On the milky road

On the milky road
NA MLIJEČNOM PUTU

Emir Kuisturica, Serbien/Mexiko/USA/Großbritannien 2016; 125 Min,
Cinemascope . Gesehen im OmU.

Frühling im Bosnien-Krieg: Ein Milchmann überquert jeden Tag auf einem Esel die Frontlinie zwischen den Konfliktparteien, um seine Ware an die Frau zu bringen. Doch dann taucht eine rätselhafte Italienerin auf und stellt sein Leben auf den Kopf – eine stürmische, verbotene Liebschaft beginnt, die beide in abenteuerliche Ver­wick­lungen stürzt. Das Schicksal hat sie zusammengebracht, und nichts und niemand kann sie stoppen. (Leokino).
Der Titel des Films bezieht sich also auf den Weg des Milchmannes.

Man darf von dem Film keine historisch exakte Aufarbeitung von Kriegsereignissen aus dem Bosnien-Krieg erwarten, vielmehr ist der teils surreale Film symbolisch und allegorisch zu betrachten – und vor allem zu genießen. Denn wie von Kusturica gewohnt, jagt eine brillante, witzige Bildidee die nächste und auch fetzige Balkanmusik ist viel zu hören.

Kusturica spielt selbst den Milchmann, der mit einem Esel Milch vom Hof über die Fronten transportiert. Seine Freunde sind ein Falke und eine Schlange, der er Milch zu trinken gibt, sie revanchiert sich damit, dass sie sein Leben rettet. Er ist aber auch Musiker, spielt Zimbal, und verzaubert so die Frauen. Milena, eine Turnkünstlerin und eine Braut werben um ihn. Eigentlich wollen sie eine Doppelhochzeit machen und er hätte Milena heiraten sollen, doch es kommt anders. „Die Braut“ wurde nämlich von einem SFOR-General aus einem Kriegsgefangenenlager geholt und in seinem Haushalt eingesperrt.
Sie sagt gegen ihn aus und er kommt 3 Jahre ins Gefängnis. Die schöne Braut wird inzwischen befreit und in dieses verschlafene Nest an der Front und einer ehem. österr.-ungar. Bahnlinie gebracht. Doch als der General wieder frei kommt, rächt er sich mit NATO-Hightech Soldaten und einem Hubschrauber, der die Braut wieder zum General bringen soll. Tot oder lebendig.
Nun flüchten und kämpfen die beiden gegen die Übermacht, es kommt zu einer atemberaubenden Verfolgungsjagd. Als sie sich mitten einer Schafherde verstecken, geraten sie in einen Minenfeld. Ohne Happyend.

Der Film strahlt Sehnsucht nach Frieden aus, aber auch eine gewisse Wut auf die NATO. Fazit: Liebe ist auch unter Bombenhagel möglich!

**** ein turbulenter Film voller irrer Szenen!

 

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