr 2000 aufgenommen.
Nicht abgeklärt sind jedoch bis jetzt der Standort und die Kosten
für die Errichtung bzw Adaptierung.
Es gibt jedoch in Götzis ein altes stillgelegtes Kino, welches
sich in der unmittelbaren Nähe eines Kultur- und Freizeitereals (AMBACH)
befindet. Es soll diese Variante geprüft werden. Die Idee, ein Programmkino
zu errichten ist also nicht tot, auch die Vbg. Filmkommission steht voll
dahinter.
Meine Meinung: Im
Prinzip begrüßen wir alle, wenn Feldkirch wieder ein Kino bekommt.Allerdings
sollten 5 von rund 32 Vorstellungen nicht dazu missbraucht werden,
Subventionen für ein Programmkino zu kassieren und damit ein echtes
PK für immer zu verunmöglichen. Das neue Oscar Kino sollte, wie
die anderen Kinos auch gefördert werden und der Kulturkreis als Filmclub
natürlich auch - gleich wie FKC und Filmforum über Ausfallhaftung.
Es sollte aber keine "Kulturförderung" für den Kommerzkinobetrieb
geben.
.
Götzis will das alte Kino ebenfalls reaktivieren; hier
wäre der Saal, dessen Renovierung mehrere Mio S kosten würde,
nur an einigen wenigen Tagen, nicht aber am Wochenende bespielbar; Ursache
ist die Tatsache, dass die alteingesessenen Götzner Vereine den neuen
Vereinssaal nicht annehmen und viel lieber im alten Kino bleiben. Wohl
aber möchten sie am Donnerstag, also zum gleichen Zeitpunkt wie das
FF Bregenz und der FKC Dornbirn auch einen künstlerischen Film zeigen.
Ein bislang in Cineastenkreisen kaum bekannter Verein würde die Programmierung
übernehmen. Auch dieser Vorschlag ist weit davon entfernt, die Kriterien
eines echten Programmkinos zu erfüllen.
Bedauerlicherweise sind die Einhorn-Film (Michael Wieser), welche die Weltlichspiele Dornbirn betreiben, derzeit nicht bereit darüber zu verhandeln, aus diesem Standort ein echtes Programmkino zu machen. "Das Publikum will weder Untertitel lesen noch langweilige japanische Filme sehen", meinte Wieser wörtlich.
Auch das Metrokino Bregenz möchte ev. erweitern und dann
einen Saal als Programmkino führen. Das Bregenzer Filmforum, welches
angeblich ein solches Konzept ausarbeitete, warnte aber in einem
Mail an die Kulturjournalisten und die Cineastenszene vor vorschnellen
Entscheidungen.
Das FF will eine genaue Studie:
"Die geforderte Studie soll die aktuelle Situation im Lande erheben,
verschiedene Standorte untersuchen, Besucherzahlen analysieren, die
wirtschaftliche Rentabilität berechnen, Vergleiche mit anderen
Kinos und Regionen durchführen, ein Stärken-Schwächen-Profil
erarbeiten,
Entwicklungspotenziale eruieren, den möglichen Nutzen beschreiben,
Auswirkungen auf den Tourismus untersuchen usw."
FKC-Obmann Dr. Fink legte fast zeitgleich dazu seine Gedanken vor, was denn eigentlich ein optimales Programmkino sei. Geglückte Beispiele für Programmkinos sind das Leo-Kino mit Cinematograph Innsbruck und "Das Kino" in Salzburg. Beide werden professionell - nicht ehrenamtlich - betrieben, erfreuen sich regen Besucherzustromes und machen mutiges Programm (v.a. Innsbruck). Hier der Link zu diesem Artikel.
10.6.2001
Was meinte die Filmkommission ?
- meine Thesen zum Programmkino wurden gut geheißen, lassen sich
aber vorerst nicht verwirklichen, aber sind eine akzeptierte Definition,
was ein Programmkino ist
- das Rundschreiben des Filmforum wurde als Verzögerungstaktik
der Bregenzer bewertet; das Filmforum möchte nämlich auch andere
Optionen neben dem Metrokino, immerhin ist dessen längere Zukunft
unklar. Schließlich wurde in Feldkirch eine Bedarfanalyse und sogar
ein Testbetrieb hergestellt.
Nun schaut es so, dass es der politische Wille des Landes ist, die Wiedereröffnung des Oscar-Kinos in Feldkirch zu fördern. Dies soll jedoch kein endgültiges "Aus" für die Idee eines Programmkino oder gar eine Reduktion der Förderungen für die Filmclubs bedeuten. Auch können Förderungszusagen immer nur für ein Jahr gegeben werden, nicht für 10 Jahre....
Jedenfalls empfahl die Filmkommission mit einer Stimmenthaltung das
Konzept der Stadt Feldkirch (Einhorn-Film Michael Wieser als Betreiber,
Otmar Rüzler Geschäftsführer !)
unter diesen Präambeln eine Förderung - allerdings nur für
ein Jahr. Da dies billiger komme als ein Programmkino, wäre sogar
ev. noch eine Erhöhung der Beiträge an die Filmclubs möglich.
Hingegen ist auch ein hauptamtlicher Filmkoordinator, wie ihn manche
zur Netzwerkbildung für die Filmclubs forderte, nicht finanzierbar.
Damit dürfen Cineasten weiterhin zu den Hauptterminen am Wochenende
nur fernsehen,
denn die Filmclubs dürfen nur an Werktagen oder im Nachtprogramm
programmieren ...
Dabei hätten sicher auch manche ihrer Filme am Wochenende einen
größeren Zulauf ...
Kein echtes Programmkino in kürze!
Nun, ab 14.9.01 ist es soweit, das Oscar-Kino, betrieben
von der "Weltlichtspiele GMBH" eröffnet wieder das Kino und bietet
durch die Filmgruppe des Theater am Saumarkt wieder eine starke Filmclub-Schiene
ein, wofür es kräftigst subventioniert wird. Leider sind die
meisten Cineastentermine in die Nacht verdrängt ....
doch schaut selber - hier der Link www.oscar-kino.at
2003:
Siegfried Gruber erstellt ein Marketing
Konzept für ein Programmkino in Vorarlberg, welches auf der FKC Homepage
veröffentlicht wird und auch in der "Kultur" diskutiert wird.
August:
Die Weltlichtspiele haben den Betreiber gewechselt - Besitzer Klaus Spiegel
lässt durch Harald Luss
viele Filme auf "Programmkinoniveau" programmieren. Allerdings laufen sie in der
synchronisierten Fassung und ohne
tiefer gehende Information.
Sollten die Weltlichtspiele umgebaut werden, soll der FKC ins Cinema 2000
wechseln und dieses ein Programmkino werden ...
2004 - ändert sich nicht an diesem Zustand
2005 - ebenfalls nicht
2006 - könnten sich Veränderungen in der Vbg. Kinolandschaft ergeben - der
Neubau eines Unterhaltungszentrums mit 4 Kinosälen, Bowling und Disco wird in
Betrieb gehen und ein Kinobetreiber wird in Pension gehen. Die Weltlichtspiele
werden sich entscheiden müssen - Neubau oder (was?).
Vielleicht ist wieder die Zeit reif für eine neue
Programmkino-Debatte!