Mit 17

Mit 17
Andrè Téchiné, F 2016, 116 Min, gesehen in DF

Die Geschichte ist sehr vielfältig und es dauert einige Zeit, bis man merkt, wohin sie hinausläuft. Wir sind in den Pyrenäen. Da ist mal eine engagierte Landärztin, Marianne, mit ihrem 17 jg Sohn Damien, der im Gymnasium sich auf die Matura vorbereitet. In derselben Klasse ist Thomas, der auf einem entlegenen Bauernhof wohnt und mehrere Stunden Schulweg auf sich nimmt, daneben hilft er auf dem Bauernhof. Verständlich, dass seine Schulleistungen nicht ganz optimal sind. Seine Adoptivmutter ist schon über50 und überraschenderweise schwanger. Die beiden Burschen raufen bis zur Gewalttätigkeit ständig miteinander und riskieren den Rauswurf von der Schule.
Als Marianne Thomas´ Mutter ins Spital einweist lädt sie ihn zu sich ein, damit er näher bei der Mutter und der Schule sein kann, nichts ahnend, welche Konflikte nun entstehen werden.
Mariannes Mann ist Hubschrauberpilot bei der Armee und in einem Kriegsgebiet. Er fällt eines Tages und wird mit militärischem Pomp beerdigt, Marianne denkt nach Lyon zu ziehen.

Immer mehr wird klar, dass Damien in Thomas verliebt ist und Thomas das anfänglich nicht will – wer auf dem Lande will schon schwul sein? Deshalb die Konflikte. Es dauert fast zwei Filmstunden, bis sie sich beide ihrer sexuellen Orientierung bewusst sind.

Der Film punktet mit handwerklichem Können, winterlichen Berglandschaften, die zu den kantigen Figuren passen und seiner Vielschichtigkeit, mehrere Geschichten laufen da parallel bis sie sich verknoten. Sowie beim österreichischen Film „Siebzehn“ von Monja Art geht es um die schmerzhafte Suche nach der eigenen homoerotischen sexueller Orientierung, jedoch sind es hier junge Männer.

Gut gemachte Coming-Out Geschichte, besonders berührt hat er mich aber nicht. ***

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