Moonlight

Moonlight
USA 2016, Cinemascope, 116 Min. Regie: Barry Jenkins
gesehen in der DF

Der Film wurde mit dem Golden Globe und mehreren Oscars© ausgezeichnet, was natürlich hohe Erwartungen setzt, die für mich nicht erfüllt wurden. Er hat drei Kapitel:
1) Little. Der neunjährige Afroamerikaner Chiron lebt in Miami und wird zunehmend in der Schule gemobbt. Seine Mutter ist Cracksüchtig und lebt in bescheidenen Verhältnissen. (Allerdings kommt Chiron immer sauber in die Schule und der Begriff „Slum“ erscheint mir maßlos übertrieben). Ausgerechnet der Drogenboss und dessen Freundin der Gegend kümmern sich um ihn. Nur zu Kevin, einem Mitschüler hat er intensiveren Kontakt, von ihm wird er auch ermuntert, sich nicht unterkriegen zu lassen. Wobei jene, die ihn mobben, keineswegs Weiße sind.
2) Chiron. 9 Jahre später ist er auf der Highschool. Er raucht eines Tages mit Kevin am Strand einen Joint und es kommt zu homosexuellen Intimitäten. Als er erneut an der Schule gehänselt wird, schlägt er unerwartet hart zurück und wird verhaftet.

3) Black. Nun ist Chiron in Atlanta, hat seine Jugendstrafe abgesessen und schaut aus wie der ehemalige Drogenboss, mit Grills auf den Zähnen, dickem Straßenkreuzer, Goldketten.
Er erhält von Kevin, der brav in einem Restaurant arbeitet, einen Anruf und sucht ihn dort auf, eine Romanze zwischen den beiden bahnt sich an.

Der Film ist relativ zähflüssig und etwas langatmig, am besten hat mir noch die Musik (weitgehend „New Classics“) gefallen, die ihm Niveau verleiht. Die Schilderung des Milieus nimmt einige Zeit in Anspruch. Für einen weißen Intellektuellen ist es schwer, eine Identifikationsfigur zu finden. Ich fand ihn nicht sehr spannend und nichts Neues. Viele Hinweise muss man sich im Internet erlesen. Ob er den Oscar© erhielt, weil Präsident Trump weder Schwule noch Schwarze liebt, bleibt dahingestellt.
**1/2 Moonlight zeigt die Lebensgeschichte eines afroamerikanischen Jungen in Miami, der erst langsam merkt, dass er schwul ist und erst lange Zeit später seinen Jugendfreund wieder trifft. Er erleidet ein typisches Schicksal.
Die  (nord)deutsche Synchronisierung fand ich schrecklich.

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